Die Sache mit dem Kettle Valley Railway Trail

„Ja Schatz, wenn wir zum Myra Canyon mit dem Kettle Valley Railway Trail wollen, müssen wir jetzt rechts in den Waldweg abbiegen und 8 Kilometer und ca. 700 Höhenmeter fahren, wohl eher schieben.“

Kurz nach Mittag waren wir auf dem spektakulärsten Stück des Kettle Valley Railway Trail (KVR). Auf einem 12 Kilometer langen Stück reihen sich 18 Tressles und zwei Tunnel aneinander.

Tressles sind Holzgerüstbrücken. Was für eine Leistung, die so in den Berg zu bauen? Großartig.

Kommt aber bitte nicht auf die Idee mit normalen Rädern den KVR bis Princeton zu fahren. Die Steine und Felsen sind auf diesem Abschnitt so groß, dass der Weg nur etwas für „Fatbikes“ ist.

Es war Zeit für die zweite Panne der Tour. Frau Traumradlerin hat mein Tun bei unserer ersten Panne dokumentiert. Da war das Licht einfach besser.

Wir haben je zwei Ersatzschläuche und Flickzeug dabei. Wenn Luft entweicht, wechsle ich sofort den Schlauch. Haben wir nur noch zwei intakten Ersatzschläuchen, flicke ich abends im Hotel die defekten Schläuche. Die kommen dann auch schon mal zum Test, ob sie Luft halten, auf den Bügel.

Heute haben wir in der Tierlotterie einen Chipmunk gewonnen. Hallo Chipmunk.

Morgen geht es weiter in Richtung Vancouver und wir werden mit einem kanadischen Pickup fahren.

Bitte bleibt neugierig.

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Statistik:
Tageskilometer Tag 13: 97
Tageshöhenmeter Tag 12: 1220
Gesamtkilometer: 1206
Spenden: 120,60 Euro

Die Sache mit den Elchen

Wir haben im Falkland Motel geschlafen. Als es aufgehört hat zu regnen ging es in den Saloon.

Alle Gäste kommen hier mit riesigen Pickups. Die Männer tragen Bärte wie die von ZZ Top und für die nächste Stampede ist auch schon alles vorbereitet. Es ist sehr urig hier.

 

Wir wurden öfters gefragt, ob wir schon Elche gesehen hätten. Dann wurde uns erklärt, dass man in, bei und um Jasper ganz oft und einfach Elche sehen kann.

Dort hatten wir dann ja auch diese Schönheit getroffen.

Und den männlichen Teil trafen wir auch.

Für uns waren das keine Elche. Dann sahen wir im Regen an einem Strommast dieses Plakat.

Kann ich noch mal die Kühe im Vergleich sehen?

 

Ok, wir haben Elche gesehen, aber eben Elche nach amerikanischem Verständnis. Die amerikanischen Elche heißen bei uns Wapiti und die Elche nach unserem Verständnis heißen in Nordamerika offensichtlich nicht Elch sondern Moose. Das wäre dann auch geklärt.

Machen wir!

Morgen wollen wir auf den Kettle Valley Trail. Wir sind gespannt. Bitte bleibt neugierig.

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Am 12. Tag ging es von Falkland nach Kelowna.

Statistik:
Tageskilometer Tag 12: 97
Tageshöhenmeter Tag 12: 600
Gesamtkilometer: 1109
Spenden: 110,90 Euro

Die Sache mit der Uhrzeit

Kanada ist ein großes Land. Es erstreckt sich über sechs Zeitzonen, wobei eine Zeitzone nur eine halbe ist. Die Newfoundland Time ist 3 Stunden und 30 Minuten zur Greenwich Time versetzt. Bitte verstellen Sie Ihre Uhr um 30 Minuten! Dass es so etwas gibt?

Wir radeln in zwei Zeitzonen. Alberta hat die Mountain Time, 7 Stunden früher als Greenwich Time und British Columbia hat die Pacific Time, 8 Stunden früher als Greenwich Time.

Am Eingang zum Robson Nationalpark, am „Yellowhead Pass“ verließen wir Alberta und radelten nach British Columbia.

Schilder am Straßenrand sagten uns, dass wir an der Uhr drehen müssen.

Wir überschritten aber nicht nur eine Zeitzone, sondern auch die „Great Divide“. Die „Great Divide“ ist die große Wasserscheide zwischen dem Pazifischen und dem Atlantischen Ozean. Für die Wanderfreunde unter euch, es gibt auch einen „Great Divide Trail“. Dieser Trail führt durch die Wildnis, ist 1.130 Kilometer lang und kreuzt die „Great Divide“ mehr als 30 mal. Das ist mit unseren Fahrradklickschuhen aber gerade nicht unser Konzept.

Ab jetzt fließen alle Flüsse in den Pazifik. Frau Traumradlerin überprüft das mal am Fraser River.

Der Yellowhead Pass ist mit seinen 1.133 Höhenmetern eine der niedrigsten Querungen der Rockies und der „Great Divide“. Seinen Namen soll er von einem blonden Pelzhändler haben. Der blonde Pelzhändler schaut uns übrigens auch von den Schildern zum Highway 16 an.

Man gewöhnt sich an die Symbolik der Highway-Schilder und freut sich, wenn man bekannte Straßen wieder trifft. Hi, Yellowhead!

Wie war das noch mal mit den Elchen?

Bitte bleibt neugierig.

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Wir radelten übrigens am 11. Tag von Kamloops nach Falkland.

Statistik:
Tageskilometer Tag 11: 75
Tageshöhenmeter Tag 11: 1010
Gesamtkilometer: 1012
Spenden: 101,20 Euro

Die Sache mit der Reiseplanung

Wie planen und organisieren wir eigentlich unsere Sommerradtouren?

1. ein gemeinsames Ziel finden
2. Flüge buche
3. Feinplanung
4. technische Unterstützung

Die Reisezeit ist durch den Job von Frau Traumradlerin relativ definiert. Es muss der Monat Juli sein. Somit ist das Ziel die zu findende Variable.

Es war ein dunkler, nasskalter Januartag. Die Weihnachtsdeko war gerade wieder in ihre Kartons verschwunden, da schafften wir es, Konsenz über unser Jahresurlaubsziel 2019 herzustellen. Das ist manchmal gar nicht leicht.

Im letzten Jahr war es in Japan heiß, teilweise extrem heiß. So sollte es dieses Jahr etwas frischer sein. Sommer und „etwas frischer“, da kommen auf der Nordhalbkugel Skandinavien, die nördlichen Weiten Russlands, eine Reihe von Inseln und Nordamerika in Betracht.

Unabhängig voneinander haben wir beide Ziele in Kanada für gut befunden.

„Gucke mal, da hat jemand im „Gesichtsbuch“ Bilder vom Icefields Parkway gepostet. Sind die nicht super? Auf dieser Straße, die scheinbar unendlich ist, möchte ich auch mal radeln.“

„Und gucke mal, ich habe hier ein Video, da radelt jemand über die 18 Brücken des Kettle Valley Rail Trail.“ Nicht erschrecken, jetzt kommt mein unprofessionelles Handyvideo.

Damit war Kanada als Reiseziel klar. (1. erledigt)

Im zweiten Schritt buchten wir noch im Januar die Flüge. Calgary lag für unsere Ziele günstig. Die KLM war vom Preis her ok und erschien uns mit ihren Gepäckbestimmungen in der Lage, unsere Fahrräder zu transportieren. (2. erledigt)

Viele Abende, bestimmt einen Monat, brachte Frau Traumradlerin abends vor dem Schlafen damit zu, die zwei muss-Ziele (Icefields Parkway und Kettle Valley Rail Trail) mit einer Route gut zu verknüpfen. Dabei entstanden zwei A4- Blätter mit Orten, in denen wir Unterkünfte buchen können und die ungefähr 100 Kilometer auseinander liegen. (3. erledigt)

Wenn die Orte mit Unterkünften klar sind, geben wir unsere Wegpunkte in Google Maps ein und generieren uns eine Route. Die sieht dann so aus.

Herr Traumradler spielt dann diese Route auf unsere „Garmins“. Dazu haben wir hier schon mal einen Beitrag geschrieben: Wie kann ich eine Route von Google-Maps auf mein Navi oder in eine andere Software importieren?

Wir dürfen nicht vergessen eine OSM-Karte (open source map) von unserem Urlaubsland auf unser Garmin zu laden. OSM-Karten sind frei verfügbar und kostenlos. Hier in Kanada (großes Land) habe ich zwei Karten geladen (Alberta und British Columbia) (4. erledigt)

Wenn wir alles richtig gemacht haben, schalten wir nach dem Landen unsere Garmin ein. Auf dem Display sehen wir die Karte von Alberta. In dieser Karte beginnt eine hellblaue Linie am Airport von Calgary, unsere geplante Route. Wir können sofort losnavigieren. Das ist sehr komfortabel.

Das ist die Planung, aber natürlich ist das Leben vielfältiger. Wir weichen gerne von den geplanten Routen ab. Da sagt zum Beispiel ein Fährmann „Nehmt doch die Fähre in McLure. Sie ist kostenlos und auf der anderen Seite ist weniger Verkehr.“ Was machen wir dann? Wir nehmen die Fähre in McLure.

Oft ist das ein Umweg, der dann mit mehr Höhenmetern verbunden ist, aber dafür sind wir ja hier. Und irgendwann treffen wir auch wieder unsere in Magdeburg geplante hellblaue Linie wieder.

Mit der Fähre von McLure setzten wir am 9. Tag über den North Tompson River. Wir waren auf dem Weg von Clearwater nach Kamloops.

Bitte bleibt neugierig.

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Statistik:
Tageskilometer Tag 9 und 10: 243
Tageshöhenmeter Tag 9 und 10: 1340
Gesamtkilometer: 937
Spenden: 93,70 Euro

Die Sache mit den Bärenglöckchen

Also, wir haben uns ja total gut auf die Treffen mit den Bären vorbereitet. Unsere Tochter kennt sich mit allem gut aus und hat uns eine Bärenglöckchen geschenkt.

Nun wissen wir aber gar nicht, was wir mit dem Glöckchen machen sollen. Der Ernstfall, ein Vierzentnerbär kommt langsam auf uns zu.

Wir rätseln, sollen wir …

a) … das Glöckchen mit einem gekonnten Curvewurf dem Vierzentnerbären an die Kniescheibe des rechten hinteren Beines werfen? Der Bär ist davon so verstört, dass er Vegetarier wird und uns nichts tut.

b) … mit dem Glöckchen eine Melodie, wie „Kam ein kleiner Teddybär aus dem Spielzeugland daher und sein Fell war wuschelweich, alle Kinder riefen gleich, Bummi, Bummi, …“ bimmeln? Der Vierzentnerbär erinnert sich an seine Kindheit und geht spielen.

c) … das Glöckchen schnell verschlucken, weil so ein Bär kein bimmelndes Mittagessen mag?

Wir wissen es echt nicht. … und dann brummt doch der Bär böse und schnauft.

Verdammt und wir haben echt nur Sportzeug kurz an. Gleich springt er auf uns zu. Er duckt sich schon …

Wir bimmeln kurz …

… erklären ihm, dass wir nur Radfahrer sind. Das findet er total cool und fragt, ob wir nicht ein paar Fotos machen wollen. Das hätten wir beinahe vergessen. So ein netter Bär.

Habt ihr schon mal einen Bären in freier Wildbahn gesehen?

Das war jetzt genug Aufregung für uns. Wir fahren noch etwas Fahrrad und zwar von Tete Jaune Cache nach Blueriver.

Bitte bleibt neugierig.

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Statistik:
Tageskilometer Tag 8: 115
Tageshöhenmeter Tag 8: 500
Gesamtkilometer: 694
Spenden: 69,40 Euro

Die Sache mit den Bären

Also, in Alberta und British Columbia dreht sich ganz viel um Bären. Es gibt Denkmale mit Bären.

Es gibt Elektromatten, so richtig mit Strom und Schlag und so. Rad- und Autofahrer müssen darüber fahren. Bitte nur nicht den Fuß absetzen.

Alle Mülltonnen sind mit einem bärensicheren und gelegentlich auch Traumradler sicheren Verschluss gesichert.

Ok, das ist viel Marketing, aber gibt es denn die Bären wirklich? Wir wollen auch einen Bären sehen.

Dahinten stehen ganz viele Pickups am Straßenrand. Ob da ein Bär ist? Ach nein, da ist ein Columbian Ground Squirrel, ein Columbian Ziesel oder halt Erdhörnchen.

Ein paar Meter weiter kam während das Fotoshootings die Mutter aus dem Bau und stieß hohe Pfeiflaute aus. Unser Model antwortete, rannte aber nicht weg. Der Kleine ist doch ganz süß, oder?

Hey, dahinten bewegt sich was. Das könnte ein Bär sein.

Tatsächlich, ein Bär. Dieser Kumpel ließ uns keine besseren Fotos machen. Nun wissen wir aber, worauf wir achten müssen und halten die Augen offen. Es gibt bestimmt noch bessere Fotos. Versprochen.

Bitte bleibt neugierig.

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Wir sind von Jasper nach Tete Jaune Cache geradelt.

Statistik:
Tageskilometer Tag 7: 106
Tageshöhenmeter Tag 7: 450
Gesamtkilometer: 579
Spenden: 57,90 Euro

Icefields Parkway #2

„Schatz, haben wir eigentlich Winterreifen drauf?“
„Nein.“
„Schatz, haben wir Schneeketten eingepackt?“
„Nein. Wieso fragst du denn im Sommer solche Sachen?“
„Ach, war nur so ein Gedanke.“

Wir schlafen in Saskatchewan River Crossing am Saskatchewan River. Auch hier ist wieder „Landschaft“.

Für eine Übernachtung gäbe auch keine andere Möglichkeit. Beim Frühstück bekamen wir dann noch einen tollen Tipp. An der zweiten Parkfläche hinter der Kurve, neben dem Berg ist ein nicht ausgeschilderter schöner Wasserfall.

Wir haben ihn gefunden. Danke, liebe Franziska für den Tipp.

Langsam und gemächlich klettern wir wieder auf über 2.000 Höhenmeter. Da kann man Gletscher gucken.

Auf der einen Seite wird der Gletscher Jahr für Jahr kleiner. Auf der anderen Seite fahren die Kanadier mit Bussen und LKW die Touristen auf dem Gletscher spazieren. Das ist verrückt. Wir verzichteten auf das Herumlaufen auf dem Gletscher und bewegten uns muskelgetrieben talwärts zu den Sunwapta Falls und nach Jasper.

Ob wir wohl Bären gesehen haben?

Bitte bleibt neugierig.

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zum Beitrag Icefields Parkway #1

Statistik:
Tageskilometer Tag 5 und 6: 175
Tageshöhenmeter Tag 5 und 6: 1.900
Gesamtkilometer: 473
Spenden: 47,30 Euro