Schweinepest und Braunkohle

Es gibt Grenzen. Sie teilen unser Land. Zwischen Sachsen und Brandenburg radeln wir etliche Kilometer entlang von Zäunen und anderen Grenzschutzeinrichtungen.

Es geht um den Schutz vor der afrikanischen Schweinepest. Wir hatten das Thema gar nicht im Blick. Über viele Kilometer Zäune zu bauen, scheint aber nötig zu sein.

Weiter führt uns unser Weg nach Spremberg. Hier schauten wir uns den Bismarckturm an.

Weiter ging es zum Braunkohletagebau Welzow-Süd. Am meisten hat uns seine gigantische Größe beeindruckt.

Das Kraftwerk Schwarze Pumpe braucht „Futter“.

Direkt neben dem Tagebau radeln wir durch jungen Wald. Schilder und Gedenksteine erinnern an die abgebaggerten Dörfer.

Wenn wir zu Hause den Herd einschalten und kochen, denken wir nicht an den dafür nötigen Aufwand. Wir müssen Wege finden, unsere Ressourcen mehr zu schonen. Beeindruckend ist so ein Tagebau aber auf jeden Fall.

Bitte bleibt neugierig.

Erstmals Begrüßungsschilder im Landkreis Oder-Spree

Die Märkische Oderzeitung berichtete am 9. September 2020: Der Landkreis Oder-Spree stellt als identitätsstiftende Maßnahme Begrüßungsschilder auf. Die Schilder werden an der B1 bei Schöneiche, der B 246 bei Storkow, vor Müllrose und Brieskow-Finkenheerd, an der B 112 beim Amt Neuzelle, an der B168 in der Gemarkung Friedland und kurz vor Mittweide zu finden sein.

Unter dem Motto #landkreischallenge4ever rufen wir auf, uns ein Foto mit Fahrrad vor einem dieser neuen Begrüßungsschilder an …

deutschlandtour@traumradeln.de

… zu senden oder in einem Kommentar zu verlinken. Wir würden das soooooo toll finden … und im Beitragsbild müssten wir nicht das Bild eines anderen Landkreises zeigen.

Wir waren übrigens nicht untätig und haben in den letzten Wochen zwei Landkreise „discovert“, aber eben nicht den Landkreis Oder-Spree.

Bitte bleibt neugierig.

Klick für alle Landkreise und ihre Begrüßungsschilder

Besuch bei Ribbeck in Ribbeck im Havelland

’s ist Birnenzeit —- Das wunderbare Gedicht über den alten Ribbeck auf Ribbeck im Havelland in desssen Garten ein Birnbaum stand …

… hat einen unglaublichen Zauber. Er berührt uns so sehr, dass wir von Spandau einen kleinen Ausflug nach Ribbeck unternahmen. In Nauen machten wir unseren ersten Fotostopp für eine preußische Postmeilensäule und einen Gullydeckel.

Dann sahen wir das Schloss Ribbeck …

Schloss Ribbeck

… und gleich dahinter die alte Dorfkirche, an deren Seite der Segen spendende Ribbecksche-Birnbaum steht.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Theodor Fontane

Was für ein schöner Gedanke!

Bitte bleibt neugierig und nascht ’ne Birn.

Unsere „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ #3 – Die Prignitz

Die Prignitz gehört zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Deutschlands.

Die Bevölkerungsdichte des Landkreises Prignitz lag Ende 2016 bei nur 36 Einwohnern je Quadratkilometer. Im Bundesdurchschnitt leben in Deutschland ca. 230 Einwohner je Quadratkilometer.

Auf unseren Radtouren schauen wir uns nach Bismarcktürmen um. Auf dem heutigen Brandenburger Gebiet existieren noch acht von ehemals elf Bismarcktürmen. Davon steht genau einer in der Prignitz und zwar in Pritzwalk.

Im Jahre 1905 wurde der Bismarckturm für den ersten Kanzler des Deutschen Kaiserreichs eingeweiht. Der Turm wurde im neugotischen Stil erbaut und wurde 1994 sehr schmuck renoviert.

Am Turm konnten wir die Wappen der Ostprignitzer Städte, Adelsgeschlechter und Stifte in restauriertem Zustand bewundern.

Auf dem Weg fiel uns der Kleinbahnbahnhof Mesendorf mit vielen toll restaurierten Eisenbahnwaggons auf.

Auf dem Prignitzer Kleinbahnnetz schnauft die Kleinbahn „Pollo“. Den Namen „Pollo“ hatte die Bahn schon 1897 zur Eröffnung erhalten. Bei der ersten Fahrt soll der Hund des Dannenwalder Försters namens „Pollo“ den vorbeifahrenden Zug laut angebellt und ihm nachgelaufen sein.

Zum Entschleunigen scheint die Prignitz ein guter Ort.

Route und Links zu noch mehr Beiträgen unserer Pfingstradtour

zu noch viel mehr Bismarcktürmen

Unsere „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ #2 – Treffen mit Lenin

Fürstenberg/Havel war eine Garnisonsstadt. Die 2. Garde-Panzerarmee der Roten Armee hatte hier ihr Hauptquartier. Bis zu 30.000 Soldaten taten weit weg von ihrer Heimat, in dieser kleinen brandenburgischen Stadt, ihren Dienst. Heute sind davon nur überwucherte Spuren und ein paar gelb getünchte Häuser zu finden.

Ein verlassenes Wachhäuschen wies uns den Weg. Vor dem ehemaligen Offizierskasino trafen wir dann ihn, den verwitterten Lenin.

Auf dem Marktplatz von Fürstenberg gönnten wir uns zwei halbe Hähnchen, „Kaffee to go“ und Kuchen. Wir radelten weiter und standen plötzlich vor den Resten des Konzentrationslagers Ravensbrück.

Es ist unglaublich, wie viele Eindrücke so nahe beieinander liegen können.

Bitte bleibt neugierig.

unsere Pfingstradrunde 2020 in der Übersicht oder zu einem anderen „lost place“ in Fürstenberg

Unsere „Wanderung durch die Mark Brandenburg“

„Da lag er vor uns, der buchtenreiche See, geheimnisvoll, einem Stummen gleich, den es zu sprechen drängt.“

„Und nun setzten wir uns an den Rand eines Vorsprungs und horchten in die Stille.“ Theodor Fontane

Es war grandios.

Bitte bleibt neugierig.

noch mehr aus der Mark

Lenin ist immer noch da

Am 22. April 1870 wurde Wladimir Iljitsch Uljanow in Simbirsk an der Wolga geboren. Als Lenin ging er in die Geschichte ein. Gestern wäre Wladimir Iljitsch Lenin 150 Jahre alt geworden. Schauen wir uns um, treffen wir auf Spuren von Lenin. Da radelten wir nach Oschersleben und trafen Lenin etwas verkitscht in der Ostalgiekantine.

Oschersleben
Lenin weist den Weg

In der Fachhochschule Brandenburg begegneten wir im Treppenhaus ebenfalls dem Genossen.

Auf unserer Tour „Auf nach Balkanien“ unterhielten wir uns mit Herrn Lenin und anderen Genossen, die etwas abgestellt wirkten, auf einem Hinterhof.

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Lenin in Tirana

Egal, wie man zu Lenin steht. Er ist Teil der Weltgeschichte. Der eine oder andere seiner Sprüche ist vielleicht auch bekannt.

„Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser.“

Falls ihr Spuren von Lenin begegnet, freuen wir uns über ein Bild oder einen Kommentar.

Bitte bleibt munter und neugierig.

Übrigens trafen wir auf Kuba auch auf „Lenin“.

 

Sachsens Glanz

Letztes Wochenende waren wir mal wieder zu Besuch im schönen Sachsen. Natürlich sind die sächsischen Postmeilensäulen prächtiger als die preußischen. So schauten wir uns ein wenig um und lichteten eben solche schönen Messpunkte in Moritzburg, Radeberg und Ortrand ab.

14 dieser Schmuckstücke haben wir inzwischen auf unserer Karte. Die Symbole für die sächsischen Postmeilensäulen sind nach der Farbe Sachsens grün.

Schön, dass es Menschen gibt, die sich um den Erhalt oder die Nachbildung dieser früheren Gebührenzähler kümmern.

Bitte bleibt neugierig.

Prignitz, jetzt auch mit Schild – Neues von der Landkreischallenge

Inzwischen wurden im Rahmen unserer Landkreischallenge 193 bundesdeutsche Landkreise entdeckt und fotografiert. Der letzte „eroberte“ Landkreis war der Landkreis Karlsruhe.

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Karlsruhe am 25.07.18 an Okoloman vergeben

Da wir in Deutschland nur 295 Landkreise haben, verwundert es nicht, dass sich nun unser Blick auch auf die Landkreise ohne Willkommensschilder richtet. Das Aufstellen und Pflegen von Kreisgrenzschildern ist eine freiwillige Leistung der Kreise. So ist es auch in Ordnung, wenn Kreise, wie zum Beispiel der Landkreis Hildesheim, auf diese Art der Begrüßung verzichten.

Umso mehr freuen wir uns, wenn es doch Kreise gibt, die sich Willkommensschilder neu leisten. So geschah es am 1. August 2018 im Landkreis Prignitz. An sieben Bundesstraßen, die in die Prignitz führen, gibt es nun Willkommensschilder. Tata!

Die beiden Fotos hat uns der Landkreis zukommen lassen. Wir sagen herzlichen Dank dafür. Toll finden wir auch, dass hinter der Finanzierung der Begrüßungsschilder auch privates Engagement steckt.

Wir haben nun dem Landkreis Prignitz die Farbe „Gelb – Kreisgrenzschilder sind in Planung“ wieder entzogen.

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Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Prignitz die Farbe „Grün – Kreisgrenzschild ist mit Fahrrad fotografiert“ erhält.

„Schatz, wollen wir nicht mal in die Prignitz radeln?“

Bitte bleibt neugierig.

Post aus der Prignitz – Neues von der Landkreischallenge

21 Radler beradelten inzwischen 192 Landkreise und fotografierten die dazugehörigen Kreisgrenzschilder mit Fahrrad. Hier ein paar Beispiele der letzten Tage.

Wir finden das nach wie vor total spannend.

Nicht alle Landkreise besitzen Kreisgrenzschilder und einige von euch haben bei Landräten und Amtsleitern nachgefragt, ob es es nicht vielleicht Pläne gibt, in der Zukunft Kreisgrenzschilder zu errichten. Danke für eure Informationen. So können wir Kreise ohne Schild auf unserer „Challengekarte“ rot einfärben.

Auch wir haben hier und da mal einen Kontakt aufgenommen. Am 19. Juni erhielten wir „Post“vom Landkreis Prignitz. Darin heißt es:

„Der Landkreis Prignitz hat keine Landkreisgrenzschilder.

Noch nicht.

Wenn Sie im Sommer noch einmal durch die Prignitz fahren, wird sich ein anderes Bild zeigen: Wir sind gerade in der Feinabstimmung zur Aufstellung dieser Willkommensschilder, wie wir sie nennen. Diese werden an den Bundesstraßen, die in die Prignitz führen, installiert. „Willkommen im Landkreis Prignitz“ heißt es dann zum Beispiel an der B103 von Kyritz aus oder auf der B 189 von Heiligengrabe aus. Wenn Sie aus Magdeburg kommen, wird Sie nach der Elbebrücke an der B 189 eines dieser Schilder willkommen heißen. Das wird ein erster Anfang sein. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Also: Willkommen in der Prignitz! – demnächst auch mit besucherfreundlichen Begrüßungsschildern und echtem Prignitz-Wappen.“

Wir haben uns sehr über diese positive und freundliche Mail gefreut.

Wir wünschen viel Spaß mit unserer Landkreischallenge und bitte bleibt neugierig.