Leere Autobahn und Ches größter Sieg

Das Wichtigste zuerst. Susanne geht es so gut, dass wir nach Santa Clara mit dem Rad fahren konnten.

Unterwegs überquerten wir die Autobahn.

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Während der kubanischen Revolution gegen das Batista-Regime wurde die strategisch wichtige Stadt Santa Clara am 31. Dezember 1958 von einer Guerilla-Einheit unter dem Kommando von Che Guevara eingenommen. Eine kleine Einheit von nur 18 Männern hatte zuvor, am 29. Dezember, mit einem Bulldozer Eisenbahnschienen zerstört und so einen Zug, bestehend aus zwei Lokomotiven und 18 Wagen, zum Entgleisen gebracht.

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Beladen war der Zug mit 408 Männern (Offizielle und Soldaten), Kanonen, Granatwerfern und Gewehren von Batista. Nach eineinhalb Stunden hatten die Revolutionäre gesiegt. Ein grandioser Sieg, der die Batista-Soldaten demoralisierte.
Nach zweijährigem Guerillakampf gegen die zahlenmäßig weit überlegene und von den USA unterstützte Batista- Armee in den Bergen der Sierra Maestra war nun der Weg in die Ebene und damit nach Havanna frei.
Die Einnahme Santa Claras gilt als größte militärische Leistung Che Guevaras.

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Keine 12 Stunden später floh der verhasste Diktator Batista und die Revolution hatte gesiegt.
Als man in den 1990-ern Ches Gebeine in Bolivien fand, baute man ihm in Santa Clara ein Mausoleum und überführte ihn nach Santa Clara.

Heute blühen auf der Plaza Major die Bäume und natürlich hört man überall Musik.

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Wir hatten schon vor mehreren Tagen eine Visitenkarte von einer Unterkunft erhalten. Diese war voll und wie üblich wurde sofort telefoniert. Kurze Zeit später stand ein Mann mit einem modernen Auto vor uns und meinte wir sollten folgen. So fuhren wir einige Straßenzüge hinter dem Auto her und erreichten eine wirklich schöne Casa. Der Hausherr sprach ein perfektes Englisch und schwärmte von seinem Land und der sozialistischen Zukunft. Es gibt sie also doch noch. Übrigens hätten wir beinahe Internet gehabt. Vor ein paar Tagen ging es noch und gerade jetzt hätte er kein WLAN, da er gerade auf das superschnelle Internet umgestellt wird.

Übernachtung: Casa particular: Hostel Familia Sarmiento Lorda #61-1 e/Marti y Boulevard, Santa Clara, Villa Clara, Cuba

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Über Kaffee, einen Unfall mit Pferd und die Zeit

„Miss Ochun“ ist ein geeister Kaffee mit braunem Rum, Bananenlikör, Milchkreme und Honig. „Miss Ochun“ bekommt man bei Don Pepe in Trinidad, der besten Kaffeebar der Karibik.

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Unser Deichbiber hat sich dort sehr wohl gefühlt. Nach Trinidad war Sancti Spiritus unser Ziel.

Wir können als Radfahrer das Verhalten von Autofahrern ganz gut einschätzen. Leider mussten wir heute auf dem Weg nach Sancti Spiritus die Erfahrung machen, dass dies auf Pferde noch nicht zutrifft. Je weiter man in den Osten Kubas kommt, desto mehr sieht man  Pferde und Pferdefuhrwerke aller Bauarten. Unmittelbar vor mir stellte sich plötzlich ein Pferd quer und scheute. Reflexartig bremste ich. Die Reaktionszeit für Susanne war zu kurz. Sie fuhr auf und stürzte ziemlich heftig. Der kubanische Reiter guckte nur kurz. Als Susanne sich bewegte ritt er seiner Wege. Nachdem der erste Schock überwunden war und die üblichen Radfahrerverletzungen an Knie und Handgelenk diagnostiziert waren, schnitten wir einen Socken in Streifen. Diesen zogen wir über das Knie und gaben immer wieder Wasser zur Kühlung darüber. Da die Beweglichkeit gegeben war, ging es weiter. Wir hatten also noch Glück im Unglück.

Nach dem Schreck gibt es zum Runterkommen ein Foto von einem blühenden Mandelbaum vor Palmen vor Gebirge vor Wolken.

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Kuba ist übrigens ein Land, welches Fußgängerwege und Bushaltestellen hat. Wenn ihr mögt, könnt ihr ja mal im Urlaub darauf achten. Das ist nicht in jedem Land selbstverständlich. Wir nutzen die Bushaltestellen gerne zum Pausieren. Dann beobachten wir die Menschen. Die Zeit hat hier auf Kuba eine andere Geschwindigkeit. Überall warten die Menschen und das oft stundenlang. An Bushaltestellen und eigentlich an allen Kreuzungen warten die Menschen auf Mitfahrgelegenheiten. Sie warten, wenn wir ankommen und freuen sich über die verrückten Fahrradfahrer aus Alemania und warten weiter, wenn wir wieder losfahren.

Auf einem Kirchturm in Sancti Spiritus…

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… trafen wir einen Uhrmacher aus Havanna.  Er reparierte gerade die Kirchturmuhr. Kirchturmuhren waren die ersten Zeitzähler für das einfache Volk.

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Ist das nicht tolle Mechanik?

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Ja, die Zeit vergeht in Kuba anders. Das komplette Land scheint im Wartemodus zu sein. In jedem Fall gibt es während des Wartens ganz viel Musik. Ständig hört man Rhythmen. Hier auf dem Kirchturm hörten wir mitreißende Kirchenmusik direkt aus dem Kirchenschiff die sich mit den Salsa- Rhythmen einer Band auf der Plaza Major vermischten. Eine unglaubliche Stimmung.

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Übernachtung in: La Casa Azul Calle Maceo No 4 Sur e/ Avenida de los Martines y Doll, Sancti Spiritus, Tel. 053-41-324336

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Las Cataratas de Topes de Collantes

Auf dem Weg zwischen Cienfuegos und Trinidad trafen wir eine kanadische Radgruppe, die für einen Computertomographen in die Pedale trat.

Ein paar Kilometer radelten wir gemeinsam, bevor wir badeten.

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In Trinidad, einer weiteren Stadt mit Weltkulturerbestatus, blieben wir zwei Tage. An unserem „Ruhetag“ bestellten wir uns ein Taxi und ließen uns in die Sierra del Escambray fahren. Wir kennen aus den Alpen Steigungen bis 20%. In England haben wir schon 25% erlebt. Hier waren es mehr als 30%. So ein altes Lada Taxi kommt da kühlungstechnisch schon an sein Limit. Der Kubaner ist nicht dumm. Er hilft seinem Auto mit ein paar Eimern Wasserkühlung.

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Oben angekommen kann man dann wiederum 400 Meter in ein Tal absteigen und unter einem Wasserfall schwimmen.

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Das ist übrigens in jeder Beziehung sehr cool.

Morgen berichten wir von der besten Kaffeebar in der Karibik.

Übernachtung: Casa particular: Lic. Damaris Aroche Juviel, Ruben Martinez Villena #91, e/Pablo Pichs Giron y Ciro Reddondo, Trinidad S.Spritus, Cuba

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Konterrevolution und Weltkulturerbe

Unser Abstecher zur Schweinebucht führte uns die Geschichte vor Augen. Hier versuchte die CIA am 17. April 1961 mit 1.500 schwerbewaffneten Exilkubanern die sozialistische Regierung unter Fidel und Che zu stürzen. Das Unternehmen scheiterte kläglich. Das Gewehr von Che hatten wir schon in Havanna gesehen.

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Es war gut heiß und irgendwann brauchten wir Wasser. In Playa Giron gab es viele Strände und Stände, doch kein Wasser. Immerhin konnten wir die üblichen Militärgeräte bewundern. Wir glauben, dass dies genau das Konzept ist. Hast du Hunger, schaue dir einen Panzer an. Gegen Durst gibt es ein Flugzeug.

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Dann führte uns unser Weg in eine weitere Weltkulturerbestadt, Cienfuegos.

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Hier haben die Kubaner dem Großvater aller Mixer ein Denkmal gesetzt.

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Übernachtung: Casa particular Jorge de la Pena, Calle 39, #1206 e/.12 y 14 Pta Gorda, Cienfuegos, Kuba

Morgen berichten wir vom Schwimmen im Gebirge.

Quiz

In der Nacht wurden wir vom Krähen der Hähne geweckt. Ein Hahn begann gegen 2 Uhr. Es antwortete der nächste und so ging es immer Reih herum. Jeder hat in Kuba auf dem Land Hühner. Als wir morgens unsere Gastmutter Margarita darauf ansprach meinte sie mit einem Lächeln „los gallos cantare“- toll.

Heute haben wir mal Lust auf ein Quiz.  Wir bieten, wie bei „Wer wird Millionär“, vier Antworten an, aber nur eine ist richtig.

Was kann man an einem kubanischen Strand nie sehen?

A) Palmen B) ein Rennrad C) Facebooksurfer D) Bunker

Weil die Frage so brutal schwer ist,  gibt es ein Foto von einem kubanischen Strand zur Hilfe.

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Auf dem Foto müsstet ihr drei der oben genannten Dinge finden. Die richtige Lösung wäre dann der verbleibende Buchstabe. Wer es hat, ruft bitte auf keinen Fall für nur 49 Cent irgendwo an.

Nach dem Baden gab es heute den ersten Mojito. Der Mojito ist ein kubanischer Longdrink. Er ist ein Cocktail aus hellem kubanischem Rum, in unserem Fall Havanna Club, Limettensaft, Minze, Rohrzucker und Sodawasser.

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Das Foto ist technisch nicht geglückt. Unklar ist, ob es am Blutalkohol des Fotografen oder am Einfluss des letzten Abendmahls über Susanne lag.

Erwähnenswert bleibt noch, dass der Hund unserer Gastmutter Polen hieß. Als wir lecker Abendbrot vor uns stehen hatten, schaute uns Polen mit großen Augen an. Wenn ihr also irgendwann für euren Begleiter einen Namen sucht, wie wäre es mit … ;-).

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Verschellen

Wenn man feststellt, dass jemand unauffindbar verschwunden ist, kann man sagen, er ist verschollen. Aber wie heißt die Präsensform? Wir haben uns auf verschellen geeinigt und fühlen uns auch ein wenig so. Wir verschellen also  gerade.

Im Reiseführer stand, dass Matanzas eine kleine verschlafene Provinzhauptstadt ist. Kompletter Unsinn. Wir haben noch nie eine so lebendige Stadt gesehen. Gefühlt waren in jeder Straße und auf jedem Platz sämtliche 120 Tausend Einwohner inklusive aller Verwandten anwesend. Unglaublich.

Natürlich waren die ersten drei Casa Particular belegt. Nun durften wir das Netzwerken der Casa- Eigner erleben. Es wurde telefoniert und vermittelt und kurze Zeit später hatten wir ein Quartier.

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Diesmal nahmen wir das Angebot, in der Casa zu essen, an und haben es nicht bereut.

Dienstag früh baten wir die Gastgeber um zwei große Wasserflaschen und ab ging es nach Jagüey Grande, so dachten wir.

Ob Genosse Vladimir Iljitsch Lenin im kalten Sankt Petersburg klar war, dass knapp 100 Jahre später Bananenplantagen in der Karibik nach ihm benannt sein würden.

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Es kam, wie es uns oft passiert. 10 km vor dem Tagesziel trafen wir ein deutsch/rumänisches Pärchen. Sie erzählten uns vom tollen Strand in der Schweinebucht. Auf die zusätzlichen 30 km kommt es in der karibischen Hitze auch nicht an. Fidel hat sich davon ja auch nicht schrecken lassen. Als wir uns in das azurblaue Wasser stürzten parkten unsere treuen Räder unter Palmen.

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Es war eine gute Entscheidung. Unserer Casa hätten wir nie selber so ausgesucht. Margarita saß wohl den ganzen Tag mit einem Schild an der Straße. Wir ließen uns ansprechen und dann in die dritte Reihe führen.

Und im nächsten Bericht gibt es ein Kubarätsel.

Strecke am 03.02.15 Matanzas- Playa Larga

Übernachtung: Hostel Margarita, Playa Larga, KM33 frente al Hotel de Playa Larga, Cienaga de Zapata (war ok, aber nicht top)

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Casa Blanca und Bananen

Die Räder sind montiert. Wir können die Fahrradverpackung in der Casa lassen. Super. Mary, unsere Vermieterin wünscht uns ein gute Reise. Wir fahren den Malecon, die Strandstraße von Havanna entlang. Die Bucht von Havanna unterfahren die Autos durch einen Tunnel. Wir nehmen die Fähre. Die Fähre ist nicht ausgeschildert. Wir finden sie trotzdem. Am Eingang stehen vier Polizisten, die unsere Taschen kontrollieren. Ob sie staunten, was Radfahrer so in den Taschen haben? Unsere Fähre war die nach Casa Blanca.

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Die Fähre durfte ich nicht fotografieren. Als ich das versuchte, kam sofort ein Polizist und drohte. In diesem Moment wurde ich glatt unsicher und fragte mich, ob dieses uralte rostige Boot in Deutschland durch den TÜV gekommen wäre.

In Casa Blanca angekommen, hätten wir den Zug nehmen können.

Von Nahem sah der Zug aus, als ob er sich keinen Meter mehr aus eigener Kraft bewegt. Wir radelten lieber los.

Militär ist ganz wichtig.

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Unsere Sorge, dass wir auf schlechte Straßen treffen könnten, war unbegründet. Gut fanden wir auch die Zeitzähler an den Ampeln. So wussten wir immer, ob sich ein Beschleunigen vor der Ampel lohnt :-).

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In diesem Fall hatten wir es für das Foto gelassen.

Unser Ziel hieß Matanzas. Unterwegs hat Susanne noch ein Staude mit ca. 50 kleinen Bananen für 1 CUC von einem Straßenhändler erstanden.

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Manchmal kommt mir Monkey Island in den Sinn.

Übernachtung: Casa prarticular Raisa Rodriguez e Hijos, Calle 85 (Medio) #29215 e/ 292 (Zaragoza) y 294 (Manzaneda), Matanzas, Cuba

Strecke am 02.02.15: Havanna-Matanzas 114 km

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