Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!

Dieser Tag begrüßte uns mit ordentlichem Regen. Etwas später als geplant starteten wir auf dem Elberadweg.

DSC03258 (2017_07_13 12_58_03 UTC) (1024x683)

An der heutigen Strecke gab es keine Bismarcktürme, aber alte kursächsische Postmeilensäulen sind doch auch ganz schön. Nachdem wir schon kursächsische Postmeilensäulen in Lübbenau, in Delitzsch und in Baruth festgehalten haben, kamen uns heute die Exemplare von Mühlberg/Elbe …

DSC03262 (2017_07_13 12_58_03 UTC) (683x1024)

… und Belgern …

DSC03267 (2017_07_13 12_58_03 UTC) (683x1024)

… vor die Linse. Von Belgern haben wir noch 32 Stunden bis Magdeburg.

DSC03275 (2017_07_12 15_28_42 UTC) (1024x682)

Na, da wollen wir doch mal schauen, ob wir mit modernen Rädern auf modernen Straßen schneller sind als im 18. Jahrhundert.

Unser Tagesziel war Lutherstadt-Wittenberg. In diesem Jahr feiern wir 500 Jahre Reformation und das ist in Wittenberg an jeder Ecke spürbar.

DSC03284 (2017_07_12 15_28_42 UTC) (683x1024)
Luther vor der Stadtkirche
rps20170715_164944_396
Himmelskreuz im Luthergarten

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!“ Was für ein schöner Spruch, der Luther zugeschrieben wird.

Morgen geht es auf die letzte Etappe unserer Urlaubsradtour nach Magdeburg.

Bitte bleibt neugierig.

Zurück zur Etappe davor?  oder Weiter elbabwärts?

Preußische Meilensteine #5

Neulich fuhr ich von Osten kommend auf der B1/B5/Frankfurter Allee nach Berlin hinein. In Berlin/Mahlsdorf entdeckte ich diesen schönen preußischen Postmeilenstein von 1792.

DSC02622 (683x1024)
N 52° 30.300′ E 013° 36.860′

Zwischen 1799 und 1802 wurde der „Fernweg“ Berlin-Frankfurt/Oder zur „Kunststraße“ bzw. Chaussee ausgebaut. In diesem Zusammenhang entstand die heutige Trasse der B1. (Quelle: Schautafel in der Nähe des Meilensteins)

Eine Preußische Meile (gut 7.532 Meter) weiter hatte ich einen tollen Blick. Ich konnte schnurgerade in das Berliner Zentrum sehen, welches ja noch 7.532 Meter entfernt war.

DSC02620 (676x1024)

Als Beweis dient dieser Meilenstein. Bis zum „Nullmeilenstein“ ist es noch eine preußische Meile.

DSC02617 (1024x659)
N52° 30.677 E13° 29.840

Im Zentrum Berlins, am Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz, befindet sich die Rekonstruktion des ehemaligen „Preußischen Nullmeilensteins“.

GMS_Berlin.jpg
N 52° 30.646′ E 013° 23.937′

Schon gibt es drei neue Punkte auf unserer Traumradeln-Landkarte.

Keine Radtour ist langweilig. Es gibt immer etwas zu sehen.

Bitte bleibt neugierig.

kursächsische Postmeilensäulen

In den letzten Wochen habe ich oft an preußischen Meilensteinen gehalten und fotografiert. Sie sind schmucklos und schlicht. Das geht auch prunkvoller.

Im Kurfürstentum Sachsen sorgten August der Starke und sein Sohn noch vor den Preußen im 18. Jahrhundert für ein landesweites Wegenetz. Damit Transport- und Postgebühren berechnen werden konnten, wurden Meilensteine, die kursächsischen Postmeilensäulen errichtet. Auf meiner Festplatte schlummerten diese drei Fotos.

Lübbenau
Postsäule Lübbenau 1740 (N51° 52.0342 E13° 57.346)
Postsäule Deltzsch
Postsäule Delitzsch von 1730 (N51° 31.420 E12° 20.173)
Baruth
Postsäule Baruth von 1730 (N52° 02.984 E013° 30.250)

Habt ihr auch einen Blick für solche schönen Landmarken?

Übrigens gab es im Anhaltischen ein weiteres unabhängiges Meilensteinsystem. Verrück.

Bitte bleibt neugierig!

Everesting am Brocken

8848 Meter ist der Mount Everest hoch. Everesting am Brocken bedeutet, diese Höhenmeter durch wiederholtes Brockenhochradeln zum Beispiel von Schierke aus zu sammeln. 18 Auffahrten und mehr als 340 Kilometer sind dazu notwendig.

Nein, 18 mal haben wir das nicht hinbekommen. Aber an diesem Osterregensamstag habe ich mich von zu Hause auf den Weg gemacht. Auf dem Weg „discoverte“ ich im Regen kurz vor Schleibnitz bei N52° 04.557 E011° 29.797 einen weiteren preußischen Ganzmeilenstein.

N 52° 04.557 E 011° 29.797

Irgendwann kam ich dann am letzten öffentlichen Parkplatz an der Brockenstraße zum Basiscamp der Aktion. Dort traf ich ein ganze Menge Gleichgesinnte. Grüße nach Sachsen.

Die Organisatoren sammeln für ein Kinderhospiz in Leipzig. Na dafür schwitze ich doch gerne und gebe ein paar Euro. 500 Höhenmeter weiter gab es Nebel und ein in der Pfütze stehendes Rad.

Ich habe es bei nur einer Auffahrt belassen. Danke liebe Ideengeber ich hatte einen coolen Tag, auch wenn ich mich zwischenzeitlich wie ein in einen Teich gefallene Milchbrötchen gefühlt habe.

Bitte bleibt neugierig 😀.

Preußische Meilensteine #4

Nach „Preußische Meilensteine #3“ geht noch ein weiterer Beitrag.

Südlich von Magdeburg findet ihr den ältesten preußischen Ganzmeilenobelisken.

Dieser Ganzmeilenstein wurde im Zusammenhang mit dem Bau der ersten preußischen Fernchaussee von Magdeburg über Salza, Calbe, Könnern, Halle nach Großkugel aufgestellt. Die unfahrbaren Wege im Herzogtum Magdeburg sollten in einen guten Stand versetzt werden.

Großkugel lag an der damaligen Grenze zwischen Preußen und Sachsen und liegt heute, welch eine Überraschung, an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Sachsen. Von Großkugel sollte die Chaussee in Richtung Leipzig weitergeführt werden.

1787 begann die Planung der Fernchaussee und 1788 war bereits die erste preußische Meile, nach heutigem Maß 7,532 Kilometer, fertig gestellt. Da die Meilensteine in der Regel direkt mit der Fertigstellung an den einzelnen Abschnitten aufgestellt wurden, haben wir hier einen Obelisken aus dem Jahr 1788 vor uns.

Auf der Nordseite liest man „1 Meile von Magdeburg“ als Entfernungsangaben.

Die Entfernungsangaben auf der Südseite kann man nicht mehr wirklich entziffern.

4 1/2 Meilen bis Bernburg

Verantwortlich war Fredericus Wilhelmus Rex III, dessen Wappen man auf der Ostseite des Ganzmeilensteins leider nur noch erahnen kann.

Auch diesen preußischen Ganzmeilenstein haben wir auf unserer Traumradelnkarte eingetragen:

Bitte bleibt neugierig :-).

Preußische Meilensteine #3

Die preußischen Ganzmeilensteine begeistern mich. So habe ich letztes Wochenende geschaut, ob es nicht am Wegesrand ein neues Exemplar zu entdecken gibt. Siehe da, in Emseloh, unweit Sangerhausen steht ein schöner Meilenstein. Diese Ganzmeilensäule wurde 1826 beim Bau der Kunststraße Langenbogen- Nordhausen aufgestellt.

DSC02437 (853x1280)
Ganzmeilenstein Emseloh

Die preußischen Kunststraßen oder auch Chausseen sind die Vorläufer unser heutigen Bundesstraßen. Sie wurden erstmals ingenieurmäßig geplant und verliefen deutlich geradliniger als die alten Land- und Poststraßen. Erst mit den Kunststraßen erreichte man in Europa wieder das Niveau der alten Fernstraßen aus der Römerzeit.

DSC02441 (869x1280)
28 preußische Meilen bis Berlin

Wir werden auf unseren Radtouren die Augen nach weiteren Meilensteinen offen halten. Auf unserer Traumradelnkarte tragen wir unsere Funde ein. Über Tipps, Anregungen und Hinweise freuen wir uns immer.

Bitte bleibt neugierig :-).

zum Beitrag „Preußische Meilensteine #2“

Preußische Meilensteine #2

Nach dem wir vor ein paar Tagen das erste Mal über Meilensteine am Straßenrand berichteten, zeigen wir heute zwei Fotos von preußischen Ganzmeilenobelisken.

DSC01936 (853x1280)
preußischer Ganzmeilenobelisk Arendsee

Die Preußische Meile maß gut 7.532 Meter. Zu den „ganzen“ Meilen stellte man zwischen 1730 und 1806 zur Orientierung diese Obelisken auf.

DSC01066 (853x1280)
preußischer Halbmeilenobelisk an der B1 zwischen Brandenburg und Großkreutz

Zwischen den „preußischen Ganzmeilensteinen“ gab und gibt es heute auch noch gelegentlich die 1/2 Meilensteine in Form einer „großen Glocke“ und die 1/4 Meilensteine in Form einer „kleinen Glocke“. Habt ihr die „Glocken“ schon mal gesehen?

Wir werden auf unseren Radtouren die Augen offen halten und auf unserer Traumradelnkarte unsere Funde eintragen.

Bitte bleibt neugierig :-).

zum Beitrag „Preußische Meilensteine #1“