Die verlassene Gipsfabrik

Wir sind im Südharz unterwegs. Die Landschaft ist lieblich. und es gibt ganz viel Kalkstein. Was macht denn das alte Zahnrad im Wald.

Ach so, es gehört zu einer verlassenen Gipsfabrik.

In Steinbrüchen wurde hier früher „Gipsstein“ abgebaut und dann mit Brech- und Mahlwerkzeugen ganz fein zerkleinert. In Öfen wurde das Pulver dann gebrannt.

In diesem Brennprozess wird das im Gipsstein enthaltende Wasser abgeschieden und man erhält weißes Gipspulver.

Heute ist diese Art der Gipsgewinnung kaum noch gebräuchlich. Wir erhalten Gips zum Beispiel als Nebenprodukt bei der Rauchgasentschwefelung (REA-Gips). So kam es auch, dass diese Gipsfabrik seit mehr als 20 Jahren verlassen im Wald steht.

Wir radeln durch die Karstlandschaft weiter. Wir kommen in einen „Schafstau“ und entdecken an der Landkreisgrenze ein neues Kreisgrenzschild.  #landkreischallenge4ever

Was für ein schöner Tag! Schaut ihr euch auch verlassenen Orte wie diese Gipsfabrik an?

Bitte bleibt neugierig.

Wahl des Europäischen Parlaments 2019 und Kommunalwahl

Im Stadtbild lächeln Menschen auf Großplakaten. Herr Weber von der CSU wirbt dafür, die CDU zu wählen. Unsere SPD-Justizministerin möchte gerne einen anderen Job.

Es muss Wahlkampf sein. Zur Erinnerung habe ich wieder ein paar Fotos gemacht.

Die Texte auf den Wahlplakaten zur Wahl des „Europäischen Parlaments“ sind beliebig und austauschbar (zumindest die von den Parteien der „Mitte“). Sind es die Parteien auch? Mir fällt eine Wahlentscheidung echt schwer, aber ich werde auf jeden Fall wählen gehen.

Bitte bleibt neugierig.

Pretziener Wehr – Salzländer Kulturstempel #29

Das Pretziener Wehr befindet sich südöstlich von Magdeburg am Elberadweg. Das Wehr ist Teil eines Deichsystems an der Elbe, welches zum Hochwasserschutz der Städte Magdeburg und Schönebeck vor ca. 150 Jahren angelegt wurde. Das Wehr stellt einen Riegel im Umflutkanal dar und ist grundsätzlich geschlossen. Das sieht man hier ganz gut.

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In den neun Jochen des Wehrs hängen jeweils 36 Schützentafeln.

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Die 100 Kilogramm schweren Schützentafeln können nach oben geöffnet werden. Dazu liegen Gleise auf dem Wehr. Auf den Gleisen bewegen sich zwei elektrische Winden von Joch zu Joch und ziehen die Schützentafeln mittels Seilzügen über Ketten nach oben.

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Am 15. Januar 2011 waren wir beim „Ziehen des Wehrs“ dabei. Das ist gigantisch.


Bitte stellt euch die plötzliche Flucht der Tiere in dem Gebiet vor, welches innerhalb von Sekunden überflutet wird. Ist das Wehr geöffnet, wird ca. ein Viertel des Elbehochwassers um die Städte Schönebeck und Magdeburg umgeleitet. Es ist eine gute Idee, hier den Salzländer Kulturstempelkasten #29 aufzustellen.

Wir bewundern die Ingenieursleistung. Das Bauwerk ist so weitsichtig geplant worden, dass es auch heute noch seinen Dienst tut. Ungefähr 64 Mal wurde es in seiner 150-jährigen Geschichte „gezogen“ und hat Schaden von Tausenden von Menschen abgewendet. Respekt.

Gibt es bei euch auch solche technischen Meisterleistungen, die nach wie vor in Betrieb sind?

Bitte bleibt neugierig.

Hier noch einmal unsere Karte mit den „Salzländer Kulturstempelstellen“. Die lila eingefärbten haben wir schon besucht.

zum Kulturstempel #27 oder zum Kulturstempel #24

vom „Völki“ und sächsischen Distanzsäulen

Am letzten Wochenende waren wir beim Fahrradfest der Leipziger Volkszeitung. Es fand am „Völki“ statt. So nennen die Leipziger ihr Völkerschlachtdenkmal. Es ist cool, wenn mehr als 6.000 Radler sich am Völkerschlachtdenkmal zu Radrunden in und um Leipzig treffen.

Und wenn wir schon mal in der Gegend sind, halten wir auch gerne für sächsische Postmeilensäulen. Zwei neue Postmeilensäulen haben wir entdeckt.

Um es genauer zu sagen, es handelt sich um Distanzsäulen. Vor den Toren der Stadt oder auf den Marktplätzen in Sachsen standen diese Distanzsäulen. Auf ihnen können wir die Entfernung zu den Poststationen auf der jeweiligen Poststraße ablesen. Die Entfernungen werden in Stunden angegeben. Ein Querstrich auf der Distanzsäule bedeutet, dass sich die Poststraße gabelt bzw. eine andere beginnt. Da gucken wir mal genauer.

Also wir befinden uns vor der Distanzsäule in Eilenburg. Wir wollen nach Magdeburg. Dann reiten wir 11 Stunden auf der Poststraße bis nach Halle. In Halle nehmen wir die Poststraße nach Cöthen. Unser Pferdegespann benötigt dafür 14 Stunden. Im Anschluss geht es von Cöthen über Deßau in weiteren 27 Stunden nach Magdeburg. Ganz einfach.

Und wenn wir schon dabei sind, das „gr.“ steht für Grenze. Wir haben auf unserem Ritt von Eilenburg nach Magdeburg also zwei Grenzübertritte. Das müssten von Sachsen nach Anhalt und von Anhalt nach Preußen sein.

Nach der Tour haben wir die zwei neuen Distanzsäulen gleich in grün auf unserer Karte ergänzt.

Mal sehen, was wir als nächstes entdecken?

Bitte bleibt neugierig.

Katalonien – Libertat presos politics

Sonntag 0:00 Uhr, Flughafen El Prat, Barcelona: Wir fünf stehen vor dem Ticketautomaten der Metro. Wir kaufen ein 48- Stunden Ticket. 15,20 Euro je Person, da ist der Flughafen Transfer schon mit drin. Wir finden das günstig.

Auf unserer Metrofahrt in die Innenstadt spüren wir das Leben dieser Stadt. Vier junge Mädchen singen uns ihre Hits. Die wirkliche Überraschung steht uns noch bevor. Den Schlüssel für unser Appartment holen wir in einem Hotel direkt an der „La Rambla“. Zwei Uhr in der Nacht, was ist hier los? Eine riesige Menschenmenge feiert.

Barça ist vor ein paar Stunden spanischer Meister geworden.

Glückwunsch Barça.

Nach einem Frühstück in einem Seitenstraßencafe schauen wir uns die Stadt an. Die gelben Schleifen an den Jacken der Menschen und an den Balkonen sind nicht zu übersehen.

„Libertat presos politics“ – „Freiheit für politisch Gefangene“ Liebe spanische Regierung in Madrid, die Sache mit dem Separatismus geht so nicht vorbei.

„Drainspotting“- Űber Gullydeckel sind wir natürlich auch gelaufen.

Bitte bleibt neugierig.

Superlative, heute: Cabo da Roca

Es ist Freitag, unser zweiter Tag in Portugal. Geografische Superlative sind klasse. Uli, unser Organisator, findet das auch. So fügt es sich, dass wir auf dem Cabo da Roca stehen.

Cabo da Roca ist der westlichste Punkt Festlandeuropas. Grandiose Landschaft umgibt uns auf dem 140 Meter über dem Meer liegenden Felsen.

… und schon regt sich unsere Sammelleidenschaft. Vor knapp fünf Jahren radelten wir zum Nordkap, dem beinahe nördlichsten Punkt Festlandeuropas.

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Da fehlen also noch der östlichste und südlichste Punkt. Der südlichste Punkt liegt in Griechenland, da kann ein Besuch klappen. Der östlichste Punkt Festlandeuropas liegt am nördlichen Ende des Ural am Nordpolarmeer. Ein Besuch ist dort kurzfristig eher unwahrscheinlich. Kasan wird vorerst unser östlichster Europaaufenthaltsort bleiben. Diese Stadt Ist auch empfehlenswert.

Am Ende eines wunderschönen Tages zeigte uns Uli noch eine Bucht. Was für ein grandioser Sonnenuntergang.

Ihr wisst schon, „Insgesamt sitzt man zu wenig am Meer“.

Bis Montag sind wir noch auf der iberischen Halbinsel. Bitte bleibt neugierig.

Lissabon, Straßenbahnen und Armillarsphären

Es ist Donnerstag. Wir fliegen mit Freunden nach Lissabon. Bis Samstagabend, also gut zwei Tage, sind wir in Portugal. Lissabon ist toll. Die Stadt überrascht uns.

Lissabon hat „nur“ etwas über eine halbe Million Einwohner. Die Stadt macht einen unkomplizierten und gemütlichen Eindruck. Lissabon ist auf sieben, wie kann es anders sein, Hügeln erbaut. Zwischen den Hügeln quietschen und rumpeln nostalgische, alte Straßenbahnen.

Natürlich haben diese alten „Kisten“ WLAN (liebe deutsche Verkehrsbetriebe, ohne ist echt Mittelalter).

Wir stolpern in Lissabon immer wieder über Armillarsphären. Armillar, was? Der Smartphoneübersetzer portugiesisch-deutsch verrät, die Übersetzung von Armillarsphäre ist Armillarsphäre. Ok.

Wikipedia hilft. Armillar ist lateinisch und bedeutet „Armreif“. Sphaera ist die „Kugel“. Die Armillarsphäre oder auch Weltmaschine ist ein astronomisches Gerät. Es stellt die Bewegung von Himmelskörpern dar. Es besteht aus mehreren gegeneinander drehbaren Metallringen, die die Form einer Kugel bilden. Solche Kugeln sehen wir im Land der Seefahrer und Entdecker oft.

Zum Abschluss schauen wir nach unten und stellen fest, wir stehen neben diesem wunderschönen Gullydeckel.

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Was für ein schöner Fund. … und falls ihr irgendwo Armillarsphären seht, denkt an uns :-).

Bitte bleibt neugierig.