56 Kelvin – unglaublich

Liebe Traumradelfreunde, bisher waren wir einmal in Finnland. Wir waren ganz weit oben im Norden und reisten in Karesuando, aus Schweden kommend in Finnland ein. Es war Sommer und es war hell und warm.

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In zwei Wochen wollen wir wieder nach Finnland. Wir werden wieder im Norden, in der Nähe von Kittilä sein. Ich habe diese Woche nach der Temperatur in Kittilä geschaut.

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-35 Grad am Nachmittag, ob da das kleine Handgepäck 🙂 reicht?

Da wir im letzten Jahr um diese Zeit in Kuba waren, guckte ich auch mal nach dem Wetter zur selben Zeit in Havanna.

Havanna

56 Grad Celsius Temperaturdifferenz. Es muss einen kleinen Unterschied zwischen dem Wetter in der Karibik und dem Wetter in Finnland geben :-). Frau Traumradlerin meinte dazu, dass man Temperaturdifferenzen in Kelvin angibt. Stimmt und wir wollen ja korrekt sein! 56 Kelvin also! Das ist viel.

So werden wir in zwei Wochen nicht mit dem Rad unterwegs sein, sondern mit Schlitten. Wir freuen uns drauf. Die für Finnland typischen Moltebeeren werden wir unter dem Schnee nicht finden.

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In Finnland wird es toll und einen Blogbeitrag wird es auch geben. Die nächsten Tage heißt es packen. Kennt ihr das auch, dass man vor dem Urlaub an ganz viele Dinge denkt und Sorge hat, etwas zu vergessen?

Bitte bleibt neugierig :-).

Fragen führen zu „Win-Win-Situationen“

Heute geht es um eine Win-Win-Situation. Diese Woche erreichte uns per Mail eine Frage zu unserer NordTour. Bernd fragte uns:

War es schwierig, das Fahrrad auf dem Flughafen in Alta Richtung Berlin aufzugeben?
Hättet Ihr vielleicht ein paar Tipps was dabei zu bezüglich Verpackung zu beachten ist?

Wir freuen uns über Fragen. Es lesen tatsächlich Menschen unseren Blog. Diese Freude ist auf jeden Fall eine Win-Situation.

Die Antwort auf die Fragen war einfach:

Nein, es war gar nicht schwierig. Wir mussten nur den Lenker quer stellen und Luft ablassen. Verpacken mussten wir die Räder auf dem Flughafen von Alta gar nicht.

Wenn die Antworten Bernd bei der Planung helfen, haben wir die nächste Win-Situation.

Dann gibt es noch eigene Erinnerungen und Emotionen, die uns während der Antwort wieder in das Bewusstsein kommen: Wir sitzen auf einer Bank im Hafen von Honningsvåg. Das Städtchen Honningsvåg liegt auf der Insel Magerøya nur 40 Kilometer vom Nordkapp entfern. Die Nordlys der Hurtigrouten schiebt sich majestätisch in den Hafen.

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Nordlys bedeutet Nordlicht. Susanne und ich spüren dieses Licht des Nordens.

Wir sind ganz weit oben in Norwegen, ganz weit oben in Europa und ganz weit weg von unserem Alltag. Gleich erleben wir, wie sich der Touristenstrom aus dem Kreuzfahrtschiff in den 3.000 Seelenort ergießt. Als erstes geht Personal der Reederei von Bord. In den schmucken Uniformen und mit Schildern auf denen Nordkap steht, lenken sie am Kai den Strom der Kreuzfahrtouristen zu den Bussen.

Wir sind nicht mit dem Kreuzfahrtschiff, Flugzeug oder Auto gekommen. Eine unglaubliche Kette von perfekten und unvergesslichen Momenten liegt hinter uns. Wie viele dieser Momente werden es wohl gewesen sein? Wir wissen es nicht. Wie sind wir nur hier her gekommen? Was hatten wir nicht für unglaubliche Erlebnisse?

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Hinter uns stehen unsere zwei treuen Fahrräder, die uns von Deutschland bis an das Nordkap gebracht haben! Diese Erinnerungen stellen eine weitere Win-Situation dar. So bleibt festzustellen, dass die zwei Fragen von Bernd mindestens zu einer Win-Win-Win-Situation geführt haben.

Und was ist, wenn ihr am Lesen dieses Beitrages auch noch Spaß habt? Dann wäre es ja eine Win-Win-Win-… , Ach, lassen wir das. Was ich sagen möchte, wer Fragen hat, der stelle sie, denn nur so geht es voran.

Bitte bleibt neugierig.

6-Fährentour

Unsere Südskandinavientour geht zu Ende. Wir verlassen Helsingborg gen Süden.

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Ein letzter Blick fällt auf die Fährverbindung, die alle 15 Minuten die Partnerstadt Helsingör in Dänemark anläuft.

Doch einen vollen Tag haben wir noch. Malmö ist unser nächstes Ziel. Malmö hat uns überrascht. Was für eine schöne Stadt.

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Rathaus von Malmö
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Leuchtturm Malmö-Innenhafen
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Susanne vor dem Turning Torso

Der „Turning Torso“ in Malmö ist mit seinen 190 Metern der höchste Wolkenkratzer Skandinaviens.

Dann sahen wir sie, die Öresundbrücke. Leider ist sie für Fahrradfahrer gesperrt.

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So nutzten wir die kleine Brücke im Vordergrund. So ganz bis Dänemark reichte diese aber nicht. Wir unterquerten dann die große Öresundbrücke und radelten nach Trelleborg.

Vor einem Jahr nahm unsere Nordtour nach Verlassen der „Tom Sawyer“ ihren Anfang. Dieses Jahr sollte unsere Tour mit der Überfahrt nach Rostock auf dem Schwesternschiff, der Huckleberry Finn enden. Was toll ist, wir erhielten für das Anbordgehen unsere eigene Aufstellspur :-). Die Tage sind schon wieder kürzer. Die Sonne ist bereits vor 22:00 Uhr untergegangen.

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Die Fähre läuft um 23 Uhr aus und wir verschwinden ganz schnell in unserer Kabine. Das gleichmäßige Stampfen des Motors wiegt uns in den Schlaf.

Wir erinnern uns noch einmal an unsere Rundreise. Sie begann in Niebüll im Norden Deutschlands. Wir flogen nicht. Wir fuhren aber sechs Mal mit einer Fähre:

Aggerfähre

Hirtshals- Langesund

Skar – Finnsbro (Gullmarsleden)

Helsingborg – Helsingör und Helsingör – Helsingborg

Trelleborg – Rostock

Mit ein wenig Wehmut sagen wir, tschüß Schweden!

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Und zum letzten Mal füge ich einen Song zu unserem Skandinaviensommerurlaubssoundtrack hinzu. Dieses Mal wähle ich einen Aktuellen. Wir kehren zurück in die „Reality“ (Lost Frequencies feat Janieck Devy). Falls du Fragen zu unserer Tour hast, immer her damit.

Bitte bleibt neugierig.

Sturmtief und Hamlet

Göteborg begrüßte uns im Dauerregen. Irgendwie war es dann komplett ungemütlich. Kennt ihr das auch, dass eine Stadt bei Sonnenschein eine viel positivere Stimmung verbreitet als bei schlechtem Wetter?

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Da die Fotos bei Regenwetter auch nicht so schön sind, gibt es jetzt ein Kartenupdate unserer bisherigen Tour.

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Wir mögen es ja gelegentlich etwas herber, doch kräftiger Wind aus Süd und Regen ließen uns auf den Zug ausweichen.

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So nahmen wir von Kungsbacka nach Helsingborg den Öresundexpress.

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Dass dieser Zug Fahrräder mitnimmt, ist in Schweden eine Ausnahme. Grundsätzlich nimmt die schwedische Eisenbahn keine Fahrräder mit. Im Zug kamen wir im Fahrradabteil gleich mit anderen Radlern ins Gespräch. Durch die Zugfahrt haben wir einen Tag gewonnen.

„Schatz, wir waren lange nicht mehr in Dänemark. Wollen wir nicht für ca. 7 Euro (Hin und Zurück) mit der Fähre nach Dänemark?“

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Da wir für zwei Tage in Helsingborg im Hotel bleiben, sind wir heute ganz normale Touristen. Cool :-). Eigentlich könnten wir, so wie viele mitreisende Schweden, ganz viel Carlsberger und Tuborg in Dänemark einkaufen und es in großen Beuteln nach Schweden transportieren. Und der Tag wird schön. Machen wir aber nicht ;-).

In der Schule haben wir den „Hamlet, Prinz von Dänemark“ gelesen. Nun sehen wir bereits von der Fähre den fiktiven Schauplatz der Shakespeare-Tragödie.

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„Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern
Des wütenden Geschicks erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine See von Plagen,
Durch Widerstand sie enden? Sterben – schlafen –

… “

Kann jemand von euch noch den ganzen Text?

Bitte bleibt neugierig.

Fortschritt, 500 Miles und drei Kronen

In Schweden nutzt man moderne Technologien sehr selbstverständlich. Ich denke, das ist in Deutschland nicht mehr so.

Man braucht in Schweden kein Bargeld. Die Kartenzahlung wird überall akzeptiert. Tankstellen funktionieren manchmal ohne Personal und auch ein Hotel-Check in ist gelegentlich ohne Personal möglich. So haben wir nach der Internetbuchung des Hotels per Mail den Zugangscode für einen Schlüsseltresor erhalten. Das alles hätte noch nicht gereicht, um es zum Thema für diesen Blog zu machen.

Den Anstoß für das Thema Fortschritt gab es heute im Supermarkt. Im Eingangsbereich ziehen die Schweden ihre Kundenkarte durch einen Kartenleser. Dann nehmen sie sich einen von den 80 Handscannern der ihnen durch Aufleuchten zugewiesen wird.

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Sie heften den Handscanner an ihren Einkaufswagen und scannen jeden Artikel, den sie in den Wagen legen. Am Ende checken sie an einem Terminal selber aus – alles ohne Personal des Supermarktes. Das habe ich in Deutschland so noch nicht gesehen. Falls ihr doch einen solchen Markt in Deutschland kennt, würde ich mich über einen Post freuen.

Nach so viel Technikgedöns ist es Zeit für ein süßes Tierfoto.

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Diesen kleinen Gesellen haben wir heute im Regen am Straßenrand getroffen.

Im Restaurant beim Abendessen hörten wir den Song 500 Miles. Das Lied ist von dem schottischen Duo Proclaimers. „I’m Gonna Be (500 Miles)“ ist auch als Soundtrack des Filmes „Benny and Joone“ mit Johnny Depp bekannt. Nun habe ich das Lied im Kopf und das Lied wird in unseren Skandinaviensommerurlaubssoundtrack aufgenommen.

Rad gefahren sind wir auch. Es war sehr windig und regnerisch.

In Kungälv sind wir gestartet. Hier sahen wir die ehemals norwegische Festung Bohus. Auch diese Festung wurde nie im Kampf erobert. Irgendwie ist das auch verständlich. Die Topografie hier ist so anspruchsvoll, dass früher eine Armee wohl nach der Anreise, damals hieß das noch Anmarsch, schon fix und fertig gewesen sein muss.

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In Kungälv stand auch dieser Gedenkstein, der an ein Treffen von drei Königen aus Dänemark, Schweden und Norwegen erinnert.

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Da dachte ich an das schwedische Wappen. Ich vermutete, dass die „Drei Kronen“ vielleicht in diesem Treffen der Könige von Dänemark, Norwegen und Schweden ihren Ursprung hätten. Das ist aber nicht der Fall. Die drei gelben Kronen auf blauem Grund stehen für die schwedischen Reiche der Schweden, Goten und Wenden. Ich finde das alles sehr spannend.

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Bitte bleibt neugierig.

Was haben Ingrid Bergmann und Ronja Räubertochter miteinander gemein?

Im Film „Casablanca“ forderte Ingrid Bergmann den Pianisten Sam auf: „Play it again, Sam!“

Da sich Sam nicht an das Lied erinnern will, singt es Ingrid Bergmann an „As Time Goes By“. Somit haben wir unsere heutige Ergänzung für unseren Skandinaviensommerurlaubssoundtrack. Und wenn wir schon dabei sind, dann nehmen wir das Lied Casablanca von City aus dem Jahr 1987 auch gleich mit. Hört es euch ruhig mal wieder an, am besten zuerst das Original und dann City.

Aber was hat das alles mit unsere Südskandinavienradtour zu tun? Ganz einfach, wir sind heute in Fjällbacka und der Lieblingsort der mehrfachen Oskarpreisträgerin Ingrid Bergmann war Fjällbacka. Und das kann man sehr gut verstehen.

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Direkt in dem malerischen Ort ragt der Vetterberget, ein gewaltiger Felsen auf. An einer Stelle ist er geteilt und es gibt eine beeindruckende Kluft.

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Oben seht ihr drei Kiesel und darunter Susanne. In Deutschland wäre so ein Weg unter Steinen ohne Stahlseil- und Stahlnetzsicherung undenkbar.

Jedenfalls wurde hier in Fjälbacka ein Teil des Films Ronja Räubertochter gedreht. Fjälbacka ist also die Gemeinsamkeit zwischen Ingrid Bergmann und Ronja Räubertochter.

Wenn das noch nicht genügt, da gibt noch die Krimis von Camilla Läckberg, die in Fjällbacka geboren wurde.

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Ein Besuch in Fjälbacka lohnt. Bitte bleibt neugierig.

1 x Oslofjord komplett bitte

Der Oslofjord ist ein ausgewachsener Fjord in Südnorwegen. Luftlinie ist er in Süd-Nordrichtung etwa 118 Kilometer lang. Als Radler ist man da schon ein wenig unterwegs. Da ich heute viel zu früh wach wurde, habe ich mir die Zeit mit etwas „nerden“ vertrieben. Es wäre doch toll, wenn ich eine Karte mit unserer Route in den Blog einfügen könnte. Die Route „tracken“ wir mit einem Garmin-GPS-Gerät mit. Den Blog schreibe ich auf einem Smartphone. Nach ungefähr zwei Stunden probieren habe ich ein Ergebnis.

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Geht doch! So sieht also der Oslofjord aus, um den herum ca. 40% der norwegischen Bevölkerung wohnt. Fahrradtechnisch ist die Strecke nicht so einfach gewesen, da doch ziemlich viel Verkehr war.

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Da nun unser letzter Tag in Norwegen …

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… ist, füge ich heute den Song „If a song could get me you“ von der Norwegerin Marit Larsen zu unserem Skandinaviensommerurlaubssoundtrack hinzu. Schweden wir kommen!

… und im nächsten Blog erfahrt ihr, was Ingrid Bergmann und Ronja Räubertochter miteinander zu tun haben.

Auf nach Fjälbacka. Bitte bleibt neugierig.

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Festung Fredriksten

Oslo – Jump und ein bockiger Junge

Oslo ist eine große Stadt. Während der Fahrt durch die vielen Vorstädte machten wir bei der „goldenen Möwe“ Rast. Nicht um einen Burger zu essen, sondern um unser Quartier zu buchen. Wir nutzen gerne das freie WLAN, um unsere Auslandsflat zu schonen. Außerdem kann man in dem Buchungsportal Zimmerpreise u d Kritiken gut vergleichen. Das ist praktisch. Als das Quartier für die nächsten zwei Nächte klar war, machten wir uns auf die letzten 15 Kilometer. Offenbar hat jeder Norweger ein Boot. Kilometerlang radelte wir an Bootsstegen entlang.

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Dann sahen wir einen Wegweiser nach Stockholm. Sofort kam die Erinnerung. Letztes Jahr kreuzten wir weiter im Osten diese Hauptverbindungsstraße und ich schrieb sogar im Blog darüber.

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Was machen wir am Ruhetag? Stadtbesichtigung. Wir nutzen dafür das Konzept des „Hop on hop off- Busses“. Hier in Oslo fahren ebenfalls rote Doppelstockbusse. Also kauften wir uns ein Ticket und drehten mit dem Bus die komplette 90- Minutenrunde. Dann wussten wir Bescheid. Eine „Mussgesehenhabensehenswürdigkeit“ war nicht auf der Strecke. Wir wollten auf den Holmenkollen. Also haben wir ein Metroticket gelöst und ab ging es mit der Metro in die Berge zum Skizentrum.

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Da wäre auch die heutige Nominierung für unseren Skandinaviensommerurlaubssoundtrack klar. Es ist „Jump“ von van Halen. Ich habe das Lied regelrecht im Ohr, wenn ich die riesige Schanze sehe.

Es gibt Leute, die lassen sich an einem Drahtseil die gesamte Schanze heruntergleiten. Verrückt!

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In Oslo selbst ist der Vigelandpark ein echter Höhepunkt. Hier sieht man sehr viele und tolle Skulpturen. Ein Beispiel gefälleg?

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Ich glaube es ist klar, welche Emotion Vigeland hier dargestellt hat.

Nach unserem Ruhetag vom Fahrradfahren, werden wir morgen den Oslofjord auf der Ostseite wieder herunter fahren. Mal sehen, ob es da auch so bergig ist.

Bitte bleibt neugierig.

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NordTour 2014 – Tag 21 – Ankunft am Nordkap

Übrigens, das Nordkapp ist nicht der nördlichste Punkt Europas, auch nicht der nördlichste Punkt auf dem europäischen Festland. Es ist noch nicht einmal der nördlichste Punkt auf dieser Insel. Egal.

Das Nordkapp ist der nördlichste Punkt Europas, der auf Straßen vom europäischen Festland erreicht werden kann. Wir haben das mit unseren Fahrrädern getan! 

Die letzten 32 km hatten es in sich. Bei 9° Celsius, Regen und Gegenwind hatte auch diese Etappe ihren eigenen Charakter. Wir wurden richtig nass!

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Während die motorisierten Zeitgenossen einen Obolus für das Nordkapp entrichteten, winkte man uns durch. So haben wir das gern. Nach den obligatorischen Fotos setzten wir uns in das Cafe, wärmten uns auf und schrieben „Wirwarenhierkarten“.

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Immer wieder ging ich mit einem Kleidungsstück von mir oder Susanne in die Toilette und hielt es in die Heißlufttrockner, um es ein wenig zu trockenen. Stellt euch die Blicke der Kreuzfahrtouristen auf der Toilette vor.

Was für ein unvergesslicher Moment im Leben.

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Wir machten am 3. Juli unsere Idee einer Spendenradtour öffentlich. Wir hatten weder gedacht, dass wir tatsächlich 2.537 Kilometer schaffen, noch dass 82 Menschen unsere Idee mit Centbeträgen je Kilometer unterstützen. Beides ist unglaublich. Wir werden in den nächsten Tagen allen Spendern die nötigen Infos zukommen lassen.

Ich habe über Vieles berichtet. Es gab noch viel mehr. Da sind die immer wieder flüchtigen Begegnungen mit den Menschen. So hörten wir in der Abendsonne von Lappeasuando die Geschichte der zwei jungen Männer aus Siegen, die eine Woche mit dem Kanu auf menschenleeren, traumhaften Flüssen unterwegs waren und das  „low budget“. Ich berichtete vom Vansbrosimningen, hätte aber auch von dem Pastor mit moderner Kommunikationstechnik schreiben können, der sich unmittelbar vor einer Beerdigung die Zeit für eine Unterhaltung mit uns nahm.

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Seine guten Wünsche haben uns begleitet. Wir machten auf einer so langen Tour natürlich in jeder Beziehung sehr intensive Erfahrungen, die ich nur schwer beschreiben kann und es dann auch lasse.

Zwei Fragen gilt es noch zu klären. Ja, wir haben Rentiere ohne Ende gesehen. Bei einem war ich mir nicht sicher, ob es mich gleich umrennen wollte.

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Elche? Wir haben uns wirklich Mühe gegeben. Susanne hat am Ende doch noch einen gesehen. Es muss noch ein ganz junger gewesen sein ;-).

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Wie sagt der Norweger: Slutt. Doch halt, einen Epilog haben wir noch. Bitte bleibt neugierig.

Statistik:
Tageskilometer: 32
Gesamtkilometer: 2.537
Kilometer bis zum Nordkapp: 0 🙂
Tageshöhenmeter: 716
Gesamthöhenmeter: 18.607
Standort N 71°10.253 E 025° 47.007
Spendenstand 153 Cent je Kilometer
Infos zur Idee unter: http://www.jedes-jahr-ein-treffer.de/spendenprojekt2014.htm

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NordTour 2014 – Tag 20 – Königskrabben und der Tourtiefpunkt

Wir fuhren 99 km durch die norwegische Fjordlandschaft. Der herben Schönheit entsprechend regnete es immer wieder.

Einheimische oder auch Touristen bauen überall kleine Steintürmchen. Vermutlich dienen sie schon seit frühester Urzeit als Stative für Fotoapparate. Ich hätte das Stativ nicht nur benutzen, sondern auch fotografieren sollen :-).

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Am Wegesrand entluden Fischer ihren Fang. Ich war neugierig und bekam Königskrabben zu Gesicht.

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Der Panzer von diesen Tieren hatten einen Durchmesser von ca. 20 cm und die Beinspannweite war mehr als ein Meter. Gigantisch. Das kommt auf dem Bild nicht zu Geltung. Ich hätte mein NordTour – Maßband daneben legen sollen. Es war nur leider schon zu kurz.

Tante Wiki sagt: „Die Königskrabbe erreicht eine Größe von 25 cm, während sie insgesamt ein Gewicht von 10 Kilogramm erreichen kann. Die Beinspannweite kann bis zu 180 cm betragen.“

Der Fischer fragte mich noch, ob ich nicht mal in das Becken fassen wolle.  Ich lehnte dankend ab.

Das Nordkapp liegt auf der Insel Magerøya. Diese Insel ist seit 1999 durch einen Unterwassertunnel an das Straßennetz des europäischen Festlandes angeschlossen.

Der Unterwassertunnel ist 6.875 Meter lang und liegt an der tiefsten Stelle 212 Meter unter dem Meeresspiegel.  Das sollte also der Tiefpunkt unserer NordTour werden. Nach rauschender Abfahrt posierte Susanne für dieses Foto.

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Es war so kalt im Tunnel,  dass es zum Teil sogar Eis auf der Straße gab. Zum Glück mussten wir die 212 Meter auch wieder hoch. Die größte Steigung beträgt 9%. Da wurde uns dann ganz schnell wieder warm.

Wir durchfuhren noch vier weitere Gebirgstunnel, ehe wir im Nordkapp Vandrerhjem von Honningsvåg Quartier nahmen.

Morgen soll es das Finale unserer NordTour 2014 geben.

Statistik:
Tageskilometer: 97
Gesamtkilometer: 2.505
Kilometer bis zum Nordkapp ca: 32
Tageshöhenmeter: 1.046
Gesamthöhenmeter: 17.891
Standort N 70°59.838 E 025° 57.640
Spendenstand 153 Cent je Kilometer (neue Spender: Hans-Dieter Brucke 2 Cent, Carola und Wilfried Schulze 10 Cent – Danke)
Infos zur Idee unter: www.jedes-jahr-ein-treffer.de/spendenprojekt2014.htm

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nächster Tag – weiter nach Norden!