Es gibt sie noch.

Es gibt sie noch, die alten Schuhmacher. An einer unserer weit gereisten Fahrradtaschen ist der Griff ausgerissen. Man trägt die Tasche am Griff.  Wenn man die Tasche am Gepäckträger hat, kann man den Klickmechanismus nur durch Ziehen am Griff öffnen. So gab es nur zwei Möglichkeiten, die Tasche wegwerfen oder reparieren.

Wir kennen einen alten Schuhmacher. Zu ihm kann man nach der Arbeit gehen und wenn man Glück hat, setzt er sich an seine mechanische Adler Nähmaschine, steppt ohne eine Wort ein oder zwei Nähte und reicht die Tasche repariert über den Verkaufstresen. Großartig :-).

Adler Nähmaschine

Wir hoffen, dass es diese Handwerker noch lange gibt, denn man muss nicht immer gleich alles wegwerfen. Grüße von Susanne und Frank

– noch 16 Tage bis Havanna –

Cubalogo

Hält die Kurbel, bist du zu schwach.

Heute hatte Susanne riesen Glück. Sie hat sich nicht weh getan.

Während der Fahrt zur Arbeit brach an ihrem Diamant-Rad der rechte Pedalarm. Das sind ca. 3 mm Aluminium einer Shimano-Deore Kurbel, die da ihren Zusammenhalt verloren haben. Unglaublich. Das Rad haben wir 2004 gekauft. Es hat gute Dienste getan. Sollte ich den Antrieb nicht mehr oder nur mit hohen Kosten wechseln können, so wird dieses Alltagsrad nach mehr als 10 Jahren außer Dienst gestellt.

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Pedalarmbruch

Radelt schön vorsichtig und passt auf euch auf.

Eine Idee für 2015 – Kuba

Das Jahr 2015 ist noch ganz jung und wir wünschen allen nur das Beste in 2015. Was wird es uns bringen? Geplant haben wir einen Besuch auf Kuba. Wir hören, dass Kuba einen eigenen morbiden Charme hat. So wollen wir im Februar eines der letzten sozialistischen Länder auf der Welt besuchen, so lange dies noch möglich ist.

Einen Flug haben wir bei AirFrance schon gebucht. Natürlich planen wir unsere Fahrräder mitzunehmen. Allerdings will uns die Fluggesellschaft erst 48 Stunden vor dem Flug verraten, ob das klappt. Nun wir werden sehen.

Auf Kuba ist es mit dem Internet schwierig. Insofern wird es sicher mit einem Blog schwierig. Falls ihr neugierig seid, könnt ihr ja diesem Blog folgen. Nun wir werden sehen.

Falls ihr Tipps für einen Kubabesuch habt, freuen wir uns über einen Kommentar.

 

NordTour 2014 – Epilog

Der Rückweg: Wir rollten, immer noch auf unseren treuen Rädern, glücklich den Nordkappfelsen hinunter. Es zog gewaltig.

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Wir schliefen noch eine Nacht in der Jugendherberge in Honningsvag.

Am Sonntag schauten wir uns in Ruhe Honningsvag an. Wir sahen riesige Stockfischregale. Hier trockneten Fischköpfe. Die Fischköpfe werden gemahlen und dann nach Nigeria exportiert. Dort decken sie den Eiweißbedarf. Es roch durchaus so, wie es aussieht.

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Um 15:10 Uhr fuhr unser Linienbus von Boreal von Honningsvag nach Alta. Die Fahrradmitnahme war überhaupt kein Problem. Der Busfahrer wies auf die Gepäckklappen an seinem Bus und wir luden die Räder ein.

Es ist sehr angenehm, wenn an einem die Landschaft vorbeizieht, durch die man vor wenigen Tagen mit dem Rad gestrampelt ist. In Olderfjord, dem großen Busdrehkreuz hatten wir vor einigen Tagen das Foto unten geschossen. Nun saßen wir selber in einem der Busse.

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Der Bus erreichte gegen 19:00 Uhr Alta. Unser Flug ging am Montag um 7:30 Uhr. Um unsere Räder einzuchecken, wollten wir kurz nach 6:00 Uhr am Schalter sein. So entschieden wir uns, in einem kleinen Waldstück in direkter Nähe des kleinen Flughafens zu zelten. So kam unser kleines Notzelt doch noch zu einem Einsatz.

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Wir waren hier auch nicht alleine. Als wir später noch einmal aus dem Zelt schauten stand gar nicht weit das nächste Zelt. Am Montagmorgen gab es dann in der Flughafentoilette nur eine kurze Katzenwäsche. Vor dem Flug sahen wir Max wieder, der ebenfalls bis Berlin flog. So hatten wir auch noch Einiges zu beschnacken.

Fliegen mit Fahrrad

Wir hatten bei SAS einen Flug Alta 7:35 Uhr mit Zwischenlandung in Oslo 12:40 und dann ab 11:05 Uhr weiter nach Berlin (12:40 Uhr) gebucht. Um bei einer eventuellen Flugumbuchung das bezahlte Geld nicht zu verlieren, entschieden wir uns für die „Plus”- Option und zahlten 495,- Euro für beide Flüge, für beide Erwachsenen. Die „Plus-Option“ hatte den Vorteil, dass wir für unsere zwei Fahrräder nichts bezahlen mussten. Das war uns gar nicht so bewusst, denn das zweite Gepäckstück, bei uns das Rad, war durch die Plus-Option bereits bezahlt.

Der Flughafen in Alta ist klein. Wir stellten an unseren Rädern die Lenker quer, drehten die Pedale nach innen und ließen die Luft aus den Reifen. Dann schoben wir die Räder zum Checkin-Schalter und gaben sie unverpackt ab.

Der Flieger landete in Tromsö zwischen. Damit gab es zwei Mal Frühstück, sehr prima.

Wir und unsere Räder kamen gut und wohlbehalten in Berlin an. Der Fahrradtransport mit SAS war hier kein Problem.

Wir radelten dann noch den schon bekannten Weg zum Bahnhof Zoo, erreichten die Regionalbahn nach Magdeburg und sahen bald wieder die uns so gut vertraute Landschaft. Es war ein unvergesslicher Urlaub!!!

NordTour 2014 – Tag 21 – Ankunft am Nordkap

Übrigens, das Nordkapp ist nicht der nördlichste Punkt Europas, auch nicht der nördlichste Punkt auf dem europäischen Festland. Es ist noch nicht einmal der nördlichste Punkt auf dieser Insel. Egal.

Das Nordkapp ist der nördlichste Punkt Europas, der auf Straßen vom europäischen Festland erreicht werden kann. Wir haben das mit unseren Fahrrädern getan! 

Die letzten 32 km hatten es in sich. Bei 9° Celsius, Regen und Gegenwind hatte auch diese Etappe ihren eigenen Charakter. Wir wurden richtig nass!

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Während die motorisierten Zeitgenossen einen Obolus für das Nordkapp entrichteten, winkte man uns durch. So haben wir das gern. Nach den obligatorischen Fotos setzten wir uns in das Cafe, wärmten uns auf und schrieben „Wirwarenhierkarten“.

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Immer wieder ging ich mit einem Kleidungsstück von mir oder Susanne in die Toilette und hielt es in die Heißlufttrockner, um es ein wenig zu trockenen. Stellt euch die Blicke der Kreuzfahrtouristen auf der Toilette vor.

Was für ein unvergesslicher Moment im Leben.

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Wir machten am 3. Juli unsere Idee einer Spendenradtour öffentlich. Wir hatten weder gedacht, dass wir tatsächlich 2.537 Kilometer schaffen, noch dass 82 Menschen unsere Idee mit Centbeträgen je Kilometer unterstützen. Beides ist unglaublich. Wir werden in den nächsten Tagen allen Spendern die nötigen Infos zukommen lassen.

Ich habe über Vieles berichtet. Es gab noch viel mehr. Da sind die immer wieder flüchtigen Begegnungen mit den Menschen. So hörten wir in der Abendsonne von Lappeasuando die Geschichte der zwei jungen Männer aus Siegen, die eine Woche mit dem Kanu auf menschenleeren, traumhaften Flüssen unterwegs waren und das  „low budget“. Ich berichtete vom Vansbrosimningen, hätte aber auch von dem Pastor mit moderner Kommunikationstechnik schreiben können, der sich unmittelbar vor einer Beerdigung die Zeit für eine Unterhaltung mit uns nahm.

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Seine guten Wünsche haben uns begleitet. Wir machten auf einer so langen Tour natürlich in jeder Beziehung sehr intensive Erfahrungen, die ich nur schwer beschreiben kann und es dann auch lasse.

Zwei Fragen gilt es noch zu klären. Ja, wir haben Rentiere ohne Ende gesehen. Bei einem war ich mir nicht sicher, ob es mich gleich umrennen wollte.

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Elche? Wir haben uns wirklich Mühe gegeben. Susanne hat am Ende doch noch einen gesehen. Es muss noch ein ganz junger gewesen sein ;-).

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Wie sagt der Norweger: Slutt. Doch halt, einen Epilog haben wir noch. Bitte bleibt neugierig.

Statistik:
Tageskilometer: 32
Gesamtkilometer: 2.537
Kilometer bis zum Nordkapp: 0 🙂
Tageshöhenmeter: 716
Gesamthöhenmeter: 18.607
Standort N 71°10.253 E 025° 47.007
Spendenstand 153 Cent je Kilometer
Infos zur Idee unter: http://www.jedes-jahr-ein-treffer.de/spendenprojekt2014.htm

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NordTour 2014 – Tag 20 – Königskrabben und der Tourtiefpunkt

Wir fuhren 99 km durch die norwegische Fjordlandschaft. Der herben Schönheit entsprechend regnete es immer wieder.

Einheimische oder auch Touristen bauen überall kleine Steintürmchen. Vermutlich dienen sie schon seit frühester Urzeit als Stative für Fotoapparate. Ich hätte das Stativ nicht nur benutzen, sondern auch fotografieren sollen :-).

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Am Wegesrand entluden Fischer ihren Fang. Ich war neugierig und bekam Königskrabben zu Gesicht.

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Der Panzer von diesen Tieren hatten einen Durchmesser von ca. 20 cm und die Beinspannweite war mehr als ein Meter. Gigantisch. Das kommt auf dem Bild nicht zu Geltung. Ich hätte mein NordTour – Maßband daneben legen sollen. Es war nur leider schon zu kurz.

Tante Wiki sagt: „Die Königskrabbe erreicht eine Größe von 25 cm, während sie insgesamt ein Gewicht von 10 Kilogramm erreichen kann. Die Beinspannweite kann bis zu 180 cm betragen.“

Der Fischer fragte mich noch, ob ich nicht mal in das Becken fassen wolle.  Ich lehnte dankend ab.

Das Nordkapp liegt auf der Insel Magerøya. Diese Insel ist seit 1999 durch einen Unterwassertunnel an das Straßennetz des europäischen Festlandes angeschlossen.

Der Unterwassertunnel ist 6.875 Meter lang und liegt an der tiefsten Stelle 212 Meter unter dem Meeresspiegel.  Das sollte also der Tiefpunkt unserer NordTour werden. Nach rauschender Abfahrt posierte Susanne für dieses Foto.

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Es war so kalt im Tunnel,  dass es zum Teil sogar Eis auf der Straße gab. Zum Glück mussten wir die 212 Meter auch wieder hoch. Die größte Steigung beträgt 9%. Da wurde uns dann ganz schnell wieder warm.

Wir durchfuhren noch vier weitere Gebirgstunnel, ehe wir im Nordkapp Vandrerhjem von Honningsvåg Quartier nahmen.

Morgen soll es das Finale unserer NordTour 2014 geben.

Statistik:
Tageskilometer: 97
Gesamtkilometer: 2.505
Kilometer bis zum Nordkapp ca: 32
Tageshöhenmeter: 1.046
Gesamthöhenmeter: 17.891
Standort N 70°59.838 E 025° 57.640
Spendenstand 153 Cent je Kilometer (neue Spender: Hans-Dieter Brucke 2 Cent, Carola und Wilfried Schulze 10 Cent – Danke)
Infos zur Idee unter: www.jedes-jahr-ein-treffer.de/spendenprojekt2014.htm

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nächster Tag – weiter nach Norden!

NordTour 2014 – Tag 19 – Weltkriegsspuren und Moltebeeren

Wir fragten die norwegische Kellnerin, was an Alta wissenswert sei und was wir uns anschauen sollten. Da kam sofort Geschichte.

Im Alta Fjord, direkt hier, lag über etliche Jahre die Tirpitz, das modernste und stärkste Schlachtschiff der Deutschen im 2. Weltkrieg. Sie bedrohte allein durch ihre Existenz die alliierten Geleitzüge nach Murmansk. Dieses Konzept, dem Gegner zu schaden, ohne aktiv zu kämpfen, nennt man „Fleet-in-being-Konzept“. Der Gegner muss immer genügend Kräfte vorhalten, um auf einen eventuellen Angriff reagieren zu können.

Wir verzichteten allerdings auf das Tirpitzmuseum. Die moderne Kirche in Alta erinnert mich in diesem Zusammenhang auch gleich an ein U-Boot.

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Die Sonne geht zwar unter, aber dunkel wird es nicht.

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Das Bild habe ich gegen Mitternacht aus dem Hotelfenster aufgenommen.

Die letzten Etappen liegen vor uns. Über weite Strecken gab es gar keine Bäume mehr. Da fielen uns Sammler in der Gras- und Buschlandschaft auf. Was sammeln die nur? Irgendwann fragten wir. Sie sammeln Moltebeeren. Wir durften gleich kosten. Mmmhh, lecker.

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Die Moltebeere ist ein Rosengewächs und ist in unseren Breiten sehr selten.
Übrigens ist die Moltebeere auf der finnischen 2-Euro-Münze abgebildet. Sie ist ein Wahrzeichen Lapplands.

Wir sitzen in der Sonne in Olderfjord, bzw. Russenes am Porsangerfjord.

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Morgen werden wir den absoluten Tiefpunkt unserer Tour erleben. Wie wir den überstehen, werde ich morgen berichten.

Statistik:
Tageskilometer: 112
Gesamtkilometer: 2.408
Kilometer bis zum Nordkapp ca: 130
Tageshöhenmeter: 1.002
Gesamthöhenmeter: 16.845
Standort N 70°28.675 E 025° 03.963
Spendenstand 141 Cent je Kilometer (neue Spender: Liane und Thorsten Brucke je 2 Cent- Danke)
Infos zur Idee unter: http://www.jedes-jahr-ein-treffer.de

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nächster Tag – weiter nach Norden