Aus Luxemburg kommend radeln wir nun in die Stadt, die Karl Marx ihren bekanntesten Sohn nennt.
Wie kein anderer hat Karl Marx die atemberaubende Dynamik seiner und wohl auch unserer Zeit analysiert und beschrieben.
Er erkannte die sich ständig weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich. Wer arm ist, hat nur die Chance seine Arbeit zu verkaufen. Er trägt damit zum immer größer werdenden Reichtum einiger Weniger bei.
Das Marx-Denkmal ist ein Geschenk der Volksrepublik China. Es wurde am 5. Mai 2018 enthüllt. An diesem Tag hätte Karl Marx seinen 200. Geburtstag gefeiert.
Das Werk von Karl Marx gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Hätte es ohne die Schenkung eines asiatischen Staates ein Denkmal für diesen Philosophen in Trier gegeben? Dass diese Frage überhaupt möglich ist, ist schon erstaunlich.
Jetzt freuen wir uns auf den Moselradweg und guten Wein.
Wir schlafen in der westlichsten Großstadt Deutschlands, Aachen.
Wir radeln in den westlichsten Landkreis Deutschlands.
Wir besuchen den westlichsten Punkt Deutschlands.
Für unsere Weltchallenge schauen wir bei unserem westlichen Nachbarn vorbei.
Die Pet Shop Boys singen:
„Life is peaceful there (Go west) in the open air (Go west) baby you and me (Go west) this is our destiny (aah) (Go west) sun in wintertime (Go west) we will do just fine (Go west) where the skies are blue (Go west, this is what we’re gonna do)“
Wir radeln auf den Großen Auerberg bei Stolberg. Wir wollen den Stempel #215 der Harzer Wandernadel ins Stempelheft drücken.
Gucke mal das Schild: „Die Gedanken sind frei.“
„Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger sie schießen mit Pulver und Blei: Die Gedanken sind frei!“
Welch großartiger Text. Wer hätte gedacht, dass wir auf unserer Crossradrunde an diesen tollen Text von Hoffmann von Fallersleben erinnert werden.
„Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren, es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!“
Ohne den Gedanken an eine Pandemie haben wir im Februar 2020 zu unserer Welt-Challenge aufgerufen. Tolle Fotos von Staatsgrenzen mit Fahrrad gab es trotzdem.
Die liebe Takeshi macht uns gerade mit drei neuen Eroberungen den 2. Platz streitig. Hier erobert ihr Fahrrad Belgien.
Danke Tekeshi.
Jenseits des Polarkreises (Es ist ein älteres Foto :-).) bäumen wir uns mit unserer 8. Staatseroberung auf.
Einige von euch werden vielleicht im Sommer unterwegs sein. Wenn Ihr mögt, wir freuen uns über Fotos von Staatsgrenzen mit Fahrrad. (Spielregeln hier) Die Welt, Europa oder auch nur die Grenzen von Deutschland sind gute Fundstellen.
Bitte fühlt euch von der Welt-Challenge herausgefordert.
Es gibt Grenzen. Sie teilen unser Land. Zwischen Sachsen und Brandenburg radeln wir etliche Kilometer entlang von Zäunen und anderen Grenzschutzeinrichtungen.
Es geht um den Schutz vor der afrikanischen Schweinepest. Wir hatten das Thema gar nicht im Blick. Über viele Kilometer Zäune zu bauen, scheint nötig zu sein.
Weiter führt uns unser Weg nach Spremberg. Hier schauten wir uns den Bismarckturm an.
Weiter ging es zum Braunkohletagebau Welzow-Süd. Am meisten hat uns seine gigantische Größe beeindruckt.
Das Kraftwerk Schwarze Pumpe braucht „Futter“.
Direkt neben dem Tagebau radeln wir durch jungen Wald. Schilder und Gedenksteine erinnern an die abgebaggerten Dörfer.
Schalten wir zu Hause den Herd zum Kochen ein, denken wir selten an den dafür nötigen Aufwand. Finden wir Wege, unsere Ressourcen mehr zu schonen.
Beeindruckend ist so ein Tagebau aber auf jeden Fall.
1. Mai 1886, in den USA streikten Arbeiter für den Achtstundentag. Es kam zu Unruhen und Toten.
Drei Jahre später, auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale, wurde der 1. Mai zum Gedenken an die Opfer als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen.
Auch heute sind Solidarität und Gemeinschaft wichtig. Falls ihr Fotos mit Schildern zu dem Thema habt, würden wir uns darüber freuen.
In Hoyerswerda wandelten wir auf Gundermanns Spuren. Wir können die schöne Melancholie in seinen Texten nachvollziehen:
man konnte hier klaus oder janek heissen das war egal warn alle nur teig fürs waffeleisen das war egal dick oder doof schnell oder arm das war egal hier war ja nur ne maschinistenfarm das war egal hier in hoywoy
die wecker klingeln hier früh um vier alle zugleich am zahltag gabs immer radeberger bier für alle gleich und schlief der janek mit der frau vom klaus alles gleich das fiel nicht weiter auf hier sehn ja alle aus wie klaus alle gleich hier in hoywoy
Natürlich besuchten wir Feuersteins Musikpalast.
nur eins war seltsam hier gleich hinter dem ortseingangsschild war es plötzlich ganze vier grad wärmer und der wind so mild ich riss mein helmvisier hier immer weit auf weil ich nicht mehr so fror du lachtest hinter mir und die kinder krochen kichernd unter der seitenwagenplane vor
nur eins war seltsam hier gleich hinter dem ortseingangsschild war es plötzlich ganze vier grad wärmer und der wind so mild ich riss mein helmvisier hier immer weit auf weil ich nicht mehr so fror du lachtest hinter mir und die kinder krochen kichernd unter der seitenwagenplane vor
das war hoywoy das ist hoywoy aber nur für uns
Warum „Feuerstein“? Alle lebten vom Braunkohletagebau und die Braunkohle war der Feuerstein.