Bismarcktürme auf dem Weg von Prag nach Magdeburg

Nach unserem Rückflug von Kasan, Abflug 3:35 Uhr nach Prag, Ankunft 6:25 Uhr, reisten wir problemlos in die EU ein. Die Räder haben die Reise in ihrem Foliencocon auch gut überstanden. Ich habe sie noch vor dem Zoll gleich neben dem Gepäckband montiert. Dann radelten wir nach …

Melnik ist eine sehr hübsche Stadt. Hier fließen Moldau und Elbe zusammen.

Abends machen wir die Planung für den nächsten Tag und mir kam die Idee nach Bismarcktürmen in der Gegend zu schauen.  „Gucke mal in Berggießhübel gibt es einen Bismarckturm. So nah kommen wir dem Turm bestimmt nicht noch mal. Lass uns doch morgen nach Berggießhübel radeln.“ Frau Traumradlerin stimmte zu und wir schliefen ein.

Am nächsten Tag ging es elbabwärts bis Usti nad Labem.

Burg Schreckenstein bei Ust

Dann wurde es mühsam. Es ging bei brütender Hitze über den Kamm des Erzgebirges hoch bis auf 700 hm.

Frau Traumradlerin schimpfte: „Nie wieder werde ich eine Etappe radeln, ohne vorher das Höhenprofil gesehen zu haben. Andere radeln schön gemütlich im Elbtal und ich muss hier über die höchsten Hügel.“

Irgendwann standen wir in einem dieser Grenzshops. Wir kauften für unter zwei Euro zwei Liter Milch, während vor und hinter uns die Einkaufswagenladungen mehrere Hundert Euro wert waren. Das hätten wir mit unseren Packtaschen gar nicht weg bekommen.

Wir übernachteten im Hotel Augustusberg zwei Kilometer vom Bismarckturm entfernt. Erst am nächsten Tag schauten wir uns den Turm an.

rps20170710_084608_400
Berggießhübel N 50° 51.853 E 13° 57.136

rps20170710_084820_518

Und morgen werden wir in Dresden gleich noch zwei Bismarcktürme besichtigen.

Wart ihr schon mal in Berggießhübel. Schöne Gegend 😎.

Bitte bleibt neugierig.

noch mal zurück nach Russland oder weiter auf dem Elberadweg

Wladimir in Wladimir

Wir sind in Wladimir ca. 200 Kilometer östlich von Moskau. Als eine der führenden Städte der Rus, noch vor Moskau, erlebte Wladimir im 12. und 13. Jahrhundert seine Blütezeit. Die Rus ist der Vorläufer der heutigen Staaten Russland, Ukraine und Weißrussland.

Ursprünglich lag das Zentrum der Rus in Kiew. Doch dort fielen die Mongolen ein, so dass eine große Migrationbewegung nach Norden einsetzte und sich somit das Zentrum nach Wladimir verlagerte.

Wladimir ist bekannt für die „Weißen Monumente von Wladimir und Susdal“, ein UNESCO-Weltkulturerbe. So radelten wir auf das „Golden Gate“ (erbaut 1158 bis 1160). Ein ganz schön „altes Möbel“.

rps20170627_201605

Solche „Goldenen Tore“ gab es außer in Wladimir nur noch in den heiligsten orthodoxen Städten, wie Jerusalem, Constantinopel und Kiew.

Zum Weltkulturerbe gehört auch die Mariä-Entschlafens-Kathedra von Wladimir. Einfach beeindruckend, was hier vor knapp 900 Jahren gebaut wurde.

rps20170627_201748_713

Auch die Demetrius-Kirche ist einen Blick wert. Da entdeckt man im kristlichen Kreuz einen Halbmond.

DSC02900 (663x1024)

Damit der Beitragstitel einen Sinn ergibt, haben wir noch ein Foto von Wladimir Iljitsch Lenin, den es in Wladimir natürlich auch gibt.

rps20170628_220830_994

Wir verlassen Wladimir auf der M7 in Richtung Osten. Wir wollen nach Nischni Novgorod. Wir waren noch nie in dieser Millionenstadt an der Wolga, die lange Zeit für Besucher gesperrt war. Darauf freuen wir uns schon.

Bitte bleibt neugierig.

zurück nach Noginsk 38° Ost! – Wladimir 40° Ost! – Weiter nach Osten, dann klick hier!

Etappe 2: Noginsk – Wladimir 125 Kilometer

Vorbereitung einer Radreise

Zur Vorbereitung einer längeren Radreise gehört auch ein Blick auf das Werkzeug und die Ersatzteile. Das ist umso sinnvoller, je weniger Fahrradinfrastruktur im Zielgebiet vermutet wird. In Kuba haben wir beispielsweise nicht erwartet, dass man in der nächsten Stadt Ersatz für eine gerissene Shimano-11-Gang-Fahrradkette erhält.

Ich habe letztes Jahr Werkzeuge und Ersatzteile fotografiert, die wir auf unserer Osttour mitgeführt haben.

Werkzeug

a) zwei Ersatzschläuche je Radler (da wir zu zweit sind, haben wir vier Schläuche)
b) ein paar Mantelheber je Radler
c) ein Multitool je Radler
d) ein leichtes Kabelschloss je Radler, verhindert das einfache Wegnehmen des Fahrrades
e) Flickzeug
f) Ersatzkettenglieder
g) Kettennieten
h) Adapter für Sclaverandventil (wenn man an einer Autotankstelle Luft holt)
i) sehr kleiner Inbusschlüssel (nicht am Multitool)
j) Gummistück (MacGyver-man weiß ja nie)
k) ein Teil von unseren Klick-Mountenbikeschuhen
l) Ersatzschrauben und Muttern
m) Kettenöl mit einem Stück Mantel umwickelt (MacGyver-man weiß ja nie)
n) Montagepaste
o) Maulschlüssel Größe 10/11
p) Erstazspeichen und Nippel
r) Kabelbinder (MacGyver- man weiß ja nie)

Bis auf die Speichen findet alles Platz in zwei kleinen Werkzeugsatteltaschen. Diese hängen bei uns Zweien unter den Sätteln.

Wir bereiten gerade unsere nächste Radreise vor und suchen die Ersatzteile und Werkzeuge zusammen. Wäre schön, wenn wir nichts davon brauchen würden.

Bitte bleibt neugierig.

Fliegen mit Fahrrad

Hey, der Sommer ist gar nicht mehr fern. Wir sind in der Urlaubsplanung. Es soll wieder eine Tour mit dem Rad werden. Etwas weiter weg? Ja.

wpid-p1040456.jpg

Wie bekommen wir die Räder an den Startpunkt? Na, mit dem Flieger.

Leider handhaben die Airlines die Fahrradmitnahme unterschiedlich. Außerdem gibt es auch Unterschiede zwischen den offiziellen Bedingungen (Fahrradmitnahme nur im Karton) und dem praktischen Vollzug (Fahrradmitnahme geht auch ohne Karton). Hier sind Erfahrungsberichte hilfreich.

Ich habe gerade mal ein wenig im Internet recherchiert und stellte fest, ich habe nur wenige aktuelle Berichte gefunden. Das ist Anlass genug für diesen Beitrag. Seit 2014 sind wir drei Mal mit unseren Fahrrädern geflogen und haben auch darüber berichtet:

Alta (Norwegen)- Berlin mit SAS und Lufthansa

Berlin- Havanna und zurück mit AirFrance

Vilnius- Berlin mit AirBaltic

Fazit: Ja, die Fahrradmitnahme hat immer geklappt, aber es hat uns auch jedes Mal richtig Nerven gekostet.

Falls ihr Fragen zu diesem Thema oder auch eigene Erfahrungen habt, freuen wir uns über einen Kommentar, Link oder eine Mail. Vielleicht helfen die Erfahrungsberichte ja dem einen oder anderen bei seiner Urlaubsplanung.

Bitte bleibt neugierig.

Alte Hauptstadt und unsere unvollendete Osttour

Heute verließen wir das doch sehr große Polen. Die Einreise nach Litauen gestaltete sich problemlos.

rps20160705_202122.jpg

Wir spürten deutlich, dass wir in einem anderen Land sind. So waren plötzlich die Häuser nur noch selten aus Stein, sondern aus Holz …

DSC01617 (1280x960)

… und die Ortschaften wirkten weniger lebendig.

rps20160705_201817_928.jpg

Unser Tagesziel war die alte Hauptstadt Trakai. Die Stadt hat ganz viel Festung. Die brauchte man, um sich gegen uns Teutonen zu wehren. Trakai liegt unheimlich malerisch an einem See und die Festungen liegen am See und auf einer Insel im See.

rps20160705_201631_818.jpg

Gestern haben wir die Nachricht erhalten, dass Susannes Papa verstorben ist. Ein Leben hat sich vollendet. So muss unsere Osttour unvollendet bleiben.

Wir haben für morgen den nächsten möglichen Direktflug mit Fahrradmitnahme von Vilnius nach Berlin gebucht. Gleichzeitig hatten wir Kontakt mit Lidia, einer Lehrerin aus der Schule des Heiligen Georg, der Schule für schwer geistig behinderte Menschen in Moskau. Diese Schule soll auch von unserem Spendenprojekt profitieren. Unser Besuch in der Schule sollte ein Höhepunkt unserer Tour sein.

Viele Kilometer nach Osten werden nun nicht mehr geradelt und viele Erfahrungen, auf die wir uns gefreut haben, werden nicht gemacht.

Aber, wir hatten 11 tolle und sehr intensive Tage und wir wollen ein ganz klein wenig von unserem Glück durch unsere eigene Spende, aber auch durch die Osttour-Spendenaktion weitergeben.

Auch wenn die 156 Cent je Kilometer noch nicht erreicht wurden, werden wir unseren eigenen Beitrag verdoppeln und jeweils zur Hälfte nach Russland und Deutschland gehen lassen. Über das Ergebnis der gesamten Spendenaktion werden wir hier natürlich berichten.

Herzlichen Dank an euch Spender und danke auch euch Lesern unseres Blogs.

Statistik:
Tageskilometer: 134 – Zum Flughafen nach Vilnius kommen morgen noch gute 30 km hinzu. Gesamtkilometer: 1.200
Tageshöhenmeter: 766, Gesamthöhenmeter: 5.558
Standort N 54°38.324 O 24° 55.958
Spendenstand: 147 Cent (neuer Spender: Sven Uschmann – danke)
mehr zu unserem Spendenaufruf

zum Tag 12 – weiter nach Osten

Ein Traum an einem Regentag

Es ist Sonntag und es regnet. Es ist ziemlich kühl. Das Knie tut weh. An so einem Tag ist nicht gut Radeln. Übrigens ist mir aufgefallen, dass ich kaum Bilder von schlechtem Wetter habe. Auf einem sieht man doch ein paar Regentropfen.

P1030798

Wie oft fotografiert ihr schlechtes Wetter?

Es gibt natürlich auch Lichtblicke.

DSC_0007 (2)

Was bleibt ist zu träumen. Schließlich heißt der Blog ja Traumradeln. Man kann ja vom Sommer und von tollen Radtouren träumen. Ein Traum wäre eine Radtour einmal quer durch Großbritannien, vom äußersten Südwesten in Land’s End bis zum nordöstlichsten Punkt Schottlands, nach John O’Groats, sozusagen END TO END.

?????????

Von was für Radtouren träumt ihr?

Epilog zu unserer „Vuelta a Cuba“

Wir sind wieder zu Hause. In Kuba hatten wir in 13 Tagen 2,5 Stunden Internet. Zu Hause ist Internet kein Thema und wir können eine Karte unserer Vuelta posten. Kuba ist ein sehr großes Land. Alleine von Havanna bis Santiago de Cuba sind es mehr als 1.300 Kilometer. Mit unserer Vuelta haben wir die Mitte dieses schönen Karibikstaates ein ganz klein wenig kennen gelernt.

Kubakarte2

Wir sind 875 Kilometer durch Kuba geradelt. Unsere 25 mm Rennradbereifung war völlig ausreichend. Das heißt, die Straßen auf Kuba waren sehr gut.

Das Land war für uns sehr befremdlich. Kuba ist extrem arm. Im absoluten Zentrum von Havanna, gegenüber vom Kapitol …

P1040399

… haben wir dieses „Baumhaus“ aufgenommen.

P1040397

Ach ja, im Spiel Monkey Island sieht man ja öfter Hühner. Dies ist auch auf Kuba der Fall. Ständig sieht man Hühner und was gibt es überall und immer zu essen? Richtig, Pollo, also Huhn. Ich sage es ja, verrückte Insel.

Wir haben viele Menschen ohne Neugier und mit leerem Blick gesehen. Wir haben aber auch Menschen getroffen, die mit großer Überzeugung daran glauben, dass jetzt ein neuer besserer Sozialismus geschaffen wird. Eines ist aber auch sicher, wenn die Kubaner Musik haben, dann stimmen alle Klischees. Sie tanzen und singen und das verdammt gut.

P1040545

Abschließen möchte ich mit der Bestätigung eines weiteren Klischees. Ja, die Kubaner lieben ihre Zigarren.

P1040386