Pay the Ferryman

14:20 Uhr fährt die Fähre von Taketazu nach Tokuyama. Die nächste Fähre wäre erst 19:00 Uhr gegangen. Ihr könnt euch vorstellen, wie froh wir waren, als wir nach vielem hoch und ab auf der Küstenstraße kurz nach 14 Uhr das Fährterminal erblickten.

Schnell kauften wir die Tickets und zwei schöne gekühlte Flaschen japanischer Cola. Das haben wir uns verdient. Der erste Schluck, upps, das ist ja schwarzer Tee. Egal, er ist kalt.

Wir durften mit unseren Rädern als erste an Bord. Was wir so noch nicht erlebt hatten, war der Service. Gleich zwei Fährleute kümmerten sich um unsere Mobile.

Sie brachten die Bremsklötze in Position und vertäuten die wertvolle Fracht. Erst beim Verlassen der Fähre bemerkten wir, dass sie mit Lappen auch dafür gesorgt hatten, dass nichts zerkratzt.

Wie toll ist das denn? Dürfen wir so einen Service bitte auch in Deutschland haben?

Oben an Deck gab es gleich die nächste Überraschung. Die Hälfte der Fläche war eben. Kopfkissen lagen bereit. Die Japaner zogen sich die Schuhe aus und legten sich zum Schlafe nieder.

Dadurch, dass wir die frühe Fähre bekommen hatten, konnten wir uns ganz entspannt ein Hotel suchen, duschen und dann in den „Touristenmodus“ schalten.

Oh, schau mal ein Shinto-Schrein!

Um genau zu sein, das ist der Torii vor dem Schrein. Torii bedeutet soviel wie Tor. Japanisch kann so einfach sein :-).

Bitte bleibt neugierig.

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Reise, Reise – Kyūshū

Welches sind die ersten Dinge, die wir in einem fremden Land organisieren? Wir benötigen Geld und einen Internetzugang.

Beides bekommen wir direkt nach der Ankunft auf dem Flughafen. Ein Geldautomat versorgt uns mit einer ersten Basisauswahl der einheimischen Tauschpapiere. Eine nette Dame an einem Telekommunikationsstand nimmt das Handy von Frau Traumradlerin auseinander. Zuerst testet sie, ob es sich um ein „gelocktes“ Handy handelt. Dann setzt sie uns geschwind eine SIM-Karte mit 5 Gigabye Datenvolumen für 5.000 Yen (ca. 40 Euro) ein. Nnachun sind wir für das Unbekannt gerüstet.

Uns fallen die Reisfelder auf. Überall pflegen die Japaner ihren Reis.

Wir haben eine Reihe von Wünschen, die wir mit Japan verbinden.

1. einen Buddhistischen Tempel anschauen

Die ersten Fotos von einem buddhistischen Tempel sind aus Ogumi.

Bestimmt geht in dieser Beziehung noch mehr. Der Buddhismus stammt aus Indien und ist nach Christentum, Islam und Hinduismus die vierte große Weltreligion.

Wieder ging es steil in die Berge. Wir kommen in ein Gebiet voll mit heißen Quellen.

2. in einem Ryokan übernachten

Ein Ryokan ist ein japanisches Gasthaus. Die Böden der Zimmer sind mit Tatami-Matten ausgelegt, die Schiebetüren (Shoji) mit Washi bespannt und man schläft auf einem Futon. Wir übernachten in はんなりおやど 龍泉閣. Unser Zimmer sah dann tatsächlich so aus. Grandios. In einem Ryokan trägt man Kimono, was man bei genauem Hinschauen sehen kann. Sah lustig aus.

Eigentlich müssten die Japaner bei der Sitzkultur „Knie haben“. Kann mir bitte jemand hoch helfen?

3. in einem Onsen baden

Ein Onsen ist ein Bad, welches von einer natürlichen Quelle mit heißem Wasser gespeist wird. In unserem Ryokan sah der Onsen so aus. Hinter der Glastür gab es auch einen Außenbereich mit einer heißen Quelle.

Um den Onsen nicht zu verschmutzen, reinigt man sich auf der linken Seite vor dem Baden sehr gründlich. Das Wasser war so heiß, das man gerade so noch hinein gehen konnte.

Am nächsten Morgen wurden wir herzlich verabschiedet.

Wir radelten wieder durch die Bergwelt von Kyūshū. Unser Tagesziel war die Fähre von Taketazu nach Tokuyama.

Mal sehen, was wir auf Honshu, der größten japanischen Insel erleben. Bitte bleibt neugierig.

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Reise, Reise – にほん

Wenn wir unsere Fahrräder mit in den Urlaub nehmen, ist es einfach, wenn wir sie direkt für die Anreise nutzen. Wir packen die Radtaschen, klicken sie an die Gepäckträger, steigen vor der Haustür auf und radeln los. Ganz leicht.

Das klappt aber nicht, wenn unser Ziel weit weg ist. In diesem Jahr wollen wir das Land besuchen, in dem die Sonne aufgeht.

Im Februar fiel die Entscheidung. Wir haben bei Lufthansa die Flüge inklusive Fahrradmitnahme gebucht.

Der Termin kam näher und das Verpacken der Räder stand auf der Agenda.

Eine liebe Nachbarin fährt uns und die zwei Kartons zum Bahnhof. Unsere Reise beginnt. Mit der DB geht es pünktlich zum Flughafen. Es läuft.

Unser Flugplan:

Leipzig – Frankfurt

Frankfurt – Tokio Haneda

Tokio Haneda – Kumamoto

Ich hatte ganz schön Sorge, dass dabei was schief gehen könnte. Aber was soll ich euch sagen, die Sorge war begründet.

Zuerst gab es Wind in Frankfurt. Unser Flugzeug kommt in Leipzig mit einer guten Stunde Verspätung an. Als wir dann einsteigen wollten, bildete sich eine Traube um ein Triebwerk. Ein Geier oder ähnliches Fluggetier hatte mit dem Flieger ein Treffen. Das arme Tier hat verloren und wurde nun von dem einen Mitarbeiter der Lufthansa Technik auf dem Leipziger Flughafen aus dem Triebwerk entfernt. Großes Kino. Mit drei Stunden Verspätung startet unser erster Flug. In Frankfurt hieß es rennen. Wir erreichen ein Flugzeug der ANA. Es startet nur knapp drei Stunden später, als unser ursprünglicher Flug. Super. ANA steht übrigens für All Nippon Airways.

Nach 11 Stunden steht eine Mitarbeiterin der ANA mit einem Schild mit unseren Namen am Gate. Wir sind in Tokio, aber unsere Räder haben es nicht geschafft. Was tun? In diesem Moment verpassen wir unseren umgebuchten zweiten Flug nach Kumamoto. Das ist kein Problem in zwei Stunden geht der nächste Flieger. Wir verabreden mit den inzwischen drei hübschen ANA-Mitarbeiterinnen, dass wir jetzt 18:20 Uhr nach Kumamoto fliegen dort in Flughafennähe schlafen und morgen um 11:30 Uhr unsere Fahrradboxen am Flughafen abholen. Ob das klappt?

Ja hat es hat geklappt. Bereit um 11 Uhr haben wir unsere Räder. Jubel.

Nach einer knappen Stunde geben wir die leeren Kartons am ANA-Schalter ab. Unsere Radtour in ein unbekanntes und exotisches Land beginnt.

Kumamoto liegt auf der südlichen Hauptinsel Kyūshū. Auf Kyūshū herrscht ein weitgehend subtropisches Klima. Die Insel ist bekannt für ihre aktiven Vulkane, Strände und Thermalquellen. Mal sehen, was wir erleben werden.

Wir freuen uns auf unseren ersten Shinto Schrein. Bitte bleibt neugierig.

zur ersten Etappe