Es ist wieder einmal an der Zeit, ein weiteres Kapitel unserer „unendlichen Rundfahrt“ (Idee Guter Bubi) aufzuschlagen. Dabei besuchen wir Bismarcktürme mit dem Fahrrad. In diesem Kapitel zeigen wir euch unseren 36. Bismarckturm.
Der Bismarckturm Viersen befindet sich auf dem höchsten Punkt im Waldgebiet „Hoher Busch“ im Westen von Viersen. Er ist nach „Aachen“ der am weitesten im Westen liegende Bismarckturm.
Unweit des Bismarckturms, östlich von Venlo und westlich der B 122 fanden wir Hangerreste des ehemaligen Fliegerhosts Venlo.
Bis zu 100 Flugzeuge waren während des Zweiten Weltkrieges auf dem Venloer Fliegerhorst stationiert, darunter waren auch die Me 163, die ersten Düsenflieger mit Strahlantrieb.
Wie weit ist der nächste Bismarckturm von eurem zu Hause entfernt?
Wir haben schon wieder August und in einigen Bundesländern gehen die Ferien zu Ende.
Schön, dass einige von euch wieder Grenzen überradelt haben. Natürlich sind unsere Nachbarn die leichtesten Ziele. „Hallo Lissa, hallo Joas, Kettenpeitscher, schön, dass ihr Tschechien besucht habt.“
Tschechien – Lissa
Wir waren bei unserem Nachbarn in Belgien. Lissa hat noch ein Nachbarland abgehakt und einen Abstecher nach Italien gemacht.
Takeshi ist in weiter entfernte Länder geradelt, um neue „Länderpunkte“ zu erhalten. Cool.
Und was ist mit unserem „Leader“? Jesko hat die Führung ausgebaut. Aber auch Rudi hat mit seinem Besuch in Slowenien den Abstand nicht größer werden lassen.
Ihr Lieben, vielen Dank für eure Fotos. Wir wünschen euch und allen, die noch nicht dabei sind, noch einen tollen Sommer und ganz viele tolle Erlebnisse beim Radeln.
Und falls ihr mal eine Grenze überradelt, vielleicht habt ihr ja ein Foto für uns (Spielregel hier). Liebe Grüße.
Nach einer Quelle vom Wildtierschutz e.V. gab es 2023 in Deutschland 1339 Wölfe. Das sind ziemlich viele. Hier ist unweit von Dessau wieder ein Warnschild.
Am Tag 9 denken wir erstmals an unseren Heimweg. Paris wäre für uns ein realistisches Ziel. Paris liegt auch in der Richtung von Santiago de Compostela.
Aber, wir sind dieses Jahr schon mit Fahrrädern geflogen und wollen mit dem Zug fahren. Leider fanden wir in der App „SNCF Connect“ oder anderen Buchungsportalen keine Möglichkeit, akzeptabel Zugtickets mit Fahrradmitnahme zu buchen.
Das beeinflusst die weitere Planung. Ab Amsterdam buchen wir uns zwei „Super Sparpreis Europa Tickets“. Damit haben wir den Fahrradheimtransport abgesichert. Wir radeln von Namur nach Charleroi an der Sambre entlang.
Wir „pilgern“ nur noch bis Charleroi. In der dortigen Kathedrale warten wir bis der Pfarrer die Abendandacht beendet hat und fragen ihn nach einem Stempel.
Der Pfarrer hat den Stempel bei sich zu Hause, wohnt aber gleich in der Nachbarschaft. So sitzen wir kurze Zeit später bei ihm in der Küche und er stempelt für dieses Jahr den letzten Stempel in unseren Pilgerpass.
Die tollen Gespräche in der Pilgerherberge von Veltheim mit Sepp vom ersten Tag erscheinen uns schon ewig lange her. Seit dem hatten wir Regen. Wir hatten Hitze. Wir hatten Höhenmeter.
Geht oder fahrt einfach mal los. Wir haben es nicht bereut. … und vielleicht radeln wir irgendwann auch noch den Rest bis Santiago.
Wir radeln immer weiter und kommen in die Niederlande. Limburg heißt uns willkommen und Roermond ist heute unser Ziel.
„Oh, hier sind die Unterkünfte aber teuer. Warum?“ „Ach so, in Maastricht, gleich um die Ecke, spielt André Rieu auf dem Marktplatz seine Sommerkonzerte und das treibt die Preise nach oben.“
Wir sind in Roermond. Auch hier ist auf den Plätzen Musik und Sommerfeststimmung. Wir fragen im Münster nach einer Pilgerunterkunft. Ja, so etwas gibt es. Wir sollten in der Kathedrale nachfragen. Auf zur Kathedrale.
In der Kathedrale sagten uns die Damen am Informationsschalter, dass es im Keller des Doms ein Refugio für Pilger gibt. Die Schlüssel müssten wir uns in einem Hotel holen. Wir radelten also zu dem Hotel und im Tausch gegen unseren Pilgerpass gibt es Schlüssel.
Durch eine Extrapforte erkunden wir unser Refugio.
Sechs Pilger könnten hier auf Schrankbetten schlafen. Wir haben Glück und müssen nicht teilen. Besser geht es gar nicht.
Übrigens besitzt die Kathedrale von Roermond eine Armreliquie vom Apostel Jakob dem Älteren. Wir sind immer noch auf dem richtigen Weg.
Zwei Smartphones und ein Tablet waren auf unserer Pilgertour dabei. Sie halfen beim Navigieren und beim Kommunizieren. Das ist einfach und effektiv.
„Gucke mal, da sind zwei Stationen von „des Kaisers Handy“!“
Wir entdeckten die Stationen 32 -„Auf der Findstelle“ bei Oeynhausen und 33 – Rehberg, bei Altenbeken.
Toll wie die Preußen zwischen 1833 und 1849 mit ihren Provinzen kommuniziert haben. Sechs Stunden dauerte die Übertragung einer „Kurznachricht“ per Winkelementen zwischen Berlin und Koblenz. Das war damals superschnell. Dafür brauchte es die optische Telegrafenlinie.
Eine andere Art der Kommunikation sind die mündlichen Empfehlungen denen wir folgten. An unserer ersten Pilgerherberge erhielten wir die Empfehlung im koptischen Kloster Brenkhausen zu nächtigen. Das war ein Supertipp.
Im Zisterzienserkloster Stiepel bei Bochum empfahl uns Gästepater Nikodemus die Franzikanerschwestern im Kloster Mariae Heimsuchung in Krefeld. So radelten wir nach Krefeld und durften Schwester Alfonsa schöne Grüße ausrichten.
Diese Art der Mundpropaganda haben so bisher nur in Kuba erlebt.
Kommunikation ist wichtig und macht alles besser, auch unsere Pilgertour. Falls ihr Nikodemus oder Alfonsa trefft, richtet bitte Grüße von uns aus.
Auf unserer Pilgertour entlang des Braunschweiger Jakobsweges lernten wir wieder viel Neues. Heute: Wo war ursprünglich Sachsen?
Historisch siedelte das Volk der Sachsen im Osten der heutigen Niederlande, in Niedersachsen und in Westfalen, also gar nicht in dem Gebiet, welches wir heute als Sachsen kennen. Im heutigen Sachsen siedelten die alten Sachsen nie, nur der Name wurde dorthin vergeben.
Klöster, so wie das Kloster Corvey, hatten die Aufgabe, die Missionierung der Sachsen auf der anderen Seite der Weser voran zu treiben. Natürlich haben wir uns in diesem UNESCO- Weltkulturerbe einen Stempel geholt.
Übernachtet haben wir dann ein paar Kilometer weiter beim koptischen Kloster in Brenkhausen. Das fühlte sich an, wie ein Ausflug nach „Ägypten“. Wir bekamen eine Führung durch das Kloster inclusive einer Geschichtsvorlesung über die letzten 2000 Jahre ägyptischer Geschichte.
Wir wussten noch nicht, wo oder was wir zum Abendbrot essen. Kein Problem, sofort standen zwei große Teller mit Reis und Fisch im Refektorium für uns auf dem Tisch.
Am nächsten Morgen gab es ein „kaiserliches“ Frühstück, welches wir mit Bischof Anba Damian und Bischof Discorus, dem zweiten koptischen Bischoff in Deutschland sowie zwei weiteren Gästen einnahmen. Im Garten hörten wir von Bischoff Damian noch einmal die Geschichte vom heiligen Mauritius. Schließlich heißt das Kloster in Brenkhausen genauso nach ihm, wie auch unser Dom in Magdeburg.
Voll mit ganz vielen neuen Eindrücken schlossen wir so unseren Braunschweiger Jakobspilgerweg ab und radelten voller Neugierde durch Westfalen weiter nach Westen.