Epilog zu unserer „Vuelta a Cuba“

Wir sind wieder zu Hause. In Kuba hatten wir in 13 Tagen 2,5 Stunden Internet. Zu Hause ist Internet kein Thema und wir können eine Karte unserer Vuelta posten. Kuba ist ein sehr großes Land. Alleine von Havanna bis Santiago de Cuba sind es knapp 900 Kilometer. Mit unserer Vuelta haben wir die Mitte dieses schönen Karibikstaates ein ganz klein wenig kennen gelernt.

Kubakarte2

Wir sind 875 Kilometer durch Kuba geradelt. Unsere 25 mm Rennradbereifung war völlig ausreichend. Das heißt, die Straßen auf Kuba waren sehr gut.

Das Land war für uns sehr befremdlich. Kuba ist extrem arm. Im absoluten Zentrum von Havanna, gegenüber vom Kapitol …

P1040399

… haben wir dieses „Baumhaus“ aufgenommen.

P1040397

Ach ja, im Spiel Monkey Island sieht man ja öfter Hühner. Dies ist auch auf Kuba der Fall. Ständig sieht man Hühner und was gibt es überall und immer zu essen? Richtig, Pollo, also Huhn. Ich sage es ja, verrückte Insel.

Wir haben viele Menschen ohne Neugier und mit leerem Blick gesehen. Wir haben aber auch Menschen getroffen, die mit großer Überzeugung daran glauben, dass jetzt ein neuer besserer Sozialismus geschaffen wird. Eines ist aber auch sicher, wenn die Kubaner Musik haben, dann stimmen alle Klischees. Sie tanzen und singen und das verdammt gut.

P1040545

Abschließen möchte ich mit der Bestätigung eines weiteren Klischees. Ja, die Kubaner lieben ihre Zigarren.

P1040386

Bitte bleibt neugierig.

Ach ja, interessant ist auch, dass es in Kuba zwei Währungen gibt. Das geht dann so.

Shininghotel und Zuckerrohr

Am Ende der 7 Kilometer Sackgasse in Baños del Elguea in Kuba, im absoluten Nirgendwo bogen wir um die letzte Ecke und sahen einen riesigen Parkplatz mit genau einem Auto und ein gut aussehendes Hotelportal.

image

Ein Türsteher begrüßte uns. An der Rezeption nickte man uns freundlich zu. Ja, man hätte noch ein Zimmer frei. Es war nicht nur ein Zimmer frei, es waren Hunderte. Das ganze Hotel war mit unendlich viel Personal ausgestattet und komplett in Betrieb. Die Bar, das Restaurant, der Pool und natürlich auch Tennis, Sauna und Massagen waren möglich. Irgendwann fanden wir heraus, dass das Auto einem Tschechen gehörte. Das Hotel hatte also genau drei Gäste.

image

Wir wandelten durch die leeren Zimmerfluchten und fragten uns, wie das alles funktionieren kann. Der Tscheche verzichtete auf das Abendbrot, so dass wir die Kellner und die Küche alleine beschäftigten. Nachts wurde gegen 22 Uhr das Wasser abgestellt. Das war prima, denn so waren die tropfenden Wasserhähne kein Problem mehr. Alles hier machte den Eindruck eines Lost Places mit Lost Staff. Wir hätten uns nicht gewundert, wenn Jack Nicolson aus Shining mit seiner Axt an die Tür klopfen würde.

So ist Kuba. Man hat hier bestimmt 100 Leute beschäftigt. Es kommen zwar keine Gäste, aber das Personal wartet halt. Einer von ihnen kannte einen, der eine Zange hatte und so konnten wir auch unsere lockere Speiche festziehen. Probleme lösen sich. Super.

Am nächsten Morgen aßen wir fast alleine Frühstück. Ein paar Bauarbeiter kamen vor der Arbeit vorbei und nahmen auch ein Frühstück. Dann ging es auf unsere letzte größere Etappe nach Varadero.

Wir erreichten Varadero und waren in einer absoluten Touristenhochburg. Wir blieben zwei Nächte und genossen, wie unser Deichbiber, den Strand

image

Kuba ist die Insel des Zuckerrohrs.

image

An den Straßen pressen die Kubaner das Zuckerrohr aus, …

image

… geben Eis dazu und verkaufen diesen Saft als Jugo de Caña für 1 Peso, die Währung für die Kubaner. Für Radfahrer ideal.

Unser letztes Etappenziel war dann wieder Havanna. Diesmal nahmen wir den Zug, den Hershey- Train.

image

Wir glauben, dass dies die einzige elektrifizierte Eisenbahnverbindung in Kuba ist. Ungefähr in der Mitte der schaukelnden Strecke befindet sich Hershey. Hier warten schon die fliegenden Händler und man kauft sich für 10 Peso eine Pizza oder für 2 Peso einen Kuchen.

Ein paar Kilometer weiter war dann Schluss. Es gab Probleme mit der Elektrizität. Alle stiegen aus und man läuft auf den Schienen bis zur nächsten Straße. Unten hilft Martin aus Tschechien Susanne beim Ausladen unserer Räder. Man achte auf die Höhe der Bahnsteigkante :-).

image

Das ist Kuba- verrückte Insel. Morgen fliegen wir wieder nach Hause und dann werden wir die vielen Eindrücke verarbeiten. Falls es Hinweise oder Fragen gibt, nur zu (entweder als Kommentar zum Blog oder an info@traumradeln.de

Wenn wir zu Hause sind, werden wir unsere GPX-Tracks (Pssst, Navigationsgeräte sind auf Kuba verboten.) auswerten und dann noch einen letzten Beitrag schreiben. Danke für euer Interesse – Finito und Adios Cuba.

Vom Netzwerken, einer Panne und Unsicherheit

Susanne kommt echt mit einem blauen Knie davon. Wenn sie stürzt, hat die Straße Schorf. Puh, was für ein Glück.

Wenn wir am frühen Nachmittag eine Casa suchen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann sich von den Schleppern fangen und zu einer Casa bringen lassen. Das ist nicht unser Ding.

Wir lassen uns in der Casa vom Vortag einen Tipp geben und dann suchen wir gezielt. Ist man länger unterwegs, trifft man andere Individualtouristen. Dann tauscht man sich aus. Gute Casas werden weiterempfohlen und wenn man nur eine Visitenkarte hat und sie nicht weggeben will, lässt man sie halt abfotografieren.

image

So weiß man im kommenden Ort schon Bescheid.

Toll ist es auch, wenn man manche Pärchen mehrfach trifft. So wurden wir gestern mitten auf der Plaza in deutsch von einem holländischen Pärchen  angesprochen, welches wir vor fünf Tage auf dem Weg nach Cienfuegos getroffen hatten. Nun mussten wir uns gegenseitig erzählen, was wir in den letzten Tagen erlebt haben. Unbezahlbar.

Von Santa Clara wollen wir Richtung Varadero radeln. Dazwischen ist viel touristisch unerschlossenes Land. So  ließen wir uns zu einem Weg und einer Übernachtung in Baños de Elguea an der Nordküste in gut 100 Kilometern raten. Weiß der Geier, ….

image

… es lief zu gut. Pling, wir kannten das Geräusch schon, eine Speiche an Susannes Hinterrad war 60 Kilometer vor dem Tagesziel gerissen. Wie üblich, haben wir Ersatzspeichen dabei. Leider hatte ich bei der Werkzeugselektion etwas vergessen. Der kleine Schlüssel zum Festziehen der neuen Speiche oder eine Zange lagen nutzlos und zu weit weg in Magdeburg in einem Schrank. Trotzdem ersetzte ich die Speiche. Übrigens kann man die Speichen gut nach Gehör festziehen. Wenn alle gleich klingen, dann ist es schon fast perfekt und genau das bekamen wir nicht hin.

Irgendwann ließen wir es gut sein. Susannes Hinterrad eierte so stark, dass selbst das Öffnen der Bremse nicht genügte. Der Bremsbowdenzug war schnell gelöst und so gab es das zweite Bremssystem nicht mehr. A la riba war das kein Problem aber a la bajo?

Die Idee war nun die Kubaner um Hilfe zu bitten. Man sieht sie ja permanent beim Reparieren. Allerdings reparieren sie einen Truck, einen Trecker oder mindestens ein Motorad. Als wir sie ansprachen, stürzten sie sich sofort hilfsbereit auf unsere im Verhältnis zu einem Trecker fragilen Räder. Wir bekamen Angst, dass die groben Hilfsversuche mehr schaden. Dann fragten wir nur noch nach einer Zange. Zange heißt übrigens Pinza. Dass wir da nicht selber drauf gekommen sind. Leider hatten wir kein Glück. Nachdem wir durch die mehrfachen Reparaturversuche, die ja bei den Kubanern auch immer mit großem Palaver verbunden sind, mehr als zwei Stunden verloren hatten, akzeptierten wir das Eiern und legten den Fokus auf unser Tagesziel.

Als wir 103 Kilometer geschafft hatten, drei mehr als kalkuliert, wies uns ein Schild auf eine absolute Nebenstraße. 7 weitere Kilometer sollen es nun noch sein. Alle Dörfer hier in der Gegend bestanden aus ärmlichen Hütten. Das Hotel war unsere einzige Chance. Wir hatten keine Alternative. Die Speichenaktion hat Kraft gekostet, so dass doch eine gewisse Unsicherheit über unsere Gesamtsituation in der Luft lag. Was ist, wenn das Hotel gar nicht offen hat? Was, wenn es voll ist?

Wir schauten die schnurgerade Nebenstraße entlang und sahen nichts als Landschaft. Was würden wir am Ende der 7 Kilometer langen Sackgasse vorfinden?

Mehr über unsere Kubatour?

 

Leere Autobahn und Ches größter Sieg

Das Wichtigste zuerst. Susanne geht es so gut, dass wir nach Santa Clara mit dem Rad fahren konnten.

Unterwegs überquerten wir die Autobahn.

image

Während der kubanischen Revolution gegen das Batista-Regime wurde die strategisch wichtige Stadt Santa Clara am 31. Dezember 1958 von einer Guerilla-Einheit unter dem Kommando von Che Guevara eingenommen. Eine kleine Einheit von nur 18 Männern hatte zuvor, am 29. Dezember, mit einem Bulldozer Eisenbahnschienen zerstört und so einen Zug, bestehend aus zwei Lokomotiven und 18 Wagen, zum Entgleisen gebracht.

image

Beladen war der Zug mit 408 Männern (Offizielle und Soldaten), Kanonen, Granatwerfern und Gewehren von Batista. Nach eineinhalb Stunden hatten die Revolutionäre gesiegt. Ein grandioser Sieg, der die Batista-Soldaten demoralisierte.
Nach zweijährigem Guerillakampf gegen die zahlenmäßig weit überlegene und von den USA unterstützte Batista- Armee in den Bergen der Sierra Maestra war nun der Weg in die Ebene und damit nach Havanna frei.
Die Einnahme Santa Claras gilt als größte militärische Leistung Che Guevaras.

image

Keine 12 Stunden später floh der verhasste Diktator Batista und die Revolution hatte gesiegt.
Als man in den 1990-ern Ches Gebeine in Bolivien fand, baute man ihm in Santa Clara ein Mausoleum und überführte ihn nach Santa Clara.

Heute blühen auf der Plaza Major die Bäume und natürlich hört man überall Musik.

image

Wir hatten schon vor mehreren Tagen eine Visitenkarte von einer Unterkunft erhalten. Diese war voll und wie üblich wurde sofort telefoniert. Kurze Zeit später stand ein Mann mit einem modernen Auto vor uns und meinte wir sollten folgen. So fuhren wir einige Straßenzüge hinter dem Auto her und erreichten eine wirklich schöne Casa. Der Hausherr sprach ein perfektes Englisch und schwärmte von seinem Land und der sozialistischen Zukunft. Es gibt sie also doch noch. Übrigens hätten wir beinahe Internet gehabt. Vor ein paar Tagen ging es noch und gerade jetzt hätte er kein WLAN, da er gerade auf das superschnelle Internet umgestellt wird.

Übernachtung: Casa particular: Hostel Familia Sarmiento Lorda #61-1 e/Marti y Boulevard, Santa Clara, Villa Clara, Cuba

Mehr über unsere Kubatour?

Über Kaffee, einen Unfall mit Pferd und die Zeit

„Miss Ochun“ ist ein geeister Kaffee mit braunem Rum, Bananenlikör, Milchkreme und Honig. „Miss Ochun“ bekommt man bei Don Pepe in Trinidad, der besten Kaffeebar der Karibik.

image

Unser Deichbiber hat sich dort sehr wohl gefühlt. Nach Trinidad war Sancti Spiritus unser Ziel.

Wir können als Radfahrer das Verhalten von Autofahrern ganz gut einschätzen. Leider mussten wir heute auf dem Weg nach Sancti Spiritus die Erfahrung machen, dass dies auf Pferde noch nicht zutrifft. Je weiter man in den Osten Kubas kommt, desto mehr sieht man  Pferde und Pferdefuhrwerke aller Bauarten. Unmittelbar vor mir stellte sich plötzlich ein Pferd quer und scheute. Reflexartig bremste ich. Die Reaktionszeit für Susanne war zu kurz. Sie fuhr auf und stürzte ziemlich heftig. Der kubanische Reiter guckte nur kurz. Als Susanne sich bewegte ritt er seiner Wege. Nachdem der erste Schock überwunden war und die üblichen Radfahrerverletzungen an Knie und Handgelenk diagnostiziert waren, schnitten wir einen Socken in Streifen. Diesen zogen wir über das Knie und gaben immer wieder Wasser zur Kühlung darüber. Da die Beweglichkeit gegeben war, ging es weiter. Wir hatten also noch Glück im Unglück.

Nach dem Schreck gibt es zum Runterkommen ein Foto von einem blühenden Mandelbaum vor Palmen vor Gebirge vor Wolken.

image

Kuba ist übrigens ein Land, welches Fußgängerwege und Bushaltestellen hat. Wenn ihr mögt, könnt ihr ja mal im Urlaub darauf achten. Das ist nicht in jedem Land selbstverständlich. Wir nutzen die Bushaltestellen gerne zum Pausieren. Dann beobachten wir die Menschen. Die Zeit hat hier auf Kuba eine andere Geschwindigkeit. Überall warten die Menschen und das oft stundenlang. An Bushaltestellen und eigentlich an allen Kreuzungen warten die Menschen auf Mitfahrgelegenheiten. Sie warten, wenn wir ankommen und freuen sich über die verrückten Fahrradfahrer aus Alemania und warten weiter, wenn wir wieder losfahren.

Auf einem Kirchturm in Sancti Spiritus…

image

… trafen wir einen Uhrmacher aus Havanna.  Er reparierte gerade die Kirchturmuhr. Kirchturmuhren waren die ersten Zeitzähler für das einfache Volk.

image

Ist das nicht tolle Mechanik?

image

Ja, die Zeit vergeht in Kuba anders. Das komplette Land scheint im Wartemodus zu sein. In jedem Fall gibt es während des Wartens ganz viel Musik. Ständig hört man Rhythmen. Hier auf dem Kirchturm hörten wir mitreißende Kirchenmusik direkt aus dem Kirchenschiff die sich mit den Salsa- Rhythmen einer Band auf der Plaza Major vermischten. Eine unglaubliche Stimmung.

image

Übernachtung in: La Casa Azul Calle Maceo No 4 Sur e/ Avenida de los Martines y Doll, Sancti Spiritus, Tel. 053-41-324336

Mehr zu unserer Kubatour?

Las Cataratas de Topes de Collantes

Auf dem Weg zwischen Cienfuegos und Trinidad trafen wir eine kanadische Radgruppe, die für einen Computertomographen in die Pedale trat.

Ein paar Kilometer radelten wir gemeinsam, bevor wir badeten.

image

In Trinidad, einer weiteren Stadt mit Weltkulturerbestatus, blieben wir zwei Tage. An unserem „Ruhetag“ bestellten wir uns ein Taxi und ließen uns in die Sierra del Escambray fahren. Wir kennen aus den Alpen Steigungen bis 20%. In England haben wir schon 25% erlebt. Hier waren es mehr als 30%. So ein altes Lada Taxi kommt da kühlungstechnisch schon an sein Limit. Der Kubaner ist nicht dumm. Er hilft seinem Auto mit ein paar Eimern Wasserkühlung.

image

Oben angekommen kann man dann wiederum 400 Meter in ein Tal absteigen und unter einem Wasserfall schwimmen.

image

Das ist übrigens in jeder Beziehung sehr cool.

Morgen berichten wir von der besten Kaffeebar in der Karibik.

Übernachtung: Casa particular: Lic. Damaris Aroche Juviel, Ruben Martinez Villena #91, e/Pablo Pichs Giron y Ciro Reddondo, Trinidad S.Spritus, Cuba

Mehr von unserer Kubatour?

Konterrevolution und Weltkulturerbe

Unser Abstecher zur Schweinebucht führte uns die Geschichte vor Augen. Hier versuchte die CIA am 17. April 1961 mit 1.500 schwerbewaffneten Exilkubanern die sozialistische Regierung unter Fidel und Che zu stürzen. Das Unternehmen scheiterte kläglich. Das Gewehr von Che hatten wir schon in Havanna gesehen.

image

Es war gut heiß und irgendwann brauchten wir Wasser. In Playa Giron gab es viele Strände und Stände, doch kein Wasser. Immerhin konnten wir die üblichen Militärgeräte bewundern. Wir glauben, dass dies genau das Konzept ist. Hast du Hunger, schaue dir einen Panzer an. Gegen Durst gibt es ein Flugzeug.

image

Dann führte uns unser Weg in eine weitere Weltkulturerbestadt, Cienfuegos.

image

Hier haben die Kubaner dem Großvater aller Mixer ein Denkmal gesetzt.

image

Übernachtung: Casa particular Jorge de la Pena, Calle 39, #1206 e/.12 y 14 Pta Gorda, Cienfuegos, Kuba

Morgen berichten wir vom Schwimmen im Gebirge.

Ein Tag in Havanna #2

Der Verfall der Bausubstanz ist extrem. So sehen normale Straßen in Havanna Centro aus.

image

Nur in Havanna Vieja, dem UNESCO Weltkulturerbe, ist die Stadt genial schön. Susanne hatte beim Spaziergang immer ihre Kanone dabei.

image

Natürlich gab es an allen Ecken ganz viel zu sehen: uralte Läden,

image

(Man beachte auch den Kunden, den man vermutlich nach karibischer Art etwas zu lange warten ließ.) und kleine grüne Oasen

image

(Hier reitet Sancho Pansa vor kubanischen Hochhäusern.).

Schließlich benahmen wir uns wie Touristen und mieteten ein rosa 1954-er Mercury Cabrio.

image

Eine Stunde ging es damit durch die Stadt. Großartig.

Abends trafen wir 100 Meter von unserer Casa Particular entfernt Geocacher aus Deutschland und Kuba. Das war kein Zufall, denn wir hatten zum Event am Denkmal von Antonio Maceo eingeladen. Na ja, wir waren dann doch nur zu siebent, wobei immerhin ein Cacher aus Kuba war. Wenn man bedenkt, dass GPS-Geräte in Kuba verboten sind und Internet extrem teuer ist, dann ist es schon cool,  dass es überhaupt Geocacher in Kuba gibt.

Frank, der kubanische Cacher erzählte, dass er von 20 CUC im Monat lebt. Juan, der Taxifahrer vom ersten Tag, erzählte uns, dass er als Ingenieur für Maschinenbau in einem Staatsunternehmen 80 CUC im Monat verdient. Wir haben in Havanna Preise für eine Pizza von 15 CUC gesehen. Eine Stunde Internet kostete uns 7 CUC, fast die Hälfte des Monatsbudgets, das Student Frank zum Leben hat. Mir kommt Monkey Island in den Sinn. Die Insel ist verrückt.

Im nächsten Bericht geht sie los unsere Fahrradtour durch Kuba. Wir starten mit einer Fährfahrt.

<– einen Tag zurück

 

Ein Tag in Havanna

Landung in Havanna. Warme Luft schlug uns entgegen. Die Einreisemodalitäten waren kein Problem. Viel Personal in schmucken Uniformen fertigte uns ab. Zwei unserer vier kleinen Fahrradgepäcktaschen haben uns als Handgepäck begleitet. Die anderen zwei drehten auf dem Gepäckband schon ihre Runden. Wo können wir unsere Fahrräder bekommen? Susanne fragt an der Gepäckausgabe. Dort zeigte man nur weiter nach hinten in die Halle. Mitten in der Halle standen sie, unsere zwei Fahrradtaschen.

Unsere erste Unterkunft in der „Casa de Mary“ hatten wir für 52 Euro (plus zwei Euro Verwaltungsgebühr) für zwei Nächte von zu Hause aus schon gebucht. Gleichzeitig haben wir auch ein Taxi bestellt. Tatsächlich, da steht ein Mann der ein Schild mit unserem Namen hochhält. Er begrüßt uns und bringt uns zu einem Geldwechselbüro. Geduldig wartet er, während wir unsere ersten CUC erwerben. Dann bringt er uns zu einem klapprigen Lada. Die Taschen mit unseren Rädern laden wir lieber selber ein. Es wird extrem eng in dem Lada. Dann geht sie los unsere erste Fahrt in das nächtliche Havanna. Die Straßen sind hell beleuchtet.

Die ersten zwei Tage schauten wir uns Havanna zu Fuß, ohne Fahrrad an.

Nach dem guten Frühstück schauten wir aus dem Fenster. Wenn man genau hinschaut (Klick auf Bild macht es größer) so sind beinahe alle Häuser extrem renovierungsbedürftig.

image

Heute wollten wir zu Fuß Havanna erkunden. Es ging am Malecon entlang zum alten Zentrum. Selbst am frühen Vormittag hört man überall Musik.

image

Von Freunden haben wir ein Maskottchen geschenkt bekommen. Es ist ein Deichbiber und der wollte gerne auf einer Kanonenkugel reiten.

image

Kanonen sind übrigens was ganz Wichtiges. Sie werden überall im Straßenbau als Poller verwendet.

image

Na das ist ja mal eine sinnvolle Nachnutzung für militärische Ausrüstung.
Auf einem wunderschönen Platz sahen wir gaaaaaaanz viele Bären aus Deutschland.

image

Die Aktion heißt United Buddy Bears und wirbt für das gegenseitige Kennenlernen.
Und wenn wir irgendwann noch einmal 60 Minuten langsames Internet haben, berichten wir mehr über die ersten zwei Tage in Havanna.

NordTour 2014 – Tag 20 – Königskrabben und der Tourtiefpunkt

Wir fuhren 99 km durch die norwegische Fjordlandschaft. Der herben Schönheit entsprechend regnete es immer wieder.

Einheimische oder auch Touristen bauen überall kleine Steintürmchen. Vermutlich dienen sie schon seit frühester Urzeit als Stative für Fotoapparate. Ich hätte das Stativ nicht nur benutzen, sondern auch fotografieren sollen :-).

image

Am Wegesrand entluden Fischer ihren Fang. Ich war neugierig und bekam Königskrabben zu Gesicht.

image

Der Panzer von diesen Tieren hatten einen Durchmesser von ca. 20 cm und die Beinspannweite war mehr als ein Meter. Gigantisch. Das kommt auf dem Bild nicht zu Geltung. Ich hätte mein NordTour – Maßband daneben legen sollen. Es war nur leider schon zu kurz.

Tante Wiki sagt: „Die Königskrabbe erreicht eine Größe von 25 cm, während sie insgesamt ein Gewicht von 10 Kilogramm erreichen kann. Die Beinspannweite kann bis zu 180 cm betragen.“

Der Fischer fragte mich noch, ob ich nicht mal in das Becken fassen wolle.  Ich lehnte dankend ab.

Das Nordkapp liegt auf der Insel Magerøya. Diese Insel ist seit 1999 durch einen Unterwassertunnel an das Straßennetz des europäischen Festlandes angeschlossen.

Der Unterwassertunnel ist 6.875 Meter lang und liegt an der tiefsten Stelle 212 Meter unter dem Meeresspiegel.  Das sollte also der Tiefpunkt unserer NordTour werden. Nach rauschender Abfahrt posierte Susanne für dieses Foto.

image

Es war so kalt im Tunnel,  dass es zum Teil sogar Eis auf der Straße gab. Zum Glück mussten wir die 212 Meter auch wieder hoch. Die größte Steigung beträgt 9%. Da wurde uns dann ganz schnell wieder warm.

Wir durchfuhren noch vier weitere Gebirgstunnel, ehe wir im Nordkapp Vandrerhjem von Honningsvåg Quartier nahmen.

Morgen soll es das Finale unserer NordTour 2014 geben.

Statistik:
Tageskilometer: 97
Gesamtkilometer: 2.505
Kilometer bis zum Nordkapp ca: 32
Tageshöhenmeter: 1.046
Gesamthöhenmeter: 17.891
Standort N 70°59.838 E 025° 57.640
Spendenstand 153 Cent je Kilometer (neue Spender: Hans-Dieter Brucke 2 Cent, Carola und Wilfried Schulze 10 Cent – Danke)
Infos zur Idee unter: www.jedes-jahr-ein-treffer.de/spendenprojekt2014.htm

image

nächster Tag – weiter nach Norden!