9.11. – Mauerfall 29 Jahre später

Mauerfall. Friedliche Revolution. Ein Meilenstein unserer Geschichte. Wir sind dankbar, dass ein so bedeutender Wandel ohne Einsatz von Militär stattfand.

An der konsequenten Grenzsicherung war der Ernst der politischen Lage ablesbar. Hin und wieder sehen wir Reste. Natürlich machen wir Fotos.

Es gab an der innerdeutschen Grenze Beobachtungstürme. In der DDR waren die Kurzbezeichnungen ganz oft von den Anfangsbuchstaben der Objekte abgeleitet. Für Beobachtungsturm wurde also BT verwendet. War der Turm dann noch 11 Meter hoch, so hieß er BT11. Foto? Gerne.

Im Inneren waren mehrere versetzte Plattformen eingezogen, die die Grenzsoldaten per Leiter erreichten.

Vor zwei Wochen stießen wir, versteckt hinter vielen Brombeerdornen, auf einen alten BT9.

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Neben den einfachen Beobachtungstürmen gab es die Führungsstellen. Sie hatten eine Grundfläche von ca. 4×4 Metern.

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Von den ca. 10 Meter hohen Führungsstellen wurden die Posten und die elektronischen Sicherungsanlagen eines Grenzabschnittes beaufsichtigt. Grenztürme, die mitten in Deutschland standen, sind nur noch „lost places“. Gut so!

Bitte bleibt neugierig.

zum Beitrag Mauerfall 28 Jahre später

Erdbebenwogenschutzmauer

Auf dem Weg nach Shizuoka radelten wir viele Kilometer am Pazifik entlang. Toll sieht er aus.

Da können wir unserer Japanwunschliste eine weitere Erledigung hinzufügen.

7. Wir baden im Pazifik.

Schon klar, das hätte noch nicht als Wunscherfüllung gezählt. Wir haben uns natürlich noch ausgezogen und an den Strand gesetzt und uns von den auslaufenden Wellen erreichen lassen. Tiefer reingehen wäre bei diesen Wellen lebensgefährlich.

Bisher haben wir nie einen Japaner im Freien baden sehen. Es ist hier auch nicht die liebliche Ostsee. Vor Yokohama ändert sich aber das Bild. Dort sind Tausende im Wasser und auch wir ließen uns zu faulem Treiben im Stillen Ozean verleiten.

Ob wir bei Gefahr von so einem Baywatch-Team aus David Hasselhoff und Pamela Anderson gerettet werden? Ach, da bringen wir was durcheinander.

Auf dem Boden finden wir solche Piktogramme.

Offensichtlich ist es sehr wichtig zu wissen, wie man vom Strand weg kommt. Oder hier:

Vermutlich steht auf dem Schild: „Wir bauen für Ihre Sicherheit die neue viele 1000 Kilometer lange Tsunamischutzmauer … von 8 bis 17 Uhr.“

Das deutsche Wort Erdbebenwoge für Tsunami, finden wir sehr aussagestark. Bei Tsunami können wir die Fremdwortnutzung gut verstehen. Bei manch anderen Worten nicht, aber das wäre ein anderes Thema.

Gerade sind wir am Kernkraftwerk Hamaoka vorbeigeradelt. Es liegt, wie auch das Unglückskraftwerk Fukushima, direkt am Pazifik. Aktuell ist das Kraftwerk abgeschaltet, es liegen aber Anträge für das Wiederanfahren einiger Kernreaktoren vor. Hoffentlich reicht dann, im Fall der Fälle, die Erdbebenwogenschutzmauer.

Als Laien schätzen wir, dass Japan bei seiner geografischen Lage gut auf Kernkraft verzichten können müsste. Wir sehen und spüren gigantische Mengen an thermischer Energie. Da muss doch was draus zu machen sein. Man könnte auch sehr viel auf der Energieverbraucherseite tun, aber dazu vielleicht in einem anderen Beitrag mehr.

Bitte bleibt neugierig.

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