La Légende du pont diable

Im Südwesten von Frankreich: Regen und Nebel ziehen nördlich der Pyrenäen über das Land.

Wir wollen nach Andorra. Unser Fahrer biegt routiniert von der schmalen Hauptstraße in die noch viel schmalere Nebenstraße ab. Unser Weg schlängelt sich an der Ariège entlang.

Im einsamen Tal der Ariège trug sich folgendes zu. Der Count von Foix beauftragte einen seiner Barone innerhalb eines Monats eine Brücke über eben die Ariège zu bauen. Er gab dem Baron dafür einen Monat Zeit. Würde er fehlen, würde er hängen.

Der Baron, ein Träumer hatte kein Geld, weder für Arbeiter noch für das Material. Der Monat neigte sich dem Ende entgegen und unser Baron hatte keine Lösung für seine Aufgabe gefunden. In seiner Verzweiflung schloss er einen Pakt mit dem Teufel. Der Teufel versprach ihm die Brücke in einer Nacht zu bauen, im Tausch für die erste Seele, die über diese Brücke kommen würde. Der Baron akzeptierte und am nächsten Morgen sollte die Brücke über die Ariège gebaut sein.

Schon wenig später fühlte sich unser Baron bei dem Gedanken, eine unschuldige Seele an den Teufel auszuliefern, schuldig. So begab er sich in die nahe Kirche von Saint-Volousian. Dort vertraute er seine Sünde dem Abt an. Anstatt ihn zu verurteilen, flüsterte ihm der Abt etwas ins Ohr. Das brachte unseren Baron zum Lächeln.

Am nächsten Morgen war die Brücke fertig gebaut und der Teufel wartete geduldig auf die erste Seele, die über die neue Brücke kommen würde.

Als der Teufel unseren Baron kommen sah, rief er ihm entgegen:

„Du Baron? Du wirst also der erste sein.“

„Nein, nein, das wird sie sein.“

Der Baron hatte einen Korb in seiner Hand. Er öffnete ihn und eine riesige Katze sprang heraus. Um ihre Taille war eine Soßenpfanne gebunden. Erschreckt vom Scheppern der Soßenpfanne, rannte die Katze als erste über die Brücke.

Der Teufel war geschlagen. Er löste sich auf und ward im Tal der Ariège nie mehr gesehen.

Am verregneten Märztag schauten wir auf die uralte Felssteinbrücke und es war gar nicht schwer, dieser Geschichte zu glauben.

In allen Regionen auf der Welt gibt es solche oder ähnliche „Teufelsbrückengeschichten“. Sie zeugen von der Sehnsucht der Menschen, dem Schicksal ein Schnäppchen zu schlagen.

Wir schafften es an diesem Tag nicht mehr nach Andorra. Starker Schneefall machte das unmöglich. Wir wurden pitsche, patsche nass. Trotzdem hatten wir einen unvergesslichen Tag und werden wohl immer an die Teufelsbrücke an der Ariège denken.

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Bitte bleibt neugierig.

nach Carcassonne

Alter Stahlrahmen bekommt eine zweite Chance

Am 9. Januar 2018 war es mal wieder so weit. Das Arbeitsweg- und Alltagsfahrrad von Frau Traumradlerin wurde trotz teurer Schlosstechnik wieder einmal gestohlen. Das ist echt ärgerlich. Unsere Versicherung zahlte den kompletten Schaden, schrieb uns aber ein paar Tage später einen Brief, in dem sie auf ihre Verantwortung den anderen Versicherten gegenüber hinwies und uns beim nächsten Versicherungsfall die Kündigung androhte. Na prima!

„Wenn ich mir von dem Versicherungsgeld wieder ein schönes neues Fahrrad und ein teures Schloss kaufe und es wieder vor der Arbeitsstelle abstelle, werden sich nur wieder die Diebe über den Nachschub freuen.“ meinte Frau Traumradlerin. „Wir haben doch noch einen alten Stahlrahmen im Keller.“

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„Wenn der alte Rahmen eine individuelle Lackierung bekommt, ist er vielleicht für die Diebe nicht mehr attraktiv. Man könnte ihn ja vielleicht himmelblau mit ein paar weißen Wölkchen bemalen.“

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Für die Lackierarbeiten kaufte ich eine Dose blauen Buntlack. Weißen Lack und eine Dose Klarlack fand ich noch im Keller.

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Der Plan für den Aufbau eines neuen „Traumradeln-Fahrrades“ ist geboren. Aus Schrott wieder etwas Funktionierendes machen, ob das gelingt? Passen die nötigen neuen Teile an einen alten Rahmen? Wir sind selber gespannt. Und hier ist das Ergebnis:

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Bitte bleibt neugierig.

Was macht denn die Nilgans im Elbeeis?

Bevor ich mich endlich den warmen Frühlingswettern widme, möchte ich noch einen Beitrag zu den wunderschönen klaren und kalten Wintertagen schreiben. Auf der Elbe schwamm „Pfannkucheneis“. Den Begriff gibt es wirklich. Frei nach Wikipedia: Als Pfannkucheneis, engl. Pancake Ice oder Tellereis wird ein Eis bezeichnet, welches aus vorwiegend kreisförmigen Eisstücken mit einem Durchmesser von 30 cm bis 3 m besteht. Das passt doch, oder?

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Es war also bitterkalt und da watschelte mir am Elbestrand ein buntes Vogelpärchen vor die Linse.

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Ich rückte immer näher. Natürlich blieb das Pärchen nicht stehen. Was ist das denn für ein Vogelpaar?

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Zu Hause lernte ich, die Ente, die da gerade um die Scholle schwimmt, ist eine „Egyptian goose“ oder Nilgans.

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Die Nilgans hat ihr Verbreitungsgebiet in fast ganz Afrika, außer den wirklichen Wüstengebieten. Ok, ist denn die Elbe ein afrikanischer Fluss?

Nein, die Nilgans wurde von uns Menschen als Ziervogel im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht. Irgendwann sind in Holland einige Exemplare ausgebüxt und deren Nachkommen haben sich über das Rheinland bis zu uns ausgebreitet. Die Nilgans ist ein Neobiota, eine Art, die sich selbstständig in einem Gebiet etabliert, in dem sie vorher nicht heimisch war.

Willkommen Neobiota-Nilgans! Habt ihr auch schon mal eine Neobiota-Art getroffen?

Bitte bleibt neugierig.

Eisfahrrad

Das letzte Wochenende war mit zweistelligen Minusgraden noch einmal richtig kalt. Mit kalten Fingern betätigte ich auf einer kleinen Radrunde den Auslöser der Kamera.

Ein IC fährt über die Elbe. Eisschollen schwimmen auf dem Fluss.

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Die Stromelbe ist in Bewegung. Die Einfahrt zum Handelshafen Magdeburg, heute Wissenschaftshafen, ist zugefroren.

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Graugänse rasten auf den Elbwiesen.

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Blick auf das winterliche Wasserstraßenkreuz. Der Mittellandkanal überquert die Elbe.

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Das letzte mal „stand“ die Elbe bei Magdeburg im Januar 1997.

Durch Eisbrecher wird auf dem Mittellandkanal eine geschlossene Eisdecke verhindert.

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Als Nächstes kam ich zu unserem Lieblingsbadesee.

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Nein, ein Sprung ins Nass bot sich heute nicht an. Gerade besondere Wetterlagen haben ihren Reiz. Nun wollen wir aber alle Frühling, oder?

Bitte bleibt neugierig.

Es gibt zu viele Ghost Bikes!

Es ist schon ein paar Tage her, da schrieb ich über ein trauriges Thema – über „Ghost Bikes“. Ein „Ghost Bike“ oder Geisterrad ist ein weiß gestrichenes Fahrrad, welches als Mahnmal für im Straßenverkehr verunglückte Radfahrer aufgestellt wurde. Die Idee zu den weißen Fahrrädern an Unglücksorten entstand 2003 in St. Louis (Missouri).

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Ghost Bike Auffahrt Magdeburger Ring

An der Schnellstraßenauffahrt auf dem Bild oben starb am 14. April 2008 ein junger Mann durch einen rechtsabbiegenden LKW. Der Radfahrer fuhr über die grüne Ampel geradeaus und der LKW bog rechts ab. Kurz nach dem Unfall kam ich zufällig dazu. Ich sah noch den LKW und die abgesperrte Unfallstelle.

„Ghost Bikes“ gibt es inzwischen in vielen Städten. In München soll es sieben Geisterräder geben. In Berlin und Dresden habe ich jeweils eins fotografiert.

Ein weißes Fahrrad ist eine gute Idee an rücksichtsvolles Fahren zu appelieren. Auch ich bin Autofahrer und will bei jedem Abbiegevorgang an den Schulterblick denken. Jedes dieser stillen Mahnmale ist eines zu viel.

Gibt es auch bei euch „Weiße Fahrräder“? Falls ihr ein Foto von einem Geisterfahrrad habt, könnt ihr es uns gerne schicken oder im Kommentar verlinken. Wir würden uns freuen.

Bitte fahrt, egal ob mit oder ohne Motor, immer rücksichtsvoll und bleibt neugierig.

Wir haben den Osterhasen gesehen :-)

Draußen ist es mit zweistelligen Minuswerten noch einmal richtig frisch geworden. Doch gerade haben wir, gleich hinter dem Schneeglöckchen und neben dem Schneemann, den Osterhasen entdeckt.

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Es ist gewiss. Der Frühling wird bald kommen. Habt ihr den Osterhasen auch schon erspäht?

Und die Krokusse blühen auch schon. Wir wünschen euch warme Gedanken. Bitte bleibt neugierig.

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Am Ende ist Rost!

Uns gefällt besonders die materialsparende Hinterradaufängung. Es gilt, am Ende ist Rost (wie auch schon hier).

Bitte bleibt neugierig.

Reisevorträge im Familienhaus Magdeburg

Als Unterstützung der Arbeit des Familienhauses in Magdeburg steuern wir am 1. Februar um 19:30 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr gerne einen Reisevortrag bei. Wir haben uns entschieden, Bilder von unserer Kubafahrradtour zu zeigen.

Wie kamen wir auf die Idee: „Wir haben im Februar zwei Wochen Urlaub. Frau Traumradlerin möchte dem Winterschmuddelwetter entfliehen und ins Warme. Wie wäre es mit Karibik? Wie wäre es mit der größten Insel der Karibik? Kuba? Als Kinder haben wir viel von einem Sozialismus unter Palmen im Vorhof der USA gehört. Was hältst du davon, das Land von Fidel Castro und Che Guevara zu besuchen? Ja, wir fahren Fahrrad auf Kuba!

Wir hören, dass Kuba einen eigenen morbiden Charme hat. Wir hören von schlechten Straßen. Es gibt Zweifler, ob man auf Kuba überhaupt individuell Fahrrad fahren kann. Wir wollen es wissen. Wir besuchen eines der letzten sozialistischen Länder auf der Welt, so lange dies noch möglich ist.“

Im Flyer der Familienhauses heißt es:

„Nach der Winterpause startet wieder die Serie der Reisevorträge „Hinterm Horizont geht’s weiter…“. Diesmal geht es nach Kuba. Susanne und Frank bereisten das sozialistische Land in der Karibik. Lassen sie sich mitnehmen auf eine spektakuläre Tour.
Karten gibt es im Familienhaus im Park im Vorverkauf für 3,-€ und an der Abendkasse für 5,-€. Für das leibliche Wohl sorgt das Team des Familienhaus-Café-Team.“

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Solche Vorträge halte ich sonst nicht. Ich bin schon ganz aufgeregt :-).

Bitte bleibt neugierig.

Jungfrauen in der Stadt #2

Seit unserem letzten Wappenpost fielen uns wieder einige Wappen in unserer Stadt auf.

Ein Wappen ist ein Zeichen auf einem Schild. Früher bedeutete das Wort „wâfen“ auch „Waffe, Rüstung“. Im 16 Jahrhundert kam es zur begriffliche Trennung von Waffe als Kampfgerät und Schild als Schutzwaffe. Auf dem Schild gab es dann auch das Wappen in der Bedeutung, die wir heute kennen.

Auch beim Stöbern in Blogs fielen mir Beiträge mit Wappen auf. Fotos von Gullydeckeln mit Wappen scheinen sehr beliebt zu sein. Da schaute ich mal nach unten und voila …

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… auf so einem schönen Wappen stehen und gehen wir. Im Juli letzten Jahres hat sich übrigens bereits ein Gullydeckel aus Melnik in diesen Blog geschlichen :-). Gibt es bei euch auch so schicke Gullydeckel?

Bitte bleibt neugierig.

#Festive500 – 2017

Die Feiertage sind vorüber. Die Familie war zu Besuch. Wir saßen am Weihnachtsbaum. Es war warm und gemütlich. Kontrast?

500 Rennradkilometer zwischen den Feiertagen im Dezember – eine verrückte Idee!

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Wie kommen wir darauf? Die Firma Rapha ruft zu einer Challenge auf:

„ride 500km in the eight days between Christmas Eve and New Year’s Eve. Since then the Rapha #Festive500 has become a holiday ritual for cyclists, with tens of thousands of riders around the world attempting the distance each year. Join them.“

Mehr als 80.000 Radler auf der ganzen Welt wollen dieses Jahr an der #Festive500 teilnehmen. Die Idee ist für uns sehr herausfordernd, aber dieses Jahr habe ich Urlaub und wir wollen es versuchen.

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Übrigens, wo ist die Katze?

Wo waren wir? Ach ja, einsame Gedanken, die hat man, wenn der Wind ohne Unterlass ins Gesicht bläst.

Warum fährt man bei Regenschauern und kaltem Wind? Vielleicht nur für diesen einen Moment, wenn die Sonne kurz vor ihrem Untergang doch noch mal durch die Wolken lugt.

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349 Kilometer, wir haben die Herausforderung noch nicht bewältigt. Die einsamen Landstraßen warten auf uns. Auf geht’s!

Bitte bleibt neugierig.

Werden wir es schaffen?