Am Ende ist Rost!

Uns gefällt besonders die materialsparende Hinterradaufängung. Es gilt, am Ende ist Rost (wie auch schon hier).

Bitte bleibt neugierig.

Ciclistas en Lanzarote #2

Von unserer Basis in Costa Teguise haben wir Lanzarote in „gemütlichen“ Tagestouren erkundet. Warum die Anführungsstriche? Wind ist auf Lanzarote ein Thema. Die Wetterapp sprach regelmäßig von Windgeschwindigkeiten von 30 km/h, in Böen auch gerne mehr. Zum Zweiten ist die Insel gar nicht so flach, wie man denkt. Da ist die alte Hauptstadt Teguise, sie liegt auf gut 300 Höhenmetern.

Sehr fein! Dann gibt es natürlich den Timanfaya Nationalpark.

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Ab 1730 gab es hier 6 Jahre lang ständig Vulkanausbrüche. Was für eine wüste Gegend?

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Wenn man durch die Lavafelder fährt, könnte man sich fast einbilden auf Hawaii zu sein.

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Kakteen sind genügsam. Somit wachsen sie auf Lanzerote hervorragend.

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Dieser Kaktus ist aber künstlich.Er steht vor dem Eingang des Kakteen Gartens in Guatiza. Mal sehen, ob uns noch ein paar schöne Motive vor die Kamera kommen.

Bitte bleibt neugierig 😀.

Am Ende ist Rost!

Das Frachtschiff „Telamon“ wurde 1953 in Dundee in Schottland gebaut. Auf seiner letzten Fahrt mit einer Ladung Baumstämme von San Pedro an der Elfenbeinküste nach Thessaloniki schlug es am 31. Oktober 1981 vor Lanzarote leck. Um die Mannschaft zu retten, legte es der Kapitän auf Grund. Seitdem rostet es. Wo kann man ein Wrack so nah am Ufer sehen?

Am Ende ist Rost!

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Im nächsten Beitrag radeln wir mit den Rädern über die Insel.

Bitte bleibt neugierig 😀.

Ciclistas en Lanzarote

Frau Traumradlerin hat keine Lust auf Winter. Was tun? Eine Woche im ewigen Frühling auf Lanzerote war die Lösung. Fahrrad wollten wir fahren, aber wir wollten unsere Räder dieses Mal nicht im Flieger mitnehmen. Unser Reiseanbieter sollte uns Hotel und Fahrrad direkt an einem Ort bieten.

Die schweizer Firma Huerzeler in Costa Teguise war der Anbieter unserer Wahl. Was soll ich schreiben, es war alles perfekt!

Da hängen sie, unsere Traumradelmobile in der richtigen Größe und auf unsere Sitzposition eingestellt. Trikot, Trinkflasche, Karte, Riegel, Ersatzschläuche und Luftpumpe sind im Fahrradwochenpreis von 130 Euro enthalten. Dazu haben wir die Möglichkeit, uns täglich mit Sandwiches, Isodrinks und Bananen zu versorgen.

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So sind wir komplett für unsere Radrunden ausgerüstet und der ersten Ausfahrt steht nichts im Wege. Wir radelten nach Orzola ganz an Lanzerotes Nordspitze.

Auf unserer Runde wurden wir gaaaaanz oft von superschnellen Rennradlern überholt. Die trainieren hier bestimmt alle für ihren nächsten Ironman.

Bei einem Café con Leche lassen wir den ersten Tourtag ausklingen. Mehr gibt es im nächsten Beitragnächsten.

Bitte bleibt neugierig 😀.

Teneriffa – Lost Places

Liebe Traumradelfreunde, drei Beiträge habe ich über unseren Teneriffatrip im Dezember 2015 veröffentlicht. Eigentlich wollte ich es bei dem Beitrag über die Tunnel belassen. Doch dann schaute ich mir heute noch einmal Fotos an und dachte, dass Impressionen und Kommentare über verlorene Orte doch einen Beitrag wert sein könnten.

El Gordo (N 28° 23.937 W 016° 35.152)

Auf einem Felsen nicht weit weg von Puerto de la Cruz ca. 80 Meter tiefer steht eine Ruine. Sie ist ca. 100 Jahre alt. An diesem Platz stand die erste Dampfmaschine Teneriffas. Sie pumpte frisches Wasser aufwärts. Heute ist es ein mystischer Ort.

 

El esqueleto (N 28° 27.878 W 016° 27.232)

An der Nordküste Teneriffas im Bezirk La Matanza befindet sich ein nicht vollendetes Bauwerk. Das unvollendete Gebäude ist zu einem großen Haufen Metall und Beton geworden. Die Einheimischen nennen es „Das Skelett“. Besonders haben mich die nur noch an einer Seite hängenden Decken beeindruckt.

 

Unvollendetes Hotel (N 28° 24.965 W 016° 18.038)

Unweit der Inselhauptstadt Santa Cruz kann man in einem wirklich großen unvollendeten Hotel einchecken. Es gibt keine Geländer, keine Türen und Fenster und auch nur teilweise Treppenstufen. Dafür gibt es herunterhängende Deckenteile und tiefe Löcher. Ein falscher Schritt ist hier lebensgefährlich. Das Gebäude ist seit Jahrzehnten „lost“ und in dementsprechend schlechtem Zustand. Da wollten wir natürlich hin.

 

Das Geisterdorf (N 28° 08.847 W 016° 25.969)

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts, baute man eine Leprastation. Als sie fertig war, gab es aber keine Leprakranken mehr. So wurde sie als normale Krankenstation genutzt. Zu Zeiten des Generalissimo Franco existierte hier schon ein kleines Dorf. Die Bewohner wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, damit die Armee dort einziehen konnte. Sie benutzte das Dörfchen viele Jahre, um Straßenkampf zu üben. Das Militär baute sogar zusätzliche Häuser, um es wie ein wirkliches Dorf aussehen zu lassen. Schließlich baute man sogar eine Kirche. Seit vielen Jahren wird das Gelände aber jetzt nicht mehr benutzt. So schauten wir uns um.

Als letztes verweise ich natürlich auf den vergessenen Staudamm, dem ich einen eigenen Artikel gewidmet habe.

Vielleicht war für euch etwas Interessantes dabei. Ganz sicher gibt es abseits der üblichen Touristenplätze eine Menge zu entdecken. Norman, Uwe, vielen Dank für die unvergessliche Woche und für eure tollen Fotos.

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Falls ihr Fragen oder Hinweise habt, immer her damit.

Bitte bleibt neugierig :-).

 

Teneriffa – Tunnel und Barrancos

Liebe Traumradelfreunde, mein Blog verweilt noch etwas im alten Jahr. Nachdem es im letzten Beitrag um den Aufstieg zum Teide ging, geht es heute um Tunnel und Schluchten. Die Schluchten heißen auf Teneriffa Barrancos.

Im Nordwesten Teneriffas fanden wir das Teno-Gebirge. Dieses Gebirge erhebt sich auf bis zu 1.345 Meter und ist von einer großen Zahl tiefer Barrancos durchzogen. Diese Barrancos fallen zur Küste hin sehr steil ab. Da kommen gerne mal 500 Höhenmeter zusammen. Der bekannteste ist wohl die Mascaschlucht, die wir auch besuchten.

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Heute sind die Ortschaften im Tenogebirge durch Landstraßen gut erschlossen. Ich vermute, dass das vor 100 Jahren noch nicht der Fall war. Wollte man damals etwas in den Nachbarort transportieren, konnte es gut sein, dass man es 500 Höhenmeter durch unwegsames Gelände hochschleppen musste, um es dann mühsam wieder ins Tal hinunterzubugsieren. Da kann man doch wirklich auf die Idee kommen, einen Tunnel durch die Bergmassive zu bauen.

Wir haben solche Tunnel gesucht. Wir haben den Eingang (GPS-Koordinaten: N 28° 15.789′ W 016° 49.665′) gefunden …

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… und wir haben den Tunnel durchwandert. Es war dunkel, stockdunkel, einfach finster. Kein Licht, gar kein Licht!

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Dieser Tunnel war ca. 1,2 Kilometer lang. Als Belohnung kamen wir am anderen Ende (GPS-Koordinaten: N 28° 16.531′ W 016° 49.791′) in eine menschenleere Schlucht, den Barranco Mancha.

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Zur Belohnung lag dort auch noch ein einsamer Cache.

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Auf dem Rückweg lag die Versorgungsleitung natürlich auf der anderen Seite.

In der Mascaschlucht gibt es einen weiteren Tunnel in den Barranco Seco. Diesen durchwanderten wir am nächsten Tag. Hier war die Herausforderung etwas größer, da in diesem Tunnel beinahe komplett ca. 20 Zentimeter Wasser standen und er außerdem auch noch länger war. Norman und ich hatten die Badelatschen dabei und wanderten also in der Finsternis.

Nein, Gollum trafen wir nicht, aber wir sahen viele Badelatschen, deren Dasein in diesem Tunnel endete. Verrückt.

Nach dem Tunnel wanderten wir die Mascaschlucht abwärts. Da mein Knie nicht stabil war, kehrte ich nach der Halbzeit um. Es ist übrigens nicht lustig, manche Touristen beim Wandern zu beobachten. Mit schlechter Kondition und genau so schlechten Schuhen, quälen sie sich von Felsen zu Felsen.

Ich hatte auf meinem Rückweg aufwärts viel Zeit und schloss Freundschaft mit einem hühnergroßen Vogel.

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Erst fremdelte er noch etwas. Ich näherte mich langsam und wir schlossen Freundschaft. Nach vielleicht 20 Minuten guckten wir, der Vogel und ich, uns in die Augen.

In Ornithologie bin ich schwach. Weiß jemand, welcher Art dieser Vogel angehört?

In Masca setzte ich mich dann in ein Cafe und genoss die Aussicht. Ganz am Ende der Schlucht kann man das Meer sehen, wo Norman und Uwe noch wandern.

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Nun will ich zum Ende des Beitrages kommen. Wo ist der Ausgang? Aha, da ist der Ausgang.

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Es ist doch immer wieder toll, wenn man Licht am Ende des Tunnels sieht. Danke an Uwe und Peutienaar für die Tunnelfotos.

Falls ihr Fragen oder Hinweise habt, immer her damit. Und im nächsten Beitrag geht es noch einmal um richtig coole „Lost Places“.

Bitte bleibt neugierig :-).

 

Sonnenaufgang auf dem Teide

Liebe Traumradelfreunde, nachdem es im letzten Beitrag um einen Lost-Staudamm ging, geht es heute auf den höchsten Berg Spaniens, den 3.718 Meter hohen Teide.

Am 7. Dezember kurz vor 10 Uhr parkten wir unseren kleinen Mietwagen auf 2.360 Metern Höhe. Vom Parkplatz hatten wir einen Blick auf die Montaña Blanca. Huh, es ist kalt, so um die 6 Grad. Nun packten wir die Rucksäcke. Einen kompletten Tag, ca. 24 Stunden, sollte unsere Wanderung dauern. Wir nahmen viel Wasser mit.

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3 Rucksäcke und 6 Stöcke auf Wanderschaft

Anfangs ging es sehr flach durch helle Vulkanlandschaft. Daher kommt auch der Name Montaña Blanca.

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Norman und Uwe auf dem Weg zum Gipfel

Nach einiger Zeit lagen rechts und links schwarze Gesteinsklumpen.

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Huevos del Teide

Wir befanden uns nun auf ca. 2635 m über dem Meeresspiegel. Um uns herum lagen unterschiedlichen große Kugeln aus Lava, die sogenannten Eier des Teide (Huevos del Teide). Wie sind die Lava-Eier hier her gekommen? Dazu gibt es zwei Theorien.

Die eine Theorie besagt, dass es sich bei den Lava-Eiern um vulkanische Bomben handelt. Diese Bomben wurden bei einem Vulkanausbruch ballistisch herausgeschleudert.

Die zweite Theorie ist komplizierter. Beim Ausbruch des Pico del Teide wälzten sich Lavaströme den Hang hinab. Während diese Lava allmählich den Krater hinunter floss, lösten sich Teile dieser noch weichen Lava. Diese Teile rollten den sehr steilen Hang hinunter. Durch ihre warme und klebrige Oberfläche nahmen sie immer mehr vulkanisches Gestein auf und wuchsen auf mehrere Meter Größe heran. Man kann sich das, wie beim Bau eines Schneemanns vorstellen. Die Schneekugel wird beim Rollen immer größer. Nach einer Weile kamen die Lava-Eier an einer flacheren Stelle zum Liegen. Voilà, wir haben das Feld der Eier.

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Norman untersucht die „Eier des Teide“

Faszinierend!

Irgendwann erreichten wir den schwarzen und felsigen Krater und es wurde richtig steil. In engen Serpentinen ging es bis auf 3.260 Meter zum Refugio Altavista.

Was waren wir froh, als wir das Refugio sahen.

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Unser Reiseorganisator hatte die Übernachtung schon lange angemeldet. Ab 17 Uhr öffnet das Refugio zum Einchecken und ab 19 Uhr konnten wir in die Schlafsäle. Ca. 50 Wanderer können hier in Doppelstockbetten nächtigen.

Soll ich ehrlich sein? Die Nacht war schrecklich. Ich habe fast gar nicht geschlafen. Da ich erkältet war, habe ich auch die anderen durch Schnarchen und Herumwälzen im Schlaf gestört. Gegen 5 Uhr sind wir aufgestanden und 5:45 Uhr machten wir uns an den finalen Aufstieg.

Ich hatte verdrängt, wie anstrengend so ein Marsch in Dunkelheit und Kälte ist. Norman, unser Jüngster, der an diesem Tag auch noch einen runden Geburtstag feierte, eilte voran. Uwe, leuchtete mir mit einer wirklich guten Stirnlampe den Weg. In Lichttechnik muss ich zu Weihnachten unbedingt investieren. Gegen 7:00 Uhr erreichten wir die Bergstation der Seilbahn.  Ich war kurzatmig und ein Stock brach mir ab. Es begann zu dämmern und der Gipfel kam in Sicht. Ich bat Uwe, dass er nun auch sein Tempo gehen möge und machte mich an die letzten 160 Höhenmeter.

Am Ende stand das grandiose Erlebnis des Sonnenaufgangs.

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Sonnenaufgang (Foto: Uwe)

Wir erreichten alle drei den Gipfel …

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… auf 3718 Metern Höhe. Das etrex zeigt eine nur geringfügige Abweichung mit 3720 Höhenmetern.

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Ganz schön hoch! (Foto: Norman)

Uwe hat das Gefühl auf dem Gipfel so beschrieben:

„Sonnenaufgang auf 3720m Höhe – Unbeschreiblich. Alle Anstrengungen, die Kälte, der Wind, eine Nacht ohne eine Minute Schlaf, erste Symptome von Höhenkrankheit… in dem Moment war alles wie weggeblasen. Eins der 10 Dinge die jeder gemacht haben sollte im Leben, den Sonnenaufgang auf dem Teide erleben.“

Dem will ich nichts hinzufügen.

Nach diversen Fotos und Glückwünschen machten wir uns wieder an den Abstieg zur Bergstation der Seilbahn. Diese erreichten wir definitiv zu früh. Die Spanier waren zwar da, öffneten aber keine Tür. So standen wir ca. eine Stunde vor verschlossenem Tor und warteten. Um 9:10 ging es dann mit der ersten Gondel talwärts.

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Blick auf die Bergstation der Teideseilbahn

 

Ca. 1.200 Höhenmeter, die wir gestern mit Anstrengung gewonnen hatten, gondelten wir in nur 7 Minuten nach unten.

Von der Talstation wanderten wir dann noch knapp 3 Kilometer auf der Straße, ehe wir wieder an unserem Parkplatz ankamen. Es war eine echt tolle Tour. Zur Orientierung füge ich hier den GPX-Track ein.

Da wir noch viel mehr erlebt haben, geht es auch im nächsten Beitrag um Teneriffa und zwar um Tunnel und Schluchten.

Bitte bleibt neugierig :-).