Unser Töchterchen wird 25 und wir bekommen sogar ein Geschenk. Am Sonntag nach der Feier nimmt sie uns mit zum Wandern in das Elbsandsteingebirge. Um 7:50 Uhr startet der Wanderexpress „Bohemica“ ab Dresden Hauptbahnhof.
Die Kinder haben Frühstück und Kaffee dabei. So wird die Fahrt durch das Elbtal kurz. In Schöna steigen wir aus und setzen über die Elbe nach Hrensko über.
Im letzten Jahr waren wir am kleinen Prebischtor. Es entspricht uns, dass wir auch das große Prebischtor sehen wollen. Da wir etwas gehandycapt sind, wollen wir den Weg möglichst kurz halten und nutzen ab Hrensko den Bus. Einen Euro zahlen wir für die vier Stationen. Nach einem kräftigen Anstieg sehen wir dann die größte natürliche Sandsteinbrücke Europas.
Von oben sieht diese geologische Besonderheit noch beeindruckender aus.
Zurück wandern wir entlang der Elbe bis Schmilka und nehmen dort die Fähre. Diese Fähre ist übrigens im Bahnticketpreis enthalten.
Wir sitzen gerade im Zug und ein Gewitter geht nieder. Das Elbsandsteingebirge und speziell das Prebischtor ist einen Besuch wert. Danke liebe Kinder für den schönen Tag.
Bisher haben wir das Schloss Plötzkau nur auf einem braunen Schild auf der A14 zwischen Halle und Magdeburg wahr genommen.
Heute ist alles viel schöner. Wir kommen aus Halle und radeln auf dem Saaleradweg. Vor Plözkau mäandert der Saaleradweg wunderschön auf dem Deich. Vor uns taucht das echte Schloss Plötzkau auf.
Bereits seit 1049 gibt es hier eine Ritterburg. Wir biegen ab und wollen uns einen „Salzländer Kulturstempel“ holen. Ein paar steile Meter müssen wir bergauf. Der Stempelkasten befindet sich frei zugänglich auf einer Art Parkplatz vor dem Eingang zum Schloss.
Hurra, jetzt haben wir den begehrten Salzländer Kulturstempel #40. Für den Trägerverein des Schlosses ist es bestimmt nicht leicht, eine so große Burg zu unterhalten.
Nur wenige Kilometer weiter und man kann kurz vor Gröna auf einem Schiff lecker Kaffee trinken. Es ist echt schön hier.
Wir wandern im Harz. Am Wegesrand liegen viele Holzstapel.
Die Stämme sind auf Längen zwischen 6 und 20 Metern zugeschnitten. 20 Meter Langholz sind das Maximum, welches auf deutschen Straßen transportiert werden darf.
„Hallo Reisegruppe Holz!“
Manche „Reisegruppe Holz“ ist sogar mit elektronischer Polterüberwachung, also einem GPS-Tag unterwegs.
Und was ist so ein Stamm Fichte wert? Ein Stamm Langholz soll ca. 100,- Euro wert sein. Weiß jemand Genaueres? Wir freuen uns über Kommentare.
Natürlich haben wir im Harz nicht nur „Holzstapel“ geguckt. Auf unserem Weg stempelten wir vier Harzer Wandernadeln. Was für ein Spaß?
HWN 207 – Mausoleum
HWN 199 Bismarckturm Opperode
HWN 180 – Alter Kohlenschacht
HWN 204 – Selkesicht
Wann wart ihr das letzte mal wandern? Bitte bleibt neugierig.
Ja, wir gucken gerne nach unten und ihr ja auch. So haben sich wieder einige schöne Fotos von Gullydeckeln angesammelt, als da wären:
Vancouver
Highway 99 in Vancouver
Calgary
Bow River vor Calgary
Victoria
Parlament von British Columbia
Magdeburg von Andreas
Magdeburg Rathaus
Kühlungsborn von Monika und Jürgen
Kühlungsborn
Vielen Dank an Monika, Jürgen und Andreas für die Fotos. Wir freuen uns immer darüber, also gerne mehr davon. Es gibt so viele Gullydeckel zu entdecken …
Vor ziemlich genau einem Jahr schrieben wir über diesen Hungerstein.
Der Elbepegel stellte am 1. August 2019 beinahe einen neuen Minusrekord auf. Der Pegel an der Strombrücke in Magdeburg zeigt 45 cm. Einen Zentimeter weniger als 2018. Anders als beim Hochwasser zählt dieser Wert noch nicht als Rekord. Beim Niedrigwasser, muss dieser Wert mindestens einen Tag Bestand haben. Egal, wir dachten, das passiert so bald nicht wieder. Weit gefehlt.
August 2018
9. August 2019
Den Hungerstein entdeckten wir tatsächlich etwas verblichen auch wieder.
Ich wollte dich doch nicht wieder sehen. Was kommen noch für Rekorde?
Auf den vielen Kilometern, die wir durch Kanada (Alberta und British Columbia) geradelt sind, hatten wir beinahe immer eine breite „Schulter“ am Straßenrand, auf der wir ohne Schlaglöcher und unbedrängt radeln konnten.
Auffällig und sehr gut fühlbar war, dass es zwischen dem Randstreifen und der Fahrbahn oft eine eingeprägte Struktur gibt.
Somit fällt es den Autofahrern, aber auch uns Radfahrern sofort auf, wenn man unbeabsichtigt in den anderen Bereich kommt.
In Kanada darf man maximal 110 km/h, in manchen Provinzen auch nur 100 km/h fahren. Die Limits sind in Kilometer je Stunde ausgeschildert. Obwohl die Geschichte britisch ist und der große Nachbar in Meilen ausschildert sind die Limits in Kilometer je Stunde ausgeschildert. Das hat uns überrascht. Weiß jemand, warum das so ist?
Die Autofahrer halten sich an die Limits und halten auch ganz überwiegend Abstand zu uns Radfahrern. Das ist sehr beruhigend.
In Deutschland erleben wir die Einhaltung von Tempolimits, angemessenen Abstand und Rücksichtnahme leider oft anders. Deutschland ist übrigens neben Afganistan und Nordkorea eines der wenigen Länder ohne Tempolimit.
Die Rücksichtnahme haben wir nicht nur in den dünn besiedelten Weiten, sondern auch im dichten Verkehr von Millionenstädten erfahren.
In Vancouver haben wir mehrfach erlebt, dass ein bloßes Halten von uns am rechten Straßenrand den Verkehrsfluss auf einer vierspurigen Straße gestoppt hat. Wir wollten uns am Straßenrand klein machen und stille vor der nächsten Kreuzung orientieren. Die kanadischen Autofahrer dachten, dass wir Radfahrer zwischen zwei Blocks die Straße überqueren wollten und hielten höflich an.
Stellt euch vor, in Berlin, Köln oder Hamburg halten die Autofahrer 80 Meter vor einer Ampel um rücksichtsvoll Fußgängern oder Radlern das Queren der Straße zu ermöglichen. Sehr cool.
Das absolute Stadtzentrum von Vancouver ist für den Autoinduvidualverkehr gesperrt. Hier ist Platz für den ÖPNV, Fußgänger und Fahrradfahrer.
Wie schon berichtet, können die Bürger ihre Räder kostenfrei an den Bussen mitnehmen. Ebenfalls sehr cool.
Fazit: Wir haben uns als Radler in Kanada immer sicher und gut beachtet gefühlt. Es war halt nur manchmal verdammt weit bis in das nächste Dorf.
… war aufregend. Wir haben unser „kleines“ Gepäck über knapp 1.700 Kilometer transportiert. Was für eine tolle Tour? 🙂
Zu unserem „kleinen“ Gepäck gehörten keine Fahrradcartons oder Bikeboxen. So entschieden wir uns wieder für den Folientrick.
Im Baumarkt erwarben wir zwei Rollen Stretchfolie à 305 Meter. Das war gar nicht leicht. Ich fragte einen Mitarbeiter: „I’m searching for „strech wrap“. Please help me.“ Das Personal blickte ohne Idee. Mit Händen und Füßen versuchte ich zu erklären. Irgendwann kam die Erkenntnis. Sie suchen E-zee Wrap. Ja, wenn das hier so heißt.
Auf dem Flughafen wickelten wir rund 100 Meter Folie um jedes unserer Räder. Guten Mutes begaben wir uns zum Check in.
„Sie haben keinen Karton. Da können wir die Räder nicht mitnehmen.“
Schweiß bricht aus. Es sei doch unser Risiko, wenn die Räder kaputt gingen. Das wäre nicht das Problem, unsere Räder könnten ja gerne kaputt gehen, aber da sie unverpackt seien, könnten ja die Flughafengeräte kaputt gehen.
Wir gingen zurück zum KLM-Check In und konnten den KLM-Mitarbeiter überreden. Wir mussten Unterschriften leisten, dass wir auf Regress verzichten. Das war für uns ok. Wir bekamen unsere Luggagebadges und es ging zurück zur Sperrgepäckaufgabe.
Der Sperrgepäckchef meinte trotzdem:
„Sie haben keinen Karton. Da können wir die Räder nicht mitnehmen.“
Mit Engelszungen versuchten wir den Sperrgepäckchef zu überzeugen. Irgendwann hatten wir einen Kompromiss. Wir müssten einen KLM-Mitarbeiter gewinnen, der unsere Räder durch den Flughafen zum Flieger bringen würde.
Es ging wieder zurück zum KLM-Check in. Dort baten wir wieder um Hilfe. Da wir das KLM-Personal schon gewonnen hatten, sicherten sie Hilfe zu. Wir mussten am Check in warten.
Irgendwann kam tatsächlich ein KLM-Mitarbeiter, der wortlos unsere Räder nahm und durch die Tiefen des Flughafens transportierte. Die Folie wurde noch einmal für die „Chemikalienschnüffelsensoren“ eingerissen und nach negativem Test waren alle zufrieden. Puh. was für eine Aufregung?
Tschüss liebe Räder. Ihr habt uns gut durch die Rockies gebracht. Wir sehen uns in Berlin wieder.
Bis auf kleine „Schürfwunden“ kamen unsere Räder gut in der Heimat an.
In Vancouver könnten wir mit jedem Bus unsere Fahrräder kostenfrei mitnehmen.
Jeder Bus hat diesen Fahrradträger. Die Menschen stellen vor Fahrtantritt ihr Rad selber auf den Träger und nehmen ihr Rad nach der Fahrt auch wieder selber herunter. Hallo deutsche Verkehrsbetriebe, nehmt euch ein Beispiel und bietet doch so einen tollen Service an! … oder kennt jemand von euch so etwas in Deutschland?
Das Marine Building in Vancouver ist 1930 im Stile des Art-déco erbaut. Die Eingangshalle ist wie ein Tempel. Die Wände sind aus Holz und die Aufzugstüren aus Messing.
Über dem Aufzug zeigen Lämpchen an, wo sich die Aufzüge gerade befinden. Sehr cool.
2010 fanden in Vancouver olympische und paralympische Winterspiele statt. Hier brannte das olympische Feuer.
Wir schlafen noch einmal in einer HI-Herberge im absoluten Stadtzentrum in einem eigenen Zimmer mit eigenem Bad.
Man sieht in Vancouver auch spannende Ecken. Wie heißt es: „Platz ist auf dem kleinsten Container.“
Für uns wird es wieder Zeit an der Uhr zu drehen und sich wieder der Mitteleuropäischen Sommerzeit anzuschließen.
Diese Uhr im Stadtzentrum von Vancouver ist nicht irgendeine Uhr. Es ist die weltweit erste Dampfuhr. Sie wird mit Wasserdampf aus dem Fernheizungssystem der Stadt aufgezogen. Das hatten wir gedacht, aber die wirkliche Dampfuhr steht ein paar Meter weiter. Das ist sie nicht. Hat jemand ein eigenes Foto für unseren Blog, gerne?
Mit dem fahrerlosen SkyTrain geht es zum Flughafen. Knapp 70 Kilometer ist das Streckennetz des SkyTrain. Damit ist SkyTrain das größte fahrerlose Verkehrssystem der Welt und das seit 1986. Es geht doch.
Ein Flughafenticket kostet übrigens 4,80 kanadische Dollar, ca. 3,30 Euro. Das Fahrrad ist kostenfrei inclusive. Wir finden das ok.
Unsere drei Wochen im Südwesten Kanadas waren beeindruckend, spannend und schön. Kurz, es war cool. Zu Hause basteln wir noch eine Streckengesamtübersicht, nicht nur für den Blog, sondern auch für uns. Fragen? Immer gerne.
In rasender Abfahrt ging es aus den „Cascades“ 1.300 Meter abwärts nach Hope. Sofort wurde es warm.
Den Fraser River trafen wir auch wieder. Oh, ist der groß geworden.
Vor ein paar Tagen saß Frau Traumradlerin noch an diesem Fraser River.
Wir wollen nach Vancouver Island. Dazu müssen wir mit der Fähre von Tsawwassen übersetzen.
„Schaue mal, da gibt es gar nicht weit weg einen Zipfel USA, Point Roberts.“
„Länderpunkt, für Washington?
„Ja, das machen wir.“
Warum gibt es eigentlich so einen kleinen Zipfel USA direkt südlich des 49. Breitengrades?
Das liegt am „Oregon Kompromiss“. Diesen haben Großbritannien und die USA am 15. Juni 1846 geschlossen. Er legt fest, dass der 49. Breitengrad die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich auf dem amerikanischen Festland markiert.
Wie üblich gibt es Ausnahmen, zu denen Vancouver Island gehört. Es wurde vollständig den Briten zugesprochen, obwohl es sich über den 49. Breitengrad hinunter nach Süden erstreckt. Eigentlich wollten die USA viel mehr. Ein Wahlkampfslogan war damals „Fifty-Four Forty or Fight“ („Vierundfünfzig Grad, vierzig Minuten oder Krieg“).
Zur Markierung wurden Obelisken entlang des 49. Breitengrades und damit entlang der Grenze gesetzt. Den ersten und westlichsten Obelisken haben wir gefunden. Links ist übrigens Kanada.
Nach einer knappen Stunde beendeten wir unseren Besuch in den Vereinigten Staaten von Amerika und reisten mit unseren Fahrrädern wieder offiziell nach Kanada ein.
Ich hatte übrigens gar nicht damit gerechnet, dass die Amerikaner für die paar Quadratmeter Zipfel ihren gesamten Migrationzauber mit Foto und Fingerabdrücken durchführen. Da habe ich mich aber geirrt.
Die Fährfahrt nach Vancouver Island war entspannt und am nächsten Tag legten wir einen Sightseeing Bustag in Victoria ein. Dann planen wir noch einen Tag für Vancouver. Mit ganz viel neuen Eindrücken von einer tollen Fahrradtour durch die Rockies geht es dann auf die Heimreise. Also auf in die Hauptstadt und die größte Stadt von BC.
Die gestrige Königsetappe mit vielen Höhenmetern und großen Crossanteilen hat doch ein wenig Eindruck auf uns gemacht. Regelmäßige Rasten sind heute vorprogrammiert. Im sehr hübschen Hedley kamen wir mit Doug und Mike, den Ladenbesitzern des Hedley Country Market ins Gespräch. Mike führte uns ein kleines Kinderfahrrad für seinen Sohn vor. Kurze Zeit später, wir radelten gestärkt wieder auf dem Highway, hielt ein Pickup neben uns. Es war Mike und er fragte, ob er uns nach Princeton fahren könnte.
Wir hatten stetigen, frischen Gegenwind. So nahmen wir sein Angebot gern an. Im Auto unterhielten wir uns über Hochzeiten auf Kuba und ein wenig über Weltpolitik. Wie schnell doch 30 Kilometer vergehen können. Danke lieber Mike und Grüße nach Hedley.
Wir haben gelernt, dass es neben den Rockies auch noch die Cascades gibt. Das Kaskadengebirge hat mit dem 4392 Meter hohen Mount Rainier auch hohe Berge zu bieten. Also ging es hinter Princeton noch einmal durch Gebirgslandschaft und schneebedeckte Berge nach Mannings Park. Morgens war es hier doch recht frisch. Mit Frost hatten wir eigentlich nicht mehr gerechnet.
In unserer Tierlotterie gibt es heute einen Pfeifhasen zu gewinnen. Der Kleine saß zwischen dunklen Steinen und genoss die Wärme der Sonne. Dabei pfiff er sein Lied, sonst hätten wir ihn nie gesehen. Erst schaute er ganz vorsichtig.
Dann ließ er sich auch mal komplett fotografieren.
Wir sind gar nicht weit von den USA weg. Wollen wir da nicht wenigstens mal kurz gucken? Wir kommen doch hier bestimmt nie wieder her.