In der alten japanischen Hauptstadt Kyoto schaut man sich traumhafte Paläste, Gärten, Tempel, Schreine und Pagoden an. Das haben wir auch getan. Bilder davon gibt es unter dem Beitragsendewunsch.
Mir gefällt aber dieser Schnappschuss über eine sechsspurige Straße besonders.
Wir sehen eine Bushaltestelle im Herzen Kyotos. Es ist spannend, was man auf diesemo zufälligen Foto entdecken kann.
Es ist Montagvormittag. Das Pärchen rechts ist traditionell gekleidet. Sie wischt ihm vermutlich den Schweiß ab. Was haben sie noch vor? Die linke Dame auf der Bank wedelt sich typisch japanisch mit einem Fächer Luft zu. Es ist heiß. Die Mutter mit dem Jungen links schaut auf den Wasserspender. Bestimmt wollen sie ihre Trinkflaschen auffüllen.
Oben aus der waagerechten Wasserleitung versprüht die Stadt Kyoto Wasserdampf. Ob der Wassernebel der Erfrischung oder aber als eine Art Schutzschild gegen den Autosmog dient, wissen wir nicht genau.
Die Bushaltestellen auf dem Land sind übrigens einfacher gehalten.
Auf unseren sonstigen Radtouren haben wir für Rasten oft und gerne Bushaltestellen genutzt. In Japan haben wir eine andere Strategie. Davon später mehr.
Zuerst wollten wir keinen „Regenblog“ machen. „Jetzt schreiben die schon über’s Wetter.“ Vermutlich ist aber diese Art von Wetter doch typisch für Japan. Also haben wir uns umentschieden.
Dass es im Frühsommer in Japan zu monsunartigen Niederschlägen kommt, wussten wir. Was wir aber auf unserer Reise erlebten, überstieg das übliche Maß deutlich. Es fing an zu regnen.
Den ersten Tag radelten wir trotz Regen weiter. Nass waren wir ehe und warm war es trotzdem. Den zweiten Tag hatten wir zwei Fährpassagen und wir radelten relativ wenig.
Mit Shodoshima nahmen wir übrigens die zehnte japanische Insel unter die Räder. Auch auf den kurzen Strecken waren wir sofort nass.
Navigieren mit Geräten mit Touchdisplay war nicht mehr möglich. Unser Garmin oder auch unser Smartphone wurde in Sekunden von riesigen Tropfen getroffen, so dass wir mit unseren Fingern gar keine Chance mehr zur Bedienung hatten. Verrückt. So erreichten wir Himeji.
In Himeji gibt es eine gigantische Burg. Hier wurde „Shogun“ gedreht. Kennt das noch jemand?
Dann war unsere Toleranzgrenze erreicht. Wir legten einen Ruhetag ein. Den dritten Regentag faulenzten wir und erkundeten unbekannte und quietschbunte Einkaufspassagen.
Inzwischen hatte es komplette drei Tage unvorstellbar heftig geregnet. In einer japanischen Region wurden 263 Liter in drei Stunden gemessen. Sehr extrem.
Mehr als 100 Menschen sind in den Regionen, durch die wir gerade noch radelten wegen Erdrutschen und Überflutungen gestorben. Da beginnen wir schon, über das Thema Klima nachzudenken. Die aktuellen Regenfälle ordnen die Japaner als die schlimmste Naturkatastrophe seit dem Tsunami 2011 ein.
Die extremen Wetterlagen treffen Staaten wie Japan früher, härter und öfter. Tante Google meinte auch, dass das Radeln auf den umliegenden Straßen eher sinnfrei ist.
Wenn die Japaner eine Straße sperren, kann das auch lustig aussehen.
Wir sind froh, dass wir persönlich diese Wetterperiode gut überstanden haben. Nach dem Regen kommt wieder die Sonne. Unser nächstes Ziel ist Kyoto. Gab es da nicht das „Kyoto-Protokoll“ mit Klimaschutzzielen?
Was haben wir uns noch für unsere Japanreise gewünscht?
6. Wir fahren auf einer der schönsten Radrouten der Welt – dem Shimanami Kaido (しまなみ海道)
Dieser Weg verbindet die Inseln Honshu und Shikoku über insgesamt sieben Brücken miteinander. Sechs Inseln liegen dazwischen.
Der Weg beginnt in Onomichi, ist 75 km lang und durchgehend mit einer am linken Straßenrand entlang führenden blauen Linie versehen, auf der nach jedem Kilometer angegeben wird, wie weit es noch bis zum Ziel in Imabari ist.
Als wir in Onomichi ankommen, fahren wir mit der Fähre zur ersten Insel Mukaishima und damit auch zum Startpunkt des Radweges. Damit wurden wir an der Onomichi-Brücke vorbei geleitet und so waren es nur sechs Brücken.
Nach einigen Kilometern konnten wir dann die erste für uns zu überquerende Brücke sehen, die Innoshima-Brücke. Diese Brücke wurde 1983 als erste Hängebrücke der Honshu-Shikoku Brücken fertiggestellt. Die mittlere Spannweite der Brücke war mit 770 m zu dieser Zeit die längste in Japan.
Als Radfahrer fährt man auf einer etwa 1 km langen Strecke mit 3%-iger Steigung gemächlich nach oben auf die Brücke. Das Besondere hier ist, dass man eine Ebene unter der Fahrspur für die motorisierten Fahrzeuge nutzt, die man sich nur mit den Fußgängern teilen muss. Natürlich trällerten wir hier ganz ungestört den Refrain von „Über sieben Brücken musst du geh’n“.
Nach einer genauso gemächlichen Abfahrt erreicht man Innoshima als zweite Insel. Der Weg führt am Meer entlang, man radelt durch kleine Ortschaften und selten wird man von einem Auto überholt. Es ist ein Genuss, hier Rad zu fahren und es dauert nicht lange, bis die nächste Brücke erreicht ist.
Die Ikuchi-Brücke wurde 1991 fertiggestellt. Diese Brücke war nach ihrer Fertigstellung die längste Schrägseilbrücke der Welt. Auf- und Abfahrt verlaufen ähnlich wie bei der ersten Brücke, nur dass man bei dieser und den nächsten Brücken neben den motorisierten Fahrzeugen auf einer eigenen Spur entlang geleitet wird. Jede der folgenden Brücken war zur Zeit ihrer Fertigstellung eine architektonische Meisterleistung und es macht Spaß, darüber zu fahren und die Aussicht zu genießen.
Als Radfahrer darf man – im Unterschied zu den Autos – natürlich jederzeit anhalten und die Eindrücke festhalten.
Am Ende des Tages haben wir mit einem Schlag sieben neue Inseln „erfahren“. Damit sind es jetzt insgesamt neun und wir nähern uns der Gesamtzahl der japanischen Inseln in großen Schritten. Ach ja, es fehlen nur noch 6843. Und obwohl der Radweg oft am Meer entlang verläuft, sind es etwa 1000 Höhenmeter, die man auf dem Weg nach Imabari „erklettert“.
Es gibt den Shimanami Kaido auch als Jedermann-Radsportveranstaltung. Dabei kann zwischen den Streckenlängen 70 km und 100 km gewählt werden. Hierbei benutzt man allerdings die Fahrspuren auf den Brücken. Das gemütliche Rad“rennen“, bei dem von den Teilnehmern auch viel fotografiert wird, ist bestens organisiert, denn seit Tokio Ausrichter für die Olympischen Sommerspiele 2020 wurde, erhielt das Radfahren in Japan neue Popularität.
Nach dem Duschen haben wir uns noch Imabaricastle angesehen. Nach dem Dunkelwerden übte hier eine Trommlergruppe und wir waren alleinige Besucher des Konzertes.
Mal sehen, ob wir noch mehr Inseln erradeln. Außerdem wartet auch noch die alte Kaiserstadt Kyoto auf uns.
Es sind noch 20 Kilometer bis in das Zentrum von Hiroshima zu radeln und es sieht so aus.
In Japan gibt es große Städte.
Die Geschichte von Sadako beginnt am 7. Januar 1943. An diesem Tag wurde Sadako in Hiroshima geboren. Als Sadako zwei Jahre alt war, wurde die erste Atombombe, die jemals gegen Menschen eingesetzt wurde, über Hiroshima abgeworfen. Der größte Teil der Stadt wurde davon in wenigen Minuten völlig zerstört und niedergebrannt.
Sadako war ungefähr zweieinhalb Kilometer vom Mittelpunkt der Bombenexplosion entfernt. Fast alle Häuser in ihrer Nachbarschaft wurden zerstört und viele ihrer Nachbarn starben. Sadako war weder verbrannt noch war sie verletzt. Sie schien unversehrt.
1955 war Sadako im siebten Schuljahr. Sie war ein normales, fröhliches zwölfjähriges Mädchen. Zehn Jahre waren seit dem Abwurf der Atombombe vergangen, und sie dachte nicht mehr daran. Statt dessen dachte sie an Sport. Sie war eine der schnellsten Läuferinnen in ihrer Klasse und verbrachte ihre Freizeit mit Training und bei Wettkämpfen.
Eines Tages fühlte sie sich nach einem Staffellauf sehr müde und schwindelig. In den folgenden Wochen versuchte sie, das Gefühl zu vergessen. Eines Morgens, als sie vor Schulbeginn noch eine Runde um den Schulhof lief, überfiel sie wieder die Schwäche. Und diesmal war es so schlimm, dass sie hinfiel und liegen blieb. Nun bemerkten es alle. Man brachte sie ins Krankenhaus. Sadako hatte Leukämie.
Zu der Zeit erkrankten zahlreiche Kinder in Sadakos Alter an Leukämie, der „Atombomben-Krankheit“. Fast jeder, der Leukämie bekam, starb. Sadako wollte nicht sterben. Sie wollte weiter zur Schule gehen und an Wettrennen teilnehmen. Als sie verstand, dass sie nun im Krankenhaus bleiben musste, weinte sie.
Kurz danach bekam Sadako Besuch von ihrer besten Freundin, Chizuko. Chizuko brachte Origami-Papier mit und faltete einen Papierkranich. Sie erzählte Sadako eine Legende. Sie sagte, dass der Kranich tausend Jahre alt wird und dass ein kranker Mensch wieder gesund wird, wenn er tausend Kraniche faltet.
Sadako beschloss, tausend Kraniche zu falten. Oft fühlte sie sich schwach und müde, so dass sie nicht ständig daran arbeiten konnte. Manchmal fühlte sie sich im Krankenhaus einsam oder ängstlich. Dann faltete sie Kraniche, um die schlimmen Gefühle zu bekämpfen. Sie merkte, dass Kraniche falten ein guter Weg war, um sich Mut zu machen.
Sadakos Freunde und Verwandten besuchten sie im Krankenhaus, sprachen mit ihr und halfen, Kraniche zu falten. Sadako wollte, fest daran glauben, dass sie wieder gesund würde, wenn tausend Kraniche fertig wären. Und tatsächlich schien es ihr besser zu gehen, nachdem sie fünfhundert Kraniche gefaltet hatte. Sie konnte sogar für einige Zeit nach Hause, doch am Ende der Woche musste sie wieder ins Krankenhaus.
Nach einiger Zeit spürte sie, dass sie sterben würde. Trotzdem hörte sie nicht auf, Kraniche zu falten. Das half ihr tapfer zu bleiben und es gab ihren Freunden und ihrer Familie ein besseres Gefühl. Selbst wenn sie unter schrecklichen Schmerzen litt, versuchte sie fröhlich und zuversichtlich zu sein.
Sadako hatte ihre tausend Kraniche tatsächlich fertig gefaltet, aber es ging ihr nicht besser. Sie hätte niedergeschlagen und wütend sein können. Tausend Kraniche zu falten hatten überhaupt nicht geholfen. Anstatt zornig zu sein oder aufzugeben beschloss sie, noch mehr Kraniche zu falten. Sie begann mit den nächsten Tausend.
Am 25. Oktober 1955 starb Sadako. Sie schlief friedlich ein, umgeben von ihrer Familie. Trotzdem endet diese Geschichte nicht mit Sadakos Tod. Die meisten der Kinder in Hiroshima hatten einen Freund oder einen Verwandten verloren, und viele lebten mit der Angst, sie könnten selbst eines Tages an Leukämie erkranken.
Alle wollten etwas für Sadako tun. So gründeten 39 ihrer Klassenkameraden einen Verein und begannen, Geld für ein Denkmal für Sadako zu sammeln. Sie schrieben Briefe und sprachen jeden an, um eine Spende von 20 Yen (etwa 20 Cent) zu erbitten.
Ungefähr zur gleichen Zeit fand ein Treffen von Schulleitern aus ganz Japan in Hiroshima statt. Obwohl sie keine Erlaubnis hatten, gingen die Kinder zu dem Treffen. Sie forderten die Schulleiter auf, zu helfen. Die Schulleiter kehrten an ihre Schulen zurück und baten auch dort um eine Spende für das Denkmal in Hiroshima.
Die Nachricht verbreitete sich schnell. Schüler aus 3100 Schulen aus Japan und neun anderen Ländern spendeten Geld. Am 5. Mai 1958, fast drei Jahre nach Sadakos Tod, hatten sie genug gesammelt, um das Denkmal zu bauen. Es heißt „Das Kinder-Friedens-Denkmal“. Das Denkmal befindet im Friedenspark mitten in Hiroshima, genau dort, wo die Atombombe niederging. Wir haben den Friedenspark und das Denkmal besucht.
Die Aktion wurde so bekannt und berühmt, dass man einen Film darüber drehte. Er heißt „Tausend Papierkraniche“. Etwa 60 Kinder aus Hiroshima und 20 Kinder aus Tokio spielten in dem Film mit. Nach den Dreharbeiten beschlossen sie, zusammen zu bleiben. Sie gründeten den „Klub der Papierkraniche“. Ihr Ziel ist es, Kinder zusammenzubringen, die über den Frieden nachdenken und für ihn arbeiten wollen.
Aus dem Klub weniger Kinder ist heute eine fast weltweite Aktion geworden. Kinder aus allen Erdteilen falten Kraniche, ziehen sie zu langen Ketten auf und senden sie als Zeichen ihres Friedenswillens nach Hiroshima. Dort werden die Kraniche von Mitgliedern des Klubs am Kinder-Friedens-Denkmal aufgehängt – zur Erinnerung an Sadako und als warnendes Zeichen für die Zukunft.
Aus zwei Bordkarten, die wir noch in unseren Packtaschen fanden, hatten wir schon gestern zwei Papierkraniche gefaltet. Wir lassen sie bei den vielen anderen Kranichen.
Die Papierkraniche mahnen uns, alles zu tun, einen Atomkrieg zu verhindern.
Auf dem Granitsockel des Kinder-Friedens-Denkmals sind folgende Worte eingraviert:
Dies ist unser Ruf Dies ist unser Gebet Frieden zu schaffen in dieser Welt.
Der Antennenturm gehört bestimmt NTT. Wir haben diese Art von Türmen bisher in fast jedem Stadtzentrum gefunden. Die Architektur in den Städten übrigens auch. Hübsch ist anders.
Sehenswert sind die wirklich alten Dinge. Da wäre zum Beispiel die Brokatschärpenbrücke oder Kintai-Bridge.
Die Brokatschärpenbrücke ist eine knapp 500 Jahre alte Holzbogenbrücke. Sie ist super anzusehen und schwer zu laufen.
Von unseren 10 Wünsche für Japan, haben wir uns zwei Wünschen schon erfüllt.
3. Wir wollen einen Buddhistischen Tempel sehen.
Alle paar Kilometer liegen die Tempel am Wegesrand. Den Jodoshu Shokaku Temple haben wir uns dann etwas genauer angeschaut.
4. Wir besuchen Miyajima, die Schreininsel.
Auf der vielbefahrenen Straße 2 radeln wir bis direkt an den Fähranleger. Direkt dort haben wir ein Hotel gebucht. Wir checken ein und duschen uns das Staubschweißsonnencremegemisch von der Haut. Vor dem Zimmer sehen wir das Ballett der vier Fähren. Sie fahren tagsüber alle 15 Minuten nach Miyajima. Frau Traumradlerin drängt. „Die Sonne scheint. Wer weiß, ob es nicht morgen regnet, also los!“
Bereits vom Wasser machten wir die ersten Fotos vom Torii des Itsukushima Shinto- Schreins.
Wir haben Niedrigwasser. Bei Flut stehen das Torii und das ganze Kloster im Wasser. Wir wollen und können aber für ein solches Foto nicht bis Mitternacht warten.
Das eigentliche Kloster haben wir uns natürlich angeschaut.
Auf der Insel gibt es viele zahme Sika-Hirsche. Sie haben keine Scheu vor uns Touristen. Cool.
Morgen wollen wir die gut 20 Kilometer nach Hiroshima radeln und uns Wunsch Nummer 5 erfüllen.
14:20 Uhr fährt die Fähre von Taketazu nach Tokuyama. Die nächste Fähre wäre erst 19:00 Uhr gegangen. Ihr könnt euch vorstellen, wie froh wir waren, als wir nach vielem hoch und ab auf der Küstenstraße kurz nach 14 Uhr das Fährterminal erblickten.
Schnell kauften wir die Tickets und zwei schöne gekühlte Flaschen japanischer Cola. Das haben wir uns verdient. Der erste Schluck, upps, das ist ja schwarzer Tee. Egal, er ist kalt.
Wir durften mit unseren Rädern als erste an Bord. Was wir so noch nicht erlebt hatten, war der Service. Gleich zwei Fährleute kümmerten sich um unsere Mobile.
Sie brachten die Bremsklötze in Position und vertäuten die wertvolle Fracht. Erst beim Verlassen der Fähre bemerkten wir, dass sie mit Lappen auch dafür gesorgt hatten, dass nichts zerkratzt.
Wie toll ist das denn? Dürfen wir so einen Service bitte auch in Deutschland haben?
Oben an Deck gab es gleich die nächste Überraschung. Die Hälfte der Fläche war eben. Kopfkissen lagen bereit. Die Japaner zogen sich die Schuhe aus und legten sich zum Schlafe nieder.
Dadurch, dass wir die frühe Fähre bekommen hatten, konnten wir uns ganz entspannt ein Hotel suchen, duschen und dann in den „Touristenmodus“ schalten.
Oh, schau mal ein Shinto-Schrein!
Um genau zu sein, das ist der Torii vor dem Schrein. Torii bedeutet soviel wie Tor. Japanisch kann so einfach sein :-).
Welches sind die ersten Dinge, die wir in einem fremden Land organisieren? Wir benötigen Geld und einen Internetzugang.
Beides bekommen wir direkt nach der Ankunft auf dem Flughafen. Ein Geldautomat versorgt uns mit einer ersten Basisauswahl der einheimischen Tauschpapiere. Eine nette Dame an einem Telekommunikationsstand nimmt das Handy von Frau Traumradlerin auseinander. Zuerst testet sie, ob es sich um ein „gelocktes“ Handy handelt. Dann setzt sie uns geschwind eine SIM-Karte mit 5 Gigabye Datenvolumen für 5.000 Yen (ca. 40 Euro) ein. Nun sind wir für das Unbekannte gerüstet.
Uns fallen die Reisfelder auf. Überall pflegen die Japaner ihren Reis.
Die ersten Fotos von einem buddhistischen Tempel sind aus Ogumi.
Bestimmt geht in dieser Beziehung noch mehr. Der Buddhismus stammt aus Indien und ist nach Christentum, Islam und Hinduismus die vierte große Weltreligion.
Wir radeln steil in die Berge. Wir kommen in ein Gebiet voll mit heißen Quellen.
Wir haben 10 Wünsche, die wir mit Japan verbinden.
1. Wir übernachten in einem Ryokan.
Ein Ryokan ist ein japanisches Gasthaus. Die Böden der Zimmer sind mit Tatami-Matten ausgelegt, die Schiebetüren (Shoji) mit Washi bespannt und man schläft auf einem Futon. Wir übernachten in はんなりおやど 龍泉閣. Unser Zimmer sah dann tatsächlich so aus. Grandios. In einem Ryokan trägt man Kimono, was man bei genauem Hinschauen sehen kann. Sah lustig aus.
Eigentlich müssten die Japaner bei der Sitzkultur „Knie haben“. Kann mir bitte jemand hoch helfen?
2. Wir baden in einem Onsen.
Ein Onsen ist ein Bad, welches von einer natürlichen Quelle mit heißem Wasser gespeist wird. In unserem Ryokan sah der Onsen so aus. Hinter der Glastür gab es auch einen Außenbereich mit einer heißen Quelle.
Um den Onsen nicht zu verschmutzen, reinigt man sich auf der linken Seite vor dem Baden sehr gründlich. Das Wasser war so heiß, das man gerade so noch hinein gehen konnte.
Am nächsten Morgen wurden wir herzlich verabschiedet.
Wir radelten wieder durch die Bergwelt von Kyūshū. Unser Tagesziel war die Fähre von Taketazu nach Tokuyama.
Mal sehen, was wir auf Honshu, der größten japanischen Insel erleben. Bitte bleibt neugierig.
Wenn wir unsere Fahrräder direkt für die Anreise nutzen, ist Fahrradurlaub ganz leicht. Wir packen die Radtaschen, klicken sie an die Gepäckträger, steigen vor der Haustür auf und radeln los.
Das klappt nicht, wenn unser Ziel weit weg ist. 2018 besuchten wir im Juni und Juli das Land der aufgehenden Sonne. Die Entscheidung fiel im Februar 2018. Wir buchten bei der Lufthansa die Flüge. Der Flugpreis für zwei Personen für Hin- und Rückflug lag bei 1.802,78 Euro. Darin waren pro Person zwei Freigepäckstücke bis 23 Kilogramm enthalten. Diese Freigepäckstücke waren unsere Fahrräder. Es hat fast perfekt geklappt.
Der Termin kam näher und das Verpacken der Räder stand auf der Agenda.
Eine liebe Nachbarin fuhr uns und die zwei Kartons zum Bahnhof. Unsere Reise beginnt. Mit der DB geht es pünktlich zum Flughafen Leipzig. Es läuft.
Ich hatte Sorge, dass dabei was schief gehen könnte. Was soll ich euch sagen, die Sorge war begründet.
Zuerst gab es Wind in Frankfurt. Unser Flugzeug kommt in Leipzig mit einer guten Stunde Verspätung an. Als wir dann einsteigen wollten, bildete sich eine Traube um ein Triebwerk. Ein Vogel oder Ähnliches hatte mit dem Flieger ein Treffen. Das arme Tier hat verloren und wurde nun von dem einen Mitarbeiter der Lufthansa Technik auf dem Leipziger Flughafen aus dem Triebwerk entfernt. Großes Kino. Mit drei Stunden Verspätung startet unser erster Flug. In Frankfurt hieß es rennen. Wir erreichen ein Flugzeug der ANA. Es startet nur knapp drei Stunden später, als unser ursprünglicher Flug. Super. ANA steht übrigens für All Nippon Airways.
Nach 11 Stunden steht eine Mitarbeiterin der ANA mit einem Schild mit unseren Namen am Gate. Wir sind in Tokio, aber unsere Räder haben es nicht geschafft. Was tun? In diesem Moment verpassen wir unseren umgebuchten zweiten Flug nach Kumamoto. Das ist kein Problem in zwei Stunden geht der nächste Flieger. Wir verabreden mit den inzwischen drei hübschen ANA-Mitarbeiterinnen, dass wir jetzt 18:20 Uhr nach Kumamoto fliegen dort in Flughafennähe schlafen und morgen um 11:30 Uhr unsere Fahrradboxen am Flughafen abholen. Ob das klappt?
Ja hat es hat geklappt. Bereit um 11 Uhr haben wir unsere Räder. Jubel.
Nach einer knappen Stunde geben wir die leeren Kartons am ANA-Schalter ab. Unsere Radtour in ein unbekanntes und exotisches Land beginnt.
Kumamoto liegt auf der südlichen Hauptinsel Kyūshū. Auf Kyūshū herrscht ein weitgehend subtropisches Klima. Die Insel ist bekannt für ihre aktiven Vulkane, Strände und Thermalquellen. Mal sehen, was wir erleben werden.
Wir freuen uns auf unseren ersten Shinto Schrein. Bitte bleibt neugierig.
21 Radler beradelten inzwischen 192 Landkreise und fotografierten die dazugehörigen Kreisgrenzschilder mit Fahrrad. Hier ein paar Beispiele der letzten Tage.
Werra-Meißner Kreis ist am 24.06.18 an Schoeni vergeben
Bad Kssingen ist am 23.06.18 an Kaliumchlorid vergeben
Uelzen ist am 21.06.18 an Kaliumchlorid vergeben
Lüneburg ist am 21.06.18 an Kaliumchlorid vergeben
der Heidekreis ist am 12.06.18 an zimjoa vergeben
Harburg ist am 12.06.18 an zimjoa vergeben
Freudenstadt ist am 10.06.18 an Okoloman vergeben
Holzminden ist am 09.06.18 an Uli B. vergeben
Zollernalbkreis ist am 09.06.18 an Okoloman vergeben
Wir finden das nach wie vor total spannend.
Nicht alle Landkreise besitzen Kreisgrenzschilder und einige von euch haben bei Landräten und Amtsleitern nachgefragt, ob es es nicht vielleicht Pläne gibt, in der Zukunft Kreisgrenzschilder zu errichten. Danke für eure Informationen. So können wir Kreise ohne Schild auf unserer „Challengekarte“ rot einfärben.
Auch wir haben hier und da mal einen Kontakt aufgenommen. Am 19. Juni erhielten wir „Post“vom Landkreis Prignitz. Darin heißt es:
„Der Landkreis Prignitz hat keine Landkreisgrenzschilder.
Noch nicht.
Wenn Sie im Sommer noch einmal durch die Prignitz fahren, wird sich ein anderes Bild zeigen: Wir sind gerade in der Feinabstimmung zur Aufstellung dieser Willkommensschilder, wie wir sie nennen. Diese werden an den Bundesstraßen, die in die Prignitz führen, installiert. „Willkommen im Landkreis Prignitz“ heißt es dann zum Beispiel an der B103 von Kyritz aus oder auf der B 189 von Heiligengrabe aus. Wenn Sie aus Magdeburg kommen, wird Sie nach der Elbebrücke an der B 189 eines dieser Schilder willkommen heißen. Das wird ein erster Anfang sein. Mal sehen, wie sich das entwickelt.
Also: Willkommen in der Prignitz! – demnächst auch mit besucherfreundlichen Begrüßungsschildern und echtem Prignitz-Wappen.“
Wir haben uns sehr über diese positive und freundliche Mail gefreut.
Wir wünschen viel Spaß mit unserer Landkreischallenge und bitte bleibt neugierig.
Wir kommen an dieser Meisterschaft einer „Randsportart“ nicht vorbei. Gestern sahen wir das gut zu schauende Spiel Argentinien-Kroatien (0:3). Das Spiel wurde in Nischni Novgorod ausgetragen. Vor einem Jahr standen wir am Zusammenfluss von Oka und Wolga und schauten auf das noch im Bau befindliche WM-Stadion.
Das war sehr cool. Sorry für den Anglizismus ;-). Es erwachen Erinnerungen an Nischni Novgorod.
Im Dezember 2017 wurde das Nischni-Novgorod-Stadion für 45.000 Zuschauer eröffnet. Das Stadion ist in blau und weiß gehalten. Die Farben symbolisieren den Wind und das Wasser. Das nächste WM-Spiel in diesem Stadion wird die Partie England-Panama sein.