In eigener Sprache

Deutsch ist eine schöne Sprache. Natürlich werden oft Trends und Entwicklungen im amerikanischen und englischen Sprachraum gesetzt. Damit ist klar, dass Tablet und Laptop auch im deutschen Tablet und Laptop heißen.

Trotzdem finde ich es schön, wenn man nicht alle Anglizismen übernimmt und auch über Entsprechungen in der eigenen Sprache nachdenkt und sie vielleicht auch benutzt.

Für den „Coffee to go“ lasen wir auf unserer Reise durch Russland die russischen Worte für „Kaffee mit dir“.

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Bei uns wäre das wohl der „Kaffee zum Mitnehmen“.

Es ist schön, sich in der eigenen Sprache auszudrücken. Müssen es der „Summer sale“, die „Kids“ oder der „Coffee to go“ sein? Dazu kann man bestimmt unterschiedlicher Auffassung sein. Wie seht ihr das?

Bitte bleibt neugierig.

Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!

Dieser Tag begrüßte uns mit ordentlichem Regen. Etwas später als geplant starteten wir auf dem Elberadweg.

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An der heutigen Strecke gab es keine Bismarcktürme, aber alte kursächsische Postmeilensäulen sind doch auch ganz schön. Nachdem wir schon kursächsische Postmeilensäulen in Lübbenau, in Delitzsch und in Baruth festgehalten haben, kamen uns heute die Exemplare von Mühlberg/Elbe …

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… und Belgern …

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… vor die Linse. Von Belgern haben wir noch 32 Stunden bis Magdeburg.

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Na, da wollen wir doch mal schauen, ob wir mit modernen Rädern auf modernen Straßen schneller sind als im 18. Jahrhundert.

Unser Tagesziel war Lutherstadt-Wittenberg. In diesem Jahr feiern wir 500 Jahre Reformation und das ist in Wittenberg an jeder Ecke spürbar.

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Luther vor der Stadtkirche
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Himmelskreuz im Luthergarten

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!“ Was für ein schöner Spruch, der Luther zugeschrieben wird.

Morgen geht es auf die letzte Etappe unserer Urlaubsradtour nach Magdeburg.

Bitte bleibt neugierig.

Zurück zur Etappe davor?  oder Weiter elbabwärts?

Och, menno!

In den letzten Beiträgen haben wir vom Traumradeln auf Lanzarote berichtet. Wir hatten eine tolle Woche auf den Kanaren. Es gab aber auch ein paar „Och, menno!  – Momente: Das sind Momente, in denen ich denke, das hätte ich besser machen können!

Och, menno! – Moment #1

Auf dem Hinflug nach Lanzarote war unser Flieger kaputt. Es fing harmlos an. Statt zu starten, fuhr die Maschine zurück in die Parkposition und der Kpitän sprach von ein paar Minuten Verzögerung. Später folgte die Erklärung „Wir haben ein Computerproblem.“, bevor eine weitere Sunde später über ein defektes Triebwerk informiert wurde. Schließlich verließen wir den Flieger und warten weitere Stunden im klimatisierten Gate auf eine Ersatzmaschine. Müde und aufgeregt habe ich mich während dieser Wartezeit nicht richtig warm angezogen. Irgendwann merkte ich, dass mir kalt wurde und ein ständiger Lufthauch ging. Da war es vermutlich schon passiert. Drei Tage später hatte ich Halsschmerzen mit dem sich anschließenden Schnupfen.

Och, menno, warum habe ich mich während der Wartezeit nicht vernünftig angezogen. Ich bin doch schon mehr als 42 Tage auf dieser Welt und kenne meinen Körper. Diese Erkältung hätte nicht sein müssen.

Och, menno! – Moment #2

Schläft man woanders, sind die Geräusche andere. Ist dann der Partner auch noch erkältet (Och, menno! Moment#1) und schnieft und hustet in der Nacht, wären Ohrstöpsel prima. Wir haben mal wieder die Ohrstöpsel in der Urlaubswaschtasche vergessen.

Och, menno, warum haben wir die Ohrstöpsel nicht eingepackt. Jetzt liegen sie zu Hause und helfen überhaupt nicht.

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Übrigens soll nach einer Erklärung „Och, menno“ durch Kinder in der französisch besetzten Zone entstanden sein. Sie schnappten die französischen Worte „mais non“ (aber nein) auf. Für Kinder klang dies  wie „menno“, ein Ausdruck des Protestes.

Bitte zieht euch bei umgeplanter Wartezeit richtig an. Vergesst die Ohrstöpsel nicht. Vielleicht hilft ja dieser Beitrag irgendwem einen „Och, menno!- Moment“ zu umschiffen.

Kennt ihr auch „Och, menno! – Momente“?

Bitte bleibt neugierig :-)!

Rettet die Handschrift-schreibt Postkarten!

In einem Buchladen in Erfurt sahen wir dieses Schild.

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Früher, vor gerade mal 16 Jahren ;-), haben wir auf unserer Fahrradtour durch Schleswig-Holstein und Dänemark neun Übernachtungen in Jugendherbergen jeweils nacheinander postalisch verabredet. Wir haben also Weihnachten im Jahr 2000 die erste Jugendherberge mit der Bitte um eine Übernachtung vom 30. Juni bis zum 1. Juli 2001 angeschrieben. Nachdem wir die positive Bestätigung erhalten haben, schrieben wir die nächste Jugendherberge an. So waren wir mehrere Wochen mit der Planung beschäftigt. Beispiel gefällig?


Heute gibt es Buchungsportale und ein derartiger Papierprozess ist schier undenkbar.

Auch der einfache Urlaubsgruß per Postkarte wird in Zeiten der e-Mail und des Instant Messaging immer seltener.

Auf unseren großen Touren gönnen wir uns und unseren Freunden „old fashion“  einen Gruß, eine echte handgeschriebene Postkarte.

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So eine Postkarte, die man dann Wochen später bei Freunden noch am Spiegel stecken oder auf dem Schrank stehen sieht, ist was Schönes. Aber auch hier gibt es eine moderne Variante. Man kann in einer Postkartenapp ein Wunschbild, seinen Postkartentext und die Adressen der Lieben hochladen. Der Dienstleister hinter dieser App druckt dann in Deutschland die individuellen Postkarte und versendet sie. So ist sie am nächsten Tag schon im Briefkasten. Habt ihr das schon mal gemacht?

So lange wir noch die Chance haben, werden wir Postkarten schreiben. Schreibt ihr noch Postkarten?

Vielleicht rettet ihr ja auch ein wenig die Handschrift. Bitte bleibt neugierig :-).

 

Früher war mehr Lametta!

Es ist Zeit für einen Beitrag mit einem Spruch von Vicco von Bülow, alias Loriot.

„Früher war mehr Lametta.“

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Ja, das ist so. Rational bewertet ist das Lametta an deutschen Weihnachtsbäumen weniger geworden.

Loriot hat Opa Hoppenstedt den Spruch „Früher war mehr Lametta“ 1976 in den Mund gelegt. Wer mag, kann sich den Spot ja mal „ergoogeln“. Der Spruch bezieht sich neben der rationalen Dimension auch auf eine emotionale und subjektive Wahrnehmung im Sinne von „Früher war alles besser.“

Wir können uns ja mal selber fragen. War früher mehr Lametta? Nein, früher war nicht mehr Lametta.

Wie seht ihr das? Was meint ihr?

Bitte bleibt neugierig :-).

Alles blüht – russische Worte 70 Jahre nach Kriegsende in Magdeburg

Es ist Mai und die Blüten explodieren geradezu. Die Menschen erfreuen sich daran. Es ist einfach nur toll.

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Vor exakt 70 Jahren hatten unsere Großeltern ganz sicher andere Sorgen. Die Nazidiktatur brach zusammen und unsere Großeltern wussten nicht, was ihnen nun widerfahren würde.  Über dieses Thema wird aktuell in den Medien berichtet. Ich komme aber vor allem darauf, weil wir vor kaum zwei Wochen in unserem schönen Magdeburg einen kyrillischen Schriftzug an einem Gebäude entdeckten. Das kommt nicht mehr so oft vor, nachdem der letzte russische Soldat 1994 deutschen Boden verlassen hat

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Am 18. April 1945 besetzten amerikanische Truppen den größeren, westelbischen Teil Magdeburgs. Im Osten der Stadt wurde bis zum 8. Mai Widerstand geleistet. Dann übernahm dort die sowjetische Armee das Kommando. Gemäß der Festlegungen und Einigungen aller alliierten Mächte, rückten am 1. Juli 1945 Einheiten der 3. Stoßarmee der roten Armee in Magdeburg West ein. Die US-Truppen bzw. britischen Truppen verließen die Stadt. Nun gehörte Magdeburg zur sowjetischen Besatzungszone (SBZ). Das Militär besetzte die vorhandenen Kasernen und richtete sich auf eine lange Besatzungszeit ein.

„Пункт техническово обслуживания“ bedeutet übrigens technischer Servicepunkt und damit war in diesem Fall eine Autowerkstatt gemeint. Heute verfällt das alte Kasernengelände.

Es kommen mir persönliche Erinnerungen wieder in den Sinn. 1986 besuchte ich das 197. Garde-Panzerregiment der roten Armee in seinen Kasernen in Halberstadt. Damals war das ein Besuch bei Freunden und natürlich auch bei Siegern. Was ich in diesen Kasernen gesehen habe, war unvorstellbar. Die Soldaten hatten keine einheitliche Uniformen. Die ganze Truppe war bunt durcheinander gekleidet. Bunt trifft es nicht wirklich. Oft waren es Lumpen. Es sah elendig aus.

Die körperliche Verfassung der Soldaten war allerdings alles andere als elendig. Die sowjetischen Soldaten, egal ob sie mongolische oder europäische Gesichtszüge hatten, waren top trainiert. Ich mochte mir nicht vorstellen, einen dieser Kämpfer in einem Schützengraben als Gegner zu haben.

Die Mannschaftsunterkünfte waren extrem spartanisch. Die Schlafräume waren riesig. Allerdings schliefen dort auch 20 bis 40 Mann in einem Raum. An der einen Seite war der Fußboden aufgestemmt. Es hingen Seile bis in die Etage darunter. An den Knoten der Seilen hingen die Uniformteile der Soldaten. So konnten sie schnell ein Teil nach dem anderen anziehen.

Einen Schrank oder Spind hatte ein einfacher Soldat nicht. Jeder Soldat hatte nur ein Bett und einen kleinen Nachttisch. Es hieß immer, dass jeder wehrpflichtige sowjetische Soldat nur einen persönlichen Gegenstand besitzen durfte. Ob das wirklich stimmte, kann ich nicht sagen. Die sowjetische Wehrpflicht bestand für 2 Jahre. Einen Anspruch auf Urlaub soll es übrigens nicht gegeben haben. Gehört habe ich, dass die Soldaten in Deutschland während ihrer zweijährigen Dienstzeit ein Mal nach Hause zu ihrer Familie durften. Falls es jemand, ganz genau weiß, wäre ein Kommentar toll.

Wenn ich mich jetzt im Mai zurück erinnere, freue ich mich riesig, dass diese Zeit vorbei ist und dass der Ginster blüht.

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Mögen wir uns immer mit Respekt begegnen und den Frieden wertschätzen. Ich wünsche euch Neugierde.

Sind wir nicht alle Schildbürger? (Teil 3)- oder Es gibt keine „Kinder“ mehr.

Heute geht es um unsere Sprache. Früher gab es nur Tabletts. Das waren so flache Bretter, auf denen man Geschirr transportieren konnte. Heute ist klar, dass diese Dinger, die auch flach sind, allerdings auf der einen Seite ständig andere Bilder zeigen, einen neuen Namen benötigen. Da bietet sich dann das Wort Tablet an. So haben wir sogar noch ein „t“ gespart.

Wundern tue ich mich allerdings über so manch andere Entwicklung. In der Innenstadt schreiben die Händler etwas von SALE. Sind sie inzwischen in ihrer eigenen Sprache sprachlos?

Das schöne Wort Kinder scheint sich auch keiner mehr leisten zu können. So gibt es offenbar nur noch Kids.

Kids

Was treibt die evangelische Stiftung, sich von „Kindern“ ab- und „Kids“ zuzuwenden?

Unsere Stadt folgt diesem Trend ebenfalls. Vor ein paar Jahren tauchte plötzlich der CITYRING auf.

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Die Bezeichnung Stadtring wäre doch auch schön und verständlich gewesen. Vielleicht hatte Halberstadt Glück, dass es nicht auch gleich in HALFTOWN oder vielleicht HALFCITY umbenannt wurde.

Natürlich muss sich Sprache verändern und immer wieder der Gegenwart anpassen. Aber, wir haben eine schöne Sprache und wir sollten uns ihrer bewusst sein. Nutzen wir sie mit Spaß und Verstand. Wie seht ihr das? Kennt ihr auch solche Beispiele?

Immer schön neugierig bleiben.