Sind wir nicht alle Schildbürger? (Teil 5)

Heute ist ja schon wieder Sonntag. Da kommt unser Samstagspost leicht verspätet. Es geht mal wieder um Schilder.

Schilder lösen Emotionen aus. Was sagt ihr zu der Ansage des Fitnesstudios, die uns in Oslo aufgefallen ist?

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Dann gibt es Botschaften, die einfach nur Spaß machen.

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Wetter ist immer ein Thema. Wir Deutschen stehen ja nicht immer für 100% Optimismus. So kommt es zu folgender Beschilderung.

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Zum Glück hat dieses Schild in diesem Jahr wirklich nicht gepasst. Schließlich gab es weltweit den heißesten Juli seit Beginn der Messungen. Die globale Durchschnittstemperatur lag laut amerikanischer Wetterbehörde bei 16,61 Grad Celsius. Das ist Hitzerekord. Bei uns in Deutschland gab es zwar schon 5 mal einen heißeren Juli, aber Platz 6 ist ja auch super.

Gibt es bei euch auch Schilder, die Spaß machen oder zum Nachdenken anregen?

Bitte bleibt neugierig :-).

zu Sind wir nicht alle Schildbürger? (Teil 4)

über Extremwerte und die Elbe

Ich habe gehört, an Rhein und Mosel wird wegen der niedrigen Wasserstände Weltkriegsschrott sichtbar. Da habe ich doch mal an das Ufer unserer Elbe geschaut. Auch bei uns wird wertvoller Schrott geborgen.

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Und was ist das mitten im Fluß?

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Ihr seht den Domfelsen bei Magdeburg.

In der Mathematik durften wir in der Schule Extremwertaufgaben berechnen. Da gab es lokale Minima und globale Maxima. Übertragen wir dieses Konzept auf den Elbepegel, so würden die jährlichen Hochwasser die lokalen Maxima darstellen und die jährlichen Niedrigwasser die lokalen Minima.

Das globale Maximum stellt demzufolge den höchsten jemals gemessenen Wert dar. Logischerweise wäre dann das globale Minimum der niedrigste jemals gemessene Wert.

Da finde ich ein etwas unscharfes Bild vom Elbepegel Magdeburg aus dem Jahr 2002. Es zeigt einen Pegel von 660 cm.

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Damals sprach man von einem „Jahrhunderthochwasser“. Wir bekamen am Dienstag, den 20. August 2002 in Magdeburg ein globales Maximum von 6,72 Meter. Ärgerlich war, dass 11 Jahre später offensichtlich schon wieder 100 Jahre vergangen waren, denn wir erreichten am 9. Juni 2013 leider ein neues globales Maximum mit 7,47 Meter.

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Heute stehe ich jedoch trockenen Fußes auf dem Domfelsen. Die Elbe führt knapp 7 Meter weniger Wasser.

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Verrückt. Der Pegel zeigt lächerliche 51 cm.

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Diese 51 cm verfehlen den Status eines globalen Minimums nur knapp. Das Internet verrät, dass am 22. Juli 1934 nur 48 cm gemessen wurden.

Vermutlich werden wir vermehrt Extreme erleben. Wie sieht es an euren Flüssen aus?

Bitte bleibt neugierig :-).

Rathenow – Der Gärtner war’s

Bis zum 11. Oktober könnt ihr die Bundesgartenschau in der Havelregion besuchen. Diese Buga findet an fünf Orten gleichzeitig statt. Wir haben nach Havelberg jetzt Rathenow besucht. Auch Rathenow ist eine kleine Reise wert. Als erstes schauten wir uns den Bismarkturm an. Umgeben von Blütenpracht hat man von ihm einen tollen Blick.

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N52° 35.894′ E12° 19.945′

Nach dem Bismarckturm auf Großen Wartberg ist dieser der zweite Bismarckturm, von dem wir dieses Jahr schauten. Jeder Turm ist anders.

Die Buga in Rathenow besteht aus zwei großen Parks, die durch eine neu gebaute Brücke miteinander verbunden sind. „Der Gärtner war’s“, so steht es an vielen Stellen in Rathenow geschrieben. Das wird wohl stimmen.

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Rathenow ist die Stadt der Optik. Im „Optikpark“ spielt die Buga mit Farben. Toll.

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Aber man sieht auch ein mächtiges Fernrohr, den Rathenower Refraktor.

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Wikipedia führt dazu folgende technische Daten auf:

  • Öffnung: 70 cm (Platz 9 unter den TopTen der großen Öffnungen der Refraktoren weltweit)
  • Brennweite: 20,6 m (Platz 2 unter den Refraktoren, nach dem „Riesenfernrohr“ in Berlin-Treptow)
  • Tubuslänge: 10,15 m
  • Höhe insgesamt: 11,5 m

Übrigens wurde die Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz in Rathenow geplant und auch größtenteils gebaut. Der erste deutsche Hersteller von Fresnel-Linsen für Leuchttürme, Feuerschiffe und Positionslaternen war eine Firma aus Rathenow. Ja, so etwas erfährt man auf einem Rundgang über die Buga.

Natürlich kann man auch gaaaanz viele tolle Blumen sehen. Bitte bleibt neugierig.

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zufällige Strukturen

Heute gibt es in der Hitze ein paar Zeilen über etwas ganz anderes und die Bilder sind auch „nur“ in schwarz/weiß.

Vor ein paar Wochen sah ich in einer Mail folgendes Bild:

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Sofort wollte ich mehr darüber wissen. Ich bat um Informationen. Ich erhielt weitere Bilder.

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Die Bilder wurden mit einem Mikroskop fotografiert. Wie es dazu kam beschreibt Töchterchen mit folgenden, für mich nicht zu 100% verständlichen aber faszinierenden Worten:

In der Zellkultur zu arbeiten, bedeutet Zellen außerhalb eines Organismus‘ in vitro zu kultivieren.
Damit Zellen proliferieren und sich differenzieren können, benötigen sie ein Nährmedium, zusammengesetzt aus allem, was eine Zelle zum Überleben braucht. Das sind zum Beispiel Salze, Aminosäuren, Vitamine, aber vor allem Zucker in Form von Glucose.

Entsprechend der Verdoppelungsrate der jeweiligen Zellen, ist das Medium schnell verbraucht. Für mich bedeutet das, dass ich wieder „in die Zellkultur“ muss, um die Zellen mit neuen Nährstoffen zu versorgen.

In der Zellkultur zu arbeiten, bedeutet aber vor allem eine unglaubliche Materialschlacht. Täglich hantiert man mit hunderten Stabpipetten, Falcon Röhrchen, Zellkulturflaschen, Eppendorfreaktionsgefäßen,… Die erste Anlaufstelle für all das ist dann der Autoklav. Unter enormem Druck sorgt er für die Sterilisation aller Materialien, die mit Zellen, Pilzen, Bakterien und weiteren Mikroorganismen in Berührung gekommen sind. Anschließend sind die meisten Keime abgetötet und die Wahrscheinlichkeit für eine Kontamination des Sterilgutes ist drastisch gesunken, sodass die Materialien entweder aufbereitet werden können, um sie nochmals zu verwenden, oder dem normalen Müll zugeführt werden können.

Je mehr Zelllinien man „betreut“, desto mehr Material hat man täglich zur Hand und umso wahrscheinlicher wird es, dass man mal etwas vergisst. Als ich eines Morgens ins Labor kam, fiel mir auf, dass ich am Tag zuvor vergessen hatte, eine Zellkulturplatte, in den Autoklaviermüll zu geben. Statt dies aber sofort nachzuholen, warf ich einen Blick durch das Mikroskop und stellte fest, dass sich über Nacht ein feines Netz an Salzkristallen am Boden der Platte gebildet hatte.

Möglicherweise sind es Natriumchlorid Kristalle, welches einen nicht unerheblichen Teil des Nährmediums ausmacht. Ein faszinierendes Spiel der Natur in einem Labor, in dem sonst jeder Handgriff vom Menschen gemacht und kontrolliert wird.

Bleibt immer schön neugierig.(:

Dem füge ich nichts hinzu, außer dass die Natur doch großartig ist.

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6-Fährentour

Unsere Südskandinavientour geht zu Ende. Wir verlassen Helsingborg gen Süden.

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Ein letzter Blick fällt auf die Fährverbindung, die alle 15 Minuten die Partnerstadt Helsingör in Dänemark anläuft.

Doch einen vollen Tag haben wir noch. Malmö ist unser nächstes Ziel. Malmö hat uns überrascht. Was für eine schöne Stadt.

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Rathaus von Malmö
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Leuchtturm Malmö-Innenhafen
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Susanne vor dem Turning Torso

Der „Turning Torso“ in Malmö ist mit seinen 190 Metern der höchste Wolkenkratzer Skandinaviens.

Dann sahen wir sie, die Öresundbrücke. Leider ist sie für Fahrradfahrer gesperrt.

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So nutzten wir die kleine Brücke im Vordergrund. So ganz bis Dänemark reichte diese aber nicht. Wir unterquerten dann die große Öresundbrücke und radelten nach Trelleborg.

Vor einem Jahr nahm unsere Nordtour nach Verlassen der „Tom Sawyer“ ihren Anfang. Dieses Jahr sollte unsere Tour mit der Überfahrt nach Rostock auf dem Schwesternschiff, der Huckleberry Finn enden. Was toll ist, wir erhielten für das Anbordgehen unsere eigene Aufstellspur :-). Die Tage sind schon wieder kürzer. Die Sonne ist bereits vor 22:00 Uhr untergegangen.

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Die Fähre läuft um 23 Uhr aus und wir verschwinden ganz schnell in unserer Kabine. Das gleichmäßige Stampfen des Motors wiegt uns in den Schlaf.

Wir erinnern uns noch einmal an unsere Rundreise. Sie begann in Niebüll im Norden Deutschlands. Wir flogen nicht. Wir fuhren aber sechs Mal mit einer Fähre:

Aggerfähre

Hirtshals- Langesund

Skar – Finnsbro (Gullmarsleden)

Helsingborg – Helsingör und Helsingör – Helsingborg

Trelleborg – Rostock

Mit ein wenig Wehmut sagen wir, tschüß Schweden!

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Und zum letzten Mal füge ich einen Song zu unserem Skandinaviensommerurlaubssoundtrack hinzu. Dieses Mal wähle ich einen Aktuellen. Wir kehren zurück in die „Reality“ (Lost Frequencies feat Janieck Devy). Falls du Fragen zu unserer Tour hast, immer her damit.

Bitte bleibt neugierig.