Sorrent, es ist Mittag und wir haben gerade die sehr steile Abfahrt zum Hafen hinter uns gebracht. Wir kaufen für 68 Euro Fährtickets für uns und unsere Fahrräder nach Capri.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Capri für viele Westdeutsche ein Symbol der Sehnsucht nach Freiheit, Lebensfreude und Reiselust. Besonders in den 1950er- und 1960er-Jahren prägten Schlager wie „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ das Bild der Insel als romantisches Traumziel.
Wir haben unsere Übernachtung in Anacapri gebucht. Anacapri liegt auf 275 Höhenmetern. Das heißt, wir strampeln mal wieder ordentlich bergauf.
Auf den Monte Solaro, das ist mit 589 Höhenmetern der höchste Berg auf Capri, fahren wir früh am Morgen mit dem Sessellift. Wir sind so früh, dass wir ganz alleine die Aussicht genießen können.
Blick auf Positano
Wir verlassen Capri in Richtung Positano an der Amalfiküste.
Ständig sehen wir das azurblaue Mittelmeer. Wir werden von Positano auf der Küstenstraße immer am Meer entlang nach Amalfi radeln.
Neapel liegt im Süden Italiens und ist nach Rom und Mailand mit einer Million Einwohnern die drittgrößte Stadt Italiens. Neapel ist die Hauptstadt Kampaniens. Und genau dorthin ging unsere Radtour im April.
Zählt man das Umland von Neapel hinzu, leben in Neapel ca. vier Millionen Menschen. Die Straßen sind voll mit hupenden Autos und gelegentlich ahnt man noch wie die römischen Legionen auf dem selben uralten Pflaster marschierten.
Wir flogen mit EasyJet ab Berlin nach Neapel. Unsere Fahrräder haben wir erstmals in echten Fahrradkoffern verpackt. EasyJet berechnete 61 Euro je Fahrrad und Flug. In Berlin druckten wir die Gepäckanhänger am Automaten aus, klebten sie auf die Koffer und gaben sie am Sperrgutgepäckschalter ab. In Neapel standen die Koffer schon am Gepäckband. Es klappte alles problemlos.
In Neapel nahm der Alibus unsere „großen“ Gepäckstücke ohne Murren mit ins Stadtzentrum.
Wir hatten uns im Palazzo Ferrara für die ersten zwei Tage unserer Tour und für den letzten Tag eingemietet.
Die Fahrradkoffer blieben während unserer Fahrradtour in der Garage des Palazzos.
Als wir am nächsten Tag durch Napoli radelten, sahen wir überall Spuren der Verehrung für Diego Armando Maradona.
Die Verehrung für Maradona in Neapel ist gigantisch, fast schon religiös. Man sieht in ihm einen Heiligen, der die ganze Stadt stolz macht. Es gibt Wandbilder, unzählige Trickotshops oder Altäre. Durch Maradona war es möglich, dass ein Außenseiterclub aus dem armen italienischen Süden Titel gewinnt. Das macht die Menschen in Neapel bis heute stolz.
Warum flogen wir mit den Rädern ausgerechnet nach Neapel? Wir hatten schon viele Jahre eine Einladung von einem Freund. Er wohnt in Pontone, einem Dorf bei Amalfi. Jetzt ist Zeit, diese Einladung anzunehmen. Sorrent, Capri, Positano oder Amalfi machten uns neugierig. Morgen geht es auf den Vesuv.
Diese Woche lernten wir eine uns unbekannte Zeitrechnung kennen. Ab 1922, dem Jahr der Vereidigung von Mussolini in Italien, ersetzten die Italiener die Zeitrechnung nach dem Gregorianischen Kalender durch eine neue Zeitrechnung, die Era Fascista, E.F..
Wir entdeckten an einem Wasserreservoir die Jahreszahl Anno 12 Era Fascista. Das bedeutet Anno 1934. Verrückt.
Wir fanden die Tafel an der Amalfiküste südlich von Neapel. Mehr dazu gibt es hier.
Pilgern liegt im Trend. Man muss dafür nicht unbedingt nach Santiago de Compostella laufen. Heute sammelten wir drei weitere Stempel auf dem 116 Kilometer langen Klosterwanderweges im Harz.
Unser Auto parkten wir im Schatten des Münzberges in Quedlinburg. Die Fahrräder montierten wir und radelten den knappen Kilometer bis zum ehemaligen Marienkloster auf dem Münzberg.
Danach ging es auf dem Klosterwanderweg direkt nach Gernrode zu unserem zweiten Tagesstempel.
Inzwischen hatten wir von Wander- und Feldwegen genug, so dass wir uns für die Straße nach Thale entschieden. Dort wartete am Kloster Wendhusen unser dritter Klosterwanderwegsstempel.
Dann fuhren wir zurück nach Quedlinburg. Die Strecke war ca. 32 Kilometer lang.
Wir waren mit Pausen, ein wenig Geocachen und Klöstergucken vier Stunden unterwegs. Die Tour hat uns sehr gefallen.
In und rund um Halberstadt gibt es die Wanderstempelrunde „Im Schatten der Hexen“. Blutrote Stempelkästen an Schauplätzen der Romane von Kathrin R. Hotowetz enthalten wunderschöne Stempel. Vier Stempelkästen haben wir euch hier schon gezeigt. Auf geht’s zu den nächsten roten Stempelkästen.
Der Halberstädter Domschatz soll der größte Domschatz außerhalb des Vatikans sein. Daher passt es, dass sich ein Stempelkasten in Domnähe, auf dem Gelände eines Seniorenheimes, befindet.
Der Halberstädter Stadtpark ging aus einer Maulbeerbaumplantage für die Seidenraupenzucht hervor. Am Rande das Parks befinden sich das Polizeirevier und ein weiterer Stempelkasten.
Polizei / Stadtpark
Im Stadtzentrum kann man das Wohnhaus der Fabrikantenfamilie Schraube besichtigen. Ein weiterer Stempelkasten lockt.
In Halberstadt ist ein sehr schönes jüdisches Viertel mit schöner Fachwerksubstanz erhalten. Auch hier lohnt ein Blick.
Unsere Hexenstempelrunde hat Spaß gemacht. Es gibt viel zu entdecken. Wir empfehlen die Tour.
Für die nächsten Hexen-Stempelkästen werden das Halberstädter Umland beradeln.
In und rund um Halberstadt gibt es die Wanderstempelrunde „Im Schatten der Hexen“. Blutrote Stempelkästen an Schauplätzen der Romane von Kathrin R. Hotowetz enthalten wunderschöne Stempel.
An der Geistmühle fanden wir unseren ersten Stempelkasten des Tage.
Nur 1,5 Kilometer entfernt erreichten wir die St. Laurentius Kirche. Sie wurde 1993 nach ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg in der Fernsehshow „Mach dich ran“ in nur 60 Stunden wiederaufgebaut.
St. Laurentius Kirche
Der Wassertortum war unsere nächste Station.
Wassertorturm
Am Burchardi Kloster lachte uns die Sonne und wir drückten heute den vierten Stempel in unser Stempelheft.
Burchardi Kloster
Seit dem 5. September 2001 wird hier im Burchardikloster das längste Musikstück der Welt aufgeführt. Für einen Besuch ist noch genügend Zeit, denn es endet erst im Jahr 2640 nach 639 Jahren.
Unsere Hexenstempelrunde hat Spaß gemacht. Es gibt viel zu entdecken und wir empfehlen die Tour.
Es ist toll, wenn man die Geschichte eines Namens für einen Platz seit dem 16. Jahrhundert nachvollziehen kann. Kein Name, kein System hält eine Ewigkeit.
Vielen Dank Andreas für das Foto aus Frankfurt am Main. Kennt ihr in eurer Heimat auch „Namensevolutionen“?
Wir landen Samstag gegen 5 Uhr auf dem Flughafen Peking-Hauptstadt. Wir benötigen ungefähr eine Stunde für den Einreisestempel im Reisepass. Dann geht es mit der Flughafen-U-Bahn zur Station „Dongzhimen“ und dann in das Stadtzentrum. Unsere Rucksäcke geben wir im Hotel ab. Zu Fuß geht es in Richtung verbotene Stadt. Wir sammeln erste Eindrücke.
FC Bayern ist schon daMcDonald’s in China
Gegen 9:30 Uhr machen wir uns auf den Weg zur verbotenen Stadt. Vor deren Eingang sind wir um 10 Uhr zu einem Geocacherevent angemeldet. Für die Gruppe, die wir dort treffen, ist es das Ende ihrer Reise. Wir tauschen uns aus und dann schauen wir uns die verbotene Stadt an.
„Auf dem Gelände befinden sich 890 Paläste mit unzähligen Pavillons mit 8.886 Räumen. Einer Legende nach sollen es eigentlich 9.999½ Räume sein. Der halbe Raum hat symbolischen Charakter. Danach durfte nur der Himmel einen Palast mit 10.000 Räumen besitzen, daher mussten sich die „Söhne des Himmels“ mit 9.999½ zufriedengeben.“ (Quelle 1)
Am Tag 2 organisierten wir uns für 700 Yuan ein Auto, natürlich mit Elektroantrieb und mit Fahrer, dann besuchten die Chinesische Mauer bei Mutianyu.
Zwei von sieben Weltkulturerbestätten in der Region Peking haben wir gesehen. Beide sind groß und beeindrucken. Zwei weitere Weltkulturerbestätten werden wir uns noch anschauen.
Außerdem wird schon Platz für den 75. Geburtstag der VR China geschaffen.
Seit dem 1. Dezember 2023 erlaubt China einseitig Bürgern aus Deutschland und 10 weiteren EU-Staaten für 15 Tage die visafreie Einreise. Inzwischen wurde sie bis zum 31. Dezember 2026 verlängert.
„Das ist super. Wollen wir das nutzen? Wir machen uns ein eigenes Bild von der Volksrepublik.“ – „Ja, das machen wir!“
China ist groß. Deshalb entscheiden wir uns gegen die Mitnahme von Fahrrädern. Wir reisen mit leichtem Gepäck.
1. Wir buchen drei Flüge für uns beide für insgesamt 1853,- Euro bei Hainan. Wir fliegen ab Berlin nach Peking und 15 Tage später fliegen wir von Hongkong via Peking wieder zurück nach Berlin. Damit steht der Reisetermin fest.
Die chinesische Fluggesellschaft fliegt über Russland und damit „nur“ neun Stunden.
2. Wir planen in China die Route: Peking, Xi’An, Chongqing, Yangtze, Yichang, Hongkong, Taipeh (haben wir aus Sorge vor Visaverstoß zusätzlich geplant), Macao und dann die Rückflüge
3. Wir buchen eine 4-Tages-Yangtze-Kreuzfahrt. Wir buchen die ersten drei Übernachtungen in Peking.
4. Wir bereiten unsere Handys für die Chinatour vor und installieren wichtige Apps. Das wäre in China ungleich schwerer oder unmöglich.
5. Im Internet funktioniert die „große chinesische Mauer“. Wir richten uns erstmals ein VPN ein. Nur so haben wir die Chance einige amerikanische Apps in China zu nutzen, von denen es auf unseren Android-Handys nur so wimmelt.
6. Wir kaufen eine eSIM einer Telefongesellschaft aus Hongkong über das Portal von airalo.com für das Handy von Susanne. Ihr Handy ist e-SIM-fähig. Wir hoffen sofort nach Ankunft auf dem Flughafen im Internet recherchieren zu können.
7. Wir stellen fest, dass zu unserer Reisezeit der 75. Jahrestag der Volksrepublik China gefeiert wird und dass damit die „goldene Woche“, eine arbeitsfreie Woche für die Chinesen, in unsere Reisezeit fällt. Abermillionen Chinesen werden reisen und feiern.
8. Die Chinesische Eisenbahn stellt ihre Tickets jeweils 15 Tage im Voraus zum Verkauf bereit. Wir stellen fest, dass die Autorisierung in der App als Ausländer sehr schwer bis unmöglich ist. Außerdem haben wir in der „Goldenen Woche“ keine guten Chancen auf unsere Wunschtickets. Wir planen um. Wir verzichten auf Xi’An und buchen Inlandsflüge. Unsere Reiseplanung ist abgeschlossen.