Die Sache mit der Reiseplanung

Wie planen und organisieren wir eigentlich unsere Sommerradtouren?

1. ein gemeinsames Ziel finden
2. Flüge buche
3. Feinplanung
4. technische Unterstützung

Die Reisezeit ist durch den Job von Frau Traumradlerin relativ definiert. Es muss der Monat Juli sein. Somit ist das Ziel die zu findende Variable.

Es war ein dunkler, nasskalter Januartag. Die Weihnachtsdeko war gerade wieder in ihre Kartons verschwunden, da schafften wir es, Konsenz über unser Jahresurlaubsziel 2019 herzustellen. Das ist manchmal gar nicht leicht.

Im letzten Jahr war es in Japan heiß, teilweise extrem heiß. So sollte es dieses Jahr etwas frischer sein. Sommer und „etwas frischer“, da kommen auf der Nordhalbkugel Skandinavien, die nördlichen Weiten Russlands, eine Reihe von Inseln und Nordamerika in Betracht.

Unabhängig voneinander haben wir beide Ziele in Kanada für gut befunden.

„Gucke mal, da hat jemand im „Gesichtsbuch“ Bilder vom Icefields Parkway gepostet. Sind die nicht super? Auf dieser Straße, die scheinbar unendlich ist, möchte ich auch mal radeln.“

„Und gucke mal, ich habe hier ein Video, da radelt jemand über die 18 Brücken des Kettle Valley Rail Trail.“ Nicht erschrecken, jetzt kommt mein unprofessionelles Handyvideo.

Damit war Kanada als Reiseziel klar. (1. erledigt)

Im zweiten Schritt buchten wir noch im Januar die Flüge. Calgary lag für unsere Ziele günstig. Die KLM war vom Preis her ok und erschien uns mit ihren Gepäckbestimmungen in der Lage, unsere Fahrräder zu transportieren. (2. erledigt)

Viele Abende, bestimmt einen Monat, brachte Frau Traumradlerin abends vor dem Schlafen damit zu, die zwei muss-Ziele (Icefields Parkway und Kettle Valley Rail Trail) mit einer Route gut zu verknüpfen. Dabei entstanden zwei A4- Blätter mit Orten, in denen wir Unterkünfte buchen können und die ungefähr 100 Kilometer auseinander liegen. (3. erledigt)

Wenn die Orte mit Unterkünften klar sind, geben wir unsere Wegpunkte in Google Maps ein und generieren uns eine Route. Die sieht dann so aus.

Herr Traumradler spielt dann diese Route auf unsere „Garmins“. Dazu haben wir hier schon mal einen Beitrag geschrieben: Wie kann ich eine Route von Google-Maps auf mein Navi oder in eine andere Software importieren?

Wir dürfen nicht vergessen eine OSM-Karte (open source map) von unserem Urlaubsland auf unser Garmin zu laden. OSM-Karten sind frei verfügbar und kostenlos. Hier in Kanada (großes Land) habe ich zwei Karten geladen (Alberta und British Columbia) (4. erledigt)

Wenn wir alles richtig gemacht haben, schalten wir nach dem Landen unsere Garmin ein. Auf dem Display sehen wir die Karte von Alberta. In dieser Karte beginnt eine hellblaue Linie am Airport von Calgary, unsere geplante Route. Wir können sofort losnavigieren. Das ist sehr komfortabel.

Das ist die Planung, aber natürlich ist das Leben vielfältiger. Wir weichen gerne von den geplanten Routen ab. Da sagt zum Beispiel ein Fährmann „Nehmt doch die Fähre in McLure. Sie ist kostenlos und auf der anderen Seite ist weniger Verkehr.“ Was machen wir dann? Wir nehmen die Fähre in McLure.

Oft ist das ein Umweg, der dann mit mehr Höhenmetern verbunden ist, aber dafür sind wir ja hier. Und irgendwann treffen wir auch wieder unsere in Magdeburg geplante hellblaue Linie wieder.

Mit der Fähre von McLure setzten wir am 9. Tag über den North Tompson River. Wir waren auf dem Weg von Clearwater nach Kamloops.

Bitte bleibt neugierig.

zu der Sache mit der Uhrzeit

zu der Sache mit den Bärenglöckchen

Statistik:
Tageskilometer Tag 9 und 10: 243
Tageshöhenmeter Tag 9 und 10: 1340
Gesamtkilometer: 937
Spenden: 93,70 Euro

Icefields Parkway #2

„Schatz, haben wir eigentlich Winterreifen drauf?“

„Nein.“

„Schatz, haben wir Schneeketten eingepackt?“

„Nein. Wieso fragst du denn im Sommer solche Sachen?“

„Ach, war nur so ein Gedanke.“

Wir schlafen in Saskatchewan River Crossing am Saskatchewan River. Auch hier ist wieder „Landschaft“.

Für eine Übernachtung gäbe auch keine andere Möglichkeit. Beim Frühstück bekamen wir dann noch einen tollen Tipp. An der zweiten Parkfläche hinter der Kurve, neben dem Berg ist ein nicht ausgeschilderter schöner Wasserfall.

Wir haben ihn gefunden. Danke, liebe Franziska für den Tipp.

Langsam und gemächlich klettern wir wieder auf über 2.000 Höhenmeter. Da kann man Gletscher gucken.

Auf der einen Seite wird der Gletscher Jahr für Jahr kleiner. Auf der anderen Seite fahren die Kanadier mit Bussen und LKW die Touristen auf dem Gletscher spazieren. Das ist schon verrückt. In diesem Moment verzichteten wir auf das Herumlaufen auf dem Gletscher und bewegten uns muskelgetrieben talwärts zu den Sunwapta Falls und nach Jasper.

Ob wir wohl Bären gesehen haben?

Bitte bleibt neugierig.

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Zur Orientierung haben wir hier ein Screenshot vom Handy. Unsere GPX-Tourdaten und eine interaktive Karte ergänzen wir nachträglich am heimischen PC. Vielleicht möchte ja jemand die Tour nachradeln 😉.

Statistik:
Tageskilometer Tag 5 und 6: 175
Tageshöhenmeter Tag 5 und 6: 1.900
Gesamtkilometer: 473
Spenden: 47,30 Euro

Icefields Parkway

Guten Morgen. Wir treten an diesem Sommertag auf unsere Veranda. Wir haben uns für „Beinlinge“ entschieden. Der Blick auf das Thermometer bestätigt unsere Entscheidung. So ist der Sommer.

Wir wollen Gletscher gucken. Unser Weg heißt Icefields Parkway. Der Icefields Parkway beginnt hinter Lake Louise und endet vor Jasper. Er ist 230 Kilometer lang. Der Parkway gilt als eine der schönsten Fernstraßen der Welt und führt durch die Berglandschaft der kanadischen Rocky Mountains.

Wir hoffen auf ein Foto mit toller Spiegelung vom Bow Lake.

In der Nähe des Bow Summit liegt der Peyto Lake. Dieser See ist extrem azurblau. Das müsste dann ungefähr so aussehen.

Das Wasser des Peyto Lake wird durch Schmelzwasser aus dem Gletscher gespeist. Die Wasserfärbung wird durch feine Gesteinspartikel verursacht, die das Schmelzwasser mitbringt.

Was für Aussichten! Dann lass uns losradeln! Traumradeln 🙂

Bitte bleibt neugierig.

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Statistik:
Tageskilometer Tag 4: 83
Tageshöhenmeter Tag 4: 850
Gesamtkilometer: 298
Spenden: 29,80 Euro

First Nations

In Calgary fielen uns zwei Denkmale auf. Beide erinnern an die First Nations, wir würden Indianer sagen. Zwischen den Wolkenkratzern werden die ehemals in Massen wildlebenden Büffel dargestellt.

Man schätzt, dass vor Ankunft der europäischen Siedler ca. 30 Millionen Bisons in Nordamerika lebten. Der Bestand ging bis zum Ende des 19. Jahrhunderts durch extreme Bejagung auf nur noch ca. 1.000 Tiere zurück.

Nicht weit davon steht vor einem Wolkenkratzer Sitting Eagle, Häuptling der Nakoda.

In Downtown einer modernen Millionenstadt ist für uns klar, die Indianer hatten gegen die Einwanderer nie eine Chance.

Calgary liegt am Bow River. Die Skyline ist beeindruckend.

Wir folgen dem Bow Riwer Pathway und radeln auf perfekter Infrastruktur nach Westen.

Ob wir bald die Rocky Mountains sehen?

Bitte bleibt neugierig.

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Drainspotting in Japan

Auf unser Radtour in Japan haben wir viele schöne Dinge fotografiert. Einige Fotos haben wir in unseren Japanberichten gezeigt. Überraschenderweise war kein Foto von einem japanischen Gullydeckel darunter. Das soll so nicht bleiben.

Wir sahen eine Japanische Feuerwehr. Starker Drill war deutlich zu erkennen. Einen passenden Gullydeckel sahen wir auch.

In Kyoto sahen wir Paläste und Tempel. Passende Gullydeckel sahen wir auch. Danke Tobias für das Foto.

In Yokohama sahen wir die Yokohama Bay Bridge. Einen passenden Gullydeckel sahen wir auch.

Ebenfalls in Yokohama sahen wir die Nippon Maru, eine Viermastbark. Einen passenden Gullydeckel sahen wir auch.

Durch ihre Farbigkeit sind einige Gullydeckel in Japan besonders schön.

Ach ja, beim Schreiben dieses Artikels wurden schöne Erinnerungen an die 2018-er Tour wieder lebendig. Mal schauen, was wir dieses Jahr noch erleben?

Bitte bleibt neugierig.

mehr Gullydeckel?

Ostern – „Oster“wieck – Bismarckturm suchen

Mein Schatz radelt hinter einem preußischen Rundmeilenstein und vor dem Brocken gen Harz. Das ist ziemlich perfekt.

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Unser Brocken, der Blocksberg ist der höchste Punkt im Hintergrund.

Heute war die alte Fachwerkstatt Osterwieck unser Ziel. Um genau zu sein, wir wollten heute mal wieder einem Bismarckturm einen Besuch abstatten.

Vorher schauten wir noch in Anderbeck. ob bei der LPG „Karl Marx“ im Objekt 2 alles in Ordnung ist.

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Bis auf ein wenig Rost, passt es. Als der Bismarckturm aus dem Blütenmeer vor uns auftauchte, war klar, die Radtour hat sich gelohnt.

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Dieser Bismarckturm steht nördlich von Osterwieck auf dem Kirchberg, am südlichen Fallsteinhang auf 170 Meter über NN.

Durch die Aussichtskuppel mit den vier halbrunden Öffnungen ist eine guter Blick auf das Harzpanorama mit Brocken, die Stadt Osterwieck und das nördliche Harzvorland möglich.

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Sehr cool :-).

Für die Rücktour wurden wir bequem und ließen uns von der Bahn nach Hause bringen. Was für ein schöner Osterfeiertag. Nun haben wir einen Bismarckturm mehr auf unserer Karte :-).

Wie weit ist der nächste Bismarckturm von eurer Homezone weg?

Bitte bleibt neugierig.

zu noch viel mehr Bismarcktürmen

Echo einer Fahrradtour

Wir entscheiden uns eine Reise zu unternehmen. Wir planen mit mehr oder weniger Aufwand. Die Reise kommt, wir gewinnen neue Eindrücke und Erfahrungen.

2018 beradelten wir Japan. Verrückte Idee.

Jetzt, ein halbes Jahr später, sind wir eingeladen, im Rahmen der Vortragsreihe „Hinter dem Horizont geht es weiter …“ einen Vortrag im Familienhaus zu halten. Der Vortrag ist für einen guten Zweck. Ich suche die Bilder.

Der Fotoapparat stellte sich nicht automatisch auf die japanische Zeit um. Außerdem hatte er eh ein falsches Datum. Manche Bilder sind mit Handy geknipst. Somit sind die Bilder weder nach Namen, noch nach Zeit richtig sortiert. Ich muss die Bilder erst einmal in die richtige Reihenfolge bringen, bevor ich auswähle, welche es in den Vortrag schaffen. Ermahnung an mich selbst: „Am Start der Reise Datum und Uhrzeit im Fotoapparat prüfen und ggf. korrigieren!“

Beim Bilder Sichten passiert etwas Tolles. Kleine Erlebnisse fallen mir wieder ein und manchmal entdecke ich auf den Bildern Dinge, die ich vor Ort gar nicht gesehen habe. Ich recherchiere zu Dingen auf den Fotos und erfahre dabei Neues.

Der Tag des Vortrags ist da. Mehr als 50 Gäste wollen mir zuhören.

Ich bin aufgeregt. Ich tauche noch einmal in unsere Tour ein. Ich habe Spaß. Die Gäste stellen immer wieder Fragen. Toll. Am Ende gibt es Beifall und einige Teilnehmer sprechen uns noch an. Einer bedankt sich und stellt sich als Mitglied der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt vor. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt.

Danke liebes Familienhaus für die Plattform und danke liebe Besucher für eure Neugierde. Ich bin sehr froh. Ich konnte noch einmal in die eigene Tour eintauchen und ich habe wieder sehr viel Neues erfahren. Ein wenig Mut gehört dazu.

Bitte bleibt neugierig und traut euch.