Fujisan

Nach vielen Radkilometern kamen wir tatsächlich einem weiteren Ziel unserer Reise näher, dem Fujisan. „Siehst du den Fuji, da oben über den Wolken?“

Für uns wurde es zu einer Herausforderung, in der Fujiregion ein Zimmer zu ergattern. Fujinomiya hieß unser Ziel und wir konnten ein Zimmer vom 13. zum 14. Juli buchen. Für den darauffolgende Nacht, ausgerechnet vom Samstag zum Sonntag, war es wie verhext. Nirgends gab es ein Zimmer für uns. Aber genau für diese Nacht war es besonders wichtig, denn die Erfüllung unseres 8. Wunsches „Wir wollen den Fujisan besteigen.“ hing davon ab.

Wir fuhren erstmal am Freitag, den 13. nach Fujinomiya, checkten ein und spazierten am Nachmittag auf Zimmersuche durch den Ort. Mit sehr wenig Erfolg. Auch in unserem Hotel war für die nächste Nacht nichts frei. Ohne eine weitere sichere Übernachtung können wir die Fujibesteigung vergessen. Wir kämen erst spät abends vom Berg, wären sehr, sehr geschafft und hätten keine Unterkunft.

Plötzlich gab es in einem Onlinehotelportal im Nachbarhotel ein freies Zimmer, bestimmt von jemandem, der storniert hat. Wir buchten es sofort. Es war inzwischen etwa 18.00 Uhr und wir mussten jetzt loslegen. Ohne richtiges Schuhwerk, Stöcke und Verpflegung würde das Unterfangen, einen 3.776 Meter hohen Berg zu erklimmem, nicht funktionieren. Das nächstgelegene Kaufhaus hatte alles, was wir brauchten und so waren wir um 21.00 Uhr mit vollständiger Ausrüstung und genügend Lebensmittelvorräten wieder im Zimmer angekommen.

Herr Traumradler baute die kleinen weißen Radtaschen zu praktischen Rucksäcken um und wir packten. Armlinge, Beinlinge, Windjacke, Regenjacke, ein langärmliger Pullover, für jeden 1,5 l Wasser, 1 l Cola, 1 l Milch, Hähnchenfleisch, kleine Würstchen, Brötchen und Bananen.

Die Räder waren sicher im Hotel untergebracht. Das Gepäck wird im Hotel ebenfalls netterweise aufbewahrt. Vorbereitung fertig. Puh, Nachtruhe.

Der Aufstieg zum Fujisan ist in 10 Stationen unterteilt. Die 10. ist der Gipfel in der Höhe 3776 m. Die meisten Wanderer beginnen ihren Aufstieg an einer 5. Station. Bis zu den 5. Stationen fahren Busse. Rund um den Fujisan verteilt gibt es vier solcher fünften Stationen, die jeweils zu einem Aufstiegsweg gehören. Unsere 5. Station gehört zum Fujinomiyatrail. Er beginnt in einer Höhe von 2400 m und ist etwa 5 km lang. Man muss also noch 1.376 m in die Höhe laufen. Hört sich nicht so schlimm an. Wer schon einmal auf den Brocken über das Eckerloch gestiegen ist, weiß, dass das auch etwa 5 km sind, aber auch nur 500 Höhenmeter. Der Aufstieg wird also recht steil sein.

Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker. Wie so oft, waren wir schon vor dem Wecker wach. Um 6:10 Uhr checken wir aus. Wer braucht schon ein gemütliches Hotelfrühstück an einem Samstag? Um 6:35 Uhr fährt der Bus zur 5. Station. Der Bus war voll mit Wanderern, die heute alle das gleiche Ziel hatten. Um 7:55 Uhr trafen wir an der 5. Station ein. Wir waren nicht allein. Das kann ja was werden.

Es war Samstag und es war erst der zweite Tag, an dem die Wandersaison für diesen Trail offen war. Erstaunlich war der Anteil der kleinen, etwa 10-jährigen Kinder, die gemeinsam mit der Familie unterwegs waren. In einer schier endlosen Kette gingen wir den Berg hinauf.

Es ging los. „Pole, Pole“ sagen die Afrikaner. Schön langsam wanderten wir über Kieswege und hohe Steine, fast alle mit der gleichen Geschwindigkeit. Es war immer eine große Freude und Erleichterung, wenn man die nächste Station erreicht hat. An den Stationen gab es Lebensmittel und Getränke zu kaufen, deren Preis sich jedoch etwa proportional zur Höhe entwickelte. Kostet der halbe Liter Wasser am Automaten sonst etwa 1,20 Euro, so waren es oben schon 5 Euro. Aber wir waren ja gut versorgt und machten dort nur kurze Pausen zum essen und trinken.

Für die Wanderer, die den Sonnenaufgang auf dem Gipfel erleben möchten, gibt es die Möglichkeit, in den Hütten der einzelnen Stationen zu übernachten und dann ganz früh am Morgen den Rest des Weges zu gehen. Inzwischen kamen uns diese Wanderer auf ihrem Rückweg entgegen. Alle waren stolz, den Aufstieg geschafft zu haben und grüßten freudig.

Wie lang der Weg noch war, konnte man auf Schildern an jeder Station nachlesen.

Beim Weitergehen entdeckten wir auf den Hüttendächern viele dutzend Schlafsäcke, die für die nächste Nacht erstmal getrocknet wurden.

Ab einer bestimmten Höhe wird die Luft spürbar dünner, man bleibt öfter stehen und atmet mehrmals tief durch. Einige Wanderer kaufen sich jetzt kleine Sauerstoffflaschen und atmen tief ein. Das soll der Höhenkrankheit entgegenwirken. Ich bin mir nicht sicher, ob diejenigen es bis zum Gipfel geschafft haben.

Nach 4 Stunden kamen wir am Fujisan Hongu Sengen Taisha Schrein kurz vor dem Gipfel an. Dort befindet sich während der Wandersaison auch ein Postamt und wir schrieben der Familie Karten.

Danach schauten wir kurz in den Krater hinab, hofften, dass der seit 1707 ruhige Vulkan dies heute auch bleiben würde und setzten unseren Weg zum höchsten Punkt fort.

Nach insgesamt 5 Stunden gab es endlich das Gipfelfoto.

Das Wetter war traumhaft. Bestimmt 15°C und Sonnenschein pur durften wir erleben. Die Armlinge, Beinlinge und Jacken haben wir zum Glück nicht gebraucht.

Den Abstieg bewältigten wir in 4 Stunden, setzten uns geschafft an die Bushaltestelle und fuhren zurück zum Hotel. Ach, da war ja noch was. Wir mussten unsere Sachen in das andere Hotel rüberbringen und dann, …., ja dann waren wir einfach nur noch glücklich. Von dem heftigen Muskelkater an den Tagen danach wussten wir noch nichts.

Es gibt einen Spruch bei den Japanern: “Wer einmal auf den Berg Fuji steigt ist weise. Wer ihn zweimal besteigt ist ein Narr.“ Ich glaube, ich bleibe weise.

Bitte bleibt neugierig.

<— einen Tag zurückeinen Tag weiter —>

die Burg vom Shogun bei Regen

Zuerst wollten wir keinen „Regenblog“ machen. „Jetzt schreiben die schon über’s Wetter.“ Vermutlich ist aber diese Art von Wetter doch typisch für Japan. Also haben wir uns umentschieden.

Dass es im Frühsommer in Japan zu monsunartigen Niederschlägen kommt, wussten wir. Was wir aber auf unserer Reise erlebten, überstieg das übliche Maß deutlich. Es fing an zu regnen.

Den ersten Tag radelten wir trotz Regen weiter. Nass waren wir ehe und warm war es trotzdem. Den zweiten Tag hatten wir zwei Fährpassagen und wir radelten relativ wenig.

Mit Shodoshima nahmen wir übrigens die zehnte japanische Insel unter die Räder. Auch auf den kurzen Strecken waren wir sofort nass.

Navigieren mit Geräten mit Touchdisplay war nicht mehr möglich. Unser Garmin oder auch unser Smartphone wurde in Sekunden von riesigen Tropfen getroffen, so dass wir mit unseren Fingern gar keine Chance mehr zur Bedienung hatten. Verrückt. So erreichten wir Himeji.

In Himeji gibt es eine gigantische Burg. Hier wurde „Shogun“ gedreht. Kennt das noch jemand?

Dann war unsere Toleranzgrenze erreicht. Wir legten einen Ruhetag ein. Den dritten Regentag faulenzten wir und erkundeten unbekannte und quietschbunte Einkaufspassagen.

Inzwischen hatte es komplette drei Tage unvorstellbar heftig geregnet. In einer japanischen Region wurden 263 Liter in drei Stunden gemessen. Sehr extrem.

Mehr als 100 Menschen sind in den Regionen, durch die wir gerade noch radelten wegen Erdrutschen und Überflutungen gestorben. Da beginnen wir schon, über das Thema Klima nachzudenken. Die aktuellen Regenfälle ordnen die Japaner als die schlimmste Naturkatastrophe seit dem Tsunami 2011 ein.

Die extremen Wetterlagen treffen Staaten wie Japan früher, härter und öfter. Tante Google meinte auch, dass das Radeln auf den umliegenden Straßen eher sinnfrei ist.

Wenn die Japaner eine Straße sperren, kann das auch lustig aussehen.

Wir sind froh, dass wir persönlich diese Wetterperiode gut überstanden haben. Nach dem Regen kommt wieder die Sonne. Unser nächstes Ziel ist Kyoto. Gab es da nicht das „Kyoto-Protokoll“ mit Klimaschutzzielen?

Bitte bleibt neugierig.

<— einen Tag zurückeinen Tag weiter —>

Hiroshima – Die Geschichte von Sadako

Es sind noch 20 Kilometer bis in das Zentrum von Hiroshima zu radeln und es sieht so aus.

In Japan gibt es große Städte.

Die Geschichte von Sadako beginnt am 7. Januar 1943. An diesem Tag wurde Sadako in Hiroshima geboren. Als Sadako zwei Jahre alt war, wurde die erste Atombombe, die jemals gegen Menschen eingesetzt wurde, über Hiroshima abgeworfen. Der größte Teil der Stadt wurde davon in wenigen Minuten völlig zerstört und niedergebrannt.

Sadako war ungefähr zweieinhalb Kilometer vom Mittelpunkt der Bombenexplosion entfernt. Fast alle Häuser in ihrer Nachbarschaft wurden zerstört und viele ihrer Nachbarn starben. Sadako war weder verbrannt noch war sie verletzt. Sie schien unversehrt.

1955 war Sadako im siebten Schuljahr. Sie war ein normales, fröhliches zwölfjähriges Mädchen. Zehn Jahre waren seit dem Abwurf der Atombombe vergangen, und sie dachte nicht mehr daran. Statt dessen dachte sie an Sport. Sie war eine der schnellsten Läuferinnen in ihrer Klasse und verbrachte ihre Freizeit mit Training und bei Wettkämpfen.

Eines Tages fühlte sie sich nach einem Staffellauf sehr müde und schwindelig. In den folgenden Wochen versuchte sie, das Gefühl zu vergessen. Eines Morgens, als sie vor Schulbeginn noch eine Runde um den Schulhof lief, überfiel sie wieder die Schwäche. Und diesmal war es so schlimm, dass sie hinfiel und liegen blieb. Nun bemerkten es alle. Man brachte sie ins Krankenhaus. Sadako hatte Leukämie.

Zu der Zeit erkrankten zahlreiche Kinder in Sadakos Alter an Leukämie, der „Atombomben-Krankheit“. Fast jeder, der Leukämie bekam, starb. Sadako wollte nicht sterben. Sie wollte weiter zur Schule gehen und an Wettrennen teilnehmen. Als sie verstand, dass sie nun im Krankenhaus bleiben musste, weinte sie.

Kurz danach bekam Sadako Besuch von ihrer besten Freundin, Chizuko. Chizuko brachte Origami-Papier mit und faltete einen Papierkranich. Sie erzählte Sadako eine Legende. Sie sagte, dass der Kranich tausend Jahre alt wird und dass ein kranker Mensch wieder gesund wird, wenn er tausend Kraniche faltet.

Sadako beschloss, tausend Kraniche zu falten. Oft fühlte sie sich schwach und müde, so dass sie nicht ständig daran arbeiten konnte. Manchmal fühlte sie sich im Krankenhaus einsam oder ängstlich. Dann faltete sie Kraniche, um die schlimmen Gefühle zu bekämpfen. Sie merkte, dass Kraniche falten ein guter Weg war, um sich Mut zu machen.

Sadakos Freunde und Verwandten besuchten sie im Krankenhaus, sprachen mit ihr und halfen, Kraniche zu falten. Sadako wollte, fest daran zu glauben, dass sie wieder gesund würde, wenn tausend Kraniche fertig wären. Und tatsächlich schien es ihr besser zu gehen, nachdem sie fünfhundert Kraniche gefaltet hatte. Sie konnte sogar für einige Zeit nach Hause, doch am Ende der Woche musste sie wieder ins Krankenhaus.

Nach einiger Zeit spürte sie, dass sie sterben würde. Trotzdem hörte sie nicht auf, Kraniche zu falten. Das half ihr tapfer zu bleiben und es gab ihren Freunden und ihrer Familie ein besseres Gefühl. Selbst wenn sie unter schrecklichen Schmerzen litt, versuchte sie fröhlich und zuversichtlich zu sein.

Sadako hatte ihre tausend Kraniche tatsächlich fertig gefaltet, aber es ging ihr nicht besser. Sie hätte niedergeschlagen und wütend sein können. Tausend Kraniche zu falten hatten überhaupt nicht geholfen. Anstatt zornig zu sein oder aufzugeben beschloss sie, noch mehr Kraniche zu falten. Sie begann mit den nächsten Tausend.

Am 25. Oktober 1955 starb Sadako. Sie schlief friedlich ein, umgeben von ihrer Familie.
Trotzdem endet diese Geschichte nicht mit Sadakos Tod. Die meisten der Kinder in Hiroshima hatten einen Freund oder einen Verwandten verloren, und viele lebten mit der Angst, sie könnten selbst eines Tages an Leukämie erkranken.

Alle wollten etwas für Sadako tun. So gründeten 39 ihrer Klassenkameraden einen Verein und begannen, Geld für ein Denkmal für Sadako zu sammeln. Sie schrieben Briefe und sprachen jeden an, um eine Spende von 20 Yen (etwa 20 Cent) zu erbitten.

Ungefähr zur gleichen Zeit fand ein Treffen von Schulleitern aus ganz Japan in Hiroshima statt. Obwohl sie keine Erlaubnis hatten, gingen die Kinder zu dem Treffen. Sie forderten die Schulleiter auf, zu helfen. Die Schulleiter kehrten an ihre Schulen zurück und baten auch dort um eine Spende für das Denkmal in Hiroshima.

Die Nachricht verbreitete sich schnell. Schüler aus 3100 Schulen aus Japan und neun anderen Ländern spendeten Geld. Am 5. Mai 1958, fast drei Jahre nach Sadakos Tod, hatten sie genug gesammelt, um das Denkmal zu bauen. Es heißt „Das Kinder-Friedens-Denkmal“. Das Denkmal befindet im Friedenspark mitten in Hiroshima, genau dort, wo die Atombombe niederging. Wir haben den Friedenspark und das Denkmal besucht.

Die Aktion wurde so bekannt und berühmt, dass man einen Film darüber drehte. Er heißt „Tausend Papierkraniche“. Etwa 60 Kinder aus Hiroshima und 20 Kinder aus Tokio spielten in dem Film mit. Nach den Dreharbeiten beschlossen sie, zusammen zu bleiben. Sie gründeten den „Klub der Papierkraniche“. Ihr Ziel ist es, Kinder zusammenzubringen, die über den Frieden nachdenken und für ihn arbeiten wollen.

Aus dem Klub weniger Kinder ist heute eine fast weltweite Aktion geworden. Kinder aus allen Erdteilen falten Kraniche, ziehen sie zu langen Ketten auf und senden sie als Zeichen ihres Friedenswillens nach Hiroshima. Dort werden die Kraniche von Mitgliedern des Klubs am Kinder-Friedens-Denkmal aufgehängt – zur Erinnerung an Sadako und als warnendes Zeichen für die Zukunft.

Aus zwei Bordkarten, die wir noch in unseren Packtaschen fanden, hatten wir schon gestern zwei Papierkraniche gefaltet. Wir lassen sie bei den vielen anderen Kranichen.

Die Papierkraniche mahnen uns, alles zu tun, einen Atomkrieg zu verhindern.

Auf dem Granitsockel des Kinder-Friedens-Denkmals sind folgende Worte eingraviert:

Dies ist unser Ruf
Dies ist unser Gebet
Frieden zu schaffen in dieser Welt.

Bitte haltet ab und zu inne und bleibt neugierig.

<– einen Tag zurück —- zum Shimanami Kaido –>

Pay the Ferryman

14:20 Uhr fährt die Fähre von Taketazu nach Tokuyama. Die nächste Fähre wäre erst 19:00 Uhr gegangen. Ihr könnt euch vorstellen, wie froh wir waren, als wir nach vielem hoch und ab auf der Küstenstraße kurz nach 14 Uhr das Fährterminal erblickten.

Schnell kauften wir die Tickets und zwei schöne gekühlte Flaschen japanischer Cola. Das haben wir uns verdient. Der erste Schluck, upps, das ist ja schwarzer Tee. Egal, er ist kalt.

Wir durften mit unseren Rädern als erste an Bord. Was wir so noch nicht erlebt hatten, war der Service. Gleich zwei Fährleute kümmerten sich um unsere Mobile.

Sie brachten die Bremsklötze in Position und vertäuten die wertvolle Fracht. Erst beim Verlassen der Fähre bemerkten wir, dass sie mit Lappen auch dafür gesorgt hatten, dass nichts zerkratzt.

Wie toll ist das denn? Dürfen wir so einen Service bitte auch in Deutschland haben?

Oben an Deck gab es gleich die nächste Überraschung. Die Hälfte der Fläche war eben. Kopfkissen lagen bereit. Die Japaner zogen sich die Schuhe aus und legten sich zum Schlafe nieder.

Dadurch, dass wir die frühe Fähre bekommen hatten, konnten wir uns ganz entspannt ein Hotel suchen, duschen und dann in den „Touristenmodus“ schalten.

Oh, schau mal ein Shinto-Schrein!

DSC04024 (800x533)

Um genau zu sein, das ist der Torii vor dem Schrein. Torii bedeutet soviel wie Tor. Japanisch kann so einfach sein :-).

Bitte bleibt neugierig.

<– zurück —- einen Tag weiter —>

Reisevorträge im Familienhaus Magdeburg

Als Unterstützung der Arbeit des Familienhauses in Magdeburg steuern wir am 1. Februar um 19:30 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr gerne einen Reisevortrag bei. Wir haben uns entschieden, Bilder von unserer Kubafahrradtour zu zeigen.

Wie kamen wir auf die Idee: „Wir haben im Februar zwei Wochen Urlaub. Frau Traumradlerin möchte dem Winterschmuddelwetter entfliehen und ins Warme. Wie wäre es mit Karibik? Wie wäre es mit der größten Insel der Karibik? Kuba? Als Kinder haben wir viel von einem Sozialismus unter Palmen im Vorhof der USA gehört. Was hältst du davon, das Land von Fidel Castro und Che Guevara zu besuchen? Ja, wir fahren Fahrrad auf Kuba!

Wir hören, dass Kuba einen eigenen morbiden Charme hat. Wir hören von schlechten Straßen. Es gibt Zweifler, ob man auf Kuba überhaupt individuell Fahrrad fahren kann. Wir wollen es wissen. Wir besuchen eines der letzten sozialistischen Länder auf der Welt, so lange dies noch möglich ist.“

Im Flyer der Familienhauses heißt es:

„Nach der Winterpause startet wieder die Serie der Reisevorträge „Hinterm Horizont geht’s weiter…“. Diesmal geht es nach Kuba. Susanne und Frank bereisten das sozialistische Land in der Karibik. Lassen sie sich mitnehmen auf eine spektakuläre Tour.
Karten gibt es im Familienhaus im Park im Vorverkauf für 3,-€ und an der Abendkasse für 5,-€. Für das leibliche Wohl sorgt das Team des Familienhaus-Café-Team.“

reisevortrag

Solche Vorträge halte ich sonst nicht. Ich bin schon ganz aufgeregt :-).

Bitte bleibt neugierig.

Bismarcktürme auf dem Weg von Prag nach Magdeburg #2

Wer nach Dresden kommt, der schaut sich die Frauenkirche,  die Semperoper oder die Brühlschen Terrassen an. Für uns sind heute zwei der drei Bismarcktürme von Dresden die architektonischen Hauptziele.

rps20170712_141819

Seht ihr, da hinten, am Rand der Neubaublocks, befindet sich unser erster Turm.

rps20170710_084925_874
Dresden-Räcknitz N 51° 01.335 E 13° 44.122

Es ist die Bismarcksäule in Dresden-Räcknitz, die in den Jahren 1904 bis 1906 auf der Franzenshöhe auf 187 m über NN errichtet wurde.

Nur ein paar Kilometer weiter findet man den Bismarckturm in Dresden-Plauen. Dieser Bismarckturm wurde 1954 in Johann-Gottlieb-Fichte-Turm umbenannt. Er ist und bleibt aber ein schöner Aussichtsturm.

rps20170710_085912
Dresden-Plauen N 51° 01.348 E 13° 42.730

Nach diesen zwei Türmen trafen wir uns mit unserer Tochter und landeten schließlich viel erzählend beim Italiener. Dann radelten wir wieder ins Elbtal und entdeckten diesen Fotorahmen.

DSC03245 (1024x683).jpg

Entlang der Elbe haben wir ja schon mehrere Fotorahmen fotografiert: hier in Sandfurth und hier am Mittellandkanal.

Über Meißen …

DSC03247 (1024x683)

… radelten wir bis zum späten Nachmittag bis nach …

DSC03251 (1024x683)

… Diesbar-Seußlitz und übernachteten bei einem Winzer, der auch eine Pension direkt an der Elbe betreibt. Traumhaft.

Bitte bleibt neugierig.

Zurück zur Etappe davor? – oder – Morgen geht es in die Lutherstadt-Wittenberg.

Auf nach Osten! 

Wir haben einen Flug nach Moskau gebucht. Die Fahrräder sollen mit. Also habe ich sie fein verpackt. Das zweite Rad sogar erst im Regionalexpress. Warum? Am Reisetag brachte ich Frau Traumradlerin, einen Karton mit dem Rad von Frau Traumradlerin und einen leerer Karton per Auto zum Bahnhof. Dann fuhr ich schnell nach Hause und mit meinem Rad zum Bahnhof. Ich war pünktlich, der Zug fuhr ein. Im Regionalexpress demontierte ich mein Rad und ließ es auch im leeren Karton verschwinden. Nach einem Umstieg erreichten wir Berlin-Schönefeld.

rps20170625_181956_495

Das Aufgeben der Räder verlief problemlos. Sieht man mal davon ab, dass wir beinahe eine Flughafenevakuierung ausgelöst hätten. Am Checkin hieß es, wir müssten erst am Aeroflot-Schalter auf der anderen Hallenseite das Sportgepäck bezahlen, 50 Euro je Fahrrad.

Erst wenn wir bezahlt hätten, würden wir wieder am Checkin die Bordkarten erhalten. Die Bordkarten wiederum sind Voraussetzung für die Aufgabe der zwei Kartons am Sperrgutschalter, der auch auf der anderen Hallenseite war.

Während des ganzen Hin- und Hergelaufe ließen wir unsere roten Radtaschen kurze Zeit alleine. Nette Herren mit Maschinenpistolen erschienen und die Checkinhalle stand kurz vor der Evakuierung. Zum Glück waren wir dann da. Kurze Zeit später landeten wir weiter im Osten.

rps20170625_182040

Bei der Einreise erhielten wir wieder das Einreiseformular.

rps20170625_182141_507

Teil A verblieb beim Beamten und Teil B wandert in unseren Reisepass. Wir dürfen „B“ nicht verlieren, denn wir müssen „B“ bei der Ausreise wieder vorlegen.

Unser erstes Hotel war in Flughafennähe, so dass wir die Räder mit auf die Zimmer nahmen und dort in Ruhe zusammen bauten. Am nächsten Morgen schenkten wir der Rezeptionistin zwei leere Kartons.

Es regnete, wir stiegen auf unsere Räder und radelten los.

Bitte bleibt neugierig.

Magdeburg 11° Ost! Moskau 37° Ost! Weiter nach Osten, dann klick hier!