NordTour 2014 – Tag 19 – Weltkriegsspuren und Moltebeeren

Wir fragten die norwegische Kellnerin, was an Alta wissenswert sei und was wir uns anschauen sollten. Da kam sofort Geschichte.

Im Alta Fjord, direkt hier, lag über etliche Jahre die Tirpitz, das modernste und stärkste Schlachtschiff der Deutschen im 2. Weltkrieg. Sie bedrohte allein durch ihre Existenz die alliierten Geleitzüge nach Murmansk. Dieses Konzept, dem Gegner zu schaden, ohne aktiv zu kämpfen, nennt man „Fleet-in-being-Konzept“. Der Gegner muss immer genügend Kräfte vorhalten, um auf einen eventuellen Angriff reagieren zu können.

Wir verzichteten allerdings auf das Tirpitzmuseum. Die moderne Kirche in Alta erinnert mich in diesem Zusammenhang auch gleich an ein U-Boot.

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Die Sonne geht zwar unter, aber dunkel wird es nicht.

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Das Bild habe ich gegen Mitternacht aus dem Hotelfenster aufgenommen.

Die letzten Etappen liegen vor uns. Über weite Strecken gab es gar keine Bäume mehr. Da fielen uns Sammler in der Gras- und Buschlandschaft auf. Was sammeln die nur? Irgendwann fragten wir. Sie sammeln Moltebeeren. Wir durften gleich kosten. Mmmhh, lecker.

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Die Moltebeere ist ein Rosengewächs und ist in unseren Breiten sehr selten.
Übrigens ist die Moltebeere auf der finnischen 2-Euro-Münze abgebildet. Sie ist ein Wahrzeichen Lapplands.

Wir sitzen in der Sonne in Olderfjord, bzw. Russenes am Porsangerfjord.

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Morgen werden wir den absoluten Tiefpunkt unserer Tour erleben. Wie wir den überstehen, werde ich morgen berichten.

Statistik:
Tageskilometer: 112
Gesamtkilometer: 2.408
Kilometer bis zum Nordkapp ca: 130
Tageshöhenmeter: 1.002
Gesamthöhenmeter: 16.845
Standort N 70°28.675 E 025° 03.963
Spendenstand 141 Cent je Kilometer (neue Spender: Liane und Thorsten Brucke je 2 Cent- Danke)
Infos zur Idee unter: http://www.jedes-jahr-ein-treffer.de

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nächster Tag – weiter nach Norden

NordTour 2014 – Tag 17 – Die ungeplante 200 Kilometeretappe

Fichte ist weg. Über mehrere tausend Kilometer 🙂 war Fichte, rechts und links am Straßenrand stehend, unser ständiger Begleiter. Nun haben wir das Verbreitungsgebiet der Fichte verlassen. Ihr wird es wohl zu kalt sein.

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Die Birke, die bei uns Unkraut des Waldes genannt wird, bestimmt die Landschaft.

Das Wetter meinte ist gut. Ein warmer lauer Südwind unterstützte angenehm.

Kürzeste Etappe, Baden? Ja!
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Gegen 13 Uhr trafen wir vor dem Supermarkt, schon in Kautokeino, Nico, Max und Rave. Sie waren ebenfalls mit Rennrädern, von Berlin kommend, unterwegs. Da gab es natürlich den üblichen Tratsch. Sie wollten noch 130 km bis zum nächsten Ort Alta radeln.

Die dürfen bei Rückenwind noch Rad fahren und wir :-(?

Wir holten unser Smartphone raus. Das Hotel in Kautokeino hatten wir per booking.com gebucht. Wie war das mit den Stornobedingungen? Eine kostefreie Stornierung ist nicht möglich- es sind 100% zu zahlen. Mist.

Jungs, wir fahren mal zu dem Hotel. Vielleicht stehen wir am Straßenrand und dann können wir noch etwas gemeinsam fahren.

Im Hotel sagten wir ehrlich, das wir uns vertan haben und bekamen die Zusage, dass sie unsere Kreditkarte in Ruhe lassen. Toll :-).

Nun erst einmal etwas, ach was, viel essen. Wir fuhren dann ein paar Kilometer mit den drei Jungs. Wenn 5 beladene Rennräder mit Tempo 35 durch Norwegen fliegen, ist das schon ein cooles Gefühl.
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Irgendwann riss eine Tüte mit Lebensmitteln bei Rave, der an Zwei fuhr. Wir drei dahinter, hatten gut zu tun einen Sturz über Joghurtbecher, Milch, Brot und Nudeln zu vermeiden. Es ging aber alles gut. Puh.

Die Jungs fuhren härter die Hügel hoch, so ließen wir sie dann fahren. Allerdings sahen wir uns die nächsten 100 km immer wieder.

Kurz vor Alta durchquerten wir dann erst Mal den Skanden. Der Skanden ist das Gebirge in Skandinavien. Es beginnt an der norwegischen Skagerrak-Küste im Süden und läuft über ca. 1700 km bis zum Nordkapp. Wir hatten es auf unserer Tour immer wieder im Westen gesehen. Jetzt kreuzten wir diese grandiose Landschaft.
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Die letzten 10 km vor Alta reihten sich plötzlich Nico, Max und Rave wieder hinter uns ein. Sie steuerten einen Campingplatz, wir das Hotel, in dem wir ja eigentlich erst morgen schlafen wollten, an. Ein Zimmer war frei.

Wir sind noch nie mehr als 200 Kilometer geradelt. So haben wir uns ein leckeres Abendessen und ich mir ein Bierchen als Belohnung verdient.

Da wir ja nun eine ganze Etappe gespart haben, gibt es einen Ruhetag. Luxus. Wenn heute nichts Außergewöhnliches passiert, gibt es den nächsten Blog erst wieder am Donnerstag.

Statistik:
Tageskilometer: 212
Gesamtkilometer: 2.296
Kilometer bis zum Nordkapp ca: 242
Tageshöhenmeter: 1.251
Gesamthöhenmeter: 15.843
Standort N 69° 57.645 E 023° 14.170
Spendenstand 137 Cent je Kilometer (neue Spender: Brigitte Lösecke 1 Cent, Heike Böttcher 1 Cent- Danke)
Infos zur Idee unter: http://www.jedes-jahr-ein-treffer.de

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nächster Tag – weiter nach Norden