Pretziener Wehr – Salzländer Kulturstempel #29

Das Pretziener Wehr befindet sich südöstlich von Magdeburg am Elberadweg. Das Wehr ist Teil eines Deichsystems an der Elbe, welches zum Hochwasserschutz der Städte Magdeburg und Schönebeck vor ca. 150 Jahren angelegt wurde. Das Wehr stellt einen Riegel im Umflutkanal dar und ist grundsätzlich geschlossen. Das sieht man hier ganz gut.

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In den neun Jochen des Wehrs hängen jeweils 36 Schützentafeln.

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Die 100 Kilogramm schweren Schützentafeln können nach oben geöffnet werden. Dazu liegen Gleise auf dem Wehr. Auf den Gleisen bewegen sich zwei elektrische Winden von Joch zu Joch und ziehen die Schützentafeln mittels Seilzügen über Ketten nach oben.

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Am 15. Januar 2011 waren wir beim „Ziehen des Wehrs“ dabei. Das ist gigantisch.


Bitte stellt euch die plötzliche Flucht der Tiere in dem Gebiet vor, welches innerhalb von Sekunden überflutet wird. Ist das Wehr geöffnet, wird ca. ein Viertel des Elbehochwassers um die Städte Schönebeck und Magdeburg umgeleitet. Es ist eine gute Idee, hier den Salzländer Kulturstempelkasten #29 aufzustellen.

Wir bewundern die Ingenieursleistung. Das Bauwerk ist so weitsichtig geplant worden, dass es auch heute noch seinen Dienst tut. Ungefähr 64 Mal wurde es in seiner 150-jährigen Geschichte „gezogen“ und hat Schaden von Tausenden von Menschen abgewendet. Respekt.

Gibt es bei euch auch solche technischen Meisterleistungen, die nach wie vor in Betrieb sind?

Bitte bleibt neugierig.

Hier noch einmal unsere Karte mit den „Salzländer Kulturstempelstellen“. Die lila eingefärbten haben wir schon besucht.

zum Kulturstempel #27 oder zum Kulturstempel #24

Salzländer Kulturstempel #7 – Ringheiligtum

Letztes Wochenende war es mal wieder so weit. Bei sehr starkem Wind haben wir die Räder gesattelt und sind nach Süden zum Ringheiligtum nach Pömmelte gefahren. Warum, wird es da wärmer? Nicht bei nur 20 Kilometern. Ist es ein neues Ziel? Nein, wir waren schon etliche Male dort.

Warum sind wir also dann bei schlechtem Wetter nach Pömmelte geradelt? Wir wollten uns die neue Stempelstelle des Salzländer Kulturstempels anschauen und einen Stempel holen.


Von diesen Stempelstellen gibt es ganz neu im Salzlandkreis 40 Stück.

Die Koordinaten in der Karte stimmen sicher bei den lila Symbolen (Pömmelte, Salzblume, Pretziener Wehr und Hoym). Bei den braunen Symbolen muss man wohl darauf hoffen, dass die Museen offen haben. Alle anderen Koordinaten müssen wir erst noch durch eigene Anreise präzisieren. Wir freuen uns schon auf tolle Fahrradtouren.

Bitte bleibt neugierig.

Hungersteine

Vor drei Jahren schrieben wir einen Beitrag über ein Niedrigwasser der Elbe. Damals verfehlte die Elbe in Magdeburg den Minusrekord von 1934 nur um Zentimeter. Dieses Jahr gibt es einen neuen Minusrekord.

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Bei Niedrigwasser werden im Flussbett Steine sichtbar, die man sonst nicht sieht. Manche Steine sieht man so nur während einer starken Dürre. Außerdem kommt bei extremem Niedrigwasser oft die Schifffahrt zum Erliegen. Früher war die Gefahr einer Hungersnot groß und die Menschen nannten diese Steine deshalb „Hungersteine“. In Děčín lautet eine Inschrift auf einem Hungerstein „Wenn du mich siehst, dann weine.“.

Gestern spazierte ich über den Domfelsen. Normalerweise ist er unter Wasser.

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Am Rand des Felsens liegt nun dieser neue „Hungerstein“.

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Bitte bleibt neugierig.

Von grünen Wiesen und Imagekampagnen

Fährt man von Magdeburg nach Norden, erreicht man nach gut 35 Kilometern die Altmark. In Kehnert, hinter dem Landkreisgrenzschild ….

… begrüßt uns das Schild der Imagekampagne „Die Altmark – Grüne Wiese mit Zukunft“.

Ach so? Ist es positiv mit der Aussage zu werben, eine Wiese zu sein? Ich denke ja. Mir gefallen Imagekampagnen, an denen man sich reiben kann.

Die Altmark ist eine der am dünnsten besiedelten Regionen in Deutschland. Hier wird wegen des Bevölkerungsrückganges Infrastruktur aufgegeben. Eine Autobahn ist Fehlanzeige.

Aber das ruhige und weite Land bietet auch Chancen. In Kehnert fiel uns ein altes Rittergut mit Schloss auf.

Die Verantwortlichen versuchen mit der Imagekampagne den Tourismus zu unterstützen. Hier an der Elbe ist es einfach schön zu radeln und man kann die Seele baumeln lassen.

Unser Tagesziel war die alte Kaiserstadt Tangermünde.

„Tamü“ an der Elbe ist immer wieder toll und wir hatten Spaß auf der „grünen Wiese“. Gibt es bei euch auch Imagekampagnen mit überraschenden Aussagen?

Bitte bleibt neugierig.

Was macht denn die Nilgans im Elbeeis?

Bevor ich mich endlich den warmen Frühlingswettern widme, möchte ich noch einen Beitrag zu den wunderschönen klaren und kalten Wintertagen schreiben. Auf der Elbe schwamm „Pfannkucheneis“. Den Begriff gibt es wirklich. Frei nach Wikipedia: Als Pfannkucheneis, engl. Pancake Ice oder Tellereis wird ein Eis bezeichnet, welches aus vorwiegend kreisförmigen Eisstücken mit einem Durchmesser von 30 cm bis 3 m besteht. Das passt doch, oder?

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Es war also bitterkalt und da watschelte mir am Elbestrand ein buntes Vogelpärchen vor die Linse.

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Ich rückte immer näher. Natürlich blieb das Pärchen nicht stehen. Was ist das denn für ein Vogelpaar?

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Zu Hause lernte ich, die Ente, die da gerade um die Scholle schwimmt, ist eine „Egyptian goose“ oder Nilgans.

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Die Nilgans hat ihr Verbreitungsgebiet in fast ganz Afrika, außer den wirklichen Wüstengebieten. Ok, ist denn die Elbe ein afrikanischer Fluss?

Nein, die Nilgans wurde von uns Menschen als Ziervogel im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht. Irgendwann sind in Holland einige Exemplare ausgebüxt und deren Nachkommen haben sich über das Rheinland bis zu uns ausgebreitet. Die Nilgans ist ein Neobiota, eine Art, die sich selbstständig in einem Gebiet etabliert, in dem sie vorher nicht heimisch war.

Willkommen Neobiota-Nilgans! Habt ihr auch schon mal eine Neobiota-Art getroffen?

Bitte bleibt neugierig.

Eisfahrrad

Das letzte Wochenende war mit zweistelligen Minusgraden noch einmal richtig kalt. Mit kalten Fingern betätigte ich auf einer kleinen Radrunde den Auslöser der Kamera.

Ein IC fährt über die Elbe. Eisschollen schwimmen auf dem Fluss.

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Die Stromelbe ist in Bewegung. Die Einfahrt zum Handelshafen Magdeburg, heute Wissenschaftshafen, ist zugefroren.

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Graugänse rasten auf den Elbwiesen.

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Blick auf das winterliche Wasserstraßenkreuz. Der Mittellandkanal überquert die Elbe.

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Das letzte mal „stand“ die Elbe bei Magdeburg im Januar 1997.

Durch Eisbrecher wird auf dem Mittellandkanal eine geschlossene Eisdecke verhindert.

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Als Nächstes kam ich zu unserem Lieblingsbadesee.

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Nein, ein Sprung ins Nass bot sich heute nicht an. Gerade besondere Wetterlagen haben ihren Reiz. Nun wollen wir aber alle Frühling, oder?

Bitte bleibt neugierig.

Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!

Dieser Tag begrüßte uns mit ordentlichem Regen. Etwas später als geplant starteten wir auf dem Elberadweg.

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An der heutigen Strecke gab es keine Bismarcktürme, aber alte kursächsische Postmeilensäulen sind doch auch ganz schön. Nachdem wir schon kursächsische Postmeilensäulen in Lübbenau, in Delitzsch und in Baruth festgehalten haben, kamen uns heute die Exemplare von Mühlberg/Elbe …

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… und Belgern …

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… vor die Linse. Von Belgern haben wir noch 32 Stunden bis Magdeburg.

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Na, da wollen wir doch mal schauen, ob wir mit modernen Rädern auf modernen Straßen schneller sind als im 18. Jahrhundert.

Unser Tagesziel war Lutherstadt-Wittenberg. In diesem Jahr feiern wir 500 Jahre Reformation und das ist in Wittenberg an jeder Ecke spürbar.

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Luther vor der Stadtkirche
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Himmelskreuz im Luthergarten

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!“ Was für ein schöner Spruch, der Luther zugeschrieben wird.

Morgen geht es auf die letzte Etappe unserer Urlaubsradtour nach Magdeburg.

Bitte bleibt neugierig.

Zurück zur Etappe davor?  oder Weiter elbabwärts?