Anachronismus / Traumradeln-Weltchallenge

Am 26. Februar 2020 haben wir zu unserer „Traumradeln Weltchallenge“ aufgerufen. Heute wirkt sie zeitlich deplatziert. Sie wirkt wie ein „Anachronismus“. Trotzdem, ….

… auch wenn wir nicht sorgenfrei durch die Welt radeln können, sind doch die Erinnerungen an tolle Touren möglich. Alte Fotos von der Festplatte sind hier gerne gesehen. Frische Fotos von einsamen Radtouren gehen natürlich auch.

„Hallo Susanne und Frank,

habe vergangene Woche erst die neue Challenge entdeckt und mich erst ein bisschen geärgert, dass ich da nix im Archiv habe… ich bin ziemlich nah an der Grenze zu Holland aufgewachsen, aber die war für uns so normal, dass da nie jemand angehalten hätte für ein Foto.
Also habe ich mich heute mal 200 km aufs Rad gesetzt (wohne nicht mehr so nah dran) und das schöne Dinxperlo/Suderwick besucht. Der Doppel-Ort ist speziell, die Grenze geht quasi mittendurch, auf einer Straße ist der rechte Bordstein deutsch (Suderwick), Fahrbahn und linker Bordstein schon niederländisch. Zeigt also sehr schön, wie Grenzen in Europa aussehen sollten: Offen, fast unsichtbar.
$R8CSS34
Was man (deswegen) nicht findet: Ein niederländisches Grenzschild!
Ich bin dann aber ein paar Kilometer weiter fündig geworden, auf Landstraßen ist dann doch Verlass. Witzigerweise hängen am gleichen Mast noch ein paar private Briefkästen.
$RXC46VR
Das Bundesrepublik-Deutschland-Schild scheint eher museale Anforderungen zu erfüllen, steht aber tatsächlich an der echten Grenze am alten Schlagbaum. Auf der Landstraße grüßt nur NRW.
$RGE44DP
Viele Grüße und danke für die Inspiration zur heutigen Tour,

Goradzilla“

Lieber Goradzilla, statt Teilung wünschen wir uns Briefkästen an jedem Grenzschild. Herzliche Dank für deine Geschichte. Den „Punkt“ für die Niederlande notieren wir sehr gerne.

Bitte bleibt neugierig.

zur Challenge

9.11. – Das Schweigen der Lämmer

Heute bin ich mal allegorisch. Wölfe haben die Macht. Dazu schweigen die Lämmer.

IMG_2231 (800x449)

Der Mauerfall vor 30 Jahren war etwas ganz anderes und deshalb so besonders. Die Lämmer haben nicht geschwiegen und die Wölfe haben nicht getötet. Die Grenztore gingen auf.

DSC03911 (800x427)

Puh, was für ein extrem seltener historischer Moment. Und was tun die Wölfe heute? Was machen die Lämmer?

DSC03583 (800x533)

Bitte bleibt neugierig.

9.11. – Mauerfall 29 Jahre später

Mauerfall. Friedliche Revolution. Ein Meilenstein unserer Geschichte. Wir sind dankbar, dass ein so bedeutender Wandel ohne Einsatz von Militär stattfand.

An der konsequenten Grenzsicherung war der Ernst der politischen Lage ablesbar. Hin und wieder sehen wir Reste. Natürlich machen wir Fotos.

Es gab an der innerdeutschen Grenze Beobachtungstürme. In der DDR waren die Kurzbezeichnungen ganz oft von den Anfangsbuchstaben der Objekte abgeleitet. Für Beobachtungsturm wurde also BT verwendet. War der Turm dann noch 11 Meter hoch, so hieß er BT11. Foto? Gerne.

Im Inneren waren mehrere versetzte Plattformen eingezogen, die die Grenzsoldaten per Leiter erreichten.

Vor zwei Wochen stießen wir, versteckt hinter vielen Brombeerdornen, auf einen alten BT9.

rps20181108_212228.jpg

Neben den einfachen Beobachtungstürmen gab es die Führungsstellen. Sie hatten eine Grundfläche von ca. 4×4 Metern.

dsc02101-853x1280

Von den ca. 10 Meter hohen Führungsstellen wurden die Posten und die elektronischen Sicherungsanlagen eines Grenzabschnittes beaufsichtigt. Grenztürme, die mitten in Deutschland standen, sind nur noch „lost places“. Gut so!

Bitte bleibt neugierig.

zum Beitrag Mauerfall 28 Jahre später

Prignitz, jetzt auch mit Schild – Neues von der Landkreischallenge

Inzwischen wurden im Rahmen unserer Landkreischallenge 193 bundesdeutsche Landkreise entdeckt und fotografiert. Der letzte „eroberte“ Landkreis war der Landkreis Karlsruhe.

lkc_karlsruhe
Karlsruhe am 25.07.18 an Okoloman vergeben

Da wir in Deutschland nur 295 Landkreise haben, verwundert es nicht, dass sich nun unser Blick auch auf die Landkreise ohne Willkommensschilder richtet. Das Aufstellen und Pflegen von Kreisgrenzschildern ist eine freiwillige Leistung der Kreise. So ist es auch in Ordnung, wenn Kreise, wie zum Beispiel der Landkreis Hildesheim, auf diese Art der Begrüßung verzichten.

Umso mehr freuen wir uns, wenn es doch Kreise gibt, die sich Willkommensschilder neu leisten. So geschah es am 1. August 2018 im Landkreis Prignitz. An sieben Bundesstraßen, die in die Prignitz führen, gibt es nun Willkommensschilder. Tata!

Die beiden Fotos hat uns der Landkreis zukommen lassen. Wir sagen herzlichen Dank dafür. Toll finden wir auch, dass hinter der Finanzierung der Begrüßungsschilder auch privates Engagement steckt.

Wir haben nun dem Landkreis Prignitz die Farbe „Gelb – Kreisgrenzschilder sind in Planung“ wieder entzogen.

Prignitz (1024x800)

Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Prignitz die Farbe „Grün – Kreisgrenzschild ist mit Fahrrad fotografiert“ erhält.

„Schatz, wollen wir nicht mal in die Prignitz radeln?“

Bitte bleibt neugierig.

9.11. – Mauerfall 28 Jahre später

Entlang der ehemaligen Grenze erinnern große Schilder an die Teilung Europas.

Wir erlebten diese spannende Zeit aus Sicht der DDR-Bürger. Die Grenzöffnung verlief friedlich! Es ist also möglich, Machtstrukturen friedlich zu verändern. Das ist großartig und kann gar nicht genug Wert geschätzt werden!

Wir freuen uns jedes mal, an so einem Schild vorbei zu radeln. Habt ihr diese Schilder auch schon mal gesehen?

Bitte bleibt neugierig.

9.11. – Mauerfall- 27 Jahre später

dsc02101-853x1280
Grenzturm bei Helmstedt

Bitte bleibt kritisch, bitte bleibt neugierig :-).