War da nicht ein preußischer Meilenstein? In Japan? So ein Quatsch.

Wer uns schon länger folgt, kennt unseren Faible für Meilensteine. Wir radelten also so vor uns hin, da sah ich einen Meilenstein. Es kann ja kein Preußischer Meilenstein sein, aber mal gucken.

Toll, hier geht also der Längengrad der japanischen Standardzeit entlang. Und was steht da an der Seite? Ich muss erst einmal das Grünzeug heruntertreten.

Wir radelten weiter. 135 Grad Ost, wenn das was mit der echten Sonnenzeit zu tun hat, muss das dann nicht durch 24 oder 12 oder wenigstens durch 2 teilbar sein. Auf dem Fahrrad bekam ich das im Kopf nicht klar.

Abends, in Ruhe, brachte ich Ordnung in die Gedanken. Also, unsere Erde ist eine Kugel und über die legen wir 360 Längengrade. Weiterhin haben wir definiert, dass sich die Erde in 24 Stunden ein Mal um sich selber dreht.

360 Grad / 24 Stunden = 15 Grad/Stunde

In einer Stunde wandert unsere Sonne demnach über 15 Längengrade. Japans Standardzeit ist neun Stunden der Greenwich mean time (GMT) voraus. Im Osten geht die Sonne halt früher auf :-).

9 Stunden * 15 Grad/Stunde = 135 Grad

135 Grad steht auf dem Obelisken. Alles passt, ich bin zufrieden. Kurz noch mal über unsere Zeit nachgedacht. Bei Görlitz liegt der 15. Längengrad. Dort gehen also die Uhren nach der Sonne richtig.

Jede Zeit ist spannend. Bitte bleibt neugierig.

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Alter Stahlrahmen bekommt eine zweite Chance

Am 9. Januar war es mal wieder so weit. Das Arbeitsweg- und Alltagsfahrrad von Frau Traumradlerin wurde trotz teurer Schlosstechnik wieder einmal gestohlen. Das ist echt ärgerlich. Unsere Versicherung zahlte den kompletten Schaden, schrieb uns aber ein paar Tage später einen Brief, in dem sie auf ihre Verantwortung den anderen Versicherten gegenüber hinwies und uns beim nächsten Versicherungsfall die Kündigung androhte. Na prima!

„Wenn ich mir von dem Versicherungsgeld wieder ein schönes neues Fahrrad und ein teures Schloss kaufe und es wieder vor der Arbeitsstelle abstelle, werden sich nur wieder die Diebe über den Nachschub freuen.“ meinte Frau Traumradlerin. „Wir haben doch noch einen alten Stahlrahmen im Keller.“

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„Wenn der alte Rahmen eine individuelle Lackierung bekommt, ist er vielleicht für die Diebe nicht mehr attraktiv. Man könnte ihn ja vielleicht himmelblau mit ein paar weißen Wölkchen bemalen.“

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Für die Lackierarbeiten kaufte ich eine Dose blauen Buntlack. Weißen Lack und eine Dose Klarlack fand ich noch im Keller.

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Der Plan für den Aufbau eines neuen „Traumradeln-Fahrrades“ ist geboren. Aus Schrott wieder etwas Funktionierendes machen, ob das gelingt? Passen die nötigen neuen Teile an einen alten Rahmen? Wir sind selber gespannt.

Bitte bleibt neugierig.

The winner takes it all

Ich nutze den Facebook-Messenger und den Google-Messenger Hangouts. Doch mehr und mehr stelle ich fest, dass beinahe alle „Whatsapp“ nutzen. Hier kann man sehr schön den „The-winner-takes-it-all-Effekt“ erkennen. Durch die hohe Verbreitung wechseln viele zu Whatsapp und andere Messenger verlieren an Marktanteil.

Heute hatte ich Zeit und wollte mich endlich diesem „The-Winner-takes-it-all-Effekt“ beugen.

Ich lud mir die Whatsapp-App auf mein Tablet, gab meine Telefonnummer ein, verweigerte wie üblich den Zugriff auf mein Adressbuch und befand mich in einer Schleife. Ohne Zugriff auf meine Kontakte kann ich keinen Whatsapp-Chat starten. Das unterscheidet Whatsapp von den anderen Messengern. Vielleicht gibt es Menschen in meinen Kontakten, die nicht wollen, dass ich ihre Telefonnummer an Facebook weiterleite (Whatsapp gehört zu Facebook).

Ich habe Whatsapp dieses mal wieder deinstalliert. Heute vertraue ich meine persönlichen Kontakte und Telefonnummern noch nicht Facebook an. Bei mehr als einer Milliarde Downloads gebe ich mich aber nicht der Illusion hin, dass Facebook nicht ohnehin schon meine Kontakte und die meiner Freunde besitzt. Wie sang ABBA schon: „The winner takes it all.“ Lohnen sich solche Gedanken überhaupt?

Bitte bleibt neugierig.

Wie erzeuge ich in Google-Maps eigene Karten mit politischen Grenzen (Länder-, Kreis- oder Gemeindegrenzen)?

Heute wird es mal wieder etwas „nerdig“. Wir wurden gefragt, wie wir für unsere Landkreischallenge zu der Karte mit den 295 deutschen Landkreisen kamen. Wir haben sie uns selber „herbeigeklickt“. Damit ich den Weg nicht vergesse, dokumentiere ich die Schritte ohnehin.

Aufgabenstellung: Wie kann man die politischen Grenzen (Bundesländer, Landkreise, Gemeinden) auf einer Google-Maps-Karte darstellen. Später wollen wir diese Karten in unsere eigene Webseite einbinden. Dann können wir auch einzelne Landkreise einfärben.

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Wo bekommen wir die Kreisgrenzen her und was müssen wir tun? Geht das ohne kostenpflichtige Spezialsoftware?

Ja, das geht. Zum Artikel, in dem wir die Fragen beantworten, kommt ihr mit diesem Link: https://traumradeln.de/shp2gpx/

Bitte bleibt neugierig.

Bitcoin!? Blockchain?!

Bevor wir zum Jahreswechsel über die Rapha Festive 500 nachdenken, gibt es ein paar Zeilen zum Bitcoin- und Blockchain-Hype. Die Erklärung der Begriffe könnt ihr bei Wiki oder allgemein im Internet nachlesen. Manche denken bei Bitcoin an die Spekulationschancen. Einige haben mit dem Handel von Bicoins extrem schnell viel Geld verdient.

Das wirklich Spannende sind die gesellschaftlichen Möglichkeiten, die sich mit Bitcoin und Blockchain andeuten.

Fangen wir im Heute an. Menschen sind auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Also kann es vorkommen, dass sie sich gegenseitig betrügen. Um das zu verhindern, haben wir im Laufe der letzten Jahrhunderte Instanzen geschaffen, die Geschäften zwischen „Käufer“ und „Verkäufer“ den Wert „Vertrauen“ hinzufügen.

War das zu kryptisch? Hier ein Beispiel: Ein „Verkäufer“ mit tollem Büro und super Internetauftritt verkauft eine Eigentumswohnung. Ein „Käufer“ kauft diese Eigentumswohnung. Nun könnte es ja sein, dass dem „Verkäufer“ diese Eigentumswohnung gar nicht gehört. Der „Verkäufer“ schließt einen Vertrag, nimmt den Sack voll Geld und macht sich aus dem Staub. Später merkt der „Käufer“, dass er sein Geld einem Betrüger gegeben hat.

Um solche Fälle zu erschweren hat unsere Gesellschaft Notare und die zentrale Instanz „Grundbuchamt“ erfunden. Inzwischen sind die Grundbücher digitalisiert. Die Grundbücher liegen auf den Servern des Grundbuchamtes. Die Notare, aber nicht alle Bürger, haben Zugriff auf die Grundbücher.

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Den Service lassen sich Notar und Grundbuchamt gut bezahlen.

Ein weiteres Beispiel? Geld. Bargeld ist bedrucktes Papier oder gepresstes Metall. Der Wert ist nahe Null. Wir haben also ein Stück Papier auf dem steht mehr oder weniger hübsch:

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Es gibt nun eine Instanz, die uns das Vertrauen geben soll, dass dieses Stück Papier, mit der Aufschrift 50-Euro, einen erheblich höheren Wert besitzt, als der eigentliche Papierwert. In unserm Land ist diese Instanz die „Europäische Zentralbank“.

Und jetzt stellen wir uns mal vor, es bedarf solcher Instanzen nicht mehr. Das Vertrauen in einen Wert, in ein Geschäft wird nicht mehr zentral durch eine Bank oder ein Grundbuchamt beigesteuert, sondern durch eine „komplette Kopie aller diesbezüglichen Informationen“ die „Jeder“ von uns besitzt. Das ist der Gedanke der „Blockchain“. Wenn jeder dezentral eine Kopie/das Original des Grundbuches besitzt, dann sind das zentrale Grundbuchamt und der Notar nicht mehr notwendig.

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Auch hier kommen wir mit unseren Vorstellungen aus der „Offline-Welt“ an Grenzen. Es gibt nicht mehr ein Original aller Grundstückstransaktionen, welches das Grundbuchamt hält, sondern es gibt beliebig viele Originale, die jeder besitzt. Die Informationen werden permanent synchronisiert und nur wenn sie in allen Kopien/Originalen identisch sind, hat die Transaktion einen Wert.
Wenn jeder von uns eine Kopie/das Original aller Geldbewegungen einer Währung besitzt, dann ist für den normalen Zahlungsverkehr keine Bank mehr notwendig.

Vor ein paar Tagen spiegelte mir Google+ in meinen Stream ein Bild mit folgendem Text:

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Darunter gab es lachende Smilies und lustige Kommentare nach dem Motto: Schade, dass ich nicht vor dir stand.

Würde es in dem Beispiel nicht um Euro, sondern um Bitcoin gehen, hätten wir eine komplett andere Gedankenwelt. Bei der Kryptowährung Bitcoin gibt es keine Banken im althergebrachten Sinne mehr. Niemand würde mehr auf die Idee kommen sein Geld zu einer Bank zu tragen, nur um es irgendwann mal wieder abzuholen. Warum auch?

Vielleicht ist der Bitcoin bald viel mehr wert oder überhaupt nichts mehr. Das ist Spekulation.

Aber, neue Technologien wie die Blockchain werden offensichtlich oder im Verborgenen unser Leben verändern. Wir können uns entscheiden, ob diese Veränderung mit oder ohne unsere Kenntnis von Statten geht. Die Politik muss steuern, wie sozial unsere Gesellschaft mit den neuen Technologien umgeht. Fragen? Ich bin neugierig.

Bitte bleibt neugierig.

Kastanien

Kastanien liegen auf der Wiese. Unsere Fingerfesthalterin ist zu Besuch. War da was? Na klar, wir basteln Kastanientiere. Bitte suche einen kleinen Bohrer!

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Natürlich braucht eine so schwere Arbeit eine helfende Hand.

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Doch das Ergebnis ist alle Mühe wert.

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Willkommen Hund, Igel und Schlage!

Man sollte viel mehr Zeit mit dem Basteln von Kastanientieren verbringen. Wann habt ihr das letzte mal Kastanientiere gebastelt?

Bitte genießt den Herbst und bleibt neugierig.

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Vorbereitung einer Radreise

Zur Vorbereitung einer längeren Radreise gehört auch ein Blick auf das Werkzeug und die Ersatzteile. Das ist umso sinnvoller, je weniger Fahrradinfrastruktur im Zielgebiet vermutet wird. In Kuba haben wir beispielsweise nicht erwartet, dass man in der nächsten Stadt Ersatz für eine gerissene Shimano-11-Gang-Fahrradkette erhält.

Ich habe letztes Jahr Werkzeuge und Ersatzteile fotografiert, die wir auf unserer Osttour mitgeführt haben.

Werkzeug

a) zwei Ersatzschläuche je Radler (da wir zu zweit sind, haben wir vier Schläuche)
b) ein paar Mantelheber je Radler
c) ein Multitool je Radler
d) ein leichtes Kabelschloss je Radler, verhindert das einfache Wegnehmen des Fahrrades
e) Flickzeug
f) Ersatzkettenglieder
g) Kettennieten
h) Adapter für Sclaverandventil (wenn man an einer Autotankstelle Luft holt)
i) sehr kleiner Inbusschlüssel (nicht am Multitool)
j) Gummistück (MacGyver-man weiß ja nie)
k) ein Teil von unseren Klick-Mountenbikeschuhen
l) Ersatzschrauben und Muttern
m) Kettenöl mit einem Stück Mantel umwickelt (MacGyver-man weiß ja nie)
n) Montagepaste
o) Maulschlüssel Größe 10/11
p) Erstazspeichen und Nippel
r) Kabelbinder (MacGyver- man weiß ja nie)

Bis auf die Speichen findet alles Platz in zwei kleinen Werkzeugsatteltaschen. Diese hängen bei uns Zweien unter den Sätteln.

Wir bereiten gerade unsere nächste Radreise vor und suchen die Ersatzteile und Werkzeuge zusammen. Wäre schön, wenn wir nichts davon brauchen würden.

Bitte bleibt neugierig.