Sandmann, lieber…

Seit 1959 begleitet ein kleines Männchen mit Spitzbart die Kinder ins Bett. So lange wir denken können, waren wir auch dabei und unsere Kinder und Enkel auch.

Mit einem Sack voller Traumsand kommt jeden Abend unser Sandmännchen.

Manchmal hat es seine Freunde Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi im Gepäck.

Alle diese Kindheitserinnerungen begegneten uns auf unserer Fahrradrunde durch Erfurt. Gleich hatten wir das Erkennungslied im Ohr.

„Sandmann, lieber Sandmann, es ist noch nicht soweit,
Wir sehen erst den Abendgruß,
Ehe jedes Kind ins Bettchen muss,
Du hast gewiss noch Zeit!

Sandmann, lieber Sandmann, hab nur nicht solche Eil,
Dem Abendgruß vom Fernsehfunk
Lauscht jeden Abend Alt und Jung,
Sei unser Gast dabei!

Kinder, liebe Kinder, es hat mir Spaß gemacht,
Nun schnell ins Bett und schlaft recht schön,
Dann kann auch ich zur Ruhe geh´n.
Ich wünsch´ euch Gute Nacht.“

In diesem Sinne wünschen wir euch allen eine gute Nacht und bitte bleibt auch in euren Träumen neugierig.

Kalenderblatt- Völkerschlachten

Am 15. Oktober 1813 (vor 207 Jahren) begann die Völkerschlacht bei Leipzig. Sie dauerte drei Tage. Das Ergebnis: 90.000 (neunzigtausend !) Tote und Verwundete. Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig erinnert an dieses denkwürdige europäische Drama.

Völkerschlachtdenkmal

Wir haben das Völkerschlachtdenkmal als Kulisse für eine Volksfest und eine Radtourenfahrt mit ganz viel glücklichen Menschen in Erinnerung.

Herr Napoleon, der im Herbst 1813 hier bei Leipzig seine Grenzen aufgezeigt bekam, versuchte knapp zwei Jahre später noch einmal die „Herrschaft“ zu übernehmen. Das war bei …, ihr wisst schon.

Wir sind ziemlich froh, dass wir uns im nassen Oktober freiwillig für eine Fahrradtour entscheiden dürfen, aber nicht zu Einhunderttausenden im tödlichen Kampf übereinander herfallen müssen.

Bitte bleibt neugierig.

nach Waterloo

Besuch bei Ribbeck in Ribbeck im Havelland

’s ist Birnenzeit —- Das wunderbare Gedicht über den alten Ribbeck auf Ribbeck im Havelland in desssen Garten ein Birnbaum stand …

… hat einen unglaublichen Zauber. Er berührt uns so sehr, dass wir von Spandau einen kleinen Ausflug nach Ribbeck unternahmen. In Nauen machten wir unseren ersten Fotostopp für eine preußische Postmeilensäule und einen Gullydeckel.

Dann sahen wir das Schloss Ribbeck …

Schloss Ribbeck

… und gleich dahinter die alte Dorfkirche, an deren Seite der Segen spendende Ribbecksche-Birnbaum steht.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Theodor Fontane

Was für ein schöner Gedanke!

Bitte bleibt neugierig und nascht ’ne Birn.

Stadtradeln, was ist das denn?

Zitat von der Webseite: „STADTRADELN ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob du bereits jeden Tag fährst oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs bist. Jeder Kilometer zählt – erst recht wenn du ihn sonst mit dem Auto zurückgelegt hättest.“ https://www.stadtradeln.de/home

2020 nimmt unsere Heimatstadt Magdeburg neben 1.461 (!) weiteren Kommunen vom 1. September bis zum 21. September am „Stadtradeln“ teil.

Ist eure Kommune in diesem Wettbewerb ebenfalls vertreten?

Die Region Hannover liegt aktuell mit über 3 Millionen geradelten Kilometern unangefochten an der Spitze.

Überraschung, wir finden die Idee gut und bringen das Team „Traumradeln“ an den Start. Fühlt euch eingeladen, wenn ihr mögt, selber ein Team zu gründen oder einem bestehenden Team (gerne auch unserem) beizutreten. Link Stadtradeln

Bitte bleibt neugierig.

Übrigens: Rostock hat es auf 400 Tausend Kilometer gebracht. Schaffen wir in Magdeburg oder ihr in eurer Kommune das auch?

Statistik zu unserer Deutschlandtour

Ja, wir sind wirklich vom südlichsten zum nördlichsten Punkt Deutschlands geradelt.

Ja, es war anstrengend. Ja, es hat Spaß gemacht.

Ein wenig Statistik gefällig?

22 Tage unterwegs, 18 Radtage, zwei Eisenbahntage und zwei Ruhetage
4 Staaten und 7 Bundesländer durchfahren oder zumindest berührt
48 deutsche Land- und Stadtkreise beradelt
Gesamtstrecke ca. 1600 Kilometer
längste Tagesetappe 119 Kilometer
kürzeste Tagesetappe 54 Kilometer
ca. 6.000 Höhenmeter
Bismarcktürme 2
Landkreisgrenzschilder 7
2 x Panne (1 x Schlauch und 1 x Mantel kaputt)

Die Land- und Stadtkreise auf unserer Route waren Landkreise:
Oberallgäu, Lindau, Bodenseekreis, Ravensburg, Sigmaringen, Zollernalbkreis, Tübingen, Böblingen, Enzkreis, Pforzheim, Karlsruhe, Rhein-Pfalz-Kreis, Worms, Alzey-Worms, Mainz-Bingen, Mainz, Rhein-Hunsrück-Kreis, Westerwaldkreis, Rhein-Lahn-Kreis, Koblenz , Mayen-Kobenz, Ahrweiler, Rhein-Sieg-Kreis, Bonn, Rhein-Erft-Kreis, Köln, Rhein-Kreis-Neuss, Düsseldorf, Mettmann, Mülheim Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Recklinghausen, Coesfeld, Münster, Steinfurt, Osnabrück Land und Stadt, Vechta, Diepholz und Bremen. Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade, Steinburg und Dithmarschen, Nordfriesland

Ja, wir haben viele Eindrücke von unserem schönen Land gewonnen.

Hier geht es zum südlichsten Punkt Deutschlands.

Wir stellen gerne unsere GPX-Dateien von der Tour bereit.

Bitte bleibt neugierig.

Am südlichsten Punkt Deutschlands

Wir radeln vom südlichsten Punkt zum nördlichsten Punkt Deutschlands. Wo ist eigentlich der südlichste Punkt von Deutschland?

In Bayern, im Allgäu, irgendwo bei Oberstdorf?

Genau. Der südlichste Punkt Deutschlands liegt etwa 26 Kilometer südlich von Oberstdorf auf 1.881 Metern Höhe, weit oben in den Alpen genau am Grenzstein 147.

Unser Tagesziel ist klar. Wir haben in der Jugendherberge Oberstdorf Kornau geschlafen und starten gegen 9 Uhr mit unseren Fahrrädern.

Es geht im Tal der Stillach immer an der Stillach entlang.

Irgendwann ist die Straße für den Autoverkehr gesperrt und wir radeln auf einem perfekt ausgebautem Alpweg bis zu seinem Ende.

Dann radeln, naja schieben wir noch bis zur Speicherhütte auf ca. 1.400 Höhenmetern. Dort dürfen sich unsere Alurösser ausruhen. Wir wechseln das Schuhwerk und machen uns auf die Bergwanderung zum südlichsten Punkt Deutschlands.

Nach vier steilen Kilometern haben wir es geschafft. Wir haben unser Tagesziel erreicht. Wir stehen am Grenzstein 147.

Am Grenzstein 147 treffen sich auch die Bundesländer Bayern, Vorarlberg und Tirol. Glücklich marschieren wir durch die traumhafte Bergwelt zurück ins Tal.
Nun waren wir am südlichsten Punkt Deutschlands. Lasst uns doch nach Norden radeln.

Bitte bleibt neugierig.

vorwärts zur #2 unserer Deutschlandtour

Der kategorische Imperativ

„Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“ (Immanuel Kant 1724-1804, Königsberg)

Grab von Immanuel Kant

Auf einer unserer Radtouren kamen wir vor einigen Jahren mit einem der größten Philosophen in Berührung. Herr Kant nimmt den Menschen (das Subjekt) in den Blick. Die Dinge werden erst vom erkennenden Subjekt produziert.

Er rief uns zu:

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Bitte bleibt mutig.

Unsere „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ #3 – Die Prignitz

Die Prignitz gehört zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Deutschlands.

Die Bevölkerungsdichte des Landkreises Prignitz lag Ende 2016 bei nur 36 Einwohnern je Quadratkilometer. Im Bundesdurchschnitt leben in Deutschland ca. 230 Einwohner je Quadratkilometer.

Auf unseren Radtouren schauen wir uns nach Bismarcktürmen um. Auf dem heutigen Brandenburger Gebiet existieren noch acht von ehemals elf Bismarcktürmen. Davon steht genau einer in der Prignitz und zwar in Pritzwalk.

Im Jahre 1905 wurde der Bismarckturm für den ersten Kanzler des Deutschen Kaiserreichs eingeweiht. Der Turm wurde im neugotischen Stil erbaut und wurde 1994 sehr schmuck renoviert.

Am Turm konnten wir die Wappen der Ostprignitzer Städte, Adelsgeschlechter und Stifte in restauriertem Zustand bewundern.

Auf dem Weg fiel uns der Kleinbahnbahnhof Mesendorf mit vielen toll restaurierten Eisenbahnwaggons auf.

Auf dem Prignitzer Kleinbahnnetz schnauft die Kleinbahn „Pollo“. Den Namen „Pollo“ hatte die Bahn schon 1897 zur Eröffnung erhalten. Bei der ersten Fahrt soll der Hund des Dannenwalder Försters namens „Pollo“ den vorbeifahrenden Zug laut angebellt und ihm nachgelaufen sein.

Zum Entschleunigen scheint die Prignitz ein guter Ort.

Route und Links zu noch mehr Beiträgen unserer Pfingstradtour

zu noch viel mehr Bismarcktürmen

Mecklenburger Seenrunde 2020

Sieben Landkreise berührten wir auf unserer Pfingstradtour.

Fünf Landkreise begrüßten uns mit Willkommensschildern.

Im Landkreis Stendal folgten wir der alten KBS 267. In der Prignitz schauten wir uns die Mündungsverschleppung der Havel an. Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin bewunderten wir das Schloss Rheinsberg und lasen etwas Tucholsky.

Schloss Rheinsberg

Ein kurzer Abstecher zum Stechlin musste sein, bevor uns Geschichte in Fürstenberg/Havel begegnete. Wegen eines Landkreispunktes machten wir einen kleinen Abstecher in die Uckermark, bevor wir im Nationalpark Müritz etwas „gravelten“.

In Waren an der Müritz kombinierten wir frischen Saibling mit genau so frischen Erdbeeren.

Eigentlich hatten wir für den 23. Mai ein Ticket im ICE mit Fahrradstellplatz nach München. Doch in Coronazeiten waren die Restriktionen für Hotels und Pensionen in Bayern noch so hoch, dass wir uns für die Radtour durch den Norden von Sachsen-Anhalt, durch Brandenburg und MV entschieden.

Unsere Unterkünfte arbeiteten hart an der  Einhaltung der Hygieneauflagen. Das bemerkten wir besonders beim Frühstück. In Havelberg stellte man uns eine Etagere mit den Frühstückszutaten an den Tisch. In Rheinsberg war ein Fleischer im Haus. So standen wir morgens im Fleischer und suchten uns gaaanz viel Leckeres  aus. In Neustrelitz suchten wir uns am Abend ein deftiges Frühstück aus und uns wurde alles an den Tisch gebracht. In Lenz stand extra eine Servicekraft am Buffet und bediente uns. Was für ein Aufwand?

Ist die Urlaubsplanung noch offen? Wie wäre es mit einer Rad-, Boots- oder Paddeltour in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern?

Bitte bleibt neugierig.

Bilder aus der Prignitz

zum Start der Tour in Güsen in Sachsen-Anhalt

Unsere „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ #2 – Treffen mit Lenin

Fürstenberg/Havel war eine Garnisonsstadt. Die 2. Garde-Panzerarmee der Roten Armee hatte hier ihr Hauptquartier. Bis zu 30.000 Soldaten taten weit weg von ihrer Heimat, in dieser kleinen brandenburgischen Stadt, ihren Dienst. Heute sind davon nur überwucherte Spuren und ein paar gelb getünchte Häuser zu finden.

Ein verlassenes Wachhäuschen wies uns den Weg. Vor dem ehemaligen Offizierskasino trafen wir dann ihn, den verwitterten Lenin.

Auf dem Marktplatz von Fürstenberg gönnten wir uns zwei halbe Hähnchen, „Kaffee to go“ und Kuchen. Wir radelten weiter und standen plötzlich vor den Resten des Konzentrationslagers Ravensbrück.

Es ist unglaublich, wie viele Eindrücke so nahe beieinander liegen können.

Bitte bleibt neugierig.

unsere Pfingstradrunde 2020 in der Übersicht oder zu einem anderen „lost place“ in Fürstenberg