Aber kennt ihr auch das Bremer Loch? Es ist unscheinbar und sieht aus, wie ein Gullydeckel. Es ist auf dem Bremer Marktplatz unbedingt eine besuchenswerte Attraktion.
Wirft man einen Taler in den Schlitz, hört man die Originalstimmen der Bremer Stadtmusikanten. Wir haben drei Taler eingeworfen und erst den Hahn, dann Esel und Hund gehört.
Die Münzen kommen einem guten Zweck zu Gute. Das Bremer Loch ist eine Spendendose und sammelt Geld für Verbände der Freien Wohlfahrtspflege. Die helfen Bedürftigen. „Komm, einen Taler haben wir noch. Ich möchte so gerne auch die Katze hören.“ Sehr cool.
Und einen Bremer Gullydeckel haben wir auch „discovert“.
Heute bin ich mal allegorisch. Wölfe haben die Macht. Dazu schweigen die Lämmer.
Der Mauerfall vor 30 Jahren war etwas ganz anderes und deshalb so besonders. Die Lämmer haben nicht geschwiegen und die Wölfe haben nicht getötet. Die Grenztore gingen auf.
Puh, was für ein extrem seltener historischer Moment. Und was tun die Wölfe heute? Was machen die Lämmer?
Wir waren im Vogtland. Während unserer Anreise haben wir den Bismarckturm in Jena „discovert“. Hier ist mein Fahrrad vor dem Turm. Der marode Turm ist mit Gittern zugestellt und in keinem guten Zustand.
Hätte es in der Nähe der Göltzschtalbrücke …
… auch einen Bismarckturm gegeben? Die Gölzschtalbrücke liegt bei Netzschkau. Mal schauen. Irre, Netzschkau hat einen Bismarckturm. Wir saßen auf dem Fahrrad und hätten keine 6 Kilometer entfernt einen von uns unentdeckten Bismarckturm besuchen können.
Was tun, damit wir beim nächstes Mal einen so nahen Turm nicht übersehen? Unser GPS sollte die Türme kennen. Eine GPX-Datei mit allen Bismarcktürmen ist die Lösung. Ich finde im Internetz tatsächlich keine Bismarkturm-GPX-Datei.
Die Aufgabe ist klar. Wir haben hier bei Traumradeln schon über viele Bismarcktürme berichtet. Zu einigen weiteren Türmen haben wir schon recherchiert. Voila unsere GPX-Datei mit 146 Bismarcktürmen ist fertig.
Jetzt haben wir auch den Süden eingepflegt. Wer mag, hier ist unsere verpackte GPX-Datei zum Download.
Wir freuen uns schon auf viele weitere Türme. So haben wir immer ein Ziel. … das hätten wir sonst aber auch 🙂
Als Kinder hat uns der Flug des ersten Deutschen in das Weltall begeistert. „Jähn flog am 26. August 1978 in der sowjetischen Raumkapsel Sojus 31 zusammen mit Waleri Fjodorowitsch Bykowski zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Der Flug dauerte 7 Tage, 20 Stunden, 49 Minuten und 4 Sekunden.“ (Quelle Wikipedia zu Sigmund Jähn)
Sigmund Jähn wurde in Morgenröthe-Rautenkranz geboren. Ein Freund schrieb uns: „Morgenröthe- Rautenkranz liegt nicht weit von Klingenthal weg. Da gibt es eine Wetterstation und das einzige Raumfahrtmuseum in Deutschland.“
Auf nach Morgenröthe-Rautenkranz.
Sigmund Jähn haben wir nicht mehr getroffen, da er vor knapp einem Monat am 21. September 2019 verstorben ist. Alles Gute, Sigmund.
Aktuell begeistern uns die Falcon-9- und Falcon-Heavy-Raketenstarts. Dabei faszinieren vor allem die punktgenauen Landungen der Booster. Alles entwickelt sich.
Falls ihr mal im Vogtland seid, schaut mal in Morgenröthe beim einzigen deutschen Raumfahrtmuseum vorbei.
„Gibt es eigentlich noch einen Landkreis in Sachsen, in dem wir noch nie waren?“
„Ja, wir waren noch nie im Vogtland.“
„Hey, wir besuchen das Vogtland!“
„Was wollen wir uns genau angucken?“
„In Klingenthal gab es die Seydel-Skisprungschanze und die legendäre Aschbergschanze. Heute ist die Weltcupschanze Vogtlandarena einen Besuch wert.“
„Seydel, da klingelt was. Klingenthal ist für seine Harmonikaproduktion bekannt. Wollen wir uns die älteste Mundharmonikafertigung anschauen? Hattest du nicht mal eine Mundharmonika?“
„Ich habe keine Ahnung, wo meine Mundharmonika abgeblieben ist.“
„Jetzt hast du eine neue Mundharmonika :-). Toll, dass die Amerikaner, die extra aus Kalifornien anreisten, uns auf die Idee mit dem Besuch bei Seydel und Söhne gebracht haben.“
„In Markneukirchen werden ganz viele Musikinstrumente hergestellt. Das ist hier der Musikwinkel.“
„Ja, aber in Markneukirchen gibt es etwas anderes. Schaue mal da hinten. Siehst du ihn auf dem Hügel in der Mitte?“
„Puh, ist das steil hier. Voila, wir haben einen weiteren Bismarckturm „discovert“.
„Was gibt es im Vogtland noch?“
„Die 574 Meter lange Göltzschtalbrücke ist die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Dieses Viadukt aus 98 Bögen überspannt seit 1851 für die Bahnstrecke Leipzig–Hof das Tal der Göltzsch. Das nenne ich mal ein technisches Denkmal.“
„Kommt nicht der erste Deutsche im All auch aus dem Vogtland?“
„Ja, der kommt aus dem Vogtland, aber nicht mehr in diesem Beitrag.“
Bitte bleibt neugierig.
Ein Landkreisschild, sogar mit tschechischem Gruß, haben wir auch noch gefunden.
Bereits im 16. Jahrhundert haben unsere Vorfahren alle Wälder in der Nähe der Wirtschaftszentren komplett gerodet. Ganz oben in den Bergen der kursächsischen Territorien gab es noch Wälder, so im Vogtland.
Der Transport des Holzes erfolgte über die Flößerei. Über viele hundert Kilometer wurden Floßteiche …
… und Floßgräben angelegt.
Wenn Holz geflößt werden sollte und das Wasser in den Floßgräben nicht genügte, ließ man das Wasser aus den Floßteichen und konnte Holz über große Strecken transportieren. Zum Beispiel wurde Holz aus dem Vogtland erst über Floßgräben, dann über die Göltzsch, die Elster, den Elsterfloßgraben und die Luppe nach Leipzig und Halle transportiert. In Halle wurde das Holz für das Salzsieden genuzt. Das Salz ging dann zum Teil wieder zurück nach Sachsen.
Bei der Abholzung unserer Wälder ging es um das Überleben, um wirtschaftliche Vorteile und um Macht. In der Motivation gibt es keinen Unterschied zwischen uns Europäern und den Südamerikanern.
Die Fotos sind auf einer Radtour in der Nähe von Klingenthal im Vogtland entstanden. Der Herbst ist schön. Bitte bleibt neugierig.
Am 3. Oktober 1990 traten die fünf neu gegründeten Länder auf dem Gebiet der DDR dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland bei. Somit feiern wir heute den 29. Tag der deutschen Einheit. Die große Einheitsfeier richtet das Bundesland aus, welches die Bundesratspräsidentschaft inne hat.
Wann hat ein Bundesland die Feier ausgerichtet? Wir können das auf unseren Geldmünzen sehen. An dieser 2-Euro Münze können wir erkennen, dass 2006 die Einheitsfeier in Schleswig-Holstein stattfand.
Seit 2006 lässt die Bundesregierung 2-Euro-Gedenkmünzen prägen, auf denen jeweils ein Bauwerk aus dem Bundesland abgebildet ist, welches gerade den Bundesrat führt.
Anhaltisch und anhaltinisch, beide Adjektive sind korrekt.
Letztes Wochenende trafen wir uns mit Freunden im Kyffhäuserkreis …
Kyffhäuserkreis
… zum Matrix-Geocachen. Dabei radelten wir auch mehrfach in den Unstrut-Hainich-Kreis. Dieser Kreis hat offensichtlich keine Kreisgrenzschider. Schade.
Wir haben aber auf unserer Anreise in Ballenstedt am Harz, der Wiege Anhalts, diesen anhaltische Rundsockelstein entdeckt. Der Rundsockelstein trägt die Inschrift „XI Meilen von Dessau“.
Ballenstedt
Eine anhaltische Meile entspricht etwa 7,5 Kilometer. In Halberstadt haben wir auch schon mal einen solchen Stein gesehen.
Halberstadt
Dieser Art von Meilensteinen folgten ab 1874 in Anhalt Myriametersteine.
Myriameterstein bei Tochheim
Der Nullpunkt des anhaltischen Meilensteinsystems befindet sich am Leopold-Denkmal auf dem Schlossplatz in Dessau. Hier haben wir eine Karte zu Meilensteinen und Postmeilensäulen.
Wir haben übrigens die ganze Geocaching-Matrix geschafft.
Wir haben der „Bielefeldverschwörung“ geglaubt. Am 21. August 2019 hat die Stadt Bielefeld dem eine Million Euro versprochen, der die Nichtexistenz der Stadt Bielefeld beweist. Das Geld wurde nicht ausgezahlt.
Als ich das vermeintlich nicht existierende Bielefeld besuchte, machte ich mich natürlich auf den Weg zum Bismarckturm. Am Ortsausgang wurde ich unsicher.
Ist vielleicht das Gegenteil der „Bielefeldverschwörung“ richtig und wir können Bielefeld nie wieder verlassen? Zweifel und Sorgestiegen in mir auf.
Der „Eisernen Anton“ wurde 1895 als Bismarckturm vom Bielefelder Maschinenfabrikanten Heinrich Fricke gestiftet.
Der „Eiserne Anton“ ist bisher unser einziger Bismarckturm aus Stahl. Gibt es noch mehr?
Puh, ich haben es geschafft, Bielefeld wieder zu verlassen. Nun haben wir einen Bismarckturm mehr auf unserer Karte besucht. Das gibt’s ja gar nicht.
Mal schnell nachgezählt. Auf unserer Traumradelnkarte sind inzwischen 27 der noch 172 existierenden Bismarcktürme eingefügt. Beiträge und Bilder dazu gibt es hier.