Warten

Eine dreiwöchige Radtour mit Gepäck über Berge, unterschiedliche Bodenbeläge und Täler gehen an unseren Crossrädern nicht spurlos vorbei. Auf der Tour erledigen wir nur die nötigsten Reparaturen. Vor dem Wechseln des Schlauches bei einer Panne kann man sich irgendwie auch nicht drücken.

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Sonst fahren wir auf Verschleiß. Ein paar Wochen sind ins Land gegangen. Unsere Räder warten auf das Warten.

Beim Flug ist mein Rücklicht demoliert worden. Wir haben nur ein einfaches Batterierücklicht am Gepäckträger. Auch wenn wir im Sommerurlaub nicht in der Dunkelheit fahren, so sollen die Räder doch verkehrssicher sein und noch wichtiger, wir wollen in Tunneldurchfahrten gesehen werden. Ein neues Rücklicht für unter 20 Euro ist schnell montiert.

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Zum Ende der Tour war ein kraftvollen Antritt auf einigen Ritzeln nicht mehr möglich. Ja, das lag an meinen Beinen, aber auch an der verschlissenen Kette und den ausgeleierten Zähnen mehrerer Ritzel. Eine neue Kassette in der Qualität, wie wir sie fahren, kostet mehr als 50 Euro. Ich habe mich für den Tausch der dreiverschlissenen eher kleinen Ritzel entschieden. Die drei haben mich ca. 10 Euro gekostet. Die Ritzel mit 13, 15 und 16 Zähnen sind neu. Vielleicht könnt ihr es auf dem Foto sehen. Verblitzt euch nicht die Augen 😉

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Es ist übrigens auch verständlich, dass die kleineren Ritzel schneller verschleißen. Läuft doch die Kette bei einer Kurbelumdrehung doppelt so oft über jeden Zahn eines 15-er Ritzels im Vergleich zu einem Ritzel mit 30 Zähnen.

Der Schaltbowdenzug war schon vor der Tour geknickt und erste Drähte gerissen. Da er noch gut funktionierte, traute ich mich nicht, ihn vor unserem Urlaub zu ersetzen. Jetzt musste es sein. Ich gönnte mir sogar eine rote Endkappe. Hey, wie cool.

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Ca. 30 Euro haben die Ersatzteile gekostet. Nun ist mein treues Crossrad, welches mich schon zum Nordkap, durch Kuba, Russland, Japan und jetzt auch Kanada getragen hat, wieder fit für unsere Straßen. Ups, da sind doch schon ein paar Kilometer zusammen gekommen. Wie viele das wohl sein mögen? … Wie lange und wie viel fahrt ihr eure Räder?

Bitte bleibt neugierig.

im Keller – noch 5 Tage

Auf unserer Checkliste stand „Fahrräder für die Tour“ vorbereiten. Es wurde Zeit. So verbrachte ich einige Stunden mit Schrauben, Putzen und Fetten.

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Beide Räder haben jetzt zwei Flaschenhalter. – check
Beide Räder haben eine Luftpumpe am Rahmen. – check
Beide Räder haben eine Satteltasche mit Reifenheber, Multitool und zwei Ersatzschläuchen. – check
Beide Räder haben gefettete Ketten.- check
Beide Räder haben Gepäckträger und Stecklichthalterungen. – check

Im Laufe der Woche machen wir noch eine letzte Probefahrt und dann kann sie starten unsere Sommerradtour nach Osten.

Bitte bleibt neugierig :-).

Unser Spendenbarometer steht bei 120 Cent. Danke schön.

von O bis O

Fast alle Autofahrer kennen folgende Faustregel. Von O wie Oktober bis O wie Ostern ist die Zeit mit Winterreifen zu fahren.

Obwohl wir noch auf einen goldenen Herbst hoffen, haben wir jetzt auf Winterbetrieb umgestellt.

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Von 25 mm starken Rennradreifen haben wir auf 32 mm Crossreifen gewechselt.

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Die neuen „Schuhe“ sehen doch ganz stabil aus, oder?

Sicher ist es ganz schön selten, dass jemand saisonal Fahrradreifen wechselt. Wechselt ihr für den Winter eure Reifen?

Wir wünschen euch besonders in der dunklen Jahreszeit eine sichere Fahrt.

Bitte bleibt neugierig :-).

Vom Netzwerken, einer Panne und Unsicherheit

Susanne kommt echt mit einem blauen Knie davon. Wenn sie stürzt, hat die Straße Schorf. Puh, was für ein Glück.

Wenn wir am frühen Nachmittag eine Casa suchen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann sich von den Schleppern fangen und zu einer Casa bringen lassen. Das ist nicht unser Ding.

Wir lassen uns in der Casa vom Vortag einen Tipp geben und dann suchen wir gezielt. Ist man länger unterwegs, trifft man andere Individualtouristen. Dann tauscht man sich aus. Gute Casas werden weiterempfohlen und wenn man nur eine Visitenkarte hat und sie nicht weggeben will, lässt man sie halt abfotografieren.

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So weiß man im kommenden Ort schon Bescheid.

Toll ist es auch, wenn man manche Pärchen mehrfach trifft. So wurden wir gestern mitten auf der Plaza in deutsch von einem holländischen Pärchen  angesprochen, welches wir vor fünf Tage auf dem Weg nach Cienfuegos getroffen hatten. Nun mussten wir uns gegenseitig erzählen, was wir in den letzten Tagen erlebt haben. Unbezahlbar.

Von Santa Clara wollen wir Richtung Varadero radeln. Dazwischen ist viel touristisch unerschlossenes Land. So  ließen wir uns zu einem Weg und einer Übernachtung in Baños de Elguea an der Nordküste in gut 100 Kilometern raten. Weiß der Geier, ….

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… es lief zu gut. Pling, wir kannten das Geräusch schon, eine Speiche an Susannes Hinterrad war 60 Kilometer vor dem Tagesziel gerissen. Wie üblich, haben wir Ersatzspeichen dabei. Leider hatte ich bei der Werkzeugselektion etwas vergessen. Der kleine Schlüssel zum Festziehen der neuen Speiche oder eine Zange lagen nutzlos und zu weit weg in Magdeburg in einem Schrank. Trotzdem ersetzte ich die Speiche. Übrigens kann man die Speichen gut nach Gehör festziehen. Wenn alle gleich klingen, dann ist es schon fast perfekt und genau das bekamen wir nicht hin.

Irgendwann ließen wir es gut sein. Susannes Hinterrad eierte so stark, dass selbst das Öffnen der Bremse nicht genügte. Der Bremsbowdenzug war schnell gelöst und so gab es das zweite Bremssystem nicht mehr. A la riba war das kein Problem aber a la bajo?

Die Idee war nun die Kubaner um Hilfe zu bitten. Man sieht sie ja permanent beim Reparieren. Allerdings reparieren sie einen Truck, einen Trecker oder mindestens ein Motorad. Als wir sie ansprachen, stürzten sie sich sofort hilfsbereit auf unsere im Verhältnis zu einem Trecker fragilen Räder. Wir bekamen Angst, dass die groben Hilfsversuche mehr schaden. Dann fragten wir nur noch nach einer Zange. Zange heißt übrigens Pinza. Dass wir da nicht selber drauf gekommen sind. Leider hatten wir kein Glück. Nachdem wir durch die mehrfachen Reparaturversuche, die ja bei den Kubanern auch immer mit großem Palaver verbunden sind, mehr als zwei Stunden verloren hatten, akzeptierten wir das Eiern und legten den Fokus auf unser Tagesziel.

Als wir 103 Kilometer geschafft hatten, drei mehr als kalkuliert, wies uns ein Schild auf eine absolute Nebenstraße. 7 weitere Kilometer sollen es nun noch sein. Alle Dörfer hier in der Gegend bestanden aus ärmlichen Hütten. Das Hotel war unsere einzige Chance. Wir hatten keine Alternative. Die Speichenaktion hat Kraft gekostet, so dass doch eine gewisse Unsicherheit über unsere Gesamtsituation in der Luft lag. Was ist, wenn das Hotel gar nicht offen hat? Was, wenn es voll ist?

Wir schauten die schnurgerade Nebenstraße entlang und sahen nichts als Landschaft. Was würden wir am Ende der 7 Kilometer langen Sackgasse vorfinden?

Mehr über unsere Kubatour?

 

Es gibt sie noch.

Es gibt sie noch, die alten Schuhmacher. An einer unserer weit gereisten Fahrradtaschen ist der Griff ausgerissen. Man trägt die Tasche am Griff.  Wenn man die Tasche am Gepäckträger hat, kann man den Klickmechanismus nur durch Ziehen am Griff öffnen. So gab es nur zwei Möglichkeiten, die Tasche wegwerfen oder reparieren.

Wir kennen einen alten Schuhmacher. Zu ihm kann man nach der Arbeit gehen und wenn man Glück hat, setzt er sich an seine mechanische Adler Nähmaschine, steppt ohne eine Wort ein oder zwei Nähte und reicht die Tasche repariert über den Verkaufstresen. Großartig :-).

Adler Nähmaschine

Wir hoffen, dass es diese Handwerker noch lange gibt, denn man muss nicht immer gleich alles wegwerfen. Grüße von Susanne und Frank

– noch 16 Tage bis Havanna –

Cubalogo

Hält die Kurbel, bist du zu schwach.

Heute hatte Susanne riesen Glück. Sie hat sich nicht weh getan.

Während der Fahrt zur Arbeit brach an ihrem Diamant-Rad der rechte Pedalarm. Das sind ca. 3 mm Aluminium einer Shimano-Deore Kurbel, die da ihren Zusammenhalt verloren haben. Unglaublich. Das Rad haben wir 2004 gekauft. Es hat gute Dienste getan. Sollte ich den Antrieb nicht mehr oder nur mit hohen Kosten wechseln können, so wird dieses Alltagsrad nach mehr als 10 Jahren außer Dienst gestellt.

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Pedalarmbruch

Radelt schön vorsichtig und passt auf euch auf.