Bundestagswahl 2017 – Ist da was?

Obwohl unsere Zeit so spannend ist (Digitalisierung, Einwanderung, Finanzen, globale Konflikte), ist der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 sehr langweilig. Von den Plakaten schauen uns freundlich lächelnde Kandidaten an. Das war es dann auch schon. Konkrete Aussagen sind selten.

Typisch für diese Wahl ist dieses Plakat.

rps20170831_125925_740

Die CDU trifft gar keine Aussagen zu ihren Zielen, vielmehr gibt sie auf ihrem Plakat lediglich eine einfache Wahlverfahrensinformation. Es ist erstaunlich.

Wahlprognosen (US-Wahl, Brexit) waren in letzter Zeit oft ungenau. Wir versuchen mal eine eigene „Prediction“ im Vergleich zur Bundestagswahl 2013.

Partei 2013 2017
CDU 41,5 39,0
SPD 25,7 22,0
Linke 8,6 8,0
Grüne 8,4 6,0
FDP 4,8 9,0
AfD 4,7 12,0

Diese Voraussage hat nichts mit unseren Wünschen oder Vorlieben zu tun. Nach dem Motto „Herr Lindner sieht gut aus.“ könnte die FDP wieder mehr Stimmen erhalten. Alle Parteien wettern gegen die Afd, so erhält sie möglicherweise noch mehr Stimmen. Wir haben aus dem Bauch heraus geschätzt. Wir sind gespannt, wie weit wir neben der Realität oder wie weit wir neben den Prognosen der Profimeinungsforschungsinstitute liegen. Am Sonntag werden wir es erfahren. Ist die Wahl für euch ein Thema?

Bitte bleibt neugierig.

Wahlplakate #2 – Äußerlichkeiten

Auf meinem Arbeitsweg machte ich vier Fotos.

 

Welches Foto gehört nicht dazu? Tipp: Am Bart der Abgebildeten ist es nicht zu erkennen.

Bitte bleibt neugierig.

… oder noch mehr Wahlplakate?

Sind wir nicht alle Schildbürger? – Wahlplakate #1

Lange habe ich keinen Schildbürgerpost geschrieben. Da sind sie wieder, die Großwahlplakate für unsere Bundestagswahl im September.

rps20170811_142317_482

„Für gute Arbeit und gute Löhne.“ Ist denn irgend eine andere Partei gegen „gute Arbeit und gute Löhne“? Solche Aussagen sind Allgemeinplätze und man kann sie getrost „wegkürzen“.

Ein Plakat las ich aus dem Augenwinkel und dachte, wirklich? Ich drehte um und las erneut.

rps20170811_135611_185

„Bildung darf nichts kosten.“ Irgendwie stelle ich mir gleich einen Finanzminister vor, der kein Geld für genügend Lehrerstellen oder Schulgebäude freigibt. „Außer etwas Anstrengung.“ Bildung soll also nur „etwas“ anstrengend sein.

Natürlich erschließt sich, was die Plakatgestalter meinen und was sie sich für eine Wirkung beim Wähler erhoffen. Lest ihr Wahlplakate?

Bitte schaut genau hin und bleibt neugierig.

„Mit Bleistift und Lineal gehen wir zur Wahl!“

13. März 2016, Wahl von drei Landesparlamenten!

„Mit Bleistift und Lineal gehen wir zur Wahl!“ Das war eine Losung, die wir uns bei einer unserer ersten Wahlen zuriefen. Das war am 7. Mai 1989.

Es standen nur die Kandidaten der nationalen Front zur Wahl. Wenn man irgendeinen Kandidaten ankreuzte und den Wahlzettel in die Urne warf, war es eine Ja-Stimme für die Regierung. Wenn man keinen Kandidaten ankreuzte und den Wahlzettel in die Urne warf, war es eine Ja-Stimme für die Regierung. Wenn man einen Kandidaten durchstrich und den Wahlzettel in die Urne warf, war es eine Ja-Stimme für die Regierung.

Es heißt doch Wahl, wie konnte man damals gegen die Regierung stimmen? Genau hier kommt die Losung „Mit Bleistift und Lineal gehen wir zur Wahl.“ ins Spiel.

DSC_0981 (1280x853)

Eine Stimme wurde nur dann als Nein-Stimme gezählt, wenn alle Kandidaten auf dem Wahlzettel sauber und waagerecht durchgestrichen wurden.

Ich habe alle Kandidaten mit dem Lineal fein säuberlich durchgestrichen. Am Abend saßen wir aufgeregt vor dem Fernseher und erfuhren, dass es uns nur 1,15% der Wähler gleich getan hatten. Komisch, wir kannten schon so viele, die mit Bleistift und Lineal zur Wahl gegangen sind und das sollen nur 1,15% gewesen sein? Ihr kennt die Geschichte. Der Staat, in dem dies passierte, ist Geschichte.

Jeder sollte eine politische Überzeugung haben und sollte dafür eintreten. Wie zu jeder vorausgegangenen Wahl gehe ich auch heute zur Wahl. Zum Glück muss ich weder Bleistift noch Lineal mitnehmen.

Bitte bleibt neugierig :-).