In und rund um Halberstadt gibt es die Wanderstempelrunde „Im Schatten der Hexen“. Blutrote Stempelkästen an Schauplätzen der Romane von Kathrin R. Hotowetz enthalten wunderschöne Stempel.
An der Geistmühle fanden wir unseren ersten Stempelkasten des Tage.
Nur 1,5 Kilometer entfernt erreichten wir die St. Laurentius Kirche. Sie wurde 1993 nach ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg in der Fernsehshow „Mach dich ran“ in nur 60 Stunden wiederaufgebaut.
St. Laurentius Kirche
Der Wassertortum war unsere nächste Station.
Wassertorturm
Am Burchardi Kloster lachte uns die Sonne und wir drückten heute den vierten Stempel in unser Stempelheft.
Burchardi Kloster
Seit dem 5. September 2001 wird hier im Burchardikloster das längste Musikstück der Welt aufgeführt. Für einen Besuch ist noch genügend Zeit, denn es endet erst im Jahr 2640 nach 639 Jahren.
Unsere Hexenstempelrunde hat Spaß gemacht. Es gibt viel zu entdecken und wir empfehlen die Tour.
Es ist toll, wenn man die Geschichte eines Namens für einen Platz seit dem 16. Jahrhundert nachvollziehen kann. Kein Name, kein System hält eine Ewigkeit.
Vielen Dank Andreas für das Foto aus Frankfurt am Main. Kennt ihr in eurer Heimat auch „Namensevolutionen“?
In China gibt es zwei Sonderverwaltungszonen, Hongkong und Macau. Wir haben diese beiden tollen Städte besucht. Hongkong und Macau sind durch die „Hong Kong–Zhuhai–Macau Bridge“, einem 55 Kilometer langen Brücken-Tunnelsystem, miteinander verbunden.
Hong Kong–Zhuhai–Macau Bridge
In Hongkong gilt das britische Recht.
Blick vom Victoria PeakStar FerryVictoria Harbour
In Macau gilt das portugisische Zivilrechtssystem. Macau gilt als Las Vegas des Ostens.
Wir waren noch nie in Las Vegas. Uns fehlt der Vergleich. Wir glauben aber, dass Macau mit Las Vegas in Bezug auf das Glücksspiel auf Augenhöhe ist. Hat da jemand Erfahrungen?
China hat uns beeindruckt. Auf der negativen Seite stellten wir fest, die „Große Firewall“ in „Mainland-China“ funktioniert. Wir konnten trotz VPN viele westliche Internetdienste nicht nutzen.
Wir spürten im Land großen Stolz und positive Stimmung. Vermutlich liegt das an den erfolgreichen Projekten, die das Land umsetzt. Beispiele sind intelligente und ökologische Energiepolitik, erfolgreiche Infrastrukturentwicklung oder Weltraumforschung. Außerdem steigt statistisch der Wohlstand der Menschen sehr stark.
Ngong Ping 360° Cable Car
Die Ngong Ping 360° Seilbahn hat eine beeindruckende Länge von 5.700 Metern und ermöglicht einen tollen Blick auf den Hongkong International Airport.
Von 2004 bis 2007 war der „Taipei 101“ das höchste Gebäude der Welt. Wie ein gigantischer Bambus ragt der Büroturm mit 508 Metern über Taipeh, der Hauptstadt der Republik China.
Der Wolkenkratzer mit 101 Etagen steht in einem Gebiet, das ständig von Erdbeben und Wirbelstürmen bedroht ist. Er wurde so konstruiert, dass er diesen Gefahren widerstehen kann. Eine 660 Tonnen schwere Kugel, die oben auf dem Turm zwischen dem 87. und 92. Stockwerk montiert ist, dient als abgestimmte Dämpfungsmasse.
Kugel, 660 Tonnen
Die Kugel besteht aus 41 flachen, scharfkantigen Scheiben. Sie hängt an 16 oberarmdicken Stahltrossen, umfasst durch ein mehrstöckiges Balustradenrund.
Dämpfungsmasse oben im Wolkenkratzer
Was kann eine Kugel mit einem Durchmesser von 5,50 Metern gegen Stürme und Erdbeben ausrichten? Sie pendelt gegen die Erschütterungen, absorbiert Energie und balanciert das Gebäude aus. Genial.
Neben dem Teipei 101 sind der Shanghai Tower (China), das One World Trade Center (New York, USA), die Petronas Twin Towers (Malaysia), das John Hancock Center (Chicago, USA) oder der Landmark Tower (Yokohama, Japan) bekannte Beispiele für den Einsatz von Tilgungspendeln.
Das Yangtze-Kreuzfahrtschiff Victoria Anna fährt uns zu diversen Sehenswürdigkeiten und durch die „Drei Schluchten“: Qutang-Schlucht, Wu-Schlucht und Xiling-Schlucht (Karte unten). Die Wu-Schlucht hat es sogar auf den 10 Yuan-Schein geschafft.
Neben zwei Polen, zwei Schweizern, einer Engländerin und einem Australier sind wir unter den ca. 200 Gästen die einzigen „Langnasen“ an Bord.
Der Dreischluchtenstaudamm in China ist das weltweit größte Wasserkraftwerk.
Sicht von der angestauten Seite
Das Kraftwerk besitzt eine installierte Leistung von 22,5 Gigawatt (GW). Das entspricht einer Stromproduktion von rund 100 Terawattstunden (TWh) pro Jahr, abhängig von den Wasserverhältnissen.
Zum Vergleich: ein mittleres Atomkraftwerk hat eine Leistung zwischen 1 und 1,5 GW. Ein einzelnes Atomkraftwerk dieser Größe erzeugt etwa 8 bis 12 TWh pro Jahr, wiederum abhängig von der Laufzeit und der Effizienz. Der Dreischluchtenstaudamm erzeugt somit die Leistung von 10 bis 20 durchschnittlichen Atomkraftwerken.
Doppelschleuse für die Schiffahrt
Stolz berichtet unser Guide, dass in Peking durch den Damm sämtliche Kohlekraftwerke abgeschaltet werden konnten. Das Smogproblem von Peking wäre somit gelöst. Wir können das für unseren Besuch jedenfalls bestätigen.
Offensiv verkündete unser Guide, dass China auf gutem Weg ist, die Klimaschutzziele von Paris im Jahr 2050 zu erfüllen. Auch wollen sie die teuren Turbinen und Rolltreppen von Siemens Energy und Thyssen-Krupp nicht mehr kaufen. Wer hätte das gedacht?
In Yichang gehen die vier Tage Yangtze-Kreuzfahrt, eine tolle Zeit, zu Ende. Heute Abend fliegen wir nach Shenzhen.
Mit Chongqing haben wir uns vor unserer Chinatour noch nie beschäftigt. Chongqing liegt ca. 1.500 Kilometer südwestlich von Peking. Wir fliegen dorthin mit dem Flugzeug und fahren mit der Bahn in das Stadtzentrum. Die Größe der Stadt, die zwischen 7 und 30 Millionen Einwohner zählt, überrascht uns.
Da ist Chaotianmen Pier 8 und da liegt auch unser Schiff, die Victoria Anna.
Wir werden die nächsten vier Tage Pauschaltouristen sein. Wir machen eine Kreuzfahrt auf dem Yangtze. Es wird unsere erste Kreuzfahrt im Leben sein.
In diesem Moment sind wir aber total übermüdet, so dass wir direkt nach Bezug unserer Kabine einschlafen. Als wir gut eine Stunde später wach werden, ist es dunkel und Chongqing überwältigt uns erneut mit seiner beleuchteten Skyline.
Gegen 22 Uhr laufen wir aus und werden ca. 600 Kilometer den Yangtze, den drittgrößten Fluss der Welt, flussabwärts fahren. Wir freuen uns darauf.
Am Montag, unserem dritten Tag in Peking fahren wir mit der U-Bahn zum Neuen Sommerpalast in Peking. Das U-Bahnsystem funktioniert. Es ist gut verständlich und günstig. Wir bezahlen 5 Yuan (ca. 65 Cent für ein Ticket). Das Onlinebezahlsystem Alipay funktioniert tadellos. Als wir aus der U-Bahnstation Beigongmen der Linie 4 treten und uns umsehen, spricht uns Damon, ein chinesischer Informatikstudent an, ob er uns helfen könne.
Wir bejahen und kurzerhand schließt er sich uns an und wir erkunden gemeinsam eine knappe Stunde die großartigen Gärten, die ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.
An unserem vierten und letzten Tag in Peking feiert die VR-China ihr 75-jähriges Bestehen. Wir waren noch nicht auf dem Tian’anman Platz. Also reihten wir uns in die Reihe sehr vieler Tausend Chinesen ein.
Bei der Sicherheitskontrolle wurden natürlich unsere Rucksäcke geröntgt. Im Anschluss wurden wir eindringlich und auch unabhängig voneinander gefragt, ob wir Fahnen dabei hätten. Es ist den Chinesen offensichtlich sehr wichtig, dass an ihrem Feiertag, keine anderen Fahnen, als ihre eigene gezeigt wird. „Nein, wir haben keine Fahnen dabei.“
Schließlich schafften es auf den Platz des himmlischen Friedens.
Ein Weltkulturerbe geht noch, hier ist der Himmelstempel in Peking.
Zum Abend fahren wir mit der Metro zum Flughafen Daxing, in dessen Nähe wir schlafen, damit wir morgen nach Chonquing fliegen, wo ein Yangtze-Kreuzfahrtschiff auf uns wartet.