Statistik zu unserer Deutschlandtour

Ja, wir sind wirklich vom südlichsten zum nördlichsten Punkt Deutschlands geradelt.

Ja, es war anstrengend. Ja, es hat Spaß gemacht.

Ein wenig Statistik gefällig?

22 Tage unterwegs, 18 Radtage, zwei Eisenbahntage und zwei Ruhetage
4 Staaten und 7 Bundesländer durchfahren oder zumindest berührt
48 deutsche Land- und Stadtkreise beradelt
Gesamtstrecke ca. 1600 Kilometer
längste Tagesetappe 119 Kilometer
kürzeste Tagesetappe 54 Kilometer
ca. 6.000 Höhenmeter
Bismarcktürme 2
Landkreisgrenzschilder 7
2 x Panne (1 x Schlauch und 1 x Mantel kaputt)

Die Land- und Stadtkreise auf unserer Route waren Landkreise:
Oberallgäu, Lindau, Bodenseekreis, Ravensburg, Sigmaringen, Zollernalbkreis, Tübingen, Böblingen, Enzkreis, Pforzheim, Karlsruhe, Rhein-Pfalz-Kreis, Worms, Alzey-Worms, Mainz-Bingen, Mainz, Rhein-Hunsrück-Kreis, Westerwaldkreis, Rhein-Lahn-Kreis, Koblenz , Mayen-Kobenz, Ahrweiler, Rhein-Sieg-Kreis, Bonn, Rhein-Erft-Kreis, Köln, Rhein-Kreis-Neuss, Düsseldorf, Mettmann, Mülheim Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Recklinghausen, Coesfeld, Münster, Steinfurt, Osnabrück Land und Stadt, Vechta, Diepholz und Bremen. Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade, Steinburg und Dithmarschen, Nordfriesland

Ja, wir haben viele Eindrücke von unserem schönen Land gewonnen.

Hier geht es zum südlichsten Punkt Deutschlands.

Wir stellen gerne unsere GPX-Dateien von der Tour bereit.

Bitte bleibt neugierig.

Am südlichsten Punkt Deutschlands

Wir radeln vom südlichsten Punkt zum nördlichsten Punkt Deutschlands. Wo ist eigentlich der südlichste Punkt von Deutschland?

In Bayern, im Allgäu, irgendwo bei Oberstdorf?

Genau. Der südlichste Punkt Deutschlands liegt etwa 26 Kilometer südlich von Oberstdorf auf 1.881 Metern Höhe, weit oben in den Alpen genau am Grenzstein 147.

Unser Tagesziel ist klar. Wir haben in der Jugendherberge Oberstdorf Kornau geschlafen und starten gegen 9 Uhr mit unseren Fahrrädern.

Es geht im Tal der Stillach immer an der Stillach entlang.

Irgendwann ist die Straße für den Autoverkehr gesperrt und wir radeln auf einem perfekt ausgebautem Alpweg bis zu seinem Ende.

Dann radeln, naja schieben wir noch bis zur Speicherhütte auf ca. 1.400 Höhenmetern. Dort dürfen sich unsere Alurösser ausruhen. Wir wechseln das Schuhwerk und machen uns auf die Bergwanderung zum südlichsten Punkt Deutschlands.

Nach vier steilen Kilometern haben wir es geschafft. Wir haben unser Tagesziel erreicht. Wir stehen am Grenzstein 147.

Am Grenzstein 147 treffen sich auch die Bundesländer Bayern, Vorarlberg und Tirol. Glücklich marschieren wir durch die traumhafte Bergwelt zurück ins Tal.
Nun waren wir am südlichsten Punkt Deutschlands. Lasst uns doch nach Norden radeln.

Bitte bleibt neugierig.

vorwärts zur #2 unserer Deutschlandtour

Der kategorische Imperativ

„Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“ (Immanuel Kant 1724-1804, Königsberg)

Grab von Immanuel Kant

Auf einer unserer Radtouren kamen wir vor einigen Jahren mit einem der größten Philosophen in Berührung. Herr Kant nimmt den Menschen (das Subjekt) in den Blick. Die Dinge werden erst vom erkennenden Subjekt produziert.

Er rief uns zu:

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Bitte bleibt mutig.

Unsere „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ #3 – Die Prignitz

Die Prignitz gehört zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Deutschlands.

Die Bevölkerungsdichte des Landkreises Prignitz lag Ende 2016 bei nur 36 Einwohnern je Quadratkilometer. Im Bundesdurchschnitt leben in Deutschland ca. 230 Einwohner je Quadratkilometer.

Auf unseren Radtouren schauen wir uns nach Bismarcktürmen um. Auf dem heutigen Brandenburger Gebiet existieren noch acht von ehemals elf Bismarcktürmen. Davon steht genau einer in der Prignitz und zwar in Pritzwalk.

Im Jahre 1905 wurde der Bismarckturm für den ersten Kanzler des Deutschen Kaiserreichs eingeweiht. Der Turm wurde im neugotischen Stil erbaut und wurde 1994 sehr schmuck renoviert.

Am Turm konnten wir die Wappen der Ostprignitzer Städte, Adelsgeschlechter und Stifte in restauriertem Zustand bewundern.

Auf dem Weg fiel uns der Kleinbahnbahnhof Mesendorf mit vielen toll restaurierten Eisenbahnwaggons auf.

Auf dem Prignitzer Kleinbahnnetz schnauft die Kleinbahn „Pollo“. Den Namen „Pollo“ hatte die Bahn schon 1897 zur Eröffnung erhalten. Bei der ersten Fahrt soll der Hund des Dannenwalder Försters namens „Pollo“ den vorbeifahrenden Zug laut angebellt und ihm nachgelaufen sein.

Zum Entschleunigen scheint die Prignitz ein guter Ort.

Route und Links zu noch mehr Beiträgen unserer Pfingstradtour

zu noch viel mehr Bismarcktürmen

Mecklenburger Seenrunde 2020

Sieben Landkreise berührten wir auf unserer Pfingstradtour.

Fünf Landkreise begrüßten uns mit Willkommensschildern.

Im Landkreis Stendal folgten wir der alten KBS 267. In der Prignitz schauten wir uns die Mündungsverschleppung der Havel an. Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin bewunderten wir das Schloss Rheinsberg und lasen etwas Tucholsky.

Schloss Rheinsberg

Ein kurzer Abstecher zum Stechlin musste sein, bevor uns Geschichte in Fürstenberg/Havel begegnete. Wegen eines Landkreispunktes machten wir einen kleinen Abstecher in die Uckermark, bevor wir im Nationalpark Müritz etwas „gravelten“.

In Waren an der Müritz kombinierten wir frischen Saibling mit genau so frischen Erdbeeren.

Eigentlich hatten wir für den 23. Mai ein Ticket im ICE mit Fahrradstellplatz nach München. Doch in Coronazeiten waren die Restriktionen für Hotels und Pensionen in Bayern noch so hoch, dass wir uns für die Radtour durch den Norden von Sachsen-Anhalt, durch Brandenburg und MV entschieden.

Unsere Unterkünfte arbeiteten hart an der  Einhaltung der Hygieneauflagen. Das bemerkten wir besonders beim Frühstück. In Havelberg stellte man uns eine Etagere mit den Frühstückszutaten an den Tisch. In Rheinsberg war ein Fleischer im Haus. So standen wir morgens im Fleischer und suchten uns gaaanz viel Leckeres  aus. In Neustrelitz suchten wir uns am Abend ein deftiges Frühstück aus und uns wurde alles an den Tisch gebracht. In Lenz stand extra eine Servicekraft am Buffet und bediente uns. Was für ein Aufwand?

Ist die Urlaubsplanung noch offen? Wie wäre es mit einer Rad-, Boots- oder Paddeltour in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern?

Bitte bleibt neugierig.

Bilder aus der Prignitz

zum Start der Tour in Güsen in Sachsen-Anhalt

Unsere „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ #2 – Treffen mit Lenin

Fürstenberg/Havel war eine Garnisonsstadt. Die 2. Garde-Panzerarmee der Roten Armee hatte hier ihr Hauptquartier. Bis zu 30.000 Soldaten taten weit weg von ihrer Heimat, in dieser kleinen brandenburgischen Stadt, ihren Dienst. Heute sind davon nur überwucherte Spuren und ein paar gelb getünchte Häuser zu finden.

Ein verlassenes Wachhäuschen wies uns den Weg. Vor dem ehemaligen Offizierskasino trafen wir dann ihn, den verwitterten Lenin.

Auf dem Marktplatz von Fürstenberg gönnten wir uns zwei halbe Hähnchen, „Kaffee to go“ und Kuchen. Wir radelten weiter und standen plötzlich vor den Resten des Konzentrationslagers Ravensbrück.

Es ist unglaublich, wie viele Eindrücke so nahe beieinander liegen können.

Bitte bleibt neugierig.

unsere Pfingstradrunde 2020 in der Übersicht oder zu einem anderen „lost place“ in Fürstenberg

Unsere „Wanderung durch die Mark Brandenburg“

„Da lag er vor uns, der buchtenreiche See, geheimnisvoll, einem Stummen gleich, den es zu sprechen drängt.“

„Und nun setzten wir uns an den Rand eines Vorsprungs und horchten in die Stille.“ Theodor Fontane

Es war grandios.

Bitte bleibt neugierig.

noch mehr aus der Mark

Mündungsverschleppung?

Flüsse werden im Laufe ihres Seins, wie wir Menschen, bequem. Sind junge Flüsse noch quirlig und erodieren in der Gegend herum, ändert sich das mit zunehmender Existenz.

Flüsse gehen von turbulenten Strömungen in laminare, gleichmäßig lineare Strömungen über. Dann sinken die Partikel, die sie früher gesammelt haben, ab und es kommt zu einer Sedimentierung des Flussbettes und der Uferbereiche. Die Flüsse erhöhen also ihren Uferbereich mit einer Art Damm.

Durch diese nun entstandene Hürde bleibt dem dazu stoßendem Fluss, nennen wir ihn Havel, nichts weiter übrig, als dem größeren Fluss, nennen wir ihn Elbe, parallel zu folgen. Dieses parallele Nebenenanderfließen nennt man Mündungsverschleppung.

Links seht ihr die mündungsverschleppende Havel, in der Mitte einen traumhaften Radweg und rechts die nicht gestört werden wollende Elbe.

Erst nach ca. 20 Kilometern schafft es die Havel in die Elbe zu münden.

Auch wenn das Wetter sehr wechselhaft war, können wir eine Radrunde rund um Havelberg empfehlen. Die hübsche, kleine Hansestadt ist für ihren Dom berühmt.

Ihr verschleppt bestimmt nichts. 🙂 Bitte bleibt neugierig.

weiter an den Stechlin

Radeln an der alten KBS 267

KBS steht für Kursbuchstrecke. In den Kursbüchern waren alle Eisenbahnstrecken, Bahnhöfe und Fahrpläne abgedruckt. Manch ein Eisenbahner war sehr stolz, dass er das gesamte Kursbuch mit Tausenden von Informationen im Kopf hatte.

Wir starten unsere heutige Radtour in Güsen. Güsen gehörte früher zum Kreis Genthin. Das können wir am alten Bahnhof noch lesen.

Die alte KBS 267 führte von Genthin über Schönhausen bis nach Sandau. Unser nächster Fotostopp ist in Fischbeck. Hier brach 2013 beim zweiten Jahrhunderthochwasser innerhalb von 10 Jahren der Deich. Dieser Deichbruch wurde spektakulär mit dem Sprengen und Versenken eines Schiffes an der Deichbruchstelle geschlossen. Ein Denkstein, eingerahmt von zwei alten preußischen Meilensteinen, erinnert daran.

Weiter radeln wir nach Schönhausen, dem Geburtsort von Bismarck. Darüber haben wir aber schon hier berichtet. Heute folgen wir der alten KBS. Dass hier am Bahnhof Schönhausen (Elbe) im Jahr 2020 überhaupt noch Regionalbahnen halten, grenzt an ein Wunder.

Für uns ist schwer vorstellbar, dass Schönhausen bis 1991 ein intakter Eisenbahnkreuzungs- und Umsteigebahnhof war. Von der Hauptstrecke Stendal-Rathenow konnten die Menschen ihre Reise in Richtung Norden bis nach Sandau sowie nach Süden bis Genthin/Güsen mit einem Triebwagen fortsetzen. Die Bahnsteige dieser „Kleinbahnen“ sind heute noch zu erkennen.

Wir wenden uns weiter nach Norden. Im Wald kündet ein verlassenes Signal von der alten KBS. Die Strecke ist nur noch zu erahnen.

Am ehemaligen Bahnhof Klietz erkennen wir kaum noch den Namen.

Weiter geht es mit dem Fahrrad streckenweise auf der alten Bahntrasse nach Sandau. In Sandau bewundern wir die alte Kirche. Der im Weltkrieg zerstörter Kirchturm wurde erst 2013 wieder aufgebaut.

Wir plauschen mit Gemeindemitgliedern, denen wir den Stolz über ihre Aufbauleistung anmerken. So dürfen wir mit dem Fahrstuhl (!) auf den Turm und werden mit tollen Aussichten belohnt.

„Siehst du da hinten unsere Elbe?“

Am Bahnhof Sandau enden die alte KBS 267 und dieser Beitrag

Bitte bleibt neugierig.

weiter zur Havelmündung

Anachronismus / Traumradeln-Weltchallenge

Am 26. Februar 2020 haben wir zu unserer „Traumradeln Weltchallenge“ aufgerufen. Heute wirkt sie zeitlich deplatziert. Sie wirkt wie ein „Anachronismus“. Trotzdem, ….

… auch wenn wir nicht sorgenfrei durch die Welt radeln können, sind doch die Erinnerungen an tolle Touren möglich. Alte Fotos von der Festplatte sind hier gerne gesehen. Frische Fotos von einsamen Radtouren gehen natürlich auch.

„Hallo Susanne und Frank,

habe vergangene Woche erst die neue Challenge entdeckt und mich erst ein bisschen geärgert, dass ich da nix im Archiv habe… ich bin ziemlich nah an der Grenze zu Holland aufgewachsen, aber die war für uns so normal, dass da nie jemand angehalten hätte für ein Foto.
Also habe ich mich heute mal 200 km aufs Rad gesetzt (wohne nicht mehr so nah dran) und das schöne Dinxperlo/Suderwick besucht. Der Doppel-Ort ist speziell, die Grenze geht quasi mittendurch, auf einer Straße ist der rechte Bordstein deutsch (Suderwick), Fahrbahn und linker Bordstein schon niederländisch. Zeigt also sehr schön, wie Grenzen in Europa aussehen sollten: Offen, fast unsichtbar.
$R8CSS34
Was man (deswegen) nicht findet: Ein niederländisches Grenzschild!
Ich bin dann aber ein paar Kilometer weiter fündig geworden, auf Landstraßen ist dann doch Verlass. Witzigerweise hängen am gleichen Mast noch ein paar private Briefkästen.
$RXC46VR
Das Bundesrepublik-Deutschland-Schild scheint eher museale Anforderungen zu erfüllen, steht aber tatsächlich an der echten Grenze am alten Schlagbaum. Auf der Landstraße grüßt nur NRW.
$RGE44DP
Viele Grüße und danke für die Inspiration zur heutigen Tour,

Goradzilla“

Lieber Goradzilla, statt Teilung wünschen wir uns Briefkästen an jedem Grenzschild. Herzliche Dank für deine Geschichte. Den „Punkt“ für die Niederlande notieren wir sehr gerne.

Bitte bleibt neugierig.

zur Challenge