Es gibt zu viele Ghost Bikes!

Es ist schon ein paar Tage her, da schrieb ich über ein trauriges Thema – über „Ghost Bikes“. Ein „Ghost Bike“ oder Geisterrad ist ein weiß gestrichenes Fahrrad, welches als Mahnmal für im Straßenverkehr verunglückte Radfahrer aufgestellt wurde. Die Idee zu den weißen Fahrrädern an Unglücksorten entstand 2003 in St. Louis (Missouri).

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Ghost Bike Auffahrt Magdeburger Ring

An der Schnellstraßenauffahrt auf dem Bild oben starb am 14. April 2008 ein junger Mann durch einen rechtsabbiegenden LKW. Der Radfahrer fuhr über die grüne Ampel geradeaus und der LKW bog rechts ab. Kurz nach dem Unfall kam ich zufällig dazu. Ich sah noch den LKW und die abgesperrte Unfallstelle.

„Ghost Bikes“ gibt es inzwischen in vielen Städten. In München soll es sieben Geisterräder geben. In Berlin und Dresden habe ich jeweils eins fotografiert.

Ein weißes Fahrrad ist eine gute Idee an rücksichtsvolles Fahren zu appelieren. Auch ich bin Autofahrer und will bei jedem Abbiegevorgang an den Schulterblick denken. Jedes dieser stillen Mahnmale ist eines zu viel.

Gibt es auch bei euch „Weiße Fahrräder“? Falls ihr ein Foto von einem Geisterfahrrad habt, könnt ihr es uns gerne schicken oder im Kommentar verlinken. Wir würden uns freuen.

Bitte fahrt, egal ob mit oder ohne Motor, immer rücksichtsvoll und bleibt neugierig.

„Mit Bleistift und Lineal gehen wir zur Wahl!“

13. März 2016, Wahl von drei Landesparlamenten!

„Mit Bleistift und Lineal gehen wir zur Wahl!“ Das war eine Losung, die wir uns bei einer unserer ersten Wahlen zuriefen. Das war am 7. Mai 1989.

Es standen nur die Kandidaten der nationalen Front zur Wahl. Wenn man irgendeinen Kandidaten ankreuzte und den Wahlzettel in die Urne warf, war es eine Ja-Stimme für die Regierung. Wenn man keinen Kandidaten ankreuzte und den Wahlzettel in die Urne warf, war es eine Ja-Stimme für die Regierung. Wenn man einen Kandidaten durchstrich und den Wahlzettel in die Urne warf, war es eine Ja-Stimme für die Regierung.

Es heißt doch Wahl, wie konnte man damals gegen die Regierung stimmen? Genau hier kommt die Losung „Mit Bleistift und Lineal gehen wir zur Wahl.“ ins Spiel.

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Eine Stimme wurde nur dann als Nein-Stimme gezählt, wenn alle Kandidaten auf dem Wahlzettel sauber und waagerecht durchgestrichen wurden.

Ich habe alle Kandidaten mit dem Lineal fein säuberlich durchgestrichen. Am Abend saßen wir aufgeregt vor dem Fernseher und erfuhren, dass es uns nur 1,15% der Wähler gleich getan hatten. Komisch, wir kannten schon so viele, die mit Bleistift und Lineal zur Wahl gegangen sind und das sollen nur 1,15% gewesen sein? Ihr kennt die Geschichte. Der Staat, in dem dies passierte, ist Geschichte.

Jeder sollte eine politische Überzeugung haben und sollte dafür eintreten. Wie zu jeder vorausgegangenen Wahl gehe ich auch heute zur Wahl. Zum Glück muss ich weder Bleistift noch Lineal mitnehmen.

Bitte bleibt neugierig :-).