Wer wird deutscher Fußballmeister 2015?

Wer wird deutscher Fußballmeister 2015? Ihr denkt, die Frage ist längst geklärt. Das ist grundsätzlich richtig, trifft aber nicht für alle Bereiche zu.

Die gerade in Salzwedel stattfindende deutsche Fußballmeisterschaft für Menschen mit geistiger Behinderung ist Anlass, den Blick auch einmal in diesen Bereich des Sports zu lenken. Dort fließen keine Millionen an Fernsehgeldern. Die Ausrichtung einer solchen Deutschen Meisterschaft ist nur mit ehrenamtlichem Engagement, Sponsoring und viel Herzblut der beteiligten Verbände, Vereine und der ausrichtenden Region möglich. Dies funktioniert gerade in dieser Woche in der Altmark. Fußballteams aus 9 Bundesländern ermitteln in dieser Woche ihren deutschen Meister. Die Spiele werden in Salzwedel ausgetragen und übernachtet wird im KIEZ in Arendsee. 

BaWü-SachsAnhalt

Das Bild oben zeigt einen Angriff der Mannschaft aus Sachsen-Anhalt im gestrigen Spiel gegen die Mannschaft aus Baden-Württemberg. Hier konnte der Keeper noch abwehren. Dieses Spiel endete 3:0. Vielen Dank an „pandamedien“ für die schönen Fotos.

Am morgigen Donnerstag gibt es die Halbfinals und das Finale um die Fußballmeisterschaft für Menschen mit geistiger Behinderung. Wir wissen also erst morgen, wer deutscher Meister wird. Egal wer gewinnt, wir wünschen allen am Turnier Beteiligten faire Spiele und eine gute gemeinsame Zeit. Es ist toll, dass es diese Sportveranstaltungen für Menschen mit Handicap gibt.

Vielleicht findet ja auch in eurer Region eine derartige Veranstaltung statt. Ich wünsche euch Neugierde.

Havelberg – ein Tag auf der Bundesgartenschau

In unserem Samstagspost geht es heute um die Buga 2015. Die Bundesgartenschau findet alle zwei Jahre statt. Dieses Jahr richten gleich 5 Standorte in der Havelregion die Buga aus. Die fünf Bugaorte sind Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Amt Rhinow/OT Stölln und die Hansestadt Havelberg.

Wir haben uns heute für einen Besuch der Hansestatdt Havelberg entschieden. Dieses Jahr sind erstmals Kirchen als Blumenhallen Teil der Schau. Mitten im Zentrum, am Markt von Havelberg, liegt die Stadtkirche St. Laurentius. Der gotische Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert ist eine einmalige Kulisse für die Blumenhallenschauen. Wir konnten heute in der Kirche japanische Gartenkunst bewundern.

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Entlang des Weges sieht man viele liebevoll gestaltete Gärten, wie man sie auch in jeder Gartensparte zu Hause sehen könnte.

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Das kleine Gartenhäuschen haben wir Kaminzimmer genannt. Überall blüht es.

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Wir sind mit vier Autos, die alle voll besetzt waren, angereist. So waren wir eine große Gruppe und haben uns mal wieder so richtig unterhalten können. Der Eintritt kostet 20 Euro für einen Erwachsenen. Nach gut vier Stunden haben wir die Runde durch Havelberg abgeschlossen. Nun können wir mit unserer Eintrittskarte noch die vier anderen Bugastädte besuchen. Das werden wir die nächsten Monate auch machen. Vielleicht radeln wir sogar ein Stück zwischen den Gärten. Der Sommer fängt ja erst an.

Wenn ihr eine Idee für einen Ausflug mit Freunden sucht, wie wäre es mit der Buga in der Havelregion?

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Und als nächste Station werden wir Rathenow besuchen.

Die Mecklenburger Seen Runde – Danke an die Helfer

Die Mecklenburger Seen Runde ging über ein Strecke von 300 km. Solch eine Strecke kann man nur mit der Hilfe vieler freiwilliger Helfer absichern. An allen Kreuzungen standen Streckenposten. Oft waren es die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren der Orte rings herum.

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In den Verpflegungsstellen, hier in Nossentiner Hütte gab es ganz viele fleißige Hände, die über viele Stunden unermüdlich für die Radler Nahrung und Getränke bereit stellten.

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Hier seht ihr die fleißigen Hände im Depot Nossentiner Hütte. Es wurden lecker Schnitten frisch geschmiert. Unser amerikanischer Schwiegersohn meint, dass so etwas in Amerika undenkbar wäre. Dort würde es auch genügend zu essen geben, aber keine Schnitte wäre frisch. Dort wäre alles abgepackt in Kunststoff eingeschweißt. Da ist das hier doch besser.

Das Ergebnis all der Mühen waren glückliche Radfahrer.

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Danke an alle Freiwilligen, die für Nahrung, Führung und Sicherheit gesorgt haben. Ihr Helfer, die ihr euch das Wochenende für andere engagiert, toll, dass es euch überall in unserem Leben gibt.

Bitte bleibt neugierig.

zum Bericht #2 über unsere MSR

zum Bericht #1 über unsere MSR

zur MSR 2017

zur MSR 2018

Die Mecklenburger Seen Runde – Finale und Regenbogen

was vor 11:55 Uhr passierte

11:55 Uhr: Es ist fünf vor 12 und ich bin mit dem Auto in Malchow. Die Natur bietet ein tolles Schauspiel. Ob das die Radfahrer auch genießen?

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Susanne habe ich das letzte Mal an der Verpflegungsstation in Röbel bei Kilometer 128 gesehen. Übrigens muss Susanne gar nicht alleine fahren. Sie hat Hilfe von Ralf, einem Radlerfreund. Übrigens sind die Straßen nicht abgesperrt. Dieses „Radrennen“ über 28 Stunden findet komplett im öffentlichen Straßenverkehr statt.

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Nun geht es zur Verpflegung bei Kilometer 176. Unsere Tochter wird mit Mann dort sein. Gemeinsam wollen wir Susanne anfeuern.

13:20 Uhr: Juliane und ihr Mann sind da, die Freude ist groß. Es sind nur noch 134 Kilometer und einige Regenschauer. Die Natur ist wirklich ein Traum.

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16:48 Uhr: Ich erhalte eine SMS: „Bitte mit grüner Tasche zu Km 260.“ Dort befindet sich die vorletzte Verpflegungsstation. Sofort bin ich unterwegs. Mit dem Auto versuche ich extra nicht die Strecken zu fahren, die die Radler nehmen. Es wäre gefährlich. Es gibt viele Hügel und viele Kurven, so dass ein Überholen nicht möglich ist. Spaß macht ein hinterhertuckerndes Auto weder den Radlern, noch dem Autofahrer. Ich komme zusammen mit Susanne an der Verpflegungsstation an. In der Tasche habe ich Wechselsachen. Dies ist ein Luxus. Ich sehe viele Radler durchnässt zittern. Noch 40 Kilometer.

20:00 Uhr: Susanne rollt über den Zielstrich. Klasse.

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Immer wieder regnete es. Hagel war auch dabei. Da gab es auch gerne mal einen Regenbogen.

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Für mich war dieser Tag total berührend. Wie groß müssen die Emotionen bei den Teilnehmern erst gewesen sein? Viele Fahrer haben heute emotional und körperlich eine Grenzerfahrung gemacht.

Ich hörte wie ein Finisher sagt: „Mir war noch nie im Leben so elend. Das mache ich nächstes Jahr wieder.“

Was bringt uns Menschen dazu?

Danke an die Helfer

Die Mecklenburger Seen Runde – 300.000 Meter zum Ziel

3:35 Uhr, Unser Wecker würde zwar erst in ein paar Minuten klingeln, doch Susanne und ich ziehen uns schon mal an. Es ist ja Samstag und da muss man ja nicht so lange im Bett rumliegen. Wir sind in Neubrandenburg, in Mecklenburg und stehen halt früher auf. Schlaf haben wir nicht viel gehabt. Wir sind aufgeregt.

Im Oktober letzten Jahres müssen wir auch unter Schlafmangel gelitten haben. Wir haben uns bei der MSR, der Mecklenburger Seen Runde angemeldet. Das ist eine Art Radrennen um die Mecklenburger Seen. Allerdings starten nicht alle Teilnehmer zur selben Zeit sondern zwischen Freitag 21:00 Uhr und Samstag 8:00 Uhr. Warum so ein großes Startfenster? Die MSR ist halt etwas länger. Sie führt über 300 (!) km. Das Vorbild der MSR ist die Vättternrundan. Wie wir auf die Idee einer Teilnahme gekommen sind, weiß ich gar nicht mehr genau. Vielleicht hat das mit unserem Besuch am Vätternsee im letzten Jahr zu tun.

4:00 Uhr, Das Hotel hat Kekse, Riegel und heiße Getränke zum Frühstück bereit gestellt. Vermutlich frühstücken sonst nicht so viele Leute um diese Zeit. Susanne trinkt und isst etwas, während ich ein Fahrrad aus dem Auto hole. Nur ein Fahrrad für Zwei?

Vor knapp 6 Wochen wollten sich mein Knie und mein Chirurg ganz intensiv kennenlernen. Leider bedeutete das für mich, dass ich von der MSR nur noch träumen durfte. Allerdings war das auch für Susanne nicht lustig. Wir sind immer zusammen gefahren. Wenn dann ein Partner plötzlich als Radfahrer komplett ausfällt, so hat das für den Verbliebenen Auswirkungen auf die Motivation. Ganz nebenbei hat sie auch ihre Schmerzpunkte. Es war jedenfalls gar nicht leicht.

4:10 Uhr Susanne fährt den Kilometer zum Start. Didi Senft, der Teufel begrüßt uns.

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4:45 Uhr, Alle 10 Minuten geht eine Gruppe von ca. 50 Radlern auf die Strecke. Die Startgruppe von Susanne geht jetzt auf die Runde.

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Lieber Schatz, ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute!!!!

5:16 Uhr, Es beginnt kräftig zu regnen, ohne wäre ja auch zu einfach.

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6:12 Uhr, Ich bin nach dem Start noch einmal ins Hotel gegangen und schreibe diese Zeilen. Wenn ich diesen Beitrag fertig habe, gehe ich frühstücken und dann werde ich mich ins Auto setzen und zu einer der 7 Verpflegungsstationen fahren und gucken, ob meine durchweichte Frau noch Radfahren kann und mag. Ich wünsche euch allen einen schönen guten Morgen.

Wie es weiter geht, lest ihr im nächsten Blogbeitrag.

Elektrotechnik trifft Kunst

Es gibt tolle Graffiti. Übrigens kommt das Wort aus dem Italienischen. Einige Energieversorger haben ihre Trafohäuschen super gestaltet.


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Es wirkt total echt. Beim ersten Hinschauen habe ich dieses Häuschen gar nicht als Trafohaus erkannt. Als ich dieses Trafohaus der Avacon fotografierte, kam ich mit einer Schöningerin ins Gespräch. Sie meinte, dass diese Bemalung seit zwei Jahren bestehe und, dass es seit zwei Jahren keine Schmierereien mehr an diesem Trafohäuschen gegeben habe. Das zeigt, dass es Respekt vor dieser Kunst gibt. Das finde ich schön.

In Genthin fährt gerade die Feuerwehr vor 😉 .

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Gibt es bei euch auch so toll gestaltete Funktionsgebäude?

Bitte bleibt neugierig.

zu Elektrotechnik trifft Kunst #2

untergegangene Spaßgesellschaft #1 Badeanstalt Weferlingen

Jeder größere Ort hatte eine Badeanstalt. Ich schreibe im Präteritum, da das ja nicht mehr so ist. Auf unseren Radrunden kommen wir immer wieder an Plätze, die „Alte Badeanstalt“ heißen. Oft sind es idyllische und verlassene Plätze. Man ahnt aber noch die Geschichte.

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Rutsche am 19.05.2015

Wenn man die Rutsche sieht, hört man geradezu den Kinderjubel.

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Von den Startblöcken sprangen die Jungs der Klasse und lieferten sich ein Wettschwimmen. Überhaupt waren alle Jugendlichen im Sommer jeden Tag im Freibad des Ortes. Das war die pure Spaßgesellschaft.

Ich habe nach Freibad „gegoogelt“. Ein Freibad besitzt ein künstliches Becken (Bad mit künstlicher, nicht überdachter Wasserfläche). Ich habe nur Zahlen für Brandenburg gefunden.

Die Statistik der aktiven Freibäder sieht für das Land Brandenburg wie folgt aus:

1993 93 Freibäder

1999 75 Freibäder

2011 62 Freibäder

Diesen Trend kann man bestimmt auf das gesamte Bundesgebiet übertragen. Die Anzahl der aktiven Freibäder nimmt ab und im Umkehrschluss nimmt die Anzahl der verlassenen „Alten Badeanstalten“ zu. Was machen die Leute heute, die früher in Massen in den Freibädern waren?

Gibt es bei euch auch „Alte Badeanstalten“? Wie immer, würden wir uns über Fotos freuen. Sind wir dann in der Nähe, schauen wir auch gerne mit Fahrrad und Kamera vorbei, wie zum Beispiel im Waldbad Jerichow.

Der Übersichtlichkeit halber haben wir eine Seite mit einer Karte angelegt. Gibt es in eurer Nähe auch eine „Lost Badeanstalt“?  Über einen Kommentar, eventuell mit Geokoordinaten freuen wir uns.

Bitte bleibt neugierig.

Fensterblicke #1

Wenn wir durch die Lande radeln, schauen wir gerne auch auf die Fenster. Natürlich befinden wir uns im Abendland. Im Abendland überrascht uns ein Kreuz nicht.

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In einem alten Haus, das dem Verfall Preis gegeben war, habe ich ein anderes Symbol fotografiert. Die vergessene Flaggenspitze mit Hammer und Sichel erinnert uns daran, dass hier der Einflussbereich der Sowjetunion war.

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Ein Schmunzeln konnte ich mir bei dem Foto mit den Ampelmännchen nicht verkneifen. Eigentlich stehen sie auch für einen untergegangenen Staat. Doch inzwischen haben sie sich emanzipiert und sind einfach nur schön.

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Habt ihr auch schon mal solche Fensterblicke riskiert? Was seht ihr dort?

Bitte bleibt neugierig :-).

Und hier geht es zur #2.

vom Interkulturellen Garten zur Polarstation

Heute hatte ich viel Zeit und war ganz gemütlich Zeit zu Fuß unterwegs. Ich ging Wege, die ich nie zuvor gegangen bin. Wenn man das tut, entdeckt man auch Orte, die man nie zuvor gesehen hat. So stand ich plötzlich vor einem Interkulturellen Garten. Was ist das denn?

Auf einer 2.600 m² großen Brachfläche ist eine kleine Gartenoase entstanden.

 Interkultureller Garten

Vier junge Gärner waren am gärtnern. Ich fragte, was es mit dieser Fläche auf sich hat. Sie erzählten mir, dass die  interkulturellen Gärten als Plattform für Kommunikation, Begegnung und Zusammenleben zwischen Migranten und Deutschen dienen. Für 10 Euro im Jahr kann jeder mitmachen. Ich wurde sofort eingeladen. Es ist großartig, dass es solche Projekte gibt. Toll.

EIn Stück weiter war ich plötzlich an einer Polarstation.

Polar

Es gibt wirklich schöne Spielplätze. Es tobten sogar viele Kinder.

Wenn ihr die Augen offen haltet, entdeckt ihr bestimmt auch so gute Projekte in eurer Nähe und vielleicht werdet ihr ja auch gleich eingeladen mit zu machen. Immer schön neugierig bleiben.

Vom Stillstand und einer Betonmodelleisenbahn

Wenn wir mit dem Rad durch die Lande fahren, sehen wir oft Züge. Ich freue mich dann. Es sieht einfach klasse aus, wenn ein Zug vermeintlich lautlos durch Wiesen und Felder gleitet, um dann irgendwann hinter dem Horizont zu verschwinden. Oft verpasst man den Moment für das gute Foto. Erst an einem Bahnübergang hatte ich Zeit auf den Auslöser zu drücken.

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Wir erleben zum wiederholten Mal eine Tarifauseinandersetzung zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL. Streik. Da die Öffentlichkeit in den gescheiterten Verhandlungsrunden nicht mit am Tisch saß, besitzt sie nur Informationen aus zweiter Hand. Eine objektive Meinungsbildung ist somit kaum möglich.

Ich lese gerade, wie sich unser Bundeswirtschaftsminister, Herr Gabriel und unser Bundesverkehrsminister, Herr Dobrindt in der Bildzeitung zum Bahnstreik der GDL äußern. Beide vertreten den Besitzer der Bahn, also mittelbar die Streikpartei der Arbeitgeber. Weiterhin haben beide Minister jeweils einen Staatssekretär in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn entsendet. Somit kontrollieren die Staatssekretäre von Herrn Gabriel und Herrn Dobrindt den Vorstand der Deutschen Bahn. Das ist ok. Für mich ist es aber schon interessant, in welcher Rolle sich die beiden Minister befinden und äußern. Wie geschrieben, eine objektive Meinungsbildung ist kaum möglich.

Wie werden die Streikparteien den Konflikt lösen? (Hoffentlich schnell!) Wie werden die SPD-Minister das Streikrecht ändern?

Man kann sich natürlich auch an Miniturbahnen erfreuen. Die fahren auch nicht.

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Die Modell-Lokomotiven sind aus Beton (!). Sie stehen in der Ausstellung in Gerbstedt. Sie wurden ohne Formen einzeln hergestellt. Eine Besichtigung lohnt auf jeden Fall. Einfach toll.

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