Geschichte erradeln – „Ich wollte, es würde Nacht oder die Preußen kämen.“

Tag drei unserer Herbstradtour.

Der Herzog von Wellington, Oberbefehlshaber der Alliierten hatte sein Hauptquartier in Waterloo bezogen. Am 18. Juni 1815 würde er mit 68.000 britischen, niederländischen und deutschen Soldaten auf Napoléon mit 77.500 französischen Soldaten treffen.

Das Zitat „Ich wollte, es würde Nacht oder die Preußen kämen.“ wird Wellington zugeschrieben. Die Preußen unter Generalfeldmarschall von Blücher waren Verbündete und stießen mit weiteren 48.000 Mann am Nachmittag zur Schlacht gegen Napoléon hinzu.

Die Franzosen verloren die Schlacht und Napoléon erlebte südlich von Brüssel sein …

Bis heute steht die Formulierung „sein Waterloo erleben“ für eine totale Niederlage.

König Wilhelm I. von Oranien ließ 1820 am Ort der Schlacht ein Denkmal errichten. In vier Jahren wurde der 40 Meter hohe Löwenhügel von Waterloo aufgeschüttet.

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Erbeutete französischen Kanonen und Waffen vom Schlachtfeld bei Waterloo wurden eingeschmolzen. Aus ihnen wurde der Löwe auf dem Hügel gegossen.

Nachdem wir uns umgeschaut und einen Regenguss abgewartet hatten, machten wir uns auf den Weg nach Brüssel.

Gab es da nicht ein Lied von ABBA …

My my
At Waterloo Napoleon did surrender
Oh yeah

Bitte bleibt neugierig.

nächste Etappe zur Zimmeruhr
eine Etappe zurück 

31. Dezember 2018 – Finale unserer Landkreischallenge

Seit Frühjahr 2016 läuft unsere Landkreis- Challenge. Wir durften uns inzwischen über 194 Fotos von unterschiedlichen Landkreisgrenzschildern mit Fahrrädern freuen. Hier sind die drei jüngsten Fotos.

Das Land ist gut beradelt. Alle „discoverten“ Landkreise sind grün eingefärbt. Bei einem „Klick“ auf das Bild kommt ihr zu einer aktiven Google-Karte.

deutschlandtour2

Einige Landkreise sind nicht mehr zu erobern. Wir vermuten, dass viele der noch nicht „grünen“ Landkreise keine Kreisgrenzschilder besitzen. Somit hat das „Wettkampfgericht ;-)“ entschieden, dass wir unsere Challenge zum 31. Dezember 2018 beenden. Bis zu diesem Termin gibt es noch Punkte für unentdeckte Landkreisgrenzschilder.

Apropos Punkte, hier kommt die aktuelle Landkreis-Challenge-Rangliste:

Platz Radler Landkreise „discovert“
1 Takeshi 66
2 Kaliumchlorid 39
3 spass.radler 10
4 Jesko 9
4 andraktiv 9
4 Uli B. 9
4 Okoloman 9
8 Zimjoa 8
9 Cathrin 7
10 Franz und Franzi 5
11 monmue 4
11 Goradzilla 4
13 Petra 3
13 Helhesten 3
15 Miriam 2
15 Marc 2
17 Herr Leone 1
17 Fabian F. 1
17 Harald Legner 1
17 Patrick 1
17 Schoeni 1

In einen Beitrag über die Challenge gehören mehr als nur drei Bilder. Also zwei Fotos von uns, außerhalb der Konkurenz, bitte schön.

Die Challenge läuft noch 103 Tage. Mal sehen, ob wir noch Bilder erhalten. Wie auf unserer Challengeseite steht, es geht um die Ehre. … und natürlich um den eigenen Spaß 🙂

Danke euch. Bitte bleibt neugierig.

Rahmen oder Ramen?

Essen ist eine wichtige Sache. Ohne Verpflegung keine Bewegung.

Unser Tag beginnt, Überraschung, mit dem Frühstück. In Deutschland gibt es meist das typische kontinentale Frühstück, Rührei mit Schinken, Brötchen oder Toast und … . Ihr kennt das.

Hier in Japan hatten wir sehr unterschiedliches Frühstück. In Tokuyama bekamen wir ein Tablett mit einer Auswahl japanischer Frühstücksköstlichkeiten. Es waren sogar mehr als sieben :-).

In den meisten Hotels gab es ein Buffet, auch hier gab es gebratene Hähnchenteile, verschiedene Fischsorten, roh oder gebraten, Meeresfrüchte im Teigmantel, Bohnenkeime in Sojasoße, Frühlingsrollen, verschiedene Sorten Reis und Nudeln, aber auch Rührei, Schinken, Würstchen. Weiche Brötchen und viele kleine Gebäckteilchen. Japaner mögen es süß. Joghurt und Müsli konnte man auch wählen. Saft, Milch und ganz wichtig: Kaffee waren immer ausreichend vorhanden. So konnte der Radtag beginnen.

Tagsüber leben wir von dem, was uns in den Supermärkten – das waren FamilyMart, 7-Eleven und Lawson – angeboten wurde. Am wichtigsten waren Milch und Kakao sowie Cola. Alles schön gekühlt. Und es gab eine heiße Theke, in der immer gut gewürzte Hähnchenteile auf uns warteten.

Aufreißen und reinbeißen.

Außerdem lagen in der Kühltheke verschiedene frisch verpackte essfertige Gerichte, die man sich im Laden in der Mikrowelle erwärmen lassen konnte. Da es außerdem eine klimatisierte Sitzecke gab, blieben wir zum Verzehr im Laden. Bei hohen Außentemperaturen war das eine Wohltat. Das machten einige Japaner auch so, aber viele blieben im Auto bei laufendem Motor – damit es im Auto schön kühl bleibt – sitzen und aßen dort zu Mittag. Klimatechnisch ist das der Wahnsinn.

Da es in Japan auf den Straßen keine Mülleimer gibt, war es spannend mit anzusehen, wie jeder nach dem Essen ordentlich seinen Müll trennte und im Laden in die passenden Behälter warf.

Da bei 35°C kaum noch kühlender Fahrtwind zu spüren ist, auch nicht, wenn man schneller fährt :-), brauchten wir unsere Pausen nach etwa 10 bis 15 km. Dann gab es mindestens ein Getränk zum Abkühlen. Wir trinken jeder etwa 4 l während der Fahrt.

Abends ging es auf die Suche nach einer Gaststätte. Getreu dem Motto „in einer vollen Gaststätte schmeckt es bestimmt gut“ haben wir uns unter die Japaner gemischt und gut daran getan.

In Tokuyama waren Einheimische im Ramenrestaurant schnell daran interessiert, mit uns zu erzählen. Wir zählten dann gemeinsam von eins bis zehn, sie in Deutsch und wir in Japanisch. Lustig war es. Ching lud uns dann gleich auf Ramen ein, dünne Nudeln in einer würzigen Suppe mit einem rohen Ei. Der Ramen wird mit Eieruhr serviert. Drei Minuten läuft die Eieruhr, dann kann man den Deckel abnehmen und voila, die Nudeln sind gut.

Ching besorgte mir noch eine Gabel, die ich dankend ablehnte, denn in Japan kriegt man so was mit Stäbchen hin. Das sieht auch lustig aus, aber ich glaube, sie fanden es gut, dass wir die Stäbchen genutzt haben. Im Ausgleich dazu bekam Ching ein Bier und wir unterhielten uns noch ein wenig über die Fußball-WM, obwohl er eigentlich Baseballfan ist.

In Hagashiroshima blieben wir abends im Hotel, da es in Strömen regnete. Hier gab es ein Dinner, bei dem man zuerst am Automaten aussuchen musste. Wir fütterten den Automaten mit Geld und erhielten Coupons, die wir dann in der Küche abgaben und dann wurde das Gericht frisch zubereitet. Diese Automaten sind uns mehrfach begegnet.

Ein Coupon ist übrigen ein Bier wert :-).

In Imabari gingen wir in eine Izakaya, das ist DIE japanische Kneipe und der populärste Gastronomiebetrieb in Japan. Der Name setzt sich zusammen aus i(sitzen) und sakaya (Sake-Geschäft) und bedeutet damit so viel wie „Sake-Laden zum Sitzen“. Eine Familie feierte dort gerade und sie waren ganz beflissen, uns bei der Auswahl des Essens zu helfen. Fußball und Deutschland Ost und West waren gleich Thema. Es war wieder ein schöner Abend.

In Kyoto suchten wir deshalb gezielt nach einer Izakaya und fanden eine richtig volle. Die Speisekarte stand an der Wand und wir bestellten Sushi. Auch richtig lecker.

Das Bezahlen klappt übrigens immer bestens. Am Ausgang befindet sich eine Kasse, dort wird bezahlt. Meist sind die Mitarbeiter des Restaurantes so schnell, dass der Preis schon in der Kasse steht, wenn man den kurzen Weg vom Platz zur Kasse zurückgelegt hat.

Überhaupt sind sie hier mit der Bedienung äußerst schnell. Spaßig ist auch, dass es in den Gaststätten ein Echo gibt. Wenn ein Mitarbeiter einen Gruß ausspricht, schallt es plötzlich gleichlautend aus allen Ecken von den anderen Mitarbeitern zurück. Und das in sehr unterschiedlichen Tonhöhen. Wahnsinn.

Das soll es dazu erst einmal gewesen sein.

Wir haben noch ein paar Punkte auf unserer Japanwunschliste.

8. Wir stehen auf dem Fujisan.

Bitte bleibt neugierig.

<— einen Tag zurückeinen Tag weiter —>

die Burg vom Shogun bei Regen

Zuerst wollten wir keinen „Regenblog“ machen. „Jetzt schreiben die schon über’s Wetter.“ Vermutlich ist aber diese Art von Wetter doch typisch für Japan. Also haben wir uns umentschieden.

Dass es im Frühsommer in Japan zu monsunartigen Niederschlägen kommt, wussten wir. Was wir aber auf unserer Reise erlebten, überstieg das übliche Maß deutlich. Es fing an zu regnen.

Den ersten Tag radelten wir trotz Regen weiter. Nass waren wir ehe und warm war es trotzdem. Den zweiten Tag hatten wir zwei Fährpassagen und wir radelten relativ wenig.

Mit Shodoshima nahmen wir übrigens die zehnte japanische Insel unter die Räder. Auch auf den kurzen Strecken waren wir sofort nass.

Navigieren mit Geräten mit Touchdisplay war nicht mehr möglich. Unser Garmin oder auch unser Smartphone wurde in Sekunden von riesigen Tropfen getroffen, so dass wir mit unseren Fingern gar keine Chance mehr zur Bedienung hatten. Verrückt. So erreichten wir Himeji.

In Himeji gibt es eine gigantische Burg. Hier wurde „Shogun“ gedreht. Kennt das noch jemand?

Dann war unsere Toleranzgrenze erreicht. Wir legten einen Ruhetag ein. Den dritten Regentag faulenzten wir und erkundeten unbekannte und quietschbunte Einkaufspassagen.

Inzwischen hatte es komplette drei Tage unvorstellbar heftig geregnet. In einer japanischen Region wurden 263 Liter in drei Stunden gemessen. Sehr extrem.

Mehr als 100 Menschen sind in den Regionen, durch die wir gerade noch radelten wegen Erdrutschen und Überflutungen gestorben. Da beginnen wir schon, über das Thema Klima nachzudenken. Die aktuellen Regenfälle ordnen die Japaner als die schlimmste Naturkatastrophe seit dem Tsunami 2011 ein.

Die extremen Wetterlagen treffen Staaten wie Japan früher, härter und öfter. Tante Google meinte auch, dass das Radeln auf den umliegenden Straßen eher sinnfrei ist.

Wenn die Japaner eine Straße sperren, kann das auch lustig aussehen.

Wir sind froh, dass wir persönlich diese Wetterperiode gut überstanden haben. Nach dem Regen kommt wieder die Sonne. Unser nächstes Ziel ist Kyoto. Gab es da nicht das „Kyoto-Protokoll“ mit Klimaschutzzielen?

Bitte bleibt neugierig.

<— einen Tag zurückeinen Tag weiter —>

Danke an einen guten Menschen

Frau Traumradlerin stellte gestern früh ihr Fahrrad am Bahnhof ab. Sie fuhr mit dem Zug und bemerkte nicht, dass …

Am Nachmittag, kam sie wieder am Bahnhof an und fand einen Zettel in ihrem Fahrradkorb.

Auf dem Zettel stand:

„Hallo, Ihr Handy bitte beim Service Point abholen.“

Frau Traumradlerin hatte zwar ihr Handy bis dahin noch nicht vermisst, doch der Verlust wäre sehr ärgerlich gewesen.

Lieber DB-Mitarbeiter, herzlichen Dank für Ihre gute Tat!

Bitte bleibt neugierig.

Post aus dem Havelland

19 Radler haben 152 Landkreise beradelt und die dazugehörigen Kreisgrenzschilder mit Fahrrad fotografiert. Im letzten Monat verzeichneten wir bei unserer Landkreischallenge den absoluten Höhepunkt. Seit unserem Beitrag zum 100. Grenzschildfoto am 17. April sind 52 (!) neue Landkreisgrenzschildfotos hinzugekommen. Das ist echt Wahnsinn. Hier sind vier Fotos als Beispiel.

Übrigens gibt es noch mehr Teilnehmer an unserer Challenge. An manch einer Mail hängen tolle Fotos von Kreisgrenzschildern, die bereits „discovert“ wurden. Wir freuen uns über diese Mails und sagen danke.

Jetzt befinden wir uns in der zweiten Halbzeit unserer Challenge. Mehr als die Hälfte der 295 deutschen Landkreise sind von euch „discovert“. Auf unserer Deutschlandkarte sieht man das schon deutlich.

Es ist auch so, dass in einer ganzen Reihe von Kreisen keine Kreisgrenzschilder existieren. Einige von euch haben sogar zu Kreisverwaltungen Kontakt aufgenommen. Wir haben das in einem Fall auch getan. Wenn wir unsere Tochter besuchen, überschreiten wir mehrfach die Kreisgrenze zwischen Potsdam-Mittelmark, mit Kreisgrenzschildern, …

… und dem wunderschönen Havelland. Im Havelland haben wir noch nie ein Grenzschild gefunden.

So haben wir im April dem Landrat vom Havelland geschrieben und gefragt, ob es im Havelland Kreisgrenzschilder gibt und wenn nicht, ob es vielleicht in der Zukunft welche geben wird. Jetzt erhielten wir in einer netten Mail Antworten.

Nein, es gibt im Havelland aktuell keine Kreisgrenzschilder (Hintergrund dafür war eine von der Landesseite geplante Kreisfusion), aber es wird in Zukunft, vielleicht schon im Sommer, Kreisgrenzschilder geben. Momentan befinden sich die Entwürfe für die Schilder in der Feinabstimmung. Danke für die Antwort in das Havelland.

Wir haben nach wie vor viel Spaß auf unserer „Deutschlandtour“ durch die 295 Landkreise. Wir freuen uns über jedes Foto und jede Geschichte. Selber schauen wir natürlich auch an den Straßenrand. So fotografierten wir auf unserer letzten Tour (außer Konkurrenz) diese zwei Grenzschilder.

Bitte bleibt neugierig und vielleicht radelt ihr ja auch mal zufällig an einem Kreisgrenzschild vorbei :-).

zur Challengeseite

Danke für 100 (!) Fotos von Landkreisgrenzschildern

Schild 96

Es gab einen harten Kampf um den Landkreis Fulda. Mehrere Teilnehmer der Challenge waren in einer viel größeren Mission, dem „Candy B. Graveller“ unterwegs. So trug es sich zu, dass wir erstmals am selben Tag vom selben Landkreis ein Foto erhielten. So mussten wir auf die Zeitstempel schauen. Takeshis Mail erreichte uns am 14. April um 16:06 Uhr nur wenige Stunden vor Jeskos Kommentar. Glückwunsch Takeshi zum Landkreis Fulda.

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Fulda geht am 14.04.18 an Takeshi

Schild 97

Ganz weit im Süden ist monmue fleißig und hat innerhalb von sechs Tagen bis zum 14. April den 8. Platz erkämpft. Danke für das Foto vom Grenzschild des Landkreises Konstanz.

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Schild 98

Okoloman will den 8. Platz nicht kampflos aufgeben und ist am 15. April mit der Eroberung des Ostalbkreises wieder alleiniger Achter. Danke und Grüße.

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Schild 99 und 100

Jetzt scheint es täglich neue Eroberungen zu geben. Uli B. gewinnt am 16. April die Grafschaft Bentheim und den Landkreis Emsland. Herzlichen Dank.

 

Das Schild vom Landkreis Emsland ist in unserer Challenge das 100. (!) Kreisgrenzschild. Uns macht es riesigen Spaß von uns bekannten und auch manchmal unbekannten Landkreisen zu lesen. Danke euch Teilnehmern und Lesern.

Bitte bleibt neugierig und vielleicht radelt ihr ja auch mal zufällig an einem Kreisgrenzschild vorbei :-).

Hier geht es zu unserer Challengeseite.