Klein sein

Kleinsein heißt Knie wund,
kleinsein heißt Sand im Mund,
kleinsein heißt Wasser spritzen,
kleinsein heißt barfuß flitzen,
kleinsein heißt Blumen pflücken,
kleinsein heißt Gras am Rücken,
kleinsein heißt insgeheim
der Erde
näher sein.
(Manfred Sestendrup)

… und
kleinsein heißt Erdbeermund.

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Bitte bleibt neugierig.

McDonald’s und überflüssiges Wissen

Das Jahr geht zu Ende. Viele Dinge sind noch nicht geschrieben. In Japan machten wir in der Sommerhitze dieses Foto.

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Es geht um eine bekannte Burgerbratkette. Was steht eigentlich unter der „Goldenen Möwe“? Ich habe nach „McDonald’s“ und „japanisch“ gegoogelt. Ich erhielt folgende sechs Zeichen in Katakana, einem der drei japanischen Alphabete:

マクドナルド

In unserer Schrift bedeuten diese sechs Zeichen Ma-ku-do-na-ru-do. Näher kommen die Japaner wohl nicht an die englische Aussprache der Firma McDonald’s heran.

Mit den russischen Buchstaben klappt das besser.

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Die zehn kyrillischen Buchstaben bedeuten Makdonalds. Das passt doch ziemlich gut, jedenfalls besser als Ma-ku-do-na-ru-do im Japanischen.

Erst als wir noch einmal auf das Bild oben sahen, erkannten wir, dass da ja ganz andere Zeichen stehen. Verdammt. Wir haben wieder das Katakana-Alphabet bemüht:

ドライブスルー Do-ra-i-bu-su-ru

Und was bedeutet das? Tante Google meint: Durchfahren. Wir denken uns, ah ein „Drive Thru“, das passt. So haben wir überflüssiges Wissen herausgeforscht und unsere eigene Welt ist an dieser Stelle wieder heile.

Ist euch McDonald’s schon einmal mit fremdartigen Schriftzeichen gegenüber getreten? Über Fotos oder Kommentare freuen wir uns immer. War das jetzt überflüssiges Wissen ;-).

Bitte bleibt neugierig.

Herbstzeit

Es ist wieder so weit. Wir finden überall an den Straßenrändern saftige Birnen und essen uns daran satt.

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Wespen naschen auch gerne von den Birnen. Das haben wir in einem Birnbaum noch nie gesehen, ein so großes Wespennest.

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Das Gedicht ist immer wieder schön.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Ein schöner Gedanke. Habt ihr dieses Jahr schon frische, saftige Birnen gegessen? Bitte bleibt neugierig.

 

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Hungersteine

Vor drei Jahren schrieben wir einen Beitrag über ein Niedrigwasser der Elbe. Damals verfehlte die Elbe in Magdeburg den Minusrekord von 1934 nur um Zentimeter. Dieses Jahr gibt es einen neuen Minusrekord.

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Bei Niedrigwasser werden im Flussbett Steine sichtbar, die man sonst nicht sieht. Manche Steine sieht man so nur während einer starken Dürre. Außerdem kommt bei extremem Niedrigwasser oft die Schifffahrt zum Erliegen. Früher war die Gefahr einer Hungersnot groß und die Menschen nannten diese Steine deshalb „Hungersteine“. In Děčín lautet eine Inschrift auf einem Hungerstein „Wenn du mich siehst, dann weine.“.

Gestern spazierte ich über den Domfelsen. Normalerweise ist er unter Wasser.

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Am Rand des Felsens liegt nun dieser neue „Hungerstein“.

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Bitte bleibt neugierig.

Weisheit #3 – auf Bäumen

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Weisheit: Insgesamt klettert man zu wenig auf Bäume.

Wann seid ihr das letzte Mal auf einen Baum geklettert? Bitte fallt nicht runter und bleibt neugierig.

noch weiser werden?

 

In eigener Sprache

Deutsch ist eine schöne Sprache. Natürlich werden oft Trends und Entwicklungen im amerikanischen und englischen Sprachraum gesetzt. Damit ist klar, dass Tablet und Laptop auch im deutschen Tablet und Laptop heißen.

Trotzdem finde ich es schön, wenn man nicht alle Anglizismen übernimmt und auch über Entsprechungen in der eigenen Sprache nachdenkt und sie vielleicht auch benutzt.

Für den „Coffee to go“ lasen wir auf unserer Reise durch Russland die russischen Worte für „Kaffee mit dir“.

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Bei uns wäre das wohl der „Kaffee zum Mitnehmen“.

Es ist schön, sich in der eigenen Sprache auszudrücken. Müssen es der „Summer sale“, die „Kids“ oder der „Coffee to go“ sein? Dazu kann man bestimmt unterschiedlicher Auffassung sein. Wie seht ihr das?

Bitte bleibt neugierig.

Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!

Dieser Tag begrüßte uns mit ordentlichem Regen. Etwas später als geplant starteten wir auf dem Elberadweg.

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An der heutigen Strecke gab es keine Bismarcktürme, aber alte kursächsische Postmeilensäulen sind doch auch ganz schön. Nachdem wir schon kursächsische Postmeilensäulen in Lübbenau, in Delitzsch und in Baruth festgehalten haben, kamen uns heute die Exemplare von Mühlberg/Elbe …

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… und Belgern …

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… vor die Linse. Von Belgern haben wir noch 32 Stunden bis Magdeburg.

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Na, da wollen wir doch mal schauen, ob wir mit modernen Rädern auf modernen Straßen schneller sind als im 18. Jahrhundert.

Unser Tagesziel war Lutherstadt-Wittenberg. In diesem Jahr feiern wir 500 Jahre Reformation und das ist in Wittenberg an jeder Ecke spürbar.

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Luther vor der Stadtkirche

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Himmelskreuz im Luthergarten

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!“ Was für ein schöner Spruch, der Luther zugeschrieben wird.

Morgen geht es auf die letzte Etappe unserer Urlaubsradtour nach Magdeburg.

Bitte bleibt neugierig.

Zurück zur Etappe davor?  oder Weiter elbabwärts?