In Carcassonne

Wir hielten an einer roten Ampel in Carcassonne. „Warum stehen hier so viele Reporter und schwer bewaffnete Polizisten?“ Als wir das Blumenmeer vor der Gendarmerie direkt neben uns sahen, war es klar. Vor zwei Tagen, am 23. März 2018, wurde hier der 44-jährige Polizist Arnaud Beltrame getötet, der sich dem islamistischen Geiselnehmer als Austausch für die letzte verbliebene Geisel angeboten hatte. In der südfranzösischen Provinz starben vier Menschen durch diesen Terroristen. Plötzlich vor dem Blumenmeer zu stehen, war ein extrem berührender Moment.

In Carcassonne muss man einfach …

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Es gibt so viel zu sehen.

 

Vielleicht kennt ihr ja das Brettspiel „Carcassonne“. Die Festung gibt es wirklich und sie ist gigantisch.

Freud und Leid liegen nahe. Bitte bleibt neugierig.

La Légende du pont diable

Regen und Nebel ziehen nördlich der Pyrenäen über das Land.

Wir wollen nach Andorra. Unser Fahrer biegt routiniert von der schmalen Hauptstraße in die noch viel schmalere Nebenstraße ab. Unser Weg schlängelt sich an der Ariège entlang.

Im einsamen Tal der Ariège trug sich folgendes zu. Der Count von Foix beauftragte einen seiner Barone innerhalb eines Monats eine Brücke über eben die Ariège zu bauen. Er gab dem Baron dafür einen Monat Zeit. Würde er fehlen, würde er hängen.

Der Baron, ein Träumer hatte kein Geld, weder für Arbeiter noch für das Material. Der Monat neigte sich dem Ende entgegen und unser Baron hatte keine Lösung für seine Aufgabe gefunden. In seiner Verzweiflung schloss er einen Pakt mit dem Teufel. Der Teufel versprach ihm die Brücke in einer Nacht zu bauen, im Tausch für die erste Seele, die über diese Brücke kommen würde. Der Baron akzeptierte und am nächsten Morgen sollte die Brücke über die Arège gebaut sein.

Schon wenig später fühlte sich unser Baron bei dem Gedanken, eine unschuldige Seele an den Teufel auszuliefern, schuldig. So begab er sich in die nahe Kirche von Saint-Volousian. Dort vertraute er seine Sünde dem Abt an. Anstatt ihn zu verurteilen, flüsterte ihm der Abt etwas ins Ohr. Das brachte unseren Baron zum Lächeln.

Am nächsten Morgen war die Brücke fertig gebaut und der Teufel wartete geduldig auf die erste Seele, die über die neue Brücke kommen würde.

Als der Teufel unseren Baron kommen sah, rief er ihm entgegen:

„Du Baron? Du wirst also der erste sein.“

„Nein, nein, das wird sie sein.“

Der Baron hatte einen Korb in seiner Hand. Er öffnete ihn und eine riesige Katze sprang heraus. Um ihre Taille war eine Soßenpfanne gebunden. Erschreckt vom Scheppern der Soßenpfanne, rannte die Katze als erste über die Brücke.

Der Teufel war geschlagen. Er löste sich auf und ward im Tal der Ariège nie mehr gesehen.

Am verregneten Märztag schauten wir auf die uralte Felssteinbrücke und es war gar nicht schwer, dieser Geschichte zu glauben.

In allen Regionen auf der Welt gibt es solche oder ähnliche „Teufelsbrückengeschichten“. Sie zeugen von der Sehnsucht der Menschen, dem Schicksal ein Schnäppchen zu schlagen.

Wir schafften es an diesem Tag nicht mehr nach Andorra. Starker Schneefall machte das unmöglich. Wir wurden pitsche, patsche nass. Trotzdem hatten wir einen unvergesslichen Tag und werden wohl immer an die Teufelsbrücke an der Ariège denken.

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Bitte bleibt neugierig.