Le Fleischwurst bei Ingenheim am Marne-Rhein-Kanal in Frankreich ist ein origineller Rastplatz für Radfahrer und Wanderer. Er besteht aus einer Schutzhütte und einem ausrangierten Kahn.
Es lebe der Mix aus Französisch und Deutsch – Vive „Le Fleischwurst“.
Der 310 Kilometer lange Canal de la Marne au Rhin gehört zu den beeindruckendsten Wasserstraßen Frankreichs.
Auf unserer Radtour von Vitry-le-François bis Straßburg begleiteten wir den Kanal durch abwechslungsreiche Flusstäler, Wälder und die Vogesen.
Technisch ist der Kanal eine außergewöhnliche Ingenieurleistung des 19. Jahrhunderts. Auf den 310 Kilometern gibt es mehr als 150 Schleusen. Diese 150 Schleusen heben die Schiffe von der Marne (ca. 100 Höhenmeter) auf den Kanalscheitel in den Vogesen auf 270 Höhenmeter. Dann geht es wieder auf 130 Rheinhöhenmeter abwärts. Als Radfahrer merkt man davon nichts, da dies ja nur ungefähr einen Höhenmeter je Kilometer entspricht.
Ein besonderer Höhepunkt ist die große Schleuse von Réchicourt (Écluse de Réchicourt). Sie hat eine riesige Fallhöhe von über 15 Metern und ersetzt sechs alte Schleusen und verkürzte die Durchfahrtzeit von sechs Stunden auf nur etwa 30 Minuten.
Der Tunnel von Arzviller, der den Kanal auf einer Länge von über 2,3 Kilometern durch den Berg führt ist auch klasse.
Zu den kulturellen Höhepunkten der Reise zählt Straßburg mit seiner historischen Altstadt Grande Île. Das ist ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe.
Nach den ruhigen Tagen entlang des Kanals bildet die Ankunft in Straßburg mit ihrem weltberühmten Münster den krönenden Abschluss unserer Fahrradtour von Belgien nach Frankreich.
Wann fahrt ihr in die Ardennen, nach Lothringen oder ins Elsaß?
Von Liège in Belgien bis zur Grenze nach Frankreich bei Givet radelten wir neben der Maas auf perfekten Radwegen.
In Frankreich hieß der Radweg jetzt Voie Verte und er war ebenfalls perfekt.
UNESCO-Weltkulturerbe steht neben der Natur und dem Radeln immer auf unserer Liste. Die Kathedrale Notre-Dame, das Palais du Tau und die ehemalige Abtei Saint-Remi ließen wir uns nicht entgehen.
Die Champagnerkultur gehört ebenfalls zum Weltkulurerbe. Wir wussten vor Antritt unserer Tour gar nicht, dass wir in der Champagne sein würden. So ließen wir uns in der Champagne Champagner für 10 Euro je Glas schmecken. Am Vorabend des 14. Juli gab es überall französische Flaggen, Feste und ein riesiges Feuerwerk. Sehr schön.
Entlang der Marne und des Marne-Rhein-Kanals radelten wir nach Nancy. Auch dort gibt es UNESCO- Weltkulturerbe.
Es gibt Sehnsuchtsorte. Für uns gehört Andorra dazu.
Am 15. Juli 1997 gewinnt Jan Ulrich die Königsetappe der damaligen Tour de France von Luchon nach Arcalis in Andorra.
Das Fürstentum Andorra hoch oben in den Pyrenäen, von Frankreich und Spanien umschlossen, ist mit einer Fläche von 468 Quadratkilometern der größte der sechs europäischen Zwergstaaten.
Als wir im nassen, kalten und regnerischen März 2018 Andorra mit dem Auto besuchten, fanden wir in Andorra la Vella wenig Sehenswertes. Gesichtslose Hotelbauten prägten das Stadtbild.
Einzig die surreale, am Flussufer stehende Bronzeskulptur von Salvador Dalí mit einer dahinschmelzenden Uhr und Engeln hat es uns angetan.