Trainspotting beim Cross – Radeln im Harz

Eher selten verstauen wir unsere Räder im Auto. Am letzten Wochenende war es aber mal wieder so weit. Ich demontierte die Laufräder. Die Räder kamen ins Auto und es ging nach Blankenburg in den Harz. Die umgebenden Hügel waren unser Ziel.

Die Wege waren richtig herbstlich.

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Auf der Otto-Ebert-Brücke, einer Brücke über die Gleise der Rübelandbahn, standen ungefähr 10 Männer wie angewurzelt. Eine Frau war auch dabei. Sie lief aber nur hin und her. Die Männer standen hinter mächtigen Stativen mit noch mächtigeren Fotoapparaten. Das sind bestimmt Trainspotter dachte ich. Sie warten auf eine alte Dampflok.

Ich: „Was machen Sie denn hier?“
erster Trainspotter in der Reihe:“Wir warten.“
Ich: „Warten Sie auf einen Zug?“ (Ich war neugierig.)
erster Trainspotter in der Reihe: „Ja“
Ich: „Kommt ein Zug mit Dampflok?
erster Trainspotter in der Reihe: „Ja“
Ich: „Wissen Sie wann?“
erster Trainspotter in der Reihe: „Nein, wir stehen hier schon mehr als zwei Stunden.“

Wenn man schon mehr als zwei Stunden auf der (Achtung Wortspiel) zugigen Brücke steht, findet man vielleicht neugierig fragende Radler nicht so lustig.

Wir holten uns noch einen Stempel für die Harzer Wandernadel. Da hörte ich ein entferntes Dampflokpfeifen.

Schnell stellte ich mich in die Reihe der Trainspotter und holte meine kleine Sony-Kompaktkamera aus der Trikottasche. Beim Einschalten gab sie ein kurzes „Piep“ von sich. Sofort wurde ich unfreundlich gebeten, mich woanders hin zu stellen. Ich lächelte höflich und verhielt mich ganz ruhig. Da kam doch tatsächlich eine Dampflok heran geschnauft. Wie immer gibt es mit Klick ein größeres Bild.

Wir sahen einen dampfbespannter Güterzug auf der Steilstrecke der Rübelandbahn. Gezogen wurde er von der „Bergkönigin“, der Dampflok 95 027. Großartig.

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Die Dampflok ist fast 100 Jahre alt. Kaum war der Zug vorbei, packten die Trainspotter ihr Equipment ein, räumten die Brücke und liefen zügig zu ihren Autos.

Ich: „Geht es zur nächsten Station?“
Trainspotter: „Ja..“
Ich „Viel Glück dabei.“
Trainspotter: „Danke“.

Ich finde es klasse, wenn Menschen mit Begeisterung ihrem Hobby nachgehen. Für uns ging es „cross“ durch den Wald zurück nach Blankenburg. Was für ein schöner Tag?

Bitte bleibt neugierig.

Geh ich nach Osten oder Westen – ein Besuch des Nullmeridians in Greenwich

Bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts hatten viele Städte ihre eigene Ortszeit, die jeweils vom Stand der Sonne abhängig war. Nationale oder internationale Konventionen, die den Beginn bzw. das Ende eines Tages oder auch dessen Länge festlegten, gab es noch nicht.

Erst durch den Eisenbahnbau und die damit geschaffene Möglichkeit, weiter zu reisen, wurde der Ruf nach einer einheitlichen Zeit laut. So wurde im Jahr 1847 die Greenwich mean time (GMT) in Großbritannien offizielle „railway-time“. Im Jahr 1880 war die GMT dann offizielle Standardzeit in ganz Großbritannien und 1884 wurde der Greenwich Meridian der Welt auf der Meridian Konferenz als Nullmeridian empfohlen.

In Greenwich kann man heute einen Messingstreifen entlang dieses Nullmeridians besuchen. Aus dem kleinen viereckigen Loch im Dachgiebel kann man seit dem 16.12.1999 ein starker grüner Laserstrahl sehen, der in der Nacht nach Norden durch London leuchtet. Die Sherpherd Gate Clock war die erste Uhr, die der Öffentlichkeit die Greenwich mean Time (GMT) anzeigte. Interessanterweise besitzt sie eine 24-Stunden-Anzeige. 

Diese Uhr war gekoppelt mit der Zeitkugel. Das ist ein Signalball, der an erhöhter Stelle angebracht ist und um 13.00 Uhr fallen gelassen worden ist. Mit diesem optischen Signal war es dem Seeleuten auf der Themse möglich, ihre Schiffschronometer auf Genauigkeit zu überprüfen.

Ein Besuch ist sehr empfehlenswert und da man einen audioguide nutzen kann, sollte man insgesamt etwa 1,5 Stunden einplanen.

Seid ihr auch schon mal auf dem Nullmeridian unterwegs gewesen?

Jede Zeit ist spannend. Bitte bleibt neugierig.

mit der 44er von Magdeburg nach Erfurt

Am 4. Dezember sind wir mit einer 44er von Magdeburg zum Weihnachtsmarkt nach Erfurt gefahren. Super!

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Insgesamt wurden zwischen 1926 und 1949 knapp 2.000 44er produziert. Davon sind heute nur noch drei Lokomotiven fahrbereit. Eine seht ihr hier.

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3. Dezember 2016 gegen 7 Uhr
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Des Heizers Arbeit.

Dass dieser schöne Zug noch fährt, verdanken wir den Staßfurter Eisenbahnfreunden. Tolle Arbeit!

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modern first
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gute alte Mitropa
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Dampfheizung und Strahlpumpe

Bitte bleibt neugierig :-).

Vom Stillstand und einer Betonmodelleisenbahn

Wenn wir mit dem Rad durch die Lande fahren, sehen wir oft Züge. Ich freue mich dann. Es sieht einfach klasse aus, wenn ein Zug vermeintlich lautlos durch Wiesen und Felder gleitet, um dann irgendwann hinter dem Horizont zu verschwinden. Oft verpasst man den Moment für das gute Foto. Erst an einem Bahnübergang hatte ich Zeit auf den Auslöser zu drücken.

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Wir erleben zum wiederholten Mal eine Tarifauseinandersetzung zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL. Streik. Da die Öffentlichkeit in den gescheiterten Verhandlungsrunden nicht mit am Tisch saß, besitzt sie nur Informationen aus zweiter Hand. Eine objektive Meinungsbildung ist somit kaum möglich.

Ich lese gerade, wie sich unser Bundeswirtschaftsminister, Herr Gabriel und unser Bundesverkehrsminister, Herr Dobrindt in der Bildzeitung zum Bahnstreik der GDL äußern. Beide vertreten den Besitzer der Bahn, also mittelbar die Streikpartei der Arbeitgeber. Weiterhin haben beide Minister jeweils einen Staatssekretär in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn entsendet. Somit kontrollieren die Staatssekretäre von Herrn Gabriel und Herrn Dobrindt den Vorstand der Deutschen Bahn. Das ist ok. Für mich ist es aber schon interessant, in welcher Rolle sich die beiden Minister befinden und äußern. Wie geschrieben, eine objektive Meinungsbildung ist kaum möglich.

Wie werden die Streikparteien den Konflikt lösen? (Hoffentlich schnell!) Wie werden die SPD-Minister das Streikrecht ändern?

Man kann sich natürlich auch an Miniturbahnen erfreuen. Die fahren auch nicht.

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Die Modell-Lokomotiven sind aus Beton (!). Sie stehen in der Ausstellung in Gerbstedt. Sie wurden ohne Formen einzeln hergestellt. Eine Besichtigung lohnt auf jeden Fall. Einfach toll.

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