Am Eingang sieht man, wie weit sich die Natur eine Treppe zurück holt.
Rechts und links der Treppe stehen Säulen auf denen man noch eine gemauerte Gerstenähre und Hopfen erkennt.
Die riesigen Sudbehälter, die zwei Etagen hoch waren, sind verschwunden, aber man kann sie sich gut vorstellen.
Schaut man sich um, ist man umgeben vom morbiden Charakter eines LP.
Mal sehen, wann dieser Platz in „Loftwohnungen“ umgewandelt oder ganz verschwinden wird. Ich sage dann mal Prost auf die alte Brauerei und regionale Biere.
Da sind sie wieder, die Großwahlplakate für unsere Bundestagswahl im September.
„Für gute Arbeit und gute Löhne.“ Ist denn irgend eine andere Partei gegen „gute Arbeit und gute Löhne“? Solche Aussagen sind Allgemeinplätze und man kann sie getrost „wegkürzen“.
Ein Plakat las ich aus dem Augenwinkel und dachte, wirklich? Ich drehte um und las erneut.
„Bildung darf nichts kosten.“ Irgendwie stelle ich mir gleich einen Finanzminister vor, der kein Geld für genügend Lehrerstellen oder Schulgebäude freigibt. „Außer etwas Anstrengung.“ Bildung soll also nur „etwas“ anstrengend sein.
Natürlich erschließt sich, was die Plakatgestalter meinen und was sie sich für eine Wirkung beim Wähler erhoffen. Lest ihr Wahlplakate?
Deutsch ist eine schöne Sprache. Natürlich werden Trends und Entwicklungen im amerikanischen und englischen Sprachraum gesetzt. Damit ist klar, dass Tablet und Laptop auch im Deutschen Tablet und Laptop heißen.
Trotzdem finde ich es unschön, wenn Anglizismen gedankenlos übernommen werden.
Für den „Coffee to go“ lasen wir auf unserer Reise durch Russland die russischen Worte für „Kaffee mit dir“.
Bei uns wäre das wohl der „Kaffee zum Mitnehmen“.
Wir besitzen eine sehr schöne Sprache. Müssen es der „Summer sale“, die „Kids“ oder der „Coffee to go“ sein?
In Coswig trafen wir mal wieder auf einen Fotorahmen.
Im Hintergrund seht ihr das sehr große Schloss von Coswig, welches seit 1998 leer steht und leider sehr marode ist.
Eine Tafel am Elbufer von Coswig machte uns auf einen Bismarckturm aufmerksam, der nur 5 Kilometer entfern ist.
Wir wollten keine Umwege fahren, so dass der Bismarckturm heute unbesucht blieb. Ein paar Tage später holte ich uns dann aber doch die Bilder von diesem Bismarckturm. Bitte schön.
Bismarckturm Coswig Coswig N 51° 54.598′ E 012° 31.030′
Somit haben wir diesen Sommer vier Bismarcktürme am Rande des Elberadweges besucht.
Heute gibt es keinen Politiker, dem das Volk mit privatem Geld Türme zum Gedenken baut oder fällt euch so ein Politiker ein?
Dieser Tag begrüßte uns mit ordentlichem Regen. Etwas später als geplant starteten wir auf dem Elberadweg.
An der heutigen Strecke gab es keine Bismarcktürme, aber alte kursächsische Postmeilensäulen sind doch auch ganz schön. Nachdem wir schon kursächsische Postmeilensäulen in Lübbenau, in Delitzsch und in Baruth festgehalten haben, kamen uns heute die Exemplare von Mühlberg/Elbe …
… und Belgern …
… vor die Linse. Von Belgern haben wir noch 32 Stunden bis Magdeburg.
Na, da wollen wir doch mal schauen, ob wir mit modernen Rädern auf modernen Straßen schneller sind als im 18. Jahrhundert.
Unser Tagesziel war Lutherstadt-Wittenberg. In diesem Jahr feiern wir 500 Jahre Reformation und das ist in Wittenberg an jeder Ecke spürbar.
Luther vor der Stadtkirche
Himmelskreuz im Luthergarten
„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!“ Was für ein schöner Spruch, der Luther zugeschrieben wird.
Morgen geht es auf die letzte Etappe unserer Urlaubsradtour nach Magdeburg.
Wer nach Dresden kommt, der schaut sich die Frauenkirche, die Semperoper oder die Brühlschen Terrassen an. Für uns sind heute zwei der drei Bismarcktürme von Dresden die architektonischen Hauptziele.
Seht ihr, da hinten, am Rand der Neubaublocks, befindet sich unser erster Turm.
Dresden-Räcknitz N 51° 01.335 E 13° 44.122
Es ist die Bismarcksäule in Dresden-Räcknitz, die in den Jahren 1904 bis 1906 auf der Franzenshöhe auf 187 m über NN errichtet wurde.
Nur ein paar Kilometer weiter findet man den Bismarckturm in Dresden-Plauen. Dieser Bismarckturm wurde 1954 in Johann-Gottlieb-Fichte-Turm umbenannt. Er ist und bleibt aber ein schöner Aussichtsturm.
Dresden-Plauen N 51° 01.348 E 13° 42.730
Nach diesen zwei Türmen trafen wir uns mit unserer Tochter und landeten schließlich viel erzählend beim Italiener. Dann radelten wir wieder ins Elbtal und entdeckten diesen Fotorahmen.
Nach unserem Rückflug von Kasan, Abflug 3:35 Uhr nach Prag, Ankunft 6:25 Uhr, reisten wir problemlos nach Tschechien, in die EU ein. Die Räder haben die Reise in ihrem Foliencocon auch gut überstanden. Ich habe sie noch vor dem Zoll gleich neben dem Gepäckband montiert. Dann radelten wir nach …
Gullydeckel Melnik
Melnik ist eine sehr hübsche Stadt. Hier fließen Moldau und Elbe zusammen.
Abends machen wir die Planung für den nächsten Tag und mir kam die Idee nach Bismarcktürmen in der Gegend zu schauen. „Gucke mal in Berggießhübel gibt es einen Bismarckturm. So nah kommen wir dem Turm bestimmt nicht noch mal. Lass uns doch morgen nach Berggießhübel radeln.“ Frau Traumradlerin stimmte zu und wir schliefen ein.
Am nächsten Tag ging es elbabwärts bis Usti nad Labem.
Burg Schreckenstein bei Usti
Dann wurde es mühsam. Es ging bei brütender Hitze über den Kamm des Erzgebirges hoch bis auf 700 hm.
Frau Traumradlerin schimpfte: „Nie wieder werde ich eine Etappe radeln, ohne vorher das Höhenprofil gesehen zu haben. Andere radeln schön gemütlich im Elbtal und ich muss hier über die höchsten Hügel.“
Irgendwann standen wir in einem dieser Grenzshops. Wir kauften für unter zwei Euro zwei Liter Milch, während vor und hinter uns die Einkaufswagenladungen mehrere Hundert Euro wert waren. Das hätten wir mit unseren Packtaschen gar nicht weg bekommen.
Wir übernachteten im Hotel Augustusberg zwei Kilometer vom Bismarckturm entfernt. Erst am nächsten Tag schauten wir uns den Turm an.
Berggießübel N 50° 51.853 E 13° 57.136
Und morgen werden wir in Dresden gleich noch zwei Bismarcktürme besichtigen.
Wart ihr schon mal in Berggießhübel. Schöne Gegend 😎.
Stundenlang sind wir im starken Regen gefahren. Das Foto entstand in den besseren Minuten. Ich wollte meine Kamera nicht ruinieren.
Zum Glück gibt es überall Cafés, an denen „24 часa“ steht. 24 Stunden kann man Soljanka, Piroggen, mmh immer mit leckerer Füllung und Kascha bekommen. Zeit für ein Schwätzchen ist dann auch.
eine unserer Köchinnen
So hörten wir, dass auch die Einheimischen die 7-Tage-Regen-Prognose bestätigten. Wir werden zum Warmduscher und schauen nach einem Direktflug (unsere Räder sollen möglichst nur einmal verladen und entladen werden) in unsere „Home Zone“. Unsere Wahl fällt auf den Nachtflug von Czech Airline von Kasan nach Prag für 181,20 Euro je Person inclusive Fahrradtransport für 30 Euro. In Dresden wohnt unsere kleine Tochter, da sollte doch ein Besuch drin sein. Flug gebucht!
Auf dem Weg zum Kasaner Flughafen kamen wir mehrfach in schwere Gewitter, letztendlich aber doch an. Unterwegs haben wir uns eine große Rolle Folie aus einem Baumarkt besorgt.
Dann haben wir auf dem Flughafen den Folientanz mit Radel aufgeführt. Einer hält das Rad hoch und der andere läuft drumherum. Das Ergebnis:
Ich finde den Kokon total super :-).
11 Tage Radeln in Russland über knapp 1100 Kilometer waren ein tolles Erlebnis, aber auch Herausforderung. Hier noch ein Foto von den Talons unserer Registrierungen. Jeder Gastgeber muss seine ausländischen Gäste beim Reisende beim förderalen Migrationsdienst (FMS) registrieren. Verrückt.
Was mühen sich die Herbergen damit ab? Psst, wir haben auch mal schwarz geschlafen.
Was nehme ich nur als letztes Bild? Vielleicht dieses:
Es ist toll, wenn wichtige Worte aus unserer schönen deutschen Sprache Eingang in andere Sprachen finden. Schlagbaum ist offensichtlich solch ein Wort. „ACHTUNG AUTOMATISCHER SCHLAGBAUM“
ШЛАГБАУМ müssen wir nicht übersetzen. Dir Russen haben für SCH einen Buchstaben das Ш. Alle anderen Buchstaben sind mit der deutschen Schreibweise von SCHLAGBAUM identisch.
Die Blogbeiträge aus Russland sind alle auf einem Tablet geschrieben. Wenn wir wieder Zeit und einen PC haben, ergänzen wir noch Karten und etwas Statistik.
Wir hatten eine tolle Zeit in Russland. Bitte bleibt neugierig.