Ein anhaltischer Rundsockelstein

Letztes Wochenende trafen wir uns mit Freunden im Kyffhäuserkreis

rps20180829_120622.jpg
Kyffhäuserkreis

… zum Matrix-Geocachen. Dabei radelten wir auch mehrfach in den Unstrut-Hainich-Kreis. Dieser Kreis hat offensichtlich keine Kreisgrenzschider. Auch wir hielten vergeblich Ausschau. Schade. Aber auf unserer Anreise haben wir in Ballenstedt am Harz, der Wiege Anhalts, diesen anhaltische Rundsockelstein entdeckt. Der Rundsockelstein trägt die Inschrift „XI Meilen von Dessau“.

rps20190926_175655_717387893308691219459.jpg
Ballenstedt

Eine anhaltische Meile entspricht etwa 7,5 Kilometer. Da haben wir doch schon einmal einen gesehen.

20171210_121829 (533x800)
Halberstadt

Dieser Art von Meilensteinen folgten in Anhalt solche Myriametersteine.

ams_zerbst
Myriameterstein bei Tochheim

Der Nullpunkt des anhaltischen Meilensteinsystems befindet sich am Leopold-Denkmal auf dem Schlossplatz in Dessau. Übrigens, wir haben die ganze Matrix geschafft. Und nächste Woche feiern wir schon den 30. Jahrestag des Beitritts der neuen Länder zur Bundesrepublik. Kinder, wie die Zeit vergeht.

Bitte bleibt neugierig.

Der Sachsenspiegel von Eike von Repgow

Muss man sich Reppichau anschauen? Ja.

In Reppichau, in der Nähe von Dessau wurde zwischen 1180 und 1190 Eike von Repgow geboren. Dieser verfasste das erste deutsche Rechtsbuch. In Reppichau ist das an jeder Stelle sichtbar. Man ist in einem riesigen Museum.

Das ganze Dorf ist ein Quell von Information. Ihr kennt vielleicht den Spruch „Wer zuerst kommt mahlt zuerst.“ An einer Hauswand las ich den Paragrafen aus dem dieser Spruch stammt. Er ist Teil des Verkehrsrechts im Sachsenspiegel, also einer frühen Straßenverkehrsordnung.

DSC03415 (1024x468)

Natürlich gibt es dann auch noch eine Illustration dazu.

DSC03415 (1024x540)

Das Wort „radebrechen“ hat seinen Ursprung in der mittelalterlichen Folter- und Hinrichtungsmethode des räderns.

DSC03399 (1024x419)

Die Illustration dazu:

DSC03399 (1024x683)

Am Trafohäuschen konnte ich mich über das Erbrecht informieren.

DSC03386 (683x1024)

Am Dorfteich stehen riesige kunstvolle Skulpturen.

DSC03384 (1024x559)

Es gibt noch viel mehr zu entdecken. Eine Runde mit dem Rad durch dieses tolle Dorf war wirklich super interessant.

Bitte bleibt neugierig.

Hab‘ mein Wagen voll geladen …

Am sonnigen 14. Mai sah ich das:

1705_Coswig (1024x683)

Circa 150 Radler setzen während der Radrundfahrt „Rund um Dessau“ mit der Fähre Coswig über die Elbe. Die Fähre war voll!

Kennt ihr das alte Scherzlied „Hab‘ mein Wagen voll geladen“?

1.Hab‘ mein Wagen voll geladen
Voll mit alten Weibsen,
Als wir in die Stadt n’ein kamen
Hub sie an zu keifen.
Drum lad ich all mein Lebentage
Nie alte Weibsen auf mein‘ Wage‘
Hieh, Schimmel, hieh!

2. Hab‘ mein Wagen voll geladen
Voll mit Männer alten,
Als wir in die Stadt n’ein kamen
Murrten sie und schalten.
Drum lad ich all mein Lebentage
Nie alte Männer auf mein‘ Wage‘
Hieh, Schimmel, hieh!

3. Hab‘ mein Wagen voll geladen
Voll mit jungen Mädchen
Als wir zu dem Tor n’ein kamen
Sangen sie durchs Städtchen
Drum lad ich all mein Lebentage
Nur junge Mädchen auf mein‘ Wage‘.
Zieh Schimmel,zieh!

Wie der Fährmann zu seiner Ladung Radler stand, ist mir nicht bekannt.

Coswig2

Wann habt ihr euch das letzte Mal gemütlich mit einer Gierfähre auf die andere Seite bringen lassen?

Coswig1

 

Bitte bleibt neugierig.

Die Tante Ju von Junkers

Gelegentlich radeln wir durch die Hugo-Junkers-Allee.

dsc02171-1280x719

Hugo Junkers war ein bekannter deutscher Ingenieur (1859 -1935). Anfangs war er mit der Entwicklung von Badeöfen erfolgreich.

dsc02066-989x1280

Wir hatten übrigens in unserer ersten Wohnung einen solchen Badeofen. 10 Brikett genügten, um 80 Liter Wasser und unser kleines Bad heimelig warm zu machen.

Kennt ihr noch Badeöfen?

Bekannt wurde Hugo Junkers mit seinen Junkers Flugzeugwerken. Er baute die ersten Ganzmetallflugzeuge.  Sein wohl bekanntestes Flugzeug ist die ab 1932 produzierte  „Tante Ju“, die JU 52.

In Dessau kann man sich eine „Tante Ju“ im Technikmuseum ansehen.

Zum Zeitpunkt der Beitragsveröffentlichung gab es weltweit noch 8 flugfähige Ju 52. Am 4. August 2018 stürzt eine Ju-52 an der Westflanke des Berges Piz Segnas im Osten der Schweiz auf etwa 2540 Metern Höhe ab. 20 Menschen verlieren ihr Leben. Es verbleiben sieben flugfähige Ju-52.

Habt ihr schon mal eine Tante Ju gesehen?

Bitte bleibt neugierig 🙂