Letztes Wochenende war es mal wieder so weit. Bei sehr starkem Wind haben wir die Räder gesattelt und sind nach Süden zum Ringheiligtum nach Pömmelte gefahren. Warum, wird es da wärmer? Nicht bei nur 20 Kilometern. Ist es ein neues Ziel? Nein, wir waren schon etliche Male dort.
Warum sind wir also dann bei schlechtem Wetter nach Pömmelte geradelt? Wir wollten uns die neue Stempelstelle des Salzländer Kulturstempels anschauen und einen Stempel holen.
Von diesen Stempelstellen gibt es ganz neu im Salzlandkreis 40 Stück.
Die Koordinaten in der Karte stimmen sicher bei den lila Symbolen (Pömmelte, Salzblume,Pretziener Wehr und Hoym). Bei den braunen Symbolen muss man wohl darauf hoffen, dass die Museen offen haben. Alle anderen Koordinaten müssen wir erst noch durch eigene Anreise präzisieren. Wir freuen uns schon auf tolle Fahrradtouren.
Vor drei Jahren schrieben wir einen Beitrag über ein Niedrigwasser der Elbe. Damals verfehlte die Elbe in Magdeburg den Minusrekord von 1934 nur um Zentimeter. Dieses Jahr gibt es einen neuen Minusrekord.
Bei Niedrigwasser werden im Flussbett Steine sichtbar, die man sonst nicht sieht. Manche Steine sieht man so nur während einer starken Dürre. Außerdem kommt bei extremem Niedrigwasser oft die Schifffahrt zum Erliegen. Früher war die Gefahr einer Hungersnot groß und die Menschen nannten diese Steine deshalb „Hungersteine“. In Děčín lautet eine Inschrift auf einem Hungerstein „Wenn du mich siehst, dann weine.“.
Gestern spazierte ich über den Domfelsen. Normalerweise ist er unter Wasser.
Am Rand des Felsens liegt nun dieser neue „Hungerstein“.
Fährt man von Magdeburg nach Norden, erreicht man nach gut 35 Kilometern die Altmark. In Kehnert, hinter dem Landkreisgrenzschild ….
… begrüßt uns das Schild der Imagekampagne „Die Altmark – Grüne Wiese mit Zukunft“.
Ach so? Ist es positiv mit der Aussage zu werben, eine Wiese zu sein? Ja, mir gefallen Imagekampagnen, an denen man sich reiben kann.
Die Altmark ist eine der am dünnsten besiedelten Regionen in Deutschland. Hier wird wegen des Bevölkerungsrückganges Infrastruktur aufgegeben. Eine Autobahn ist Fehlanzeige.
Aber das ruhige und weite Land bietet auch Chancen. In Kehnert fiel uns ein altes Rittergut mit Schloss auf.
Die Verantwortlichen versuchen mit der Imagekampagne den Tourismus zu unterstützen. Hier an der Elbe ist es einfach schön zu radeln und man kann die Seele baumeln lassen.
Unser Tagesziel war die alte Kaiserstadt Tangermünde.
Grete Minde
„Tamü“ an der Elbe ist immer wieder toll und wir hatten Spaß auf der „grünen Wiese“. Gibt es bei euch auch Imagekampagnen mit überraschenden Aussagen?
Bevor ich mich endlich den warmen Frühlingswettern widme, möchte ich noch einen Beitrag zu den wunderschönen klaren und kalten Wintertagen schreiben. Auf der Elbe schwamm „Pfannkucheneis“. Den Begriff gibt es wirklich. Frei nach Wikipedia: Als Pfannkucheneis, engl. Pancake Ice oder Tellereis wird ein Eis bezeichnet, welches aus vorwiegend kreisförmigen Eisstücken mit einem Durchmesser von 30 cm bis 3 m besteht. Das passt doch, oder?
Es war also bitterkalt und da watschelte mir am Elbestrand ein buntes Vogelpärchen vor die Linse.
Ich rückte immer näher. Natürlich blieb das Pärchen nicht stehen. Was ist das denn für ein Vogelpaar?
Zu Hause lernte ich, die Ente, die da gerade um die Scholle schwimmt, ist eine „Egyptian goose“ oder Nilgans.
Die Nilgans hat ihr Verbreitungsgebiet in fast ganz Afrika, außer den wirklichen Wüstengebieten. Ok, ist denn die Elbe ein afrikanischer Fluss?
Nein, die Nilgans wurde von uns Menschen als Ziervogel im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht. Irgendwann sind in Holland einige Exemplare ausgebüxt und deren Nachkommen haben sich über das Rheinland bis zu uns ausgebreitet. Die Nilgans ist ein Neobiota, eine Art, die sich selbstständig in einem Gebiet etabliert, in dem sie vorher nicht heimisch war.
Willkommen Neobiota-Nilgans! Habt ihr auch schon mal eine Neobiota-Art getroffen?
Das letzte Wochenende war mit zweistelligen Minusgraden noch einmal richtig kalt. Mit kalten Fingern betätigte ich auf einer kleinen Radrunde den Auslöser der Kamera.
Ein IC fährt über die Elbe. Eisschollen schwimmen auf dem Fluss.
Die Stromelbe ist in Bewegung. Die Einfahrt zum Handelshafen Magdeburg, heute Wissenschaftshafen, ist zugefroren.
Graugänse rasten auf den Elbwiesen.
Blick auf das winterliche Wasserstraßenkreuz. Der Mittellandkanal überquert die Elbe.
Das letzte mal „stand“ die Elbe bei Magdeburg im Januar 1997.
Durch Eisbrecher wird auf dem Mittellandkanal eine geschlossene Eisdecke verhindert.
Als Nächstes kam ich zu unserem Lieblingsbadesee.
Nein, ein Sprung ins Nass bot sich heute nicht an. Gerade besondere Wetterlagen haben ihren Reiz. Nun wollen wir aber alle Frühling, oder?
Dieser Tag begrüßte uns mit ordentlichem Regen. Etwas später als geplant starteten wir auf dem Elberadweg.
An der heutigen Strecke gab es keine Bismarcktürme, aber alte kursächsische Postmeilensäulen sind doch auch ganz schön. Nachdem wir schon kursächsische Postmeilensäulen in Lübbenau, in Delitzsch und in Baruth festgehalten haben, kamen uns heute die Exemplare von Mühlberg/Elbe …
… und Belgern …
… vor die Linse. Von Belgern haben wir noch 32 Stunden bis Magdeburg.
Na, da wollen wir doch mal schauen, ob wir mit modernen Rädern auf modernen Straßen schneller sind als im 18. Jahrhundert.
Unser Tagesziel war Lutherstadt-Wittenberg. In diesem Jahr feiern wir 500 Jahre Reformation und das ist in Wittenberg an jeder Ecke spürbar.
Luther vor der StadtkircheHimmelskreuz im Luthergarten
„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!“ Was für ein schöner Spruch, der Luther zugeschrieben wird.
Morgen geht es auf die letzte Etappe unserer Urlaubsradtour nach Magdeburg.
Wer nach Dresden kommt, der schaut sich die Frauenkirche, die Semperoper oder die Brühlschen Terrassen an. Für uns sind heute zwei der drei Bismarcktürme von Dresden die architektonischen Hauptziele.
Seht ihr, da hinten, am Rand der Neubaublocks, befindet sich unser erster Turm.
Dresden-Räcknitz N 51° 01.335 E 13° 44.122
Es ist die Bismarcksäule in Dresden-Räcknitz, die in den Jahren 1904 bis 1906 auf der Franzenshöhe auf 187 m über NN errichtet wurde.
Nur ein paar Kilometer weiter findet man den Bismarckturm in Dresden-Plauen. Dieser Bismarckturm wurde 1954 in Johann-Gottlieb-Fichte-Turm umbenannt. Er ist und bleibt aber ein schöner Aussichtsturm.
Dresden-Plauen N 51° 01.348 E 13° 42.730
Nach diesen zwei Türmen trafen wir uns mit unserer Tochter und landeten schließlich viel erzählend beim Italiener. Dann radelten wir wieder ins Elbtal und entdeckten diesen Fotorahmen.
Nach unserem Rückflug von Kasan, Abflug 3:35 Uhr nach Prag, Ankunft 6:25 Uhr, reisten wir problemlos nach Tschechien, in die EU ein. Die Räder haben die Reise in ihrem Foliencocon auch gut überstanden. Ich habe sie noch vor dem Zoll gleich neben dem Gepäckband montiert. Dann radelten wir nach …
Gullydeckel Melnik
Melnik ist eine sehr hübsche Stadt. Hier fließen Moldau und Elbe zusammen.
Abends machen wir die Planung für den nächsten Tag und mir kam die Idee nach Bismarcktürmen in der Gegend zu schauen. „Gucke mal in Berggießhübel gibt es einen Bismarckturm. So nah kommen wir dem Turm bestimmt nicht noch mal. Lass uns doch morgen nach Berggießhübel radeln.“ Frau Traumradlerin stimmte zu und wir schliefen ein.
Am nächsten Tag ging es elbabwärts bis Usti nad Labem.
Burg Schreckenstein bei Usti
Dann wurde es mühsam. Es ging bei brütender Hitze über den Kamm des Erzgebirges hoch bis auf 700 hm.
Frau Traumradlerin schimpfte: „Nie wieder werde ich eine Etappe radeln, ohne vorher das Höhenprofil gesehen zu haben. Andere radeln schön gemütlich im Elbtal und ich muss hier über die höchsten Hügel.“
Irgendwann standen wir in einem dieser Grenzshops. Wir kauften für unter zwei Euro zwei Liter Milch, während vor und hinter uns die Einkaufswagenladungen mehrere Hundert Euro wert waren. Das hätten wir mit unseren Packtaschen gar nicht weg bekommen.
Wir übernachteten im Hotel Augustusberg zwei Kilometer vom Bismarckturm entfernt. Erst am nächsten Tag schauten wir uns den Turm an.
Berggießübel N 50° 51.853 E 13° 57.136
Und morgen werden wir in Dresden gleich noch zwei Bismarcktürme besichtigen.
Wart ihr schon mal in Berggießhübel. Schöne Gegend 😎.
Circa 150 Radler setzen während der Radrundfahrt „Rund um Dessau“ mit der Fähre Coswig über die Elbe. Die Fähre war voll!
Kennt ihr das alte Scherzlied „Hab‘ mein Wagen voll geladen“?
1.Hab‘ mein Wagen voll geladen
Voll mit alten Weibsen,
Als wir in die Stadt n’ein kamen
Hub sie an zu keifen.
Drum lad ich all mein Lebentage
Nie alte Weibsen auf mein‘ Wage‘
Hieh, Schimmel, hieh!
2. Hab‘ mein Wagen voll geladen
Voll mit Männer alten,
Als wir in die Stadt n’ein kamen
Murrten sie und schalten.
Drum lad ich all mein Lebentage
Nie alte Männer auf mein‘ Wage‘
Hieh, Schimmel, hieh!
3. Hab‘ mein Wagen voll geladen
Voll mit jungen Mädchen
Als wir zu dem Tor n’ein kamen
Sangen sie durchs Städtchen
Drum lad ich all mein Lebentage
Nur junge Mädchen auf mein‘ Wage‘.
Zieh Schimmel,zieh!
Wie der Fährmann zu seiner Ladung Radler stand, ist mir nicht bekannt.
Wann habt ihr euch das letzte Mal gemütlich mit einer Gierfähre auf die andere Seite bringen lassen?
Gestern ging auf meiner Strecke gar nichts mehr. Durch hohes Verkehrsaufkommen stockte der Verkehrsfluss und kam schließlich komplett zum Erliegen. Ich wünsche einen tollen Sonntag!