Das Jahr 2016 schließt sein Kontor

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Das Jahr 2016 geht zu Ende. Wir blicken auf ein spannendes, trauriges, anstrengendes, kurz gesagt auf ein verrücktes Jahr 2016 zurück.

Drei Traumradeln-Blog-Bilder wollen wir hier noch einmal exemplarisch hervorkramen. Wenn ihr mögt, mit einem Klick auf die Bilder kommt ihr zu den Beiträgen.

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mit den Huskys durch den Polarwinterwald
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gigantischer Lost Place – ehemalige FDJ-Hochschule
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Start unserer Radtour Magdeburg-Moskau

Vielen Dank euch Lesern und Feedbackgebern. Wir wünschen euch ein friedliches, gutes und gesundes Jahr 2017.

Wenn ihr mögt folgt uns auch 2017. Bitte bleibt neugierig :-).

 

 

Aurora Borealis

Treffen geladene Teilchen des Sonnenwindes auf unsere Atmosphäre, so beginnen Stickstoff- und Sauerstoffatome zu leuchten. Diese Erscheinung nennt man Polarlicht oder Aurora Borealis. Polarlichter treten meistens, Achtung Überraschung, in Polarregionen auf. Genug der Theorie.

Wir waren nördlich des Polarkreises und hatten einen Wunsch. Wir hofften auf klare Nächte, um vielleicht Polarlichter zu sehen. Zwei Nächte hatten wir Glück. Sie waren kalt und klar. Ich schnappte mir meine Nikon, das Stativ und ging hinaus in die finnische Nacht.

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Still lag unser stilles Örtchen unter dem Himmelszelt. Kein Licht einer Stadt störte die Aufnahme. Was ist das dort für ein grünliches Schimmern am linken Bildrand? Ja, dort im Norden schimmert die Aurora Borealis. Schnell auf den See. Dort ist freie Sicht nach Norden. Ich variierte ISO-Empfindlichkeit und Belichtungszeit.

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Durchgefroren und glücklich ging es dann in die warme Hütte ins Doppelstockbett. Drei Nächte später war es noch einmal klar. Und wieder wurden Atome in unserer Atmosphäre zum Glühen angeregt.

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Falls ihr einmal weit im Norden oder weit im Süden seid, wünschen wir euch auch solch ein Erlebnis.

Unsere Welt ist schön und faszinierend!

Bitte bleibt neugierig :-).

Von Eislöchern und Glühsocken in Finnland

Nachdem wir, wie schon im „Frischfleich-Beitrag“ beschrieben, die Huskys versorgt hatten, nahmen wir unsere Hütte in Besitz. Bei den Hütten handelte es sich um Holzhütten in idyllischer Lage im Wald am See.

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Neben dem Holzofen lag etwas Feuerholz. Außerdem standen zwei mit Wasser gefüllte verzinkte Wassereimer auf dem Ofen. Das war die Grundversorgung, die die letzte Gruppe für uns bereitgestellt hat.

In der Gruppe teilten wir uns die Arbeiten auf. Wir hackten Holz für den Ofen in der Hütte und in der Sauna. Sauna? Wir sind in Finnland. Da gehört zu jeder Hütte eine Sauna. Wir versorgten uns mit Wasser. An einer Hütte hatten wir ein Brunnenhäuschen. An einer anderen Hütte mussten wir das Wasser direkt aus dem See holen. Da es ab September friert, war die Eisschicht natürlich meterdick. Das Eisloch war schon gebohrt. Es friert natürlich immer wieder zu und musste vergrößert werden, damit wir mit einer Schöpfkelle das Wasser in den Eimer schöpfen konnten.

Eine stabile Harpune ist ein gutes Werkzeug. Außerdem wird einem warm. Auf dem Kopf seht ihr schon die sehr nützliche Stirnlampe. Sonnenuntergang war gegen 15:45 Uhr.

Die Hütten hatten keinen Stromanschluss. Allerdings gab es in einer Hütte schon den Luxus von Gaslicht. Eine Propangasflasche speiste über eine Gasleitung eine Gaslampe.

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Übrigens, verbrennt sauberes Gas fast ohne Lichtausbeute. Aus diesem Grund zieht man einen „Socken“, also Glühstrumpf über die Gasdüse. Kennt ihr das?

Durch die hohe Hitze des verbrennenden Gases beginnt der Glühstrumpf hell zu glühen bzw. zu leuchten und man hat Licht. Genial, oder?

Nach dem Saunabesuch und dem gutem Essen kuschelten wir uns gegen 22 Uhr rechtschaffen müde in unsere Doppelstockbetten und schliefen. Schliefen wir wirklich? Kann man denn jenseits des Polarkreises in der absoluten Einöde ohne Strom, weit weg von belebten Ortschaften in der Nacht etwas anderes machen als schlafen?

Ja! Es gibt etwas, dass man unbedingt gesehen und erlebt haben muss! Es ist unvergesslich! Davon will ich im nächsten Beitrag berichten.

Bitte bleibt neugierig :-).

60 Kilogramm Frischfleisch in Finnland

In den letzten Beiträgen träumten wir vom Sommer und unserem Plan nach Osten zu radeln. Doch jetzt soll noch einmal der Winter zu Wort kommen. Vielleicht fragt ihr jetzt, ja wo gibt es denn heute noch einen richtigen Winter? Es gibt ihn und zwar nicht zu knapp. Wir fanden den Winter im finnischen Teil von Lappland ca. 200 Kilometer nördlich des Polarkreises. Die Natur war im strengen Frost erstarrt.

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Damit wir den Frost, die Natur und das ursprüngliche Leben so richtig spüren, haben wir uns für eine viertägige Huskyschlittentour in die Wildnis entschieden. Mit sechs Gleichgesinnten und einem Guide wollen wir dieses Abenteuer im tiefverschneiten Lappland bestehen. Ganz am Anfang stehen die Schlitten.

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Die Gangline, die Leine an die gleich unsere fünf Huskys kommen, liegt schon sauber im Schnee. Vor dem Start haben wir die Verpflegung für Hund und Mensch für die nächsten 3 1/2 Tage auf die Schlitten verteilt. Das waren unter anderem 60 Kilogramm Frischfleisch, 75 Kilogramm Trockenfutter und 12,5 Kilogramm Fettwürste. Ach ja und eine Kiste Menschenfutter war auch dabei.

Vom Anspannen oder dem Start habe ich keine Bilder. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie wild es zugeht, wenn 38 Hunde an sieben Schlitten dem Start entgegenfiebern. Sie werfen sich in Ihr Geschirr und freuen sich auf das Laufen und Ziehen im tiefen Schnee. Wenn dann der erste Ruck durch ist und alles sich beruhigt hat, ist es einfach nur schön.

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Mein 5 Hunde hießen Lumi, Timba, Jenis, Wolga und Kof. Oben auf dem Foto seht ihr Susannes Gespann. Ihre Hunde hießen Ursus, Pünktchen, Orion, Lary und Zoya.

In Finnland gibt es viele Seen und so bleibt es nicht aus, dass wir auch darüber fuhren.

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So gegen drei Uhr kamen wir an unserer ersten Hütte an. Jeder von uns spannte eine Kette, an der sich in regelmäßigen Abständen Karabiner befanden. Wir zogen unseren Hunden das Zuggeschirr aus und hakten sie an die Kette. Bisher hatten die Hunde nur Schnee gefressen. Es war Zeit, einen kleinen Snack vorzubereiten.

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20 Kilogramm Frischfleisch haben wir zerkleinert und dazu gab es noch 2,5 Kilogramm Fettwurst. Mmmh, lecker.

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Erst nachdem wir unsere Hunde versorgt hatten, kümmerten wir uns um uns Menschen. Das wird dann ein Thema für den nächsten Beitrag-von Eislöchern und Glühsocken.

Bitte bleibt neugierig :-).

 

56 Kelvin – unglaublich

Liebe Traumradelfreunde, bisher waren wir einmal in Finnland. Wir waren ganz weit oben im Norden und reisten in Karesuando, aus Schweden kommend in Finnland ein. Es war Sommer und es war hell und warm.

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In zwei Wochen wollen wir wieder nach Finnland. Wir werden wieder im Norden, in der Nähe von Kittilä sein. Ich habe diese Woche nach der Temperatur in Kittilä geschaut.

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-35 Grad am Nachmittag, ob da das kleine Handgepäck 🙂 reicht?

Da wir im letzten Jahr um diese Zeit in Kuba waren, guckte ich auch mal nach dem Wetter zur selben Zeit in Havanna.

Havanna

56 Grad Celsius Temperaturdifferenz. Es muss einen kleinen Unterschied zwischen dem Wetter in der Karibik und dem Wetter in Finnland geben :-). Frau Traumradlerin meinte dazu, dass man Temperaturdifferenzen in Kelvin angibt. Stimmt und wir wollen ja korrekt sein! 56 Kelvin also! Das ist viel.

So werden wir in zwei Wochen nicht mit dem Rad unterwegs sein, sondern mit Schlitten. Wir freuen uns drauf. Die für Finnland typischen Moltebeeren werden wir unter dem Schnee nicht finden.

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In Finnland wird es toll und einen Blogbeitrag wird es auch geben. Die nächsten Tage heißt es packen. Kennt ihr das auch, dass man vor dem Urlaub an ganz viele Dinge denkt und Sorge hat, etwas zu vergessen?

Bitte bleibt neugierig :-).

NordTour 2014 – Tag 17 – Die ungeplante 200 Kilometeretappe

Fichte ist weg. Über mehrere tausend Kilometer 🙂 war Fichte, rechts und links am Straßenrand stehend, unser ständiger Begleiter. Nun haben wir das Verbreitungsgebiet der Fichte verlassen. Ihr wird es wohl zu kalt sein.

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Die Birke, die bei uns Unkraut des Waldes genannt wird, bestimmt die Landschaft.

Das Wetter meinte ist gut. Ein warmer lauer Südwind unterstützte angenehm.

Kürzeste Etappe, Baden? Ja!
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Gegen 13 Uhr trafen wir vor dem Supermarkt, schon in Kautokeino, Nico, Max und Rave. Sie waren ebenfalls mit Rennrädern, von Berlin kommend, unterwegs. Da gab es natürlich den üblichen Tratsch. Sie wollten noch 130 km bis zum nächsten Ort Alta radeln.

Die dürfen bei Rückenwind noch Rad fahren und wir :-(?

Wir holten unser Smartphone raus. Das Hotel in Kautokeino hatten wir per booking.com gebucht. Wie war das mit den Stornobedingungen? Eine kostefreie Stornierung ist nicht möglich- es sind 100% zu zahlen. Mist.

Jungs, wir fahren mal zu dem Hotel. Vielleicht stehen wir am Straßenrand und dann können wir noch etwas gemeinsam fahren.

Im Hotel sagten wir ehrlich, das wir uns vertan haben und bekamen die Zusage, dass sie unsere Kreditkarte in Ruhe lassen. Toll :-).

Nun erst einmal etwas, ach was, viel essen. Wir fuhren dann ein paar Kilometer mit den drei Jungs. Wenn 5 beladene Rennräder mit Tempo 35 durch Norwegen fliegen, ist das schon ein cooles Gefühl.
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Irgendwann riss eine Tüte mit Lebensmitteln bei Rave, der an Zwei fuhr. Wir drei dahinter, hatten gut zu tun einen Sturz über Joghurtbecher, Milch, Brot und Nudeln zu vermeiden. Es ging aber alles gut. Puh.

Die Jungs fuhren härter die Hügel hoch, so ließen wir sie dann fahren. Allerdings sahen wir uns die nächsten 100 km immer wieder.

Kurz vor Alta durchquerten wir dann erst Mal den Skanden. Der Skanden ist das Gebirge in Skandinavien. Es beginnt an der norwegischen Skagerrak-Küste im Süden und läuft über ca. 1700 km bis zum Nordkapp. Wir hatten es auf unserer Tour immer wieder im Westen gesehen. Jetzt kreuzten wir diese grandiose Landschaft.
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Die letzten 10 km vor Alta reihten sich plötzlich Nico, Max und Rave wieder hinter uns ein. Sie steuerten einen Campingplatz, wir das Hotel, in dem wir ja eigentlich erst morgen schlafen wollten, an. Ein Zimmer war frei.

Wir sind noch nie mehr als 200 Kilometer geradelt. So haben wir uns ein leckeres Abendessen und ich mir ein Bierchen als Belohnung verdient.

Da wir ja nun eine ganze Etappe gespart haben, gibt es einen Ruhetag. Luxus. Wenn heute nichts Außergewöhnliches passiert, gibt es den nächsten Blog erst wieder am Donnerstag.

Statistik:
Tageskilometer: 212
Gesamtkilometer: 2.296
Kilometer bis zum Nordkapp ca: 242
Tageshöhenmeter: 1.251
Gesamthöhenmeter: 15.843
Standort N 69° 57.645 E 023° 14.170
Spendenstand 137 Cent je Kilometer (neue Spender: Brigitte Lösecke 1 Cent, Heike Böttcher 1 Cent- Danke)
Infos zur Idee unter: http://www.jedes-jahr-ein-treffer.de

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nächster Tag – weiter nach Norden

NordTour 2014 – Tag 16 – 2.000 Kilometer und Finnland

Kurz vor der finnischen Grenze knacken wir die 2000- Kilometermarke. Ich hatte da schon mal etwas vorbereitet :-).

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Dann erfolgte der Grenzübertritt nach Finnland.

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Wer denkt, dass sich durch diesen Staatenwechsel nichts ändert, der irrt. Finnland hat ein Stunde Zeitverschiebung nach vorne. Plötzlich war es eine Stunde später.

Warum das denn? Ein Blick auf unsere Ostkoordinate hilft. Wir sind mit mehr als 23° ziemlich weit im Osten, ungefähr auf der östlichen Länge von Riga oder Sofia und da geht die Sonne eben deutlich eher auf. Je weiter wir nach Norden kommen, um so kürzer sind die Abstände zwischen den Längengraden und da kann man halt mal relativ schnell östlich von Sofia sein.

Nur zum Vergleich, Magdeburg liegt auf 11° östlicher Länge.

Kurz vor unserem Hotel in Hetta lieferte ich mir noch ein Rennen mit hier üblichen Gefährten.

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Ich glaube ich hatte einen saisonalen Vorteil ;-).

Morgen wollen wir wieder in unsere Zeitzone zurück. Das sollte in Norwegen klappen.

Statistik:
Tageskilometer: 121
Gesamtkilometer: 2.084
Kilometer bis zum Nordkapp ca: 454
Tageshöhenmeter: 458
Gesamthöhenmeter: 14.592
Standort N 68° 23.097 E 023° 38.312
Spendenstand 135 Cent je Kilometer
Infos zur Idee unter: http://www.jedes-jahr-ein-treffer.de

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nächster Tag – weiter nach Norden