Was macht eigentlich unsere 5G-Auktion?

Am 20. Dezember 2018 hatte ich einen Beitrag über „Die Sache mit der Milchkanne und dem Internet“ veröffentlicht. Knapp ein halbes Jahr später frage ich mich, wie steht es eigentlich um unsere Frequenzversteigerung für 5G, dem „Internet der Zukunft“?

Am 19. März 2019 hat die Versteigerung der Frequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,4 bis 3,7 GHz in Mainz begonnen. Dazu hat unsere Bundesnetzagentur die Unternehmen Drillisch, Telefonica, Telekom und Vodafone eingeladen.

Bis zum 4. Juni 2019 gab es 471 Versteigerungsrunden. Am 4. Juni waren 6.240.715.000 Euro geboten. (Quelle: Webseite der Bundesnetzagentur)

Diese gigantische Summe werden die Netzbetreiber zahlen. Ach nein, das sind gewinnorientierte Unternehmen. Wir als Kunde werden diese Summe bezahlen. Mit diesem Geld sind dann noch keine Funkmasten gebaut.

Die Auktion dauert nun schon knapp drei Monate. Das erscheint zu lang und wenig geeignet, Deutschland schnell fit für die anstehenden Herausforderungen zu machen. Vielmehr scheint die Priorität darauf gerichtet zu sein, möglichst viel Geld einzunehmen.

Das Ergebnis nach der Runde 472 liegt am 5. Juni bei 6.253.715.000 Euro. Das sind 13 Millionen Euro mehr als einen Tag zuvor. Wir sind gespannt, wie viele Runden noch folgen und ob im Nachgang gegen das Verfahren geklagt wird.

Uns interessiert das Thema sehr, da wir auf unseren Fahrradtouren ein gutes und günstiges Internet genießen, auch an Milchkannen.

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Sind wir zu anspruchsvoll?

Bitte bleibt neugierig.

Ich habe eben noch mal auf die Seite der Bundesnetzagentur geschaut. Das Ergebnis nach der 480 Auktionsrunden liegt bei 6.357.715.000 Euro. Wieder 100 Millionen mehr. Update 11.06.19 Runde 484, Ergebnis: 6.409.715.000 Euro

Die Sache mit der Milchkanne und dem Internet

An Milchkannen benötigen wir zukünftig nach Aussage unserer Regierung keinen Zugang zu schnellem Internet. Ich finde das falsch. Darum schreibe ich mir so kurz vor Weihnachten diesen „nerdigen“ Beitrag von der Seele.

„5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig.“ und „Um in die Fläche zu gehen, können wir uns ein bisschen Zeit lassen.“ teilte uns Frau Anja Karliczek (Bundesbildungsministeren) am 14. November 2018 im Rahmen der „Digitalklausur“ unserer Bundesregierung mit. Aha!

Folgerichtig findet sich in den Auktionsregeln der Bundesnetzagentur (Link auf die 5G Auktion – Entscheidungen III und IV vom 26. November 2018) für die Versteigerung der 5G-Lizenzen auch keine Forderung nach einer flächendeckenden 5G-Versorgung.

5G steht für das Mobilfunknetz der 5. Generation. Versorgen wir den ländlichen Raum (Milchkanne = ländlicher Raum) nicht mit moderner Infrastruktur, so benachteiligen wir ihn und vor allem seine Menschen in seiner bzw. ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.

Warum verfolgt unsere Regierung dieses Ziel? Ich denke, es geht ihr ums Geld. Die Regierung möchte mit den 5G-Lizenzen möglichst viel Geld für ihren Haushalt generieren. Nicht in die Digitalisierung investieren, sondern durch die Digitalisierung Geld einnehmen, ist das eine gute Idee?

Sollten Teile des ländlichen Raumes nicht mit moderner Infrastruktur versorgt werden, ist die Ursache primär in den Auktionsregeln der Bundesnetzagentur und erst an zweiter Stelle bei den Mobilfunkanbietern zu suchen.

Noch kann die Regierung die Auktionsunterlagen ändern. Immerhin hat sie schon erkannt, dass gutes Internet auch an Zugstrecken und nicht nur an den Autobahnen wichtig ist. Diesen Punkt hat sie jüngst in die 5G-Auktionsregeln aufgenommen. Immerhin ist in diesem Punkt ein Erkenntnisprozess erkennbar. Ich habe meinen Bundestagsabgeordneten angeschrieben. Vielleicht mag er was tun.

Nun soll es aber auch gut sein. Kann man mit Milchkannen nicht „Surfen“, nutzen wir sie doch als Adventsschmuck.

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Habt einen schönen 4. Advent und ein schönes Weihnachtsfest.

Zwischen den Festtagen könnten wir ja Fahrrad fahren – Festive500 ;-). Bitte bleibt neugierig.