Auf nach Neuaskanien – Salzländer Kulturstempel #24

Am 11. August 1828 machten sich 25 Bauern mit 2.286 Schafen, zwei Stieren, acht Kühen und acht Pferden aus Anhalt auf den Weg nach Askania-Nova.

Askania-Nova ist eine Kolonie, die der Herzog von Anhalt-Köthen im Süden der Ukraine, über 2.000 Kilometer entfernt, erworben hat. Die Krim ist gleich in der Nähe. Bis auf 35 Schafe erreichten die Menschen und Tiere ihre neue Heimat. Beeindruckend.

Angekommen in Askania-Nova bauten sie Schafställe nach den Entwürfen des Architekten Bandhauer. Man spricht vom klassizistischen Nienburger Modell.

Auf unserer Saaleradtour lockte uns der Stempelkasten 24 des Salzländer Kulturstempels nach Grimschleben. Hier schauten wir uns den Schafstall von Christian Gottfried Bandhauer aus dem Jahr 1827 an.

Der Stall hat ein pagodenartig unterbrochenes Zeltdach, welches eine gute Lüftung ermöglicht.

Die Siedlung Askania-Nova mit dem Namensbezug zum Geschlecht der Askanier existiert bis heute in der Ukraine. Ohne den Stempelkasten hätten wir davon nie erfahren.

Bitte bleibt neugierig.

zum Kulturstempel #29

Klein sein

Kleinsein heißt Knie wund,
kleinsein heißt Sand im Mund,
kleinsein heißt Wasser spritzen,
kleinsein heißt barfuß flitzen,
kleinsein heißt Blumen pflücken,
kleinsein heißt Gras am Rücken,
kleinsein heißt insgeheim
der Erde
näher sein.
(Manfred Sestendrup)

… und
kleinsein heißt Erdbeermund.

DSC05341 (800x451)

Bitte bleibt neugierig.

Was macht eigentlich unsere 5G-Auktion?

Am 20. Dezember 2018 hatte ich einen Beitrag über „Die Sache mit der Milchkanne und dem Internet“ veröffentlicht. Knapp ein halbes Jahr später frage ich mich, wie steht es eigentlich um unsere Frequenzversteigerung für 5G, dem „Internet der Zukunft“?

Am 19. März 2019 hat die Versteigerung der Frequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,4 bis 3,7 GHz in Mainz begonnen. Dazu hat unsere Bundesnetzagentur die Unternehmen Drillisch, Telefonica, Telekom und Vodafone eingeladen.

Bis zum 4. Juni 2019 gab es 471 Versteigerungsrunden. Am 4. Juni waren 6.240.715.000 Euro geboten. (Quelle: Webseite der Bundesnetzagentur)

Diese gigantische Summe werden die Netzbetreiber zahlen. Ach nein, das sind gewinnorientierte Unternehmen. Wir als Kunde werden diese Summe bezahlen. Mit diesem Geld sind dann noch keine Funkmasten gebaut.

Die Auktion dauert nun schon knapp drei Monate. Das erscheint zu lang und wenig geeignet, Deutschland schnell fit für die anstehenden Herausforderungen zu machen. Vielmehr scheint die Priorität darauf gerichtet zu sein, möglichst viel Geld einzunehmen.

Das Ergebnis nach der Runde 472 liegt am 5. Juni bei 6.253.715.000 Euro. Das sind 13 Millionen Euro mehr als einen Tag zuvor. Wir sind gespannt, wie viele Runden noch folgen und ob im Nachgang gegen das Verfahren geklagt wird.

Uns interessiert das Thema sehr, da wir auf unseren Fahrradtouren ein gutes und günstiges Internet genießen, auch an Milchkannen.

rps20180104_201858_818.jpg

Sind wir zu anspruchsvoll?

Bitte bleibt neugierig.

Ich habe eben noch mal auf die Seite der Bundesnetzagentur geschaut. Das Ergebnis nach der 480 Auktionsrunden liegt bei 6.357.715.000 Euro. Wieder 100 Millionen mehr. Update 11.06.19 Runde 484, Ergebnis: 6.409.715.000 Euro

„Rügen-Rund“ und Seebrücke #11

Wir fahren gerne mal eine geführte Radtourenfahrt. Frau Traumradlerin sucht da immer etwas Schönes raus. Für unser superlanges Christihimmelfahrtsbrückentagswochenende sollte es die „Rügen-Rund 2019“ sein. Mit fünf Strecken zwischen 35 und 205 Kilometern ist wohl für jeden etwas dabei. Als wir uns anmelden wollten, waren die 600 Startplätze vergeben und das Portal geschlossen.

Egal. „Insgesamt sitzt man zu wenig am Meer.“ Wir packten den Verbrenner und los ging es am Donnerstag nach Binz auf Rügen.

rps20190601_183216_697.jpg

Ich bin immer wieder überrascht, wie lang die Anreise nach Binz ist.

Am Freitag drehten wir dann eine sehr schöne Runde im Südosten der Insel. Wir trafen den „Rasenden Roland“, wir aßen Fisch in Lauterbach und saßen im Naturschutzgebiet Goor-Muglitz am Meer. Ihr wisst schon: Insgesamt sitzt man zu wenig …

Die drei Seebrücken von Binz, Sellin und Göhren durften natürlich nicht fehlen.

Die Strandkörbe sind gerade zum Appell angetreten.

Als wir von unserer Runde um kurz vor 19.00 Uhr wieder nach Binz kamen, stand ein Zelt auf dem Kurplatz und wir konnten uns doch gerade noch für die Rügen Rund anmelden.

Am Samstag ging es also doch zur „Rügen-Rund“. Leider wird es wohl die letzte ihrer Art bleiben. Der Veranstalter möchte nach 10 Jahren Engagement den Umfang und das persönliche Risiko der Organisation nicht mehr tragen. Trotz vieler hundert Teilnehmer stellt das Land zum Beispiel nur vier Streifenwagen zur Sicherung ab.

Wir drehten in netter Gesellschaft eine Schleife durch den Nordwesten der Insel. Danke für das tolle Event. Wir drücken die Daumen, dass sich ein Nachfolger findet.

Wann saßt ihr das letzte mal am Meer? Wart ihr schon mal auf Rügen, unserer größten Insel? Sie ist eine Reise wert.

rps20190601_205654_839.jpg

Bitte bleibt neugierig.

zu den Seebrücken #7,#8,#9,#10

Die verlassene Gipsfabrik

Wir sind im Südharz unterwegs. Die Landschaft ist lieblich. und es gibt ganz viel Kalkstein. Was macht denn das alte Zahnrad im Wald.

Ach so, es gehört zu einer verlassenen Gipsfabrik.

In Steinbrüchen wurde hier früher „Gipsstein“ abgebaut und dann mit Brech- und Mahlwerkzeugen ganz fein zerkleinert. In Öfen wurde das Pulver dann gebrannt.

In diesem Brennprozess wird das im Gipsstein enthaltende Wasser abgeschieden und man erhält weißes Gipspulver.

Heute ist diese Art der Gipsgewinnung kaum noch gebräuchlich. Wir erhalten Gips zum Beispiel als Nebenprodukt bei der Rauchgasentschwefelung (REA-Gips). So kam es auch, dass diese Gipsfabrik seit mehr als 20 Jahren verlassen im Wald steht.

Wir radeln durch die Karstlandschaft weiter. Wir kommen in einen „Schafstau“ und entdecken an der Landkreisgrenze ein neues Kreisgrenzschild.  #landkreischallenge4ever

Was für ein schöner Tag! Schaut ihr euch auch verlassenen Orte wie diese Gipsfabrik an?

Bitte bleibt neugierig.

Wahl des Europäischen Parlaments 2019 und Kommunalwahl

Im Stadtbild lächeln Menschen auf Großplakaten. Herr Weber von der CSU wirbt dafür, die CDU zu wählen. Unsere SPD-Justizministerin möchte gerne einen anderen Job.

Es muss Wahlkampf sein. Zur Erinnerung habe ich wieder ein paar Fotos gemacht.

Die Texte auf den Wahlplakaten zur Wahl des „Europäischen Parlaments“ sind beliebig und austauschbar (zumindest die von den Parteien der „Mitte“). Sind es die Parteien auch? Mir fällt eine Wahlentscheidung echt schwer, aber ich werde auf jeden Fall wählen gehen.

Bitte bleibt neugierig.

Pretziener Wehr – Salzländer Kulturstempel #29

Das Pretziener Wehr befindet sich südöstlich von Magdeburg am Elberadweg. Das Wehr ist Teil eines Deichsystems an der Elbe, welches zum Hochwasserschutz der Städte Magdeburg und Schönebeck vor ca. 150 Jahren angelegt wurde. Das Wehr stellt einen Riegel im Umflutkanal dar und ist grundsätzlich geschlossen. Das sieht man hier ganz gut.

rps20190520_151015_497.jpg

In den neun Jochen des Wehrs hängen jeweils 36 Schützentafeln.

rps20190520_150939_443.jpg

Die 100 Kilogramm schweren Schützentafeln können nach oben geöffnet werden. Dazu liegen Gleise auf dem Wehr. Auf den Gleisen bewegen sich zwei elektrische Winden von Joch zu Joch und ziehen die Schützentafeln mittels Seilzügen über Ketten nach oben.

rps20190520_150837_687.jpg

Am 15. Januar 2011 waren wir beim „Ziehen des Wehrs“ dabei. Das ist gigantisch.


Bitte stellt euch die plötzliche Flucht der Tiere in dem Gebiet vor, welches innerhalb von Sekunden überflutet wird. Ist das Wehr geöffnet, wird ca. ein Viertel des Elbehochwassers um die Städte Schönebeck und Magdeburg umgeleitet. Es ist eine gute Idee, hier den Salzländer Kulturstempelkasten #29 aufzustellen.

Wir bewundern die Ingenieursleistung. Das Bauwerk ist so weitsichtig geplant worden, dass es auch heute noch seinen Dienst tut. Ungefähr 64 Mal wurde es in seiner 150-jährigen Geschichte „gezogen“ und hat Schaden von Tausenden von Menschen abgewendet. Respekt.

Gibt es bei euch auch solche technischen Meisterleistungen, die nach wie vor in Betrieb sind?

Bitte bleibt neugierig.

Hier noch einmal unsere Karte mit den „Salzländer Kulturstempelstellen“. Die lila eingefärbten haben wir schon besucht.

zum Kulturstempel #27 oder zum Kulturstempel #24