Mein erster öffentlicher Vortrag

Das Familienhaus in Magdeburg und der ADFC organisieren im Herbst/Winter eine Reihe von Reisevorträgen.

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Ein Freund sprach mich darauf an und so kam es, dass wir letzten Donnerstag ca. 50 Vortragsbesucher auf unsere Reise zum Nordkap mitnehmen durften.

Für uns war es eine echt tolle Sache, unsere Tour von vor zwei Jahren gedanklich noch einmal zu radeln :-). Vielleicht war das nicht der letzte Vortrag. Habt ihr schonmal solch einen Vortrag gehalten?

Bitte bleibt neugierig :-).

6-Fährentour

Unsere Südskandinavientour geht zu Ende. Wir verlassen Helsingborg gen Süden.

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Ein letzter Blick fällt auf die Fährverbindung, die alle 15 Minuten die Partnerstadt Helsingör in Dänemark anläuft.

Doch einen vollen Tag haben wir noch. Malmö ist unser nächstes Ziel. Malmö hat uns überrascht. Was für eine schöne Stadt.

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Rathaus von Malmö
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Leuchtturm Malmö-Innenhafen
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Susanne vor dem Turning Torso

Der „Turning Torso“ in Malmö ist mit seinen 190 Metern der höchste Wolkenkratzer Skandinaviens.

Dann sahen wir sie, die Öresundbrücke. Leider ist sie für Fahrradfahrer gesperrt.

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So nutzten wir die kleine Brücke im Vordergrund. So ganz bis Dänemark reichte diese aber nicht. Wir unterquerten dann die große Öresundbrücke und radelten nach Trelleborg.

Vor einem Jahr nahm unsere Nordtour nach Verlassen der „Tom Sawyer“ ihren Anfang. Dieses Jahr sollte unsere Tour mit der Überfahrt nach Rostock auf dem Schwesternschiff, der Huckleberry Finn enden. Was toll ist, wir erhielten für das Anbordgehen unsere eigene Aufstellspur :-). Die Tage sind schon wieder kürzer. Die Sonne ist bereits vor 22:00 Uhr untergegangen.

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Die Fähre läuft um 23 Uhr aus und wir verschwinden ganz schnell in unserer Kabine. Das gleichmäßige Stampfen des Motors wiegt uns in den Schlaf.

Wir erinnern uns noch einmal an unsere Rundreise. Sie begann in Niebüll im Norden Deutschlands. Wir flogen nicht. Wir fuhren aber sechs Mal mit einer Fähre:

Aggerfähre

Hirtshals- Langesund

Skar – Finnsbro (Gullmarsleden)

Helsingborg – Helsingör und Helsingör – Helsingborg

Trelleborg – Rostock

Mit ein wenig Wehmut sagen wir, tschüß Schweden!

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Und zum letzten Mal füge ich einen Song zu unserem Skandinaviensommerurlaubssoundtrack hinzu. Dieses Mal wähle ich einen Aktuellen. Wir kehren zurück in die „Reality“ (Lost Frequencies feat Janieck Devy). Falls du Fragen zu unserer Tour hast, immer her damit.

Bitte bleibt neugierig.

Sturmtief und Hamlet

Göteborg begrüßte uns im Dauerregen. Irgendwie war es dann komplett ungemütlich. Kennt ihr das auch, dass eine Stadt bei Sonnenschein eine viel positivere Stimmung verbreitet als bei schlechtem Wetter?

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Da die Fotos bei Regenwetter auch nicht so schön sind, gibt es jetzt ein Kartenupdate unserer bisherigen Tour.

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Wir mögen es ja gelegentlich etwas herber, doch kräftiger Wind aus Süd und Regen ließen uns auf den Zug ausweichen.

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So nahmen wir von Kungsbacka nach Helsingborg den Öresundexpress.

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Dass dieser Zug Fahrräder mitnimmt, ist in Schweden eine Ausnahme. Grundsätzlich nimmt die schwedische Eisenbahn keine Fahrräder mit. Im Zug kamen wir im Fahrradabteil gleich mit anderen Radlern ins Gespräch. Durch die Zugfahrt haben wir einen Tag gewonnen.

„Schatz, wir waren lange nicht mehr in Dänemark. Wollen wir nicht für ca. 7 Euro (Hin und Zurück) mit der Fähre nach Dänemark?“

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Da wir für zwei Tage in Helsingborg im Hotel bleiben, sind wir heute ganz normale Touristen. Cool :-). Eigentlich könnten wir, so wie viele mitreisende Schweden, ganz viel Carlsberger und Tuborg in Dänemark einkaufen und es in großen Beuteln nach Schweden transportieren. Und der Tag wird schön. Machen wir aber nicht ;-).

In der Schule haben wir den „Hamlet, Prinz von Dänemark“ gelesen. Nun sehen wir bereits von der Fähre den fiktiven Schauplatz der Shakespeare-Tragödie.

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„Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern
Des wütenden Geschicks erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine See von Plagen,
Durch Widerstand sie enden? Sterben – schlafen –

… “

Kann jemand von euch noch den ganzen Text?

Bitte bleibt neugierig.

Fortschritt, 500 Miles und drei Kronen

In Schweden nutzt man moderne Technologien sehr selbstverständlich. Ich denke, das ist in Deutschland nicht mehr so.

Man braucht in Schweden kein Bargeld. Die Kartenzahlung wird überall akzeptiert. Tankstellen funktionieren manchmal ohne Personal und auch ein Hotel-Check in ist gelegentlich ohne Personal möglich. So haben wir nach der Internetbuchung des Hotels per Mail den Zugangscode für einen Schlüsseltresor erhalten. Das alles hätte noch nicht gereicht, um es zum Thema für diesen Blog zu machen.

Den Anstoß für das Thema Fortschritt gab es heute im Supermarkt. Im Eingangsbereich ziehen die Schweden ihre Kundenkarte durch einen Kartenleser. Dann nehmen sie sich einen von den 80 Handscannern der ihnen durch Aufleuchten zugewiesen wird.

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Sie heften den Handscanner an ihren Einkaufswagen und scannen jeden Artikel, den sie in den Wagen legen. Am Ende checken sie an einem Terminal selber aus – alles ohne Personal des Supermarktes. Das habe ich in Deutschland so noch nicht gesehen. Falls ihr doch einen solchen Markt in Deutschland kennt, würde ich mich über einen Post freuen.

Nach so viel Technikgedöns ist es Zeit für ein süßes Tierfoto.

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Diesen kleinen Gesellen haben wir heute im Regen am Straßenrand getroffen.

Im Restaurant beim Abendessen hörten wir den Song 500 Miles. Das Lied ist von dem schottischen Duo Proclaimers. „I’m Gonna Be (500 Miles)“ ist auch als Soundtrack des Filmes „Benny and Joone“ mit Johnny Depp bekannt. Nun habe ich das Lied im Kopf und das Lied wird in unseren Skandinaviensommerurlaubssoundtrack aufgenommen.

Rad gefahren sind wir auch. Es war sehr windig und regnerisch.

In Kungälv sind wir gestartet. Hier sahen wir die ehemals norwegische Festung Bohus. Auch diese Festung wurde nie im Kampf erobert. Irgendwie ist das auch verständlich. Die Topografie hier ist so anspruchsvoll, dass früher eine Armee wohl nach der Anreise, damals hieß das noch Anmarsch, schon fix und fertig gewesen sein muss.

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In Kungälv stand auch dieser Gedenkstein, der an ein Treffen von drei Königen aus Dänemark, Schweden und Norwegen erinnert.

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Da dachte ich an das schwedische Wappen. Ich vermutete, dass die „Drei Kronen“ vielleicht in diesem Treffen der Könige von Dänemark, Norwegen und Schweden ihren Ursprung hätten. Das ist aber nicht der Fall. Die drei gelben Kronen auf blauem Grund stehen für die schwedischen Reiche der Schweden, Goten und Wenden. Ich finde das alles sehr spannend.

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Bitte bleibt neugierig.

Was haben Ingrid Bergmann und Ronja Räubertochter miteinander gemein?

Im Film „Casablanca“ forderte Ingrid Bergmann den Pianisten Sam auf: „Play it again, Sam!“

Da sich Sam nicht an das Lied erinnern will, singt es Ingrid Bergmann an „As Time Goes By“. Somit haben wir unsere heutige Ergänzung für unseren Skandinaviensommerurlaubssoundtrack. Und wenn wir schon dabei sind, dann nehmen wir das Lied Casablanca von City aus dem Jahr 1987 auch gleich mit. Hört es euch ruhig mal wieder an, am besten zuerst das Original und dann City.

Aber was hat das alles mit unsere Südskandinavienradtour zu tun? Ganz einfach, wir sind heute in Fjällbacka und der Lieblingsort der mehrfachen Oskarpreisträgerin Ingrid Bergmann war Fjällbacka. Und das kann man sehr gut verstehen.

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Direkt in dem malerischen Ort ragt der Vetterberget, ein gewaltiger Felsen auf. An einer Stelle ist er geteilt und es gibt eine beeindruckende Kluft.

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Oben seht ihr drei Kiesel und darunter Susanne. In Deutschland wäre so ein Weg unter Steinen ohne Stahlseil- und Stahlnetzsicherung undenkbar.

Jedenfalls wurde hier in Fjälbacka ein Teil des Films Ronja Räubertochter gedreht. Fjälbacka ist also die Gemeinsamkeit zwischen Ingrid Bergmann und Ronja Räubertochter.

Wenn das noch nicht genügt, da gibt noch die Krimis von Camilla Läckberg, die in Fjällbacka geboren wurde.

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Ein Besuch in Fjälbacka lohnt. Bitte bleibt neugierig.

Zwei Walzen im Alltag

Innerhalb nur weniger Monate (irre) haben wir Schweden und Kuba besucht. Die Eindrücke können widersprüchlicher nicht sein. So begegnete uns als Tourist in beiden Ländern das Konzept zweier Walzen. In Schweden dienten sie zum optimalen Entleeren einer Tube geräucherter Kaviarcreme. Kaviarcreme gehört laut Werbung in Schweden auf jeden Essenstisch.

wpid-20140723_071724.jpg(Das Bild ist übrigens mit dem Blogbeitrag aus Schweden verlinkt.)

In Kuba sahen wir ebenfalls die zwei Walzen. Hier wurde mit ihnen dem Zuckerrohr sehr mühsam der Saft abgerungen. Der Zuckerrohrsaft wurde dann für einen Peso (ca. 4 Euro Cent) verkauft.

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Die Menschen in Kuba sind arm. Als wir Mitte Februar wieder in Berlin landeten, wurde in den Nachrichten über die steigende Armut in Deutschland berichtet. Wir dachten an die „Walzen im Alltag“ und eines war klar; die Welt ist brutal widersprüchlich.

Falls ihr Bilder über „Walzen im Alltag“ vor die Kamera bekommt und ihr sie uns schickt, würden wir uns freuen.

NordTour 2014 – Tag 21 – Ankunft am Nordkap

Übrigens, das Nordkapp ist nicht der nördlichste Punkt Europas, auch nicht der nördlichste Punkt auf dem europäischen Festland. Es ist noch nicht einmal der nördlichste Punkt auf dieser Insel. Egal.

Das Nordkapp ist der nördlichste Punkt Europas, der auf Straßen vom europäischen Festland erreicht werden kann. Wir haben das mit unseren Fahrrädern getan! 

Die letzten 32 km hatten es in sich. Bei 9° Celsius, Regen und Gegenwind hatte auch diese Etappe ihren eigenen Charakter. Wir wurden richtig nass!

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Während die motorisierten Zeitgenossen einen Obolus für das Nordkapp entrichteten, winkte man uns durch. So haben wir das gern. Nach den obligatorischen Fotos setzten wir uns in das Cafe, wärmten uns auf und schrieben „Wirwarenhierkarten“.

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Immer wieder ging ich mit einem Kleidungsstück von mir oder Susanne in die Toilette und hielt es in die Heißlufttrockner, um es ein wenig zu trockenen. Stellt euch die Blicke der Kreuzfahrtouristen auf der Toilette vor.

Was für ein unvergesslicher Moment im Leben.

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Wir machten am 3. Juli unsere Idee einer Spendenradtour öffentlich. Wir hatten weder gedacht, dass wir tatsächlich 2.537 Kilometer schaffen, noch dass 82 Menschen unsere Idee mit Centbeträgen je Kilometer unterstützen. Beides ist unglaublich. Wir werden in den nächsten Tagen allen Spendern die nötigen Infos zukommen lassen.

Ich habe über Vieles berichtet. Es gab noch viel mehr. Da sind die immer wieder flüchtigen Begegnungen mit den Menschen. So hörten wir in der Abendsonne von Lappeasuando die Geschichte der zwei jungen Männer aus Siegen, die eine Woche mit dem Kanu auf menschenleeren, traumhaften Flüssen unterwegs waren und das  „low budget“. Ich berichtete vom Vansbrosimningen, hätte aber auch von dem Pastor mit moderner Kommunikationstechnik schreiben können, der sich unmittelbar vor einer Beerdigung die Zeit für eine Unterhaltung mit uns nahm.

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Seine guten Wünsche haben uns begleitet. Wir machten auf einer so langen Tour natürlich in jeder Beziehung sehr intensive Erfahrungen, die ich nur schwer beschreiben kann und es dann auch lasse.

Zwei Fragen gilt es noch zu klären. Ja, wir haben Rentiere ohne Ende gesehen. Bei einem war ich mir nicht sicher, ob es mich gleich umrennen wollte.

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Elche? Wir haben uns wirklich Mühe gegeben. Susanne hat am Ende doch noch einen gesehen. Es muss noch ein ganz junger gewesen sein ;-).

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Wie sagt der Norweger: Slutt. Doch halt, einen Epilog haben wir noch. Bitte bleibt neugierig.

Statistik:
Tageskilometer: 32
Gesamtkilometer: 2.537
Kilometer bis zum Nordkapp: 0 🙂
Tageshöhenmeter: 716
Gesamthöhenmeter: 18.607
Standort N 71°10.253 E 025° 47.007
Spendenstand 153 Cent je Kilometer
Infos zur Idee unter: http://www.jedes-jahr-ein-treffer.de/spendenprojekt2014.htm

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